Corviglia Flow
© Dan Milner
MTB

Regionen-Shaper DARCO CAZIN: Grosse Aufgaben, grosse Glücksgefühle!

Darco Cazin lebt in Pontresina und prägt die halbe Bike-Welt. Er berät, plant, baut von St. Moritz über Sölden bis nach Sexten – und nebenbei beantwortet er unsere Fragen zur Schweizer Bike-Zukunft.
Autor: Sissi Pärsch
veröffentlicht am
Darco Cazin, Chef von Allegra Tourismus
Darco Cazin, Chef von Allegra Tourismus
Darco Cazin (Jahrgang 1977) ist einer der einflussreichsten und formgebensten Personen im Schweizer Bike-Business. 2003 hat er gemeinsam mit seinem Vater Fadri die Bike-Beratungsfirma Allegra Tourismus gegründet und seitdem Livigno, Sölden und so ziemlich jede Bike-Region in Graubünden aufgebaut. Das Allegra-Team berät Destinationen, Unternehmen und Behörden, konzipiert, entwickelt, baut und unterhält Trails und Velorouten – und denkt vor allem weit voraus…

Was machst Du und warum?

Ich versuche, die Werte der Berge für Menschen innerhalb und ausserhalb der Bergregionen zugänglich zu gestalten, um einen positiven Einfluss auf das Leben künftiger Generationen zu haben.

Warum ist die Schweiz das Bikeland schlechthin?

Weil es ein paar Pionierregionen und Menschen gibt, welche in kontinuierlicher und systematischer Arbeit wunderbare Bike-Erlebnisse geschaffen haben, weit über Trails hinaus. Aber es gibt noch weite Teile, wo die Schweiz kein Bikeland ist.

Wie wird der Bikesport in der Schweiz sich in den nächsten 5 Jahren entwickeln?

Meine Hoffnung ist, dass die Umsetzungsgeschwindigkeit mit der Nachfrage Schritt halten kann, damit weiterhin für immer mehr Menschen ein positives Naturerlebnis möglich wird. Da stehen grosse Aufgaben an.

Der beste Trail der Schweiz?

Der liegt in Graubünden. Für mich ist es meine Hausrunde für erschöpfte Väter im Engadin, inklusive den Trails am Bernina und den Flowtrails auf der Corviglia. Diese hatten Pioniercharakter und lösen auch noch heute grosse Glücksgefühle aus.

Der beste Trail weltweit?

Zum Glück gibt es heute so viele und damit keine klare Nummer 1. Ausserhalb Graubündens hatte ich auf Dreamtime in Coed y Brenin das grösste Aha-Erlebnis. Und das Design der Gahe Line in Sölden und des Zirmtrails in Nauders sind unglaublich.

Was wird total unterschätzt?

Die Leistungen der Entwickler im Hintergrund, von den verschiedenen Behörden bis hin zu den Produktmanagern im Tourismus, die sich für das Mountainbike-Land einsetzen – und eine weitsichtigere Planung und Umsetzung von Bike-Angeboten.

Welche drei Dinge sollte jeder Mountainbiker besitzen?

Anstand gegenüber anderen Naturbesuchern, einen Helm und ein Mountainbike.
Der BIKE REPUBLIC Sölden von oben
Viel Holz im Wald der BIKE REPUBLIC Sölden

Wenn Du für einen Tag Bike-Gott spielen könntest, würdest Du…

…meinen Partner Claude Balsiger (einst RIDE-Chefredaktor, heute ALLEGRA Geschäftsführer, Anm. d. Red) zum Bike-Gott ernennen. Der könnte das viel besser als ich.

Wer oder was hat den Bikesport in der Schweiz gross vorangebracht?

Die Leistungen von Bruno Hirschi (SchweizMobil) und von Peter Stirnimann (Fachstelle Langsamverkehr Graubünden) haben den Grundstein für die Mountainbike Entwicklung in der Schweiz gelegt.

Dein Tipp für Rookies in der Szene?

Nicht alleine anfangen, sondern mit Freunden oder Guides die ersten Schritte langsam und in der richtigen Reihenfolge angehen.