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Snowboarding

Im siebten Snowboard-Himmel: Eero Ettala shreddet in einem Schneeschloss

Der legendäre Snowboarder findet in seinem Heimatland eine einzigartige Gelegenheit: Er lebt seine Lust auf das Snowboarden in der extravagantesten Schnee-Festung Finnlands voll und ganz aus!
Autor: Alastair Spriggs
3 min readveröffentlicht am
Das Schneeschloss in Finnland, gebaut aus Millionen Kilogramm Schnee und kristallklarem Eis, zieht mit seinen detailreichen Skulpturen, den Schnee-Suiten und dem Restaurant aus Eis jedes Jahr unzählige Touristen an. Es ist ein einzigartiges Erlebnis für die meisten davon, der legendäre Snowboarder Eero Ettala setzt da aber noch einmal einen drauf. Er macht sich die Festung ganz und gar zu eigen und findet dort eine einzigartige Gelegenheit, um kompromisslos zu shredden.
"Ich habe vieles in den Straßen, den Parks und in entlegenen Gegenden gemacht, aber ich wollte einen Edit kreieren, der Finnland wahrhaftig repräsentiert - ein Land, das vor allem durch seine Eis-Hotels bekannt ist", erklärt Ettala. "Anstatt neue Spots anzusteuern, ging es mir darum, einen kreativen Blickwinkel auf das zu werfen, was wir hier in unserer Heimat finden und was sie ausmacht."
Snowboarder Eero Ettala im Schneeschloss von Kittilä in Finnland.
Carven im Schloss
Die Konstrukteure haben uns Narrenfreiheit gelassen. Wir konnten alles machen, was wir wollten.
Nach Monaten der Planung und Zusammenarbeit stellte Ettala die erste Snowboard-Session innerhalb der eisigen Mauern des Schneeschlosses fertig - und er hält das Ganze mit einer herausragenden Ästhetik fest.

Sliden auf Eis

In den frühen 2000er-Jahren etablierte sich Ettala als einer der einflussreichsten Urban-Rider der Snowboarding-Szene. Seine Slides auf Metall sind zu seiner zweiten Natur geworden. Auf Eis zu sliden stellte sich aber als ganz neue Erfahrung heraus:
"Zunächst meinten die Konstrukteure, dass das Sliden auf den Features mit scharfen Kanten nicht möglich sei. Zuerst versuchten wir uns am Regenbogen, den wir flüssig über die Bühne brachten. Als wir aber draußen nach einem Spot suchten, der in der Sonne dahinschmolz, hatte ich Probleme. Das war ein Weckruf. Am letzten Drehtag entschied ich mich dazu, ein kantenloses Board zu verwenden."

Snowboarder und Eis-Arbeiter arbeiten zusammen

"Die Konstrukteure haben uns Narrenfreiheit gelassen. Wir konnten alles machen, was wir wollten", meint Ettala.
"Nehmen wir als Beispiel den Picknick-Tisch aus Eis. Normalerweise steht dieser in der Cafeteria im Hotel. Wir verlegten ihn aber in die Eingangshalle, um einen Eröffnungsshot zu kreieren. Als ich aber darauf stand, schlug mein Kopf gegen die Decke. Die Eis-Arbeiter schnitten die Beine ab, um das Ganze möglich zu machen."

Eine Legende kehrt zurück

Ettala ist zwar 2015 nach einer erfolgreichen, 13-jährigen Karriere zurückgetreten, dennoch ist seine Liebe für das Snowboarden und die Lust darauf, einzigartige Edits zu erschaffen, noch tief in ihm verankert.
Snowboarder Eero Ettala auf dem Schneeschloss in Kittilä, Finnland.
Ettala erkundet ein Schloss, das wie kein anderes ist.
"Wenn man Video-Parts filmt, kann das schnell repetitiv werden", erklärt er. "Fünf Monate lang jagst du den optimalen Schneebedingungen hinterher, sammelst so viele gute Shots wie nur möglich und schneidest das Material am Ende auf drei Minuten zusammen. Egal, ob du fünf Monate lang drehst oder nur eine Woche, die Leute schauen sie sich ein, zwei Tage lang an und verlieren sich dann in der Fülle an anderem Material. Ich genieße es, meine Zeit jetzt etwas weiser zu verbringen und Projekte zu kreieren, die einzigartig und zeitlos sind."

Was als Nächstes kommt...

"Ich werde in der kommenden Saison so viel wie möglich auf dem Board stehen", meint er weiter. "Klar, ich werde alt, aber ich genieße das Boarden noch so, wie ich es getan habe, als ich sechzehn war."
"Als meine Karriere an ihrem Höhepunkt war, spürte ich den Druck der Sponsoren. Jetzt, wo ich all das hinter mir gelassen habe, boarde ich einfach nur für mich. Ich freue mich darauf, neue Edits für Social Media zu machen, ein paar Sponsoren-Projekte anzugehen und mit meinen Homies zu snowboarden."