Fanny Smith
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Ski Cross

Fanny Smith: Resilienz als Leitmotiv

Bereits über 13 Jahre lang sammelt Fanny Smith Trophäen im Skicross. Aber ihr Weg ist alles andere als ein langer, ruhiger Fluss.
Autor: Johan Tachet / SkiActu
6 min readPublished on
„Perfektionistisch, rigoros und leidenschaftlich“. Wenn man sie bittet, sich zu beschreiben, zögert Fanny Smith keine Sekunde. Sei es auf den Skiern oder im Leben - die Waadtländerin prescht voraus, denn sie weiss ganz genau was sie will und ist Anhängerin der Formel „von nichts kommt nichts“.
Fanny Smith beim Training in Saas-Fee 2021.

Absoluter Fokus auf ihre Ziele.

© Lorenz Richard / Red Bull Content Pool

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Wenn ich mir ein Ziel in den Kopf gesetzt habe, werde ich alles unternehmen, um es zu erreichen. Ich werde alle Mittel einsetzen, um es zu schaffen.
Man wird nicht durch Zufall Weltmeisterin, zweifache olympische Medaillengewinnerin, holt drei Kristallkugeln, eine Trophäe, die die beste Athletin des Winters krönt und Gewinnerin von 29 Weltcup-Rennen – ein Rekord. „Um das zu erreichen, muss man enorm viel arbeiten, auf zahlreiche Details achten und auch ein exzellentes Umfeld haben“, vertraut uns die Skicrosserin aus dem Chablais an. Seit sie mit Skiern an Füssen auf Hängen unterwegs ist, ist sie auch eine Arbeiterin.

Der Sport, um sich als Kind zu behaupten

„Ich war schon als Kind ein Wettkampf-Typ“, erinnert sich Fanny Smith, die ihre ersten Erfahrungen auf den Pisten von Villars-sur-Ollon, wo sie seit jeher lebt, gesammelt hat. Sie folgt der Disziplin des klassischen Alpin-Ski, langweilt sich aber schnell bei den Skirennen. Auf den Spuren ihres grossen Bruders, probiert sie sich im Freestyle Skiing in den Parks der Region aus. „Das war Spass, kreativ, aber ich wurde nicht gerne bewertet.“ Mit 12 Jahren, nimmt sie an ihrem ersten Skicross-Wettkampf teil - ein Sport, der gerade erst auftaucht. Ein Aha-Erlebnis. „Ich habe mich sofort in diesen Sport verliebt, der eine Kombination aus allem, was ich mag, ist. Es gibt einen direkten Wettkampf, technische Aspekte und Taktiken, und man muss kreativ sein.“
Fanny Smith und Marielle Berger Sabbatel beim Red Bull SuperSkicross 2021.

Für Fanny liegt der Reiz im direkten Duell

© Dominic Zimmermann / Red Bull Content Pool

Als Teenagerin hegt Fanny Smith keine grosse Liebe für die Schule. Als Legasthenikerin macht sie aus ihrem Nachteil eine Stärke. „Ich musste in meiner Jugend dafür kämpfen, durchschnittlich zu sein. Ich wusste, was Arbeit ist, ich musste nur meine Leidenschaft finden, um mich bestmöglich auszudrücken.“ Sie kann vor allem auf die Unterstützung ihrer Eltern zählen, für die die Entfaltung ihrer drei Kinder das Wichtigste ist.
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Für mich war es der Sport. Er hat meinen Charakter geformt und mir Entschlossenheit verliehen.

Jugendliche Unbekümmertheit bei den Spielen mit 17 Jahren

Als sie 14 Jahre alt war, nahm ihr Vater sie beim Wort, als sie ihm anvertraute, dass sie an den Spielen in Vancouver teilnehmen wollte, wo der Skicross seinen ersten olympischen Auftritt hatte. „Mein Vater hat sich abgerackert, um Mäzene und Trainer zu finden und eine private Struktur aufzubauen.“ Mit 16 Jahren war der Stein ins Rollen gekommen, und das Wunderkind verliess die Schule, um sich zu 100 % in ihre Disziplin zu stürzen. „Ich fühlte mich für alles, was meine Eltern für mich getan hatten, verpflichtet mein Maximum zu geben. Man muss sagen, dass die Unterstützung und die Leidenschaft für die Karriere ihrer Tochter von Anfang an aussergewöhnlich war."

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Folge Fanny Smith auf dem Kurs beim Red Bull Superskicross

Folge Fanny Smith auf ihrem Testrun auf der Strecke des Red Bull Superskicross.

Unter den Fittichen mehrerer Athleten, wie der Französin Ophélie David, die ihr die Werte ihres Sports näher brachte, machte die Waadtländerin ihre ersten Erfahrungen im Weltcup. Mit 17 Jahren stand sie in Lake Placid zum ersten Mal bei den Profis auf dem Podium, zwei Wochen vor den Spielen in Vancouver, wo sie 7. wird. „Das war eine echte Überraschung. Ich war jung und unbekümmert. Im Nachhinein betrachtet, ist alles sehr schnell gegangen. Ich war in meiner Blase und wollte sofort Wettkämpfe gewinnen. Das ist mein Charakterzug. Aber zum Glück war ich sowohl in meiner Struktur als auch auf der Rennstrecke sehr gut betreut.“
Fanny Smith vor Ophélie David beim Start des Red Bull Superskicross 2021 in Andermatt

A dream come true: Fanny Smith stand noch einmal mit Ophélie David am Start

© Dean Treml / Red Bull Content Pool

Eine Verletzung, die ihr fast die Karriere gekostet hätte

Ihr Höhenflug wird am Tag vor Weihnachten 2012 abrupt gestoppt, als sie auf der sehr anspruchsvollen Piste in Innichen schwer stürzt. Diagnose: Riss des vorderen Kreuzbands, Meniskus- und Seitenbandverletzungen. „Direkt nach der Operation hat mir mein Chirurg anvertraut, dass er nicht weiss, ob ich meinen Sport jemals wieder ausüben kann.“ Mehr brauchte es nicht, um der entschlossenen Siegerin einen Boost zu verleihen. „Ich hatte Lust ihm zu entgegnen: Das werden wir schon sehen.“ Denn die Frau aus dem Chablais zweifelt nie an ihren Fähigkeiten.
Porträt von Fanny Smith 2013

2013 ist Fanny zum ersten Mal Weltmeisterin...

© Thomas Stöckli / Red Bull Content Pool

Porträt von Fanny Smith 2013.

...und holt die grosse Kristallkugel im Skicross.

© Thomas Stöckli / Red Bull Content Pool

Nach elf Monaten intensiver Rehabilitation kehrt Fanny Smith in den Weltcup zurück und feiert ihr Comeback mit einem Sieg in Nakiska. Von da an ist die Maschine in Gang gesetzt und fast nicht mehr aufzuhalten. Die Schweizerin reiht einen Erfolg an den anderen und gewinnt 2013 den Weltmeister-Titel in Voss, sowie auch ihre erste Kristallkugel. Ein Jahr später wird sie bei den Spielen in Sotschi als Favoritin erwartet, die „bereit für eine Medaille“ ist. Als sie in ihrem Halbfinale weit vorne liegt, macht sie einen großen taktischen und technischen Fehler, da sie ihre gesamte Geschwindigkeit und ihre Medaillenträume verliert, als sie über drei Buckel gleichzeitig springen will.

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Die Dämonen von Sotschi, um sich neu zu sammeln

Kleiner Fehler, grosse Wirkung. „Dieses Resultat hat sich angefühlt wie ein Schlag ins Gesicht. Es war eine grosse, mentale Verletzung und es war sehr schwer, wieder aufzustehen.“ Die Zeit und ihr Sieger-Charakter ermöglichten es ihr, wieder durchzustarten, aber etwas war zerbrochen. „Ich hatte irgendwie meinen Kampfgeist verloren.“ Sechs Monate vor der olympischen Revanche in Pyeongchang, nimmt Fanny Smith zahlreiche Änderungen vor. Sie verlässt ihren langjährigen Privattrainer, um sich den Strukturen von Swiss-Ski anzuschließen, während sie weiterhin auf eigene Faust an der physischen Komponente arbeitet. Zu diesem Zeitpunkt lernt sie Philippe Clément kennen, ihren neuen physischen und mentalen Trainer, der sie in die Kampfkünste einführt. „Er war eine der grossen Stützen der folgenden Jahre.“
Fanny Smith während Training in Saas-Fee (Schweiz)

Fanny Smith während Training in Saas-Fee (Schweiz)

© Ruedi Flück/Red Bull Content Pool

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Die Leute sagten mir, dass ich verrückt sei, nur wenige Monate vor den Spielen alles in Frage zu stellen. Aber ich konnte nicht mehr so weitermachen. Am Ende war es eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe
Die Wette hat sich gelohnt: Fanny Smith gewinnt auf den koreanischen Hängen Bronze, ihre erste olympische Medaille, die „eine Form von Erfüllung und Reife“ darstellt.

Die Gerechtigkeit von Peking

Zwölf Monate später, sammelt die Skifahrerin aus Villars, sechs Jahre nach der ersten, ihre zweite grosse Kristallkugel ein, die der „Bestätigung und Erfahrung“. Sie wird im Winter 2021 eine weitere Kristallkugel und vor einigen Wochen in Peking eine Bronzemedaille gewinnen, nachdem sie sich endlich vor dem Internationalen Skiverband durchgesetzt hat, der sie zunächst im Finale wegen eines nicht vorhandenen Fehlers deklassiert hatte. „Es wurde Gerechtigkeit geübt. Ich habe diesen Moment sehr schlecht verkraftet, weil alle, die Medien, die Sportler und die Trainer gleichermassen, gesehen haben, dass die Entscheidung ungerecht war.“
Fanny Smith

Fanny Smith

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Die Flamme bewahren, um von Mailand-Cortina 2026 zu träumen

Nach 13 Jahren auf höchstem Niveau und mit fast 30 Jahren ist Fanny Smith immer noch hochmotiviert und hat nicht vor, die Skier so schnell wegzuräumen. „Die grösste Herausforderung in meiner Karriere besteht nun darin, dass die Flamme weiter brennt. Man kann sich immer verbessern. Unser Sport ist derart komplex, dass man selbst dann, wenn man an der Spitze steht, noch besser werden kann. Das Geheimnis ihrer Langlebigkeit? „Vorrangig gesund sein. Ich habe das Gefühl, dass ich mich mit der Zeit weiterentwickle, die Arbeit wird natürlich funktionaler.“
Aber Fanny Smith betont immer wieder, dass sie „eine Frau für Wettkämpfe und Rennen“ ist. „Ich mag den Weg zur Leistung, ich mag es, mich selbst in Frage stellen zu müssen, um weiterzukommen.“ Und im Hinterkopf träumt sie schon davon, bei den Spielen 2026 in Mailand-Cortina eine weitere Medaille zu gewinnen. Nicht weit von ihrem Zuhause und vor ihrer Familie.

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Der Red Bull Superskicross ist zurück! Am 26. März treffen sich die besten Skicross-AthletInnen der Welt zum ultimativen Showdown in Andermatt. Sei live dabei: vor Ort oder auf Red Bull TV.

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Skicrosserin Fanny Smith hat zwei Ziele: Sie will immer gewinnen. Und sie will immer Spass haben.

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