F1
Grosser Preis von Singapur: Verstappen muss dieses Mal klein beigeben
Max Verstappen wird mit Singapur einfach nicht warm. Die Siegesserie für ihn und Oracle Red Bull Racing endet, während Carlos Sainz im Ferrari triumphiert.
1. Singapur in exakt 74 Wörtern*.
Die 15-Rennen lange Serie, in der Oracle Red Bull Racing ungeschlagen blieb, fand unter dem Nachthimmel des Grossen Preises von Singapur ein jähes Ende: Carlos Sainz sicherte sich die Pole und den Sieg. Das Wochenende gestaltete sich für Max Verstappen generell schwierig: Mit seinen 10 Siegen in Folge auf dem Rücken kam er diesmal über den fünften Platz nicht hinaus. Auch Teamkollege Sergio Pérez hatte es schwer, er arbeitete sich von P13 auf P8 vor.
* 2023 ist die 74. Saison in der Formel 1-Weltmeisterschaft.
2. Der Grosse Preis von Singapur in sechs Bildern.
3. Der fehlende Grip sorgte für das Ende der Siegesserie.
Verstappens später Angriff nach seinem Boxenstopp brachte ihn auf P5.
© Getty Images/Red Bull Content Pool
Verstappen hatte es schon im Gefühl, dass Singapur -- eine Strecke, auf der er noch nie gewinnen konnte -- eine schwierige Angelegenheit werden würde. Schon am Freitag sollte er sich zeigen, dass seine Intuition nicht täuscht: Im Training kam er über den achten Platz nicht hinaus, da der RB19 auf den kurvigen Strassen von Marina Bay schimmert und ergreifend nicht den Grip fand, den sich seine Fahrer gerne wünschten.
Im Qualifying am Samstag lief es dann noch schlechter. Der zweimalige Weltmeister schaffte es nicht ins Q3 und musste schliesslich mit dem 11. Startplatz vorliebnehmen. "Das Auto funktionierte vor allem in den Bremszonen nicht; jedes Mal, wenn ich hart bremsen wollte, verloren meine Vorderreifen an Zugkraft", erklärte er im Nachhinein.
Auch im Rennen hatte Verstappen nicht unbedingt Glück. Er startete auf dem harten Reifen, um seinen ersten Stint so gut wie möglich in die Länge zu ziehen und in den letzten Runden mit frischem Gummi gross aufzugeigen. Doch dieser Plan ging mächtig schief, als in Runde 20 das restliche Feld in einer Safety Car-Phase nach einem Crash von Logan Sargeant (Williams) frühzeitig an die Box ging.
Schlussendlich holte sich der Niederländer in Runde 40 von 62 neuen Reifen ab und ging als 15. auf Medium-Reifen wieder zurück auf die Strecke. Dann war er plötzlich da, der Speed: In den letzten Runden hatte er sich auf Platz fünf vorgearbeitet, nur an Charles Leclerc schaffte er es vor der Ziellinie um knappe zwei Zehntel nicht mehr vorbei.
Auch Pérez gelang der Sprung zurück in die Top-10 nach einem schwierigen Qualifying, auch wenn der achte Platz letztlich ernüchternd ist, wenn man bedenkt, dass der Mexikaner vor 12 Monaten in Singapur jede einzelne Runde angeführt und von der Pole aus gewonnen hatte.
Wie Max startete Checo auf dem harten Reifen, er fand jedoch den Anschluss an seine Teamkollegen nicht wirklich und duellierte sich im hinteren Feld mit Oscar Piastri im McLaren, mit dem er mehrmals die Positionen wechselte.
Er holte sich seine Medium-Reifen in Runde 39 ab, als er auf dem neunten Platz lag, und kurz vor Ende hatte er sich wieder auf diesen vorgearbeitet. Dann aber crashte Mercedes-Pilot George Russell bei seinem Kampf um Platz zwei gegen Piastris Teamkollegen Lando Norris, womit Pérez einen Platz nach vorne rückte. Auch Lewis Hamilton profitierte davon und rundete das Podium letztlich ab.
4. Bei Lawson sprühen bei Nacht die Funken
Liam Lawson war bei seinem erst dritten Formel 1-Start ein wahres Glanzlicht: Der Scuderia AlphaTauri-Ersatzfahrer zementierte seine Bewerbung für eine dauerhafte Rolle in der Formel 1 in der Zukunft mit einem neunten Platz, dem besten Saisonergebnis für das Team bisher.
Schon am Samstag legte er dafür den Grundstein -- und das, obwohl er erst zum ersten Mal in Singapur an den Start ging. Ihm gelang der Aufstieg ins Q3 und er qualifizierte sich letztlich auf P10, nachdem er Verstappen um sieben Tausendstel hinter sich gelassen hatte.
Auf der schwierigen Strecke, die unter der Hitze und der Feuchtigkeit nicht einfacher wurde, kämpfte sich Lawson stark zurück, nachdem er in der Startphase zurückgefallen war. Zwei Punkte stehen nun auf seinem Konto, damit er Daniel Ricciardo überbot, der beim dritten Rennen in Folge aufgrund seiner gebrochenen linken Hand auf einen Start verzichten musste.
Teamkollege Yuki Tsunoda hatte ein weiteres Mal grosses Pech: Schon in Italien gab sein Auto vor dem Start den Geist auf, dieses Mal ging er von P15 aus ins Rennen (im Qualifying war er in Kurve 14 von der Strecke abgekommen). Nach einem Kontakt mit Pérez in der Startphase musste der frustrierte Japaner sein Auto mit einer Platte erneut abstellen.
5. Die Zahl, die du dir merken solltest
250: Pérez' 250. Start bei einem Formel 1-Rennen macht ihn zu einem von nur 11 Piloten, die diesen Meilenstein erreicht haben. Checo liegt nun nur noch mehr als drei Rennen hinter dem Italiener Jarno Trulli, um sich im Duell um den Rekord für die meisten Formel 1-Starts in die Top-10 zu kämpfen.
6. Wort aus dem Boxenlager
Es war ein herausragender Lauf und wir wussten immer, dass er irgendwann enden würde. Aber die Pace von Max am Ende, das Momentum von Checo...letztlich war das eine starke Leistung von uns.
7. Die Statistiken, die zählen
Fahrer-Gesamtwertung - Top 5
Position
Pilot
Team
Punkte
Abstand
1
Max Verstappen
Oracle Red Bull Racing
374
-
2
Sergio Pérez
Oracle Red Bull Racing
223
-151
3
Lewis Hamilton
Mercedes
180
-194
4
Fernando Alonso
Aston Martin
170
-204
5
Carlos Sainz
Ferrari
142
-232
Konstrukteurs-Wertung - Top 5
Position
Team
Punkte
Abstand
1
Oracle Red Bull Racing
597
-
2
Mercedes
289
-308
3
Ferrari
265
-332
4
Aston Martin
217
-380
5
McLaren
139
-458
8. Abseits der Strecke
In der Formel 1 geht es immer um das Jetzt und das Kommende, aber manchmal ist es ganz nett, die bisherige Reise zu reflektieren...
Host David Alorka lädt zum Gespräch mit Max, Checo, Christian und einer Menge anderer Oracle Red Bull Racing-Insider und bekannten Gesichtern (Hi, Seb!), um auf die Geschichte des Teams in der Formel 1-Saison 2023 zurückzublicken.
8 Min
2023 So Far
Join us and David Alorka as we look back out our incredible start
9. Nächster Stopp? Was muss ich darüber wissen?
Runde 16 (Japan), 22. bis 24. September
Streckenname/Location: Suzuka International Racing Course, Japan
Länge/Runden: 5,807km, 53 Runden
Gehaltene Grand Prix'/Debüt: 32, 1987
Erfolgreichster Pilot: Michael Schumacher (sechs Siege)
Erfolgreichstes Team: Ferrari, McLaren (jeweils sieben Siege)
Podium 2022: 1.: Max Verstappen (Red Bull Racing), 2.: Sergio Perez (Red Bull Racing), 3.: Charles Leclerc (Ferrari)
10. Erlebe die Welt von Red Bull Motorsports!
Das Wort "Character-Building" beschreibt Miguel Oliveiras Saison 2023 bisher wohl am besten. Der portugiesische MotoGP-Star hatte bisher einen schwierigen Lauf bei seinem ersten Antritt für Aprilia in der Premium-Klasse der Weltmeisterschaft.
Zweimal verpasste er Rennen aufgrund von Verletzungen, nachdem er von den Rivalen in den Grand Prix' zuvor ausgeschaltet worden war. Aber der geniale 28-Jährige gehört zu den reflektierten und pragmatischen Piloten im Sport. In diesem Jahr erwartete ihn daneben eine weitere Herausforderung: das Vatersein, das ihn auch abseits des Bikes auf der Strasse halten wird.
Sei dabei, wenn Oliveira ein Rennwochenende auf dem Red Bull Ring in Österreich bestreitet. Dabei spricht er über seinen Weg in die MotoGP, die Challenges, die mit seinen Vaterpflichten einhergehen, und über den Druck, von dem er sich laufend ausgesetzt sieht.
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