Mode

Heavy-Fashion: Das sind die verschiedenen Styles der Metal-Subgenres

© Koh Hasebe/Shinko Music/Getty Images
Vom einfachen Trash-Metal-Shirt der 80er-Jahre bis hin zum angsteinflößenden Black-Metal-Warrior-Corpse-Look – wir werfen einen Blick auf die klassischen Styles der Heavy-Metal-Mode.
Autor: Sammy Leeveröffentlicht am
Während Kritiker alljährlich den Untergang der Rockmusik beklagen, ist Heavy-Metal wohl nicht totzukriegen. Ganze fünf Dekaden, nachdem Black Sabbath den Startschuss setzten, ist das Genre nach wie vor im Begriff, sich weiterzuentwickeln, indem es oft obskure Mutationen eingeht, es sich aber dennoch darauf versteht, Stadien und Festivals zu füllen. Heavy-Metal ist ein Musikgenre, das es wohl ewig geben wird. Dennoch ist es vor einem wohl oder übel nicht gefeit: Dem nie endenden Kreislauf von Fashiontrends.
Nachdem Heavy-Metal die unterschiedlichsten Subgenres hervorgebracht hat, ist es nicht verwunderlich, dass sich diesem Variantenreichtum auch die zugehörige Mode nicht zu widersetzen mag. Während einige Styles wahre Klassiker sind, sind es andere wohl eher weniger. Dennoch lassen wir es uns nicht nehmen, einen Blick auf die Fashion der unterschiedlichen Metal-Subgenres zu werfen.

Thrash-Metal

Hier haben wir den klassischen Metal-Look. So gut wie jeder Metalhead der frühen 80er setzte auf diesen Style, von Metallica und Anthrax über Slayer und Megadeath bis hin zu Trash-Fans, die auf den Parkplätzen vor Einkaufszentren Party machten oder dem Lifestyle mit ihrer eigenen Garagen-Band nachgingen. Wie es der Punk-Rock vorgemacht hatte, schaffte es auch der Trash-Look, die Barriere zwischen Bands und Fans zu durchbrechen, doch nicht nur das: Der Style lieferte auch eine praktische Uniform, um der Musik voller Tatendrang und Energie frönen zu können. Wallende Locken treffen hier auf ärmellose T-Shirts oder Westen und die Jeans könnten nicht enger anliegen, doch tun sie es, da diese noch zusätzlich mit Nietengürtel fixiert werden. Abgerundet wird das Ganze mit Basketball-Schuhen der Oberklasse und einer klassischen ärmellosen Denim Battle-Jacket, die mit unzähligen Aufnähern gespickt ist: Mit diesem Style bekommen die Trasher all das, was sie für eine unbeschwert gute Zeit benötigten. Mittlerweile haben die Hipster des 21. Jahrhunderts den klassischen Style übrigens wieder aufgegriffen.
Thrash-Metal
Thrash-Metal

Glam-Metal (aka Hair-Metal)

Vom androgynen Look der 70er-Jahre-Glam-Bands inspiriert etablierten Glam-Metal-Bands der 80er wie Mötley Crüe, Poison, Twisted Sister und Guns N‘ Roses einen Style, der sich jeglichem Vergleich mit anderen Metal-Subgenres entzieht. In der dekadenten Los Angeles Sunset Strip-Szene, wo so gut wie alles tragbar ist, fand der Style seinen Anfang, während die Metal-Bands die berüchtigte Extravaganz des Stils aufgriffen und einen Look kreierten, der der berüchtigten „Fuß-auf-dem-Monitor“-Attitüde gerecht werden sollte. Mit ihrem Mix aus dichten, strubbeligen Frisuren, den schwarzen Leder- und Spandex-Hosen, Bandanas, Handschuhen, der fast schon lächerlichen Beschuhung und den gewagten Tiermustern scheint das Unterfangen gelungen zu sein. Der Style wird von Zeit zu Zeit auch heute noch immer wieder aufgegriffen.
Hair-Metal
Hair-Metal

„Costume-Metal“

In keinem anderen Genre wird das Verkleiden so sehr aktiv gefördert wie in der Metal-Musik. So zeigten sich Kiss und Alice Cooper nicht nur für die Geburt des Hair-Metal verantwortlich, sondern waren auch die Vorreiter von fremdartig anmutenden Kostümen auf der Bühne. Aber erst, als Mitte der 80er die Trash-Metal-Band Gwar aus Richmond in Virginia mit ihren Sci-Fi-Alienkriegerkostümen und ihren riesigen, phallisch-aussehenden Kanonen auf der Bildfläche erschien, erfuhr „Costume-Metal“ seinen großen Durchbruch. Slipknot und Mushroomhead folgten dieser Tradition in den 90er-Jahren mit ihren unheimlichen Horror-Masken nach, während die schwedische und kapuzentragende Heavy-Metal-Band Ghost von einem satanischen Kardinal namens Papa Emeritus angeführt wird.
Costume-Metal
Costume-Metal

Nu Metal

Nu Metal war die weithin verpönte Kollision von Trash- und Speed-Metal mit Pop-, Funk- und Rap-Musik, ein Stil also, den Arenen-füllende Bands wie Limp Bizkit, Korn, Linkin Park, Godsmack, Staind und Disturbed in die breite Masse brachten (Deftones lassen wir hier mal weg, da die Band für Nu Metal schlicht und einfach zu gut ist). In den späten 90er-Jahren hatte Nu Metal die Welt fest in der Hand und auch wenn er von Kritikern und Musikern gerne geschmäht wird, ist sein Einfluss auch heute noch in dem ein oder anderen pop-getränkten Hard-Rock-Auswuchs zu hören. Doch auch in Sachen Fashion ist Nu-Metal nicht zu übersehen: Hier bekommen wütende junge Männer ein fast schon Fitnessstudio-taugliches Outfit geboten. Falls du Lust hast, den Style wiederzubeleben, bist du mit einer Dreiviertelhose richtig, nur solltest du zu sehen, dass auf dieser genügend viele Taschen verarbeitet sind – das hat jedoch weniger praktikable, als stylische Gründe. Mit einer breiten Weste und einem Ziegenbärtchen rundest du das Ganze ab. Ach ja, und vergiss nicht auf die Kettenbrieftasche – die Art von Brieftasche, über die Korn in „Freak On A Leash“ singen...
Nu Metal
Nu Metal

Black-Metal

Das Black-Metal-Genre wurde über seine Jahre hinweg immer wieder kontrovers diskutiert. Sein Sound und seine misanthropische Ästhetik traten zuerst in Norwegen, als Reaktion auf den immer massentauglicher werdenden Death-Metal und auf die konservative Kultur im Generellen auf die Bildfläche. Einige Mitglieder der Bands dieses Subgenres waren nicht selten in ganz besonders verabscheuungswürdigen Verbrechen involviert, aber das lassen wir hier einmal beiseite. Denn es ist doch so, dass die Rage, die von Bands wie Mayhem, Darkthrone und Dimmu Borgier zelebriert wird, eine erfrischend kathartische und aufreibende Wirkung auf uns Hörer hat. Black-Metal hat zudem das Schwarz zurück in die Metal-Mode gebracht, während alles mit unheimlichen Spikes, Pentagrammen und Kiloweise Corpsepaint abgerundet wird.
Black-Metal
Black-Metal