Jérémie Heitz und Sam Anthamatten auf dem Weg zum Matterhorn
© Jonathan Griffith
Bergsport

Red Bull The Edge – «Das Matterhorn ist der komplette Gipfel»

Mit Jérémie Heitz und Sam Anthamatten können wir dank Virtual Reality das Matterhorn besteigen. Die beiden Extremsportler erzählen, warum dieser Gipfel so faszinierend ist.
Autor: Tom Gilgamann
4 min readveröffentlicht am
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Jérémie Heitz

Jérémie Heitz hat etwas Einzigartiges geschafft: …

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Der Freeskier Jérémie Heitz (31) und der Bergführer Sam Anthamatten (35) sind im Juli 2020 auf das Matterhorn gestiegen. Eine Filmcrew hat die beiden Freunde gefilmt und daraus eine Virtual Reality Experience gemacht.
Ab dem 23. Juni sehen wir das Resultat des Projekts «Red Bull The Edge» im Verkehrshaus Luzern. Oder besser: wir erleben es. Mit Klettergurt und VR-Brille ausgerüstet kann jede und jeder auf den Berg steigen, der einst als unbezwingbar galt.
Jérémie Heitz
Jérémie Heitz
Wenn jemand einen Berg schnitzen würde, er würde wohl aussehen wie das Matterhorn.
Jérémie und Sam, ihr seid beide aus dem Wallis. Dort steht dieser aussergewöhnliche Berg. Was macht die Faszination Matterhorn aus?
Jérémie: Ich habe nicht viele Erinnerungen an meine Kindheit. Aber ich weiss noch genau, wie ich das erste Mal in Zermatt war und dachte: Was für ein schöner Berg! Heute sehe ich die Details: wie sich der Schnee in den Fels legt und ästhetische Winkel zu perfekten Mustern zusammenfinden. Wenn jemand einen Berg schnitzen würde, er würde wohl aussehen wie das Matterhorn. Aber ich darf nicht zu positiv reden, sonst hebt Sam wieder ab. Für ein Filmprojekt waren wir kürzlich in Pakistan unterwegs. Und im Hotelzimmer hing tatsächlich ein Foto des Matterhorns. Sam war ganz stolz auf seinen Berg.
Blick von der Solvayhütte am Matterhorn ins Tal.
Beeindruckender Blick: vom Matterhorn eröffnet sich ein Panorama
Sam: Ich bin Zermatter und für uns ist das Matterhorn einfach noch spezieller. Es bedeutet Tourismus und davon leben wir. Auch ich als Bergführer. Das Matterhorn ist unser täglich Brot. Ich bin um die Welt gereist und habe viele Berge gesehen. Aber die Form des Matterhorns ist fast unerreicht. Der Berg ist alleinstehend, hat keine flachen Seiten, ist pyramidisch und steil auf allen Seiten.
Was für einen Platz hat das Matterhorn in der Geschichte des Alpinismus?
Sam: Das Matterhorn ist der letzte 4000er der Alpen, der bestiegen worden ist. Es hat also einen wichtigen Platz in der Geschichte des Bergsteigens. Dabei war der Berg seinerzeit ein Fluch für die Zermatter. Sie wollten ihn nicht besteigen, weil viele beim Versuch tödlich verunfallt waren. Also sagten die Zermatter, der Berg sei unbezwingbar.
Für Red Bull The Edge seid ihr zusammen hochgestiegen, damit wir alle den Berg in einer Virtual Reality erleben können. Wie ist es auf dem Gipfel des Matterhorns?
Jérémie: Es war ein unglaublich schöner Tag. Keine Wolken und wir erlebten einen fantastischen Sonnenaufgang. Mit den Skiern war ich mehrmals am Matterhorn. Aber da fährt man nicht vom Gipfel herunter, sondern von weiter unten los. Ganz oben war ich vorher noch nie gewesen. Als wir oben waren, sah ich unter uns die Freeride-Routen und um uns herum all die 4000er, die ich mit den Skiern schon heruntergefahren bin. Zudem hat man eine wunderbare Sicht nach Italien. Es war wirklich unglaublich cool, ganz oben zu stehen.
Snowboarding · 3 Min
Matterhorn in timelapse
Was sind die Schwierigkeiten am Matterhorn?
Jérémie: Das Matterhorn ist der komplette Gipfel, weil man aus alpinistischer Sicht alles macht. Es beschränkt sich nicht nur auf einen Aufstieg mit den Skiern zum Beispiel. Man traversiert im Schnee, es gibt Passagen mit Steigeisen, man klettert. Da ist alles dabei. Wir waren auf der Normalroute unterwegs, also über den Hörnligrat und die Solvayhütte. Wir begehen im Winter manchmal technisch schwierigere Routen. Aber Sam ist trotzdem mutig, als Bergführer mit Gästen diesen Berg hochzusteigen. Viele Steine sitzen locker und es gibt Passagen, die man klettern muss. Es ist definitiv nicht einfach Bergwandern.
Porträt von Sam Anthammaten beim Aufstieg auf das Matterhorn.
Bergführer Sam Anthamatten
Ich war 73 Mal auf dem Gipfel des Matterhorns. Oft mit Gästen, die weniger gut zu Fuss sind als Jérémie.
Sam Anthamatten
Sam: Cool, dass du das anerkennst. Es zeigt dein Verständnis für den Berg und den Beruf des Bergführers. Ich war 73 Mal auf dem Gipfel des Matterhorns. Oft mit Gästen, die weniger gut zu Fuss sind als Jérémie. Deswegen war es mit ihm kein Problem, auch wenn die Verhältnisse schwierig waren. Uns kam zugute, dass wenig los war an diesem Tag, weil die Saison noch jung war. So früh im Jahr liegt allerdings noch jede Menge Schnee. Das war eine der Schwierigkeiten.
Was waren die Herausforderungen beim Dreh zu Red Bull The Edge?
Sam: Durch das Filmen war alles etwas aufwendiger. Normalerweise startet man um 4 Uhr morgens und ist um 7.30 Uhr auf dem Gipfel. Diesmal war es 9 oder 10 Uhr. Am Nachmittag will man nicht mehr am Berg sein, weil man dann in Steinschläge geraten kann. Also stiegen wir so schnell wie möglich ab. Mit Jérémie geht das problemlos.
Ab 23. Juni startet "Red Bull The Edge" im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. Lies jetzt mehr darüber und hol dir dein Ticket.
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