Rapperin KimBo aus Basel im Porträt.
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KimBo: Dank der Maturaarbeit zum Rap gefunden

Vor zwei Jahren droppte sie ihre erste EP, noch dieses Jahr soll ihr erstes Album erscheinen. Dabei hat KimBo ihr Talent für Rap nur dank ihrer Maturaarbeit entdeckt.
Autor: Mira Weingart
3 min readveröffentlicht am
«Eigentlich war ich einfach zu faul viele Texte zu lesen, darum entschied ich mich für eine praktische Maturaarbeit», lacht KimBo. Die Arbeit wurde dann schlussendlich ein Musikvideo, bei dem sie nicht nur selbst Regie führte und den Videoschnitt übernahm, sondern auch ihren ersten Raptext dazu verfasste. Erst dann erkannte die Deutschschweizerin, die im Tessin aufgewachsen ist, ihr Talent für den Sprechgesang.
Die Faszination dafür entstand über das Bild. Als kleines Mädchen sparte sie so lange ihr Sackgeld zusammen, bis sie sich eine Videokamera kaufen konnte: «Damit haben wir dann Musikvideos gedreht. Wir haben Songs im Hintergrund laufen lassen und dazu performt». Dass ihr die Bildsprache wichtig ist und ihr das Performen liegt, merkt man KimBos Musik auch heute noch an. Oftmals haben ihre Tracks einen Hauch von Reggaeton, in ihren Musikvideos wird viel getanzt.

Politische Message als Teil der Identität

Wer nun denkt, KimBo habe sich in ihrer Entwicklung nur auf den Vibe und die Tanzbarkeit ihrer Songs konzentriert, liegt aber gänzlich falsch. Das Zusammenspiel sei wichtig, mal soll ein Song vor allem zum Party machen taugen, mal soll er deep sein. Auf ihren Tracks findet man Message und starke Meinungen, oftmals mit feministischem Hintergrund.
Rapperin KimBo am Mikrophon beim Virus Bounce Cypher 2019.

KimBo in Action: Die Rapperin beim legendären Virus Bounce Cypher.

© Youtube / SRF Virus

Berührungsängste hat die Rapperin nicht, ihre Texte sind direkt. So singt sie in einem aktuellen Tune: «Pussy Pussy Pussy, hät dich usebracht. Pussy Pussy Pussy, pusht im Takt». KimBo stammt aus einer Familie, in der ein politisches Bewusstsein herrscht. Dementsprechend sei es auch immer ein Thema gewesen, dass soziale Ungleichheit existiert oder dass die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern noch nicht erreicht ist: «Dieses Bewusstsein wiederspiegelt sich darum auch in meinen Songs. Diese Themen sind Teil meiner Identität».

Sexy geht besser auf Italienisch

KimBo lebt heute in Basel, ist aber im Tessin aufgewachsen, sie rappt darum zweisprachig, auf Deutsch und auch Italienisch. Auf Deutsch falle ihr das Rappen aufgrund der harten Wortmelodie aber meistens schwieriger, Italienisch sei als Sprache viel ästhetischer. Kein Wunder, dass ihre neuste Single «Valle» darum in italienischer Sprache erscheint: «Es ist ein sexy Reggaeton-Song, da passte für mich italienisch einfach besser», erklärt KimBo. Der Song sei eine Ode an die Schönheit und Sinnlichkeit der Frau. Und auch hier schliesst sich der Kreis wieder mit den Ansprüchen, die KimBo an ihre eigene Kunst hat. Auch die Bilder zur neuen Single sind ästhetisch, im Video tanzt die Rapperin inmitten einer Gruppe verschiedener Frauen, in einem kleinen Naturparadies.
Ob Tracks mit viel Message dahinter, tanzbare Reggaeton-Beats, ästhetische Musikvideos oder alles zusammen vermischt – von KimBo kann man noch einiges erwarten. In diesem Jahr noch soll ihr erstes Album erscheinen.