Jack Miller und seine KTM RC250GP sind derzeit die Kombination, die es in der Moto3 zu schlagen gilt.
Der junge Australier ist in der 2014er WM eingeschlagen wie eine Bombe. Drei der sechs Rennen hat er bisher schon gewonnen, die Gesamtwertung führt er vor dem Catalunya GP um fünf Punkte an.
Vor dem siebten Saisonlauf hat sich RedBull.com die Maschine des Red Bull KTM Ajo Motorsport Piloten genau angeschaut. Wie funktioniert ein Top-Motorrad der Moto3? Diese Frage werden wir hier beantworten.
Der Motor
Ein flüssigkeitsgekühlter 250ccm Einzylinder Viertakter mit zwei oben liegenden Nockenwellen sitzt im Herzen der KTM von Miller. Auch wenn die Moto3 die kleinste Klasse der Weltmeisterschaft ist, ist sie keines Falles langsam: Die KTM schafft es von 0 auf 100 km/h in weniger als drei Sekunden, der Top-Speed liegt bei bis zu 235 km/h.
Der Motor hat bei 13.000 Umdrehungen pro Minute eine Leistung von 50 PS und ein Drehmoment von 28 Newtonmeter – und das bei einer relativ leichten Kombination aus Motorrad (82 Kilogramm) und Fahrer (60).
Chassis und Verkleidung
Leichter Stahl bildet die Basis des Rahmens, der das Chassis bildet. Er soll das Motorrad zur gleichen Zeit steif, aber auch agil machen. Die Verkleidungen sind aus Carbon und schützen alles, was unter ihnen liegt, machen das Motorrad aber auch so aerodynamisch, wie nur irgend möglich.
Die Elektronik
Eine hochentwickelte Traktionskontrolle hilft dabei, das Durchdrehen des Hinterrades im Zaum zu halten. Sie wird im Dashboard des Bikes angezeigt. Die Launch-Control (Starthilfe) sorgt dafür, dass beim Beschleunigen aus einem stehenden Start das Vorderrad am Boden bleibt und die ganze Leistung auf den Asphalt kommt. Die voreingestellten Motormappings der DellOrto-Elektronik kann Miller beim Fahren anwählen und verändern.
Felgen und Reifen
Die OZ Racing Felgen werden aus Magnesium gegossen und werden mit Dunlop-Reifen besohlt. Das Foto oben zeigt einen Satz Regenreifen. Diese haben tiefes Profil, um das Wasser von der Strecke abzuleiten, wenn es nass ist. Im Trockenen kommen Slicks ohne Profil zum Einsatz.
Fahrwerk, Bremsen und Auspuff
Die WP-Fahrwerke sorgen dafür, dass der Fahrer so flüssig wie nur irgend möglich fahren kann. Sie absorbieren die Bodenwellen, die die Piste dem Bike entgegen wirft. Die Vordergabel kann bis zu 45 Millimeter verdauen, hinten ist das Federbein einstellbar und kann je nach den Bedürfnissen der Strecke angepasst und ausgetauscht werden.
Da Miller immer wieder Geschwindigkeiten von über 200 km/h erreicht, ist ein guter Satz Bremsen mehr als angebracht. Viele Teams setzen dabei auf Brembo, darunter auch die meisten MotoGP-Teams. An der KTM kommen Doppelkolben-Zangen zum Einsatz, die in eine Bremsscheibe von 190 Millimetern Durchmesser packen.
Die meiste Bremsleistung wird vorn verrichtet, daher sind die Bremsscheiben dort auch größer und stärker, als hinten. Außerdem kommen vorn zwei Schreiben zum Einsatz - links und rechts - und hinten nur eine.
Die Akrapovic Auspuffanlage ist das Beste vom Besten und besteht aus Titan.
KTM RC250GP: Die Fakten
Motor: Viertakt, DOHC, 249,5ccmm, Einzylinder
Leistung: 50 PS bei 13,000 U/min
Drehmoment: 28 Nm bei 11,000 U/min
Getriebe: Sechs-Gang Kassetten-Getriebe
Elektronik: Einstellbare Traktionskontrolle, Launch-Control, Sprit-Mapping, Zündungs-Mapping, Boxengassen-Speedlimiter, Interface für Datarecording
Chassis: Stahl-Rohrrahmen mit Carbon-Subrahmen, Einstellbarer Schwingen-Drehpunkt
Fahrwerk: WP Gabel und Federbein, Einstellbar in Vorspannung, Druck- und Zugstufe, verschiedene Einstellungen für High- und Low-Speed Dämpfung
Bremsen: Vorn 2x 290 mm Bremsscheibe, Hinten 190 mm, jeweils mit radialen Bremszangen
Felgen und Reifen: 17-Zoll Aluminium-Schmiederäder, Dunlop-Slicks 95/75-R17 (vorn), 115/75-R17 (hinten)
Tankinhalt: 10,5 Liter
Trockengewicht: 82kg
Preis: €45,000
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