Ski
Mission Tiefschneefahren: Erlebe den Nervenkitzel von frischem Powder
Wir haben die besten Tipps und Tricks für dein nächstes Abenteuer im Tiefschnee! So gelingt der perfekte Schwung durch den frischen, unberührten Powder.
Frischer, tiefer Pulverschnee bietet vielleicht eine zusätzliche Herausforderung, die du auf den präparierten Pisten nicht spüren würdest. Aber wenn du erst einmal den Dreh raus hast, wie du dich in dem luftigen Terrain zurechtfindest, wird es dir schwer fallen, auf die harten Pisten in den Skigebieten zurückzukehren. Lies weiter für einen ausführlichen Guide zum Tiefschneefahren -- von Tipps zur Wahl der besten Powder-Ski bis hin zu den ersten Freestyle-Tricks im Tiefschnee.
01
Unverzichtbare Ausrüstung für das Tiefschneefahren
Ski für den Tiefschnee
Der Reiz des Tiefschneefahrens liegt in dem Gefühl der Schwerelosigkeit, das du beim Fahren hast. Breitere Ski geben dir den nötigen Auftrieb und Halt, um das Gleichgewicht zu halten. Die genaue Breite ist ein heiß diskutiertes Thema, aber die gängigste Empfehlung ist, Powder-Ski mit einer Breite von etwa 115 mm zu wählen.
Außerdem solltest du dich für Powder-Ski mit einem Rocker- oder Camber-Profil entscheiden. Bei diesen Varianten sind die Skispitzen nach oben gebogen -- optimal für maximalen Auftrieb!
Michelle Parker segelt über einen Pillow im Backcountry von Kanada
© Alain Sleigher / Red Bull Content Pool
Schuhe und Bindungen für den Tiefschnee
Wenn du regelmäßig auf präparierten Pisten unterwegs bist und dich zum ersten Mal im Tiefschnee versuchst, musst du deine Skischuhe noch nicht gleich austauschen. Im Tiefschnee brauchst du zwar etwas mehr Flexibilität als auf der Piste, aber wenn du dich in deinen jetzigen Schuhen wohlfühlst, hast du vielleicht erstmal mehr Kontrolle als mit neuen Schuhen. Wie bei allen anderen Skischuhen geht es auch hier darum, eine nicht zu weiche oder zu steife Passform zu finden. Wenn du gerade erst dein erstes Paar Skischuhe gekauft hast, solltest du sie zuerst auf der Piste ausprobieren, bevor du dich ins unpräparierte Pulver-Paradies begibst.
Bei den Bindungen gibt es kein universelles richtiges oder falsches Setup. Wenn du deine Bindung zum ersten Mal ausprobierst, ist +15 Grad am Vorderfuß und 0 Grad am Hinterfuß ein guter Anfang.
Lawinenschutzausrüstung
Es ist immer am besten, gut vorbereitet zu sein, wenn du dich im freien Gelände aufhältst, vor allem an steileren Hängen. Die drei Ausrüstungsgegenstände, die du unbedingt brauchst, sind ein LVS-Gerät, eine Schaufel und eine Sonde. Ein LVS-Gerät sendet ein Signal aus, während mit der Lawinensonde die genaue Position im Schnee bestimmt werden kann. Die Mitnahme eines Funkgeräts oder eines Satelliten-Kommunikationsgeräts ist ebenfalls eine gute Idee, wenn du kein Mobilfunknetz haben solltest.
02
Techniken für das Fahren im Pulverschnee
Haltung und Positionierung
Skifahren im Pulverschnee fühlt sich an, als würde man durch die Luft gleiten. So himmlisch das auch klingt, es ist ein Gefühl, an das du dich vielleicht noch nicht gewöhnt hast. Der Schlüssel zum Erfolg im Tiefschnee ist eine präzise Balance, und das beginnt mit der Position. Achte auf eine engere Skiführung, damit deine Füße beim Schwung näher beieinander sind und du weniger Gefahr läufst, zu verkanten.
Aber das ist natürlich Geschmacksache! Vielleicht stellst du fest, dass du einen etwas breiteren Stand bevorzugst. Wenn du aber bereit bist, mit kleinen, schrittweisen Anpassungen zu experimentieren, wirst du die perfekte Haltung finden. In jedem Fall solltest du daran denken, die Knie gebeugt zu halten, um überraschende Impacts jederzeit abfedern zu können.
Gewichtsverteilung und Balance
Manche Skifahrer:innen fühlen sich im Pulverschnee wohler, wenn ihr Gewicht leicht nach hinten verlagert ist. Du kannst dich zwar mehr nach hinten lehnen als auf einer präparierten Piste, aber du musst nicht so weit hinten stehen, dass deine Skispitzen steil nach oben zeigen. Versuche stattdessen, deinen Schwerpunkt mit dem Fußgewölbe in Einklang zu bringen. Konzentriere dich darauf, deine Knöchel zu beugen und deine Schienbeine mit der Vorderseite deiner Schuhe zu berühren.
Kurven im Tiefschnee
Wenn du im Tiefschnee eine Kurve fährst, solltest du hauptsächlich mit den Beinen nicht mit deinen Skikanten drehen. Während deine Beine dich in die gewünschte Richtung lenken, vergiss nicht, deine Schultern und Hüften gleichzeitig zu mitzubewegen. Je mehr Geschwindigkeit du hast und je flüssiger deine Bewegungen sind, desto leichter ist es, aufrecht zu bleiben. Wenn du in die Falllinie gleitest, strebe eine sanfte Bogenform anstelle eines scharfen Zickzacks an.
03
Herausforderungen beim Tiefschneefahren meistern
Unterschiedliches Terrain meistern
Ein Teil des Nervenkitzels beim Tiefschneefahren besteht darin, dass du viele verschiedene Geländevarianten ausprobieren kannst und auch musst. Powder Bowls können je nach Größe einen heftigen Adrenalinschub auslösen. Egal, ob du eine sanfte oder eine steile Bowl in Angriff nimmst, behalte deinen Blick nach oben gerichtet und sei besonders wachsam gegenüber deiner Umgebung. Je aufmerksamer du deine Umgebung wahrnimmst, desto eher kannst du Hindernisse erkennen und hast noch Zeit, deinen nächsten Schritt zu planen. Je steiler die Bowl ist, desto wichtiger ist es, die Knie gebeugt zu halten und die Hände in der Mitte zu halten, um maximale Stabilität zu gewährleisten.
Beim Tree-Skiing im Tiefschnee musst du bereit sein, über eine längere Zeit, schnelle, kurze Schwünge zwischen die Bäume zu zeichnen. Dabei musst du blitzschnell reagieren können und deine Schwünge im Voraus planen. So verlockend es auch ist, sich die ganze Berglandschaft anzusehen, so wichtig ist es, dass du den Blick auf den Pulverschnee vor dir richtest und nicht auf die märchenhafte Landschaft um dich herum.
Sich auf wechselnde Schneeverhältnisse einstellen
Pulverschnee ist nicht gleich Pulverschnee! Trockener Pulver ist frischer Schnee mit einem höheren Luft- und niedrigeren Wassergehalt. Das ist der Pulverschnee, der dich fühlen lässt, als würdest du schwerelos durch die Luft schweben. Nasser Pulverschnee hingegen hat einen hohen Wassergehalt und ist dadurch matschiger und schwieriger zu fahren.
Es ist wichtig zu wissen, wie du deine Technik an die verschiedenen Schneearten anpassen kannst. Wenn du dir nicht sicher bist, wie die Schneeverhältnisse sind, kannst du den Schnee mit ein paar schnellen Schwüngen testen, bevor du Vollgas gibst. Wenn du dich auf schwerem, nassem Schnee befindest, ist der Trick, näher an den Kanten zu fahren, um besser zu gleiten.
Häufige Fehler, die du vermeiden solltest
Es braucht viel Übung, um besser zu werden, und das gilt auch für Powder-Skifahren. Aber du kannst dir das Leben als Anfänger:in leichter machen, wenn du vorher schon weißt, auf welche Fehler du achten musst. Hier sind einige häufige Fehler, die beim Powdern häufig gemacht werden - und was du tun kannst, um sie zu vermeiden:
- Zu weit nach hinten lehnen. Es ist nicht überraschend, dass dies einer der häufigsten Fehler im Tiefschnee ist, wenn man bedenkt, wie oft Neulingen gesagt wird, sie sollen ihr Gewicht nach hinten verlagern. Wenn du bereits über eine solide Erfahrung auf präparierten Pisten verfügst, solltest du nicht versuchen, das Rad neu zu erfinden. Auch hier geht es nur darum, kleine Anpassungen vorzunehmen. Mache kleine Schritte außerhalb deiner Komfortzone, keine großen Sprünge.
- Du fährst zu langsam. Geschwindigkeit ist ein wichtiger Teil der Gleichung, die dich auf dem luftigen Schnee oben hält. Je langsamer du fährst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du einsinkst.
- Du fährst in deinen Kurven zu weit. Je weiter du deine Kurve abrundest, desto mehr Schwung verlierst du, und das ist das Gegenteil von dem, was du im Pulverschnee willst. Strebe eine offene Kurve an, die nicht zu weit über den Hang hinausgeht.
- Zu viel Druck auf den Pulverschnee ausüben. Wenn du dich im Pulverschnee so abstößt, wie du es auf präpariertem Schnee tun würdest, wirst du nicht die gleichen Ergebnisse erzielen. Beim Tiefschneefahren kommt es darauf an, alles leicht und flüssig zu halten.
04
Profitipps für fortgeschrittenes Tiefschneefahren
Arianna Tricomi genießt den frischen Powder in Tirol, Österreich
© Tobias Zlu Haller/Red Bull Content Pool
Tipps für Freestyle-Moves im Tiefschnee
Du hast also schon ein paar Schwünge auf deinen Lieblingsabfahrten abseits der Piste gemacht und bist bereit, dich weiterzuentwickeln. Diese Freestyle-Tipps für Anfänger sind ein guter Startpunkt.
- Slash. Das ist einer der coolsten Tricks, bei dem du in einer Kurve übertrieben viel Schnee aufwirbelst. Um dies im Tiefschnee zu erreichen, schiebst du deine Ski gerade so weit an, dass sich die Schneedecke verschiebt. Dann drehst du dich um 90 Grad über die Falllinie und hältst die Kurve für den Bruchteil einer Sekunde, so dass eine mächtige Schneewolke entsteht.
- Manual. Bei diesem Basic-Move lehnst du dich bewusst weit nach hinten, denn der Sinn eines Manuals ist es, deine Skispitzen hoch vom Boden abzuheben, während du auf deinen Tails über den Powder segelst. Halte deine Füße so nah wie möglich beieinander und ziehe deine Bindungen für zusätzliche Stabilität fest an.
- Dolphin Jumps. Wenn du bereit bist, deine Powder-Skills um einen Move zu erweitern, sind Dolphin Jumps eine gute Möglichkeit, um eine Grundlage zu schaffen und deine Geschmeidigkeit im Tiefschnee zu verbessern. Bei diesem Move machst du kleine wippende Hüpfer, während du fährst.
Große Drops im Pulverschnee
Für diejenigen, die den ultimativen Nervenkitzel im Pulverschnee suchen, ist die richtige Landung bei einem großen Drop ein Adrenalinstoß wie kein anderer. Bevor du den Sprung wagst, solltest du viel üben, bis du dich absolut sicher fühlst. Die Hilfe eines Coachs ist dabei eine gute Möglichkeit, die richtige Sprungtechnik zu erlernen.
Wenn du dich bereit fühlst, den nächsten großen Schritt zu wagen, findest du hier einige Tipps, wie du die extremsten Powder Drops stompst:
- Wähle die richtige Geschwindigkeit. Schnell ist normalerweise die Faustregel im Powder, und das gilt auch für weniger vertikale, kontinuierliche Drops. Wenn jedoch ein stärkerer vertikaler Drop bevorsteht, solltest du etwas langsamer fahren.
- Springe beim Fallen. Ein kräftiger Absprung ist einer der spaßigsten Aspekte großen Drops. Das beste Ergebnis erzielst du, wenn du deinen Schwerpunkt in der Mitte deiner Ski hältst.
- Halte deinen Blick auf die Landung gerichtet. Konzentriere dich beim Drop auf deinen Landepunkt und strecke deine Arme und Beine weit genug aus, um den Aufprall abzufangen. Wenn du spürst, dass deine Ski auf dem Pulverschnee landen, verlagere dein Gewicht nach unten, um zu verhindern, dass du nach vorne rollst. Wenn der Schnee besonders tief ist, musst du deinen Körper weiter nach hinten verlagern.
Genieße den Pow
Das Skifahren im Pulverschnee bringt zwar neue Herausforderungen mit sich, aber auch eine Menge Nervenkitzel, den du auf präparierten Pisten nicht finden kannst. Das Wichtigste ist, dass du dich auf kleine Anpassungen deiner Technik konzentrierst und nicht gleich bei deinem ersten Versuch aufgibst. Halte dein Tempo hoch, deine Bewegungen flüssig und deine Haltung ausbalanciert - und du wirst im Handumdrehen wie ein Freestyle-Profi durch den frischen Powder schweben. Let's go! ⛷️❄️