Der Red Bull Ring ist 2014 zurück
© Philip Platzer/Red Bull Content Pool
F1

Zeitraffer: Die F1-Rückkehr des Red Bull Rings

Ein Jahr im Leben des Red Bull Rings auf dem Weg zur Rückkehr des GP von Österreich in die Formel 1.
Autor: Matt Youson
7 min readPublished on

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Video: Red Bull Ring

Watch one year's building work in just 65 seconds in this timelapse video of the Red Bull Ring.

Die Formel 1 kommt nach über einem Jahrzehnt Abwesenheit wieder in die Steiermark. Auf dem neu gestalteten Red Bull Ring wird der Österreich Grand Prix ausgefahren.

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Der erste Österreich Grand Prix der F1-Weltmeistschaft fand 1964 auf den Flugplatz von Zeltweg statt. 1970 wurde das Rennen ins nahe gelegenen Spielberg und auf den Österreichring verlegt.
18 Jahre in Folge wurde auf dem hügeligen Highspeed-Kurs gefahren, ehe die Piste nach dem F1-Rennen von 1986 aus dem Kalender flog: Zu eng, zu gefährlich. 1997 kehrte die Formel 1 dort hin zurück, nachdem Hermann Tilke die Piste neu gestaltet und gekürzt hatte. Das Rennen fand bis 2003 sieben weitere Jahre an gleicher Stelle statt. Anschließend wurden die Boxenanlagen und Tribünen in Schutt und Asche gelegt.
Die Gerüchte, dass Österreich seinen WM-Lauf zurück bekommen würde, begannen in dem Moment, als Red Bull die Strecke gekauft hatte. Man begann mit einem Neuentwicklungsprogramm, in dem neue Anlagen um das herum gebaut werden sollten, was vorhanden war. Das Layout sollte gleich bleiben.
Jeder, der zum ersten Mal an den neuen Red Bull Ring kommt, findet vieles anders vor, als im alten Spielberg – aber die Rennsportfans dürfen darauf hoffen, dass der Österreich Grand Prix wieder so spannend wie in den alten Tagen wird. Wir haben uns mit einigen Österreichischen Rennsport-Berühmtheiten über ihre Erinnerungen an ihre Heimrennen unterhalten.
Alex Wurz beim Grand Prix von Kanada 2007

Ehemaliger F1-Fahrer, Alex Wurz

© DPPI

Name: Alex Wurz
Karriere: F1 Fahrer 1997-2007, Zweifacher Le Mans Sieger, Österreichischer Formel 3 Champion
Bestes Ergebnis Österreich Grand Prix: 1999 – 5. für Benetton
„Ob es nun Österreichring, Red Bull Ring oder sonst wie heißt: Wenn ich an die Strecke von Spielberg denke, fällt mir ein, wie ich zum ersten Mal überhaupt in einem Rennauto gesessen habe, dem Formel Ford I, den ich 1991 gefahren bin. Ich habe dort auch mein erstes Rennen gewonnen, in einem International Formula Ford Cup Lauf. Auf der umgebauten Strecke bin ich dann das erste Mal in einem F1-Auto von Sauber gefahren. Das waren überhaupt die ersten F1-Runden auf der Strecke.“
„Mein Vater [Franz Wurz, dreifacher Euopa-Meister im Rallycross] stand damals hinter dem Umbau der Strecke. Der alte Österreichring hatte zu viele Gegner und Lärmbeschränkungen im Wald-Abschnitt. Daher musste er kürzer werden. Mit den Grundstücks-Bestimmungen gab es damals keine wirklich andere Option als die Streckenführung, die wir jetzt haben.“
„Den ersten Grob-Plan des neuen Layouts habe damals ich gezeichnet! Mein Vater hat später Hermann Tilke beauftragt. Wir haben ihn in einer Kneipe in Deutschland getroffen – er hatte bis da hin noch nie Rennstrecken gebaut.“
„Die heutige Rennstrecke ist vielleicht nicht die spektakulärste Rennstrecke und sie hat auch nicht mehr den Charakter des alten Österreichrings, wo du echt Eier gebraucht hast und der richtig, richtig cool war. Aber die Realität war, dass er für den modernen Rennsport nicht mehr sicher genug war, dann die Lärmbestimmungen. Wir mussten erst mal aufhören mit den Rennen.“
Quotation
Es ist eine malerische Piste und alle werden eine tolle Zeit haben. Es ist ein Rennen für Rennsport-Fans.
„Was wir jetzt haben, wird Suzuka nicht den Rang ablaufen, aber wir haben immer viele Überholmanöver und einige sehr gute Rennen gesehen. Sicher ist es nicht das Rennen für die Leute, die in einem Fünf-Sterne-Hotel wohnen wollen, du wirst eher auf einem Bauernhof unterkommen, aber ich denke, dass das auch den Reiz mit ausmacht. Es ist eine malerische Piste und alle werden eine tolle Zeit haben. Es ist ein Rennen für Rennsport-Fans.“
„Als ich beim Österreich Grand Prix gefahren bin, bin ich überhaupt nicht gut klar gekommen. Im ersten Jahr war ich im Qualifying einfach schrecklich. Es war ein wenig feucht und in meinem Kopf drehte sich alles um das, was um mich herum passierte. Ich habe es einfach nicht gefühlt und konnte weder aus Auto noch aus mir das beste rausholen. Das nächste Mal lief es etwas besser und ich kam in die Punkte, aber ich erinnere mich kaum daran – das ist zu lange her und ich bin seit dem zu oft in der Mauer gelandet.“
Lauda gewann den GP von Österreich 1984

Lauda gewann den GP von Österreich 1984

© DPPI

Name: Niki Lauda
Position: Vorstandsvorsitzender, Mercedes AMG Petronas F1,
Karriere: Dreifacher F1 Weltmeister
Bestes Ergebnis Österreich Grand Prix: Sieger des Österreich Grand Prix 1984 (McLaren), Pole Position 1974, 1975, 1977 (Ferrari).
„Ich bin froh, dass wir zurück sind. Mir hat der Österreich Grand Prix im Kalender gefehlt, darum danke an Red Bull, dass er zurück ist. Das ist sehr gut für Österreich – aber auch sehr gut für den Sport.“
„Den Österreich Grand Prix – mein Heimrennen – zu gewinnen, war für mich wichtiger, als die anderen Rennen. Es war auch das Jahr, als ich um einen halben Punkt vor Alain Prost Weltmeister wurde. Daher denke ich wirklich, dass der Sieg in Österreich echt gezählt hat.“
Quotation
Den Österreich Grand Prix zu gewinnen, war für mich wichtiger, als die anderen Rennen
„Der Österreichring war eine große, große Herausforderung und, sicher, die neue Strecke ist nicht wie die alte – aber es gib immer Veränderungen, das ist ganz normaler Teil der Entwicklung. Die neue Strecke ist eine moderne Entwicklung und die ist sehr gut – auch die ganzen anderen berühmten Rennstrecken haben sich verändert. Das passiert nun einmal.“
Scuderia Toro Rosso Teamchef Franz Tost

Toro Rosso Teamchef, Franz Tost

© Peter Fox/Getty Images

Name: Franz Tost
Position: Toro Rosso Team-Chef,
Geschichte am Red Bull Ring: Ehemaliger Formula Ford/Formula 3 Fahrer, F1 Track Operations Manager bei BMW.
„Der Red Bull Ring in Spielberg ist meine motorsportliche Heimat, dort habe ich angefangen. Ich war in der Walter Lechner Racing School Instruktor und dann der Teammanager. Ich war vermutlich 200 Tage im Jahr auf der Strecke.“
„Dort in der Formel 3 zu fahren war unglaublich spannend. Die alte Strecke hatte einige sehr, sehr schnelle Kurven – Dr. Tiroch und so weiter. All meine Erinnerungen an den Rennsport dort sind sehr gut.
Quotation
Der Red Bull Ring in Spielberg ist meine motorsportliche Heimat-
„Meine ersten Erinnerungen an den Österreich Grand Prix auf dem Österreichring stammen vom ersten Rennen dort im Jahre 1970. Jacky Ickx gewann vor Clay Regazzoni. Mein Lokal-Held Jochen Rindt stand auf Pole, fiel aber früh mit einem Motorproblem aus.“
„Ich kam mit BMW zurück an diese Strecke. Ich denke, die Piste hat ihren Kern mit einigen schwierigen Kurven behalten. Die Doppel-Links brachte immer schon großes Untersteuern mit sich und das hat sich nicht geändert. Der große Vorteil der neuen Strecke für den Zuschauer ist, dass es Plätze gibt, wo du 90 Prozent der Strecke sehen kannst. Das ist fantastisch, um einen Grand Prix zu sehen.“
Red Bull Motorsport-Chef Dr Helmut Marko

Dr. Helmut Marko

© Paul Gilham/Getty Images

Name: Dr Helmut Marko
Position: Sonderberater bei Infiniti-Red Bull Racing,
Karriere: Sieger der 24 Stunden von Le Mans 24 Hours (1971), F1 Fahrer 1971-72.
Bestes Ergebnis Österreich Grand Prix: Nachdem Marko in einem von Jo Bonnier eingesetztem McLaren M7C auf dem Nürburgring die Qualifikation verpasste, gab er zwei Wochen später auf dem Österreichring sein F1-Debüt in einem BRM P153. Er qualifizierte sich als 18, fuhr in die Punkte vor, fiel aber mit einem technischen Problem wieder auf Platz 11 zurück.
„Der Österreichring war anspruchsvoll – eine wahre Fahrer-Strecke. Das ist schon lange her, daher erinnere ich mich nicht mehr zu sehr an das Rennen! Ich weiß, dass ich in den Punkten war, als ich hinten am Lager ein Problem bekam und langsamer machen musste. Mein Teamkollege Jo Siffert gewann das Rennen, darum war das Team happy. Für mich war das Resultat OK, denn ich verdiente mir für den Rest der Saison einen Fahrerplatz.“
Quotation
Der Österreichring war anspruchsvoll – eine wahre Fahrer-Strecke.
„Ich bin die aktuelle Strecke mit einem Straßen-Auto gefahren, aber ich freue mich ganz besonders, beim Österreich Grand Prix für eine Demo wieder im P153 zu sitzen. All die noch lebenden Österreicher, die Formel 1 gefahren sind, werden in ihren originalen Autos rausfahren, das wird ein echter Kracher.“
„Wir freuen uns alle auf das neue Rennen. Wir werden fantastische Fans haben und die Fans machen das Rennen aus. Wir werden an drei Tagen mehr als 250.000 Zuschauer bekommen. Das Rennen war in 36 Stunden ausverkauft – das zeigt, welches Interesse und welcher Enthusiasmus in Österreich hinter der F1 steht. Es ist einfach wunderbar, nach zehn Jahren wieder einen Grand Prix zu haben.“
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Österreich Grand Prix

Der Grand Prix von Österreich kehrt erstmals seit 2003 wieder in den Kalender der Formel 1 zurück.

AustriaRed Bull Ring, Spielberg bei Knittelfeld, Austria
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