Sauber Petronas C16
© Herbert Ruhdorfer / Red Bull Content Pool
Formula Racing

Sauber C16 – Der erste Bolide mit Ferrari-Herz

Der Sauber Petronas Red Bull C16 ist 200 Kilogramm leichter als die Formel-1-Autos von heute. Johnny Herbert ist der grosse Name, der ihn 1997 fährt.
Autor: Tom Gilgamann
3 min readveröffentlicht am
Johnny Herbert ist noch immer dabei, wenn die Formel 1 in der ganzen Welt unterwegs ist. Er analysiert die Rennen für den TV-Sender Sky, mit seiner ganzen Erfahrung aus 165 Rennen in der Formel 1. Der Brite, der 1988 in einem Rennen der Formel 3000 beinahe ums Leben gekommen wäre, ist eng verbunden mit dem Schweizer Rennstall Sauber und dem Sauber Petronas Red Bull C16. Um diesen Formel-1-Boliden geht es in dieser Geschichte.
Johnny Herbert neben Christian Horner
Johnny Herbert neben Christian Horner
In Ungarn holte Herbert im C16 den einzigen Podestplatz für das Team in der Saison 1997; hinter dem späteren Weltmeister Jacques Villeneuve und Damon Hill. Es war Herberts zweiletztes Podium, bevor er zwei Jahre später in einem Stewart Ford auf dem Nürburgring gewinnen sollte.
Seit 1993 fährt Sauber in der Formel 1. Der C16 war der fünfte Rennwagen in der Geschichte des Schweizer Teams. Und er ist einer der Original-Boliden, den du im Rahmen der Red Bull World of Racing im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern besichtigen kannst.

600 Kilogramm und ein Motor mit zehn Zylindern

Herbert war 1995 im Benetton WM-Vierter geworden, hinter seinem damaligen Teamkollegen Michael Schumacher, der Weltmeister wurde, und seinen Landsmännern Damon Hill und David Coulthard. Danach hatte Herbert bei Sauber unterschrieben und war mit seiner Erfahrung aus dem Weltmeister-Team massgeblich an der Entwicklung des C16 beteiligt.
Die Aerodynamik designte Sauber im Windkanal von Swiss Aerospace (den hauseigenen Windkanal nahm das Team erst 2004 in Betrieb). Das Herzstück war der Saugmotor mit drei Litern Hubraum, angetrieben von zehn Zylindern. Nachdem in den Jahren zuvor Mercedes und Ford die Motoren geliefert hatten, war im C16 erstmals ein Ferrari-Aggregat verbaut.
Der Wechsel zu Ferrari war nur möglich, weil die Führung um Peter Sauber den Sponsor Petronas davon überzeugte hatte, für die Leasing-Gebühr des Motors aufzukommen. Deswegen lautete die offizielle Bezeichnung des Motors «Petronas SPE-01». Die Partnerschaft mit Petronas und damit die Zeit, in der Sauber mit einem Ferrari-Motor unterwegs war, dauerte bis 2005.
Heute, in der Saison 2022, beträgt das Mindestgewicht eines Formel-1-Wagens 795 Kilogramm. Der C16 von 1997 war mit seinen 600 Kilogramm im Vergleich dazu ein Leichtgewicht. Wegen Verzögerungen konnte das Team die Teile des Autos mit der gelben Nasenspitze erst verhältnismässig zusammensetzen. Praktisch ohne Testkilometer ging Sauber in die Saison und fuhr mit dem C16 sechs Mal in die Punkte.
Am Ende belegte Sauber mit 16 Punkten den siebten Platz in der Konstrukteure-Wertung. Fünf Punkte trennten das Team vom französischen Rennstall Prost-Mugen auf Platz sechs.

Vier verschiedene Fahrer sitzen im C16

Der C16 erlebte eine der ungleichsten Fahrerzusammensetzung in Saubers Geschichte: Herbert wurde Zehnter in der Fahrer-Wertung und holte 15 der 16 WM-Punkte für Sauber. Der Italiener Nicola Larini gewann gerade mal einen einzigen. Nach fünf Rennen wurde Larini durch seinen Landsmann Gianni Morbidelli ersetzt. Dieser teilte sich die letzten zwölf Rennen im C16 mit dem Argentinier Norberto Fontana.
Drei Saisons blieb Johnny Herbert dem Schweizer Rennstall erhalten. Er fuhr mit dem C15, dem C16 und dem C17 20 WM-Punkte ein. Wenn uns Herbert am Sky-Mikrofon seine Analysen und Interviews in die Stube liefert, dann spricht aus ihm also auch ein Stück Sauber Petronas. Und die Geschichte des C16, des ersten Formel-1-Autos von Sauber mit einem Ferrari-Motor.
at Hangar-7 in Salzburg
Sauber Petronas C17
Du willst den Boliden von Sauber Petronas Red Bull einmal live sehen? Dann ab in die Red Bull World of Racing im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern.