2013 war das Jahr des Sebastian Vettel: Zum vierten Mal in Folge krönte er sich zum Fahrer-Weltmeister. Bei seinem Gesamtsieg beim Grand Prix von Indien fuhr er fast eine halbe Minute vor Nico Rosberg im Mercedes und Romain Grosjean in Lotus über die Ziellinie.
Vettel ist der nur vierte Fahrer in der Geschichte der F1, der vier Titel gewinnen konnte. Er selbst ist sich bewusst, dass er etwas ganz Großes erreicht hat.
„Als ich die Ziellinie überquert hatte, war ich leer. Ich habe ewig gebraucht, um mir zu überlegen, was ich heute sage“, meint er. Er ist sichtlich bemüht, seine Gefühle in Worte zu fassen. „Es ist einer der Momente, wo du so viele Dinge sagen willst, aber es einfach nicht kannst.“
„Das Auto war heute phänomenal. Wie eigentlich schon die ganze Saison über, um ehrlich zu sein. Ich hätte mir kein Besseres wünschen können“, fügte er hinzu. „Ich möchte mich bei meinem Team bedanken. Es war ganz sicher keine einfache Saison, auch wenn es von außen vielleicht so aussah.“
Vettels Rennen wurde in einem Zweikampf mit seinem Teamkollegen Mark Webber entschieden. Beide Red Bull-Fahrer verfolgten dabei verschiedene Strategien. Als die Startampel ausging, startete Vettel mit weichen Reifen von der Poleposition und hielt seine Führung, bis er nach zwei Runden in die Boxengasse fuhr, um auf die etwas härteren Medium-Reifen zu wechseln.
Die anderen Fahrer, die auf weichen Reifen gestartet waren, folgten seinem Beispiel und Webber, der mit Medium-Reifen von Position vier gestartet war, konnte nun die Führung an sich reißen. Aber Vettel war im Vorteil. Er stieß auf Position 17 wieder zum Feld, schlängelte sich an allen vorbei und konnte seinen Abstand zu Webber wieder verringern.
Nach ihren letzten Boxenstopps lag Webber mit den gleichen Reifen 12,5 Sekunden hinter dem Deutschen auf Platz 4. Das besiegelte schließlich den Sieg Vettels. Webber hatte seine Augen zwar noch immer auf den zweiten Platz gerichtet, doch ein Problem mit seiner Lichtmaschine beendete seinen Nachmittag früher als erwartet.
Rosberg, der neben Vettel gestartet war, zeigte eine gute Leistung und wurde Zweiter. „Das Team hat eine fantastische Strategie gewählt, und ja, mit dem zweiten Platz bin ich zufrieden.”
„Es war uns wichtig, ein normales Wochenende zu erleben, viele Punkte zu holen und Ferrari in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft nichts zu schenken.“
Auch Grosjean hatte einen super Nachmittag. Nach einem Fehler im Qualifying startete er von der 17. Position aus und durch eine wunderbar ausgeführte Ein-Stopp-Strategie konnte er sich bis zum dritten Platz vorschieben, um in den letzten Runden an seinem Team-Kollegen Kimi Räikkönen vorbeizuziehen.
„Ich hätte heute keinen Penny darauf verwettet, dass ich auf dem Podium lande“, gestand Grosjean nach dem Rennen.„Aber das Tempo war da. Wir fuhren eine sehr mutige Strategie – und es hat sich gelohnt. Wir stehen wieder auf dem Podium, und das ist ziemlich erstaunlich, angesichts unserer Startposition.“
Räikkönen wurde außerdem von Ferraris Felipe Massa und schließlich noch von Lewis Hamilton überholt. Sergio Perez, der McLaren-Fahrer, schaffte einen nützlichen fünften Platz vor dem zweiten Mercedes im Rennen.
Räikkönen musste sich mit dem siebten Platz zufrieden geben. Hinter ihm landete Paul Di Resta auf dem achten Platz, vor seinem Team-Kollegen Adrian Sutil, und der letzte zu vergebende Punkt ging an Daniel Ricciardo von Toro Rosso.
Vettels Sieg bedeutete auch, dass Red Bull Racing sich drei Rennen vor Saisonende über einen vierten F1-Konstrukteurs-Weltmeistertitel freuen konnte.