Gesucht: der perfekte Snowboardboot
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Snowboarding

How to: Wie findest du die perfekten Snowboardschuhe?

Ein bequemer Snowboardboot ist enorm wichtig. Hier erfährst du, worauf du beim Kauf achten solltest.
Autor: Andi Spies
3 min readPublished on
Mit einem unbequemen oder gar zu kleinen oder zu großen Snowboardboot kann der Tag auf dem Berg zur Hölle werden. So wie dein Board zu deinem Fahrstil passen muss, wirst du nur in einem bequemen Boot Spaß am Snowboarden haben.
Bevor du im Laden stehst und nach einem geeigneten Boots suchst, solltest du über vier wesentliche Boot-Merkmale Bescheid wissen:

Flex

Der Flex beschreibt den Härtegrad des Boots. Freerider und All-Mountain Rider bevorzugen eher härtere Boots. In diesen wird die Kraft direkter auf das Board übertragen. Freestyler und Jibber greifen zu weicheren Boots da diese für Tricks mehr Bewegungsfreiheit bieten.

Dämpfung

Die Dämpfung ist für den Fahrkomfort entscheidend. Hierzu verwenden die Hersteller unterschiedliche Materialien in der Sohle des Boots. Zum Einsatz kommen:

EVA

Leichtes, günstiges Material mit guten Dämpfungseigenschaften, dass bei extremer Kälte aber hart wird und die Dämpfung dann abnimmt. Außerdem verformt sich EVA mit der Zeit und die Dämpfung lässt nach.

PU

Etwas schwereres und teureres Material dass auch bei extremen Temperaturen weich bleibt.

Gel

Gelkissen bieten in allen Temperaturbereichen eine sehr gute Dämpfung. Die Verarbeitung ist Aufwendig und Boots mit Gel-Pads deshalb teurer.

Luftkissen

Die in der Sohle eingeschlossenen Luft dämpft bei allen Temperaturen. Wird die Luftkammer nicht beschädigt hält die Air-Dämpfung ewig.
Tipp: Wer viel im Park oder in der Pipe fährt achtet beim Bootkauf auf eine gute Dämpfung die Schläge und Stöße bei Landungen effektiv absorbiert.
Gesucht: der perfekte Snowboardboot

Gesucht: der perfekte Snowboardboot

© Aaron Blatt / Red Bull Content Pool

Schnürsystem

Je nachdem wie der Boot geschnürt wird lässt er sich in unterschiedlichen Zonen an deinen Fuß anpassen. Die unterschiedlichen Systeme sind:

Klassische Senkelschnürung

Wie bei deinen Sneakers wird hier der Boot mit Schnürsenkel geschlossen.
Vorteil: leicht zu bedienen, gerissene Schnürbänder lassen sich leicht ersetzten
Nachteil: An- und Ausziehen dauert länger und je nach Boot erfordert das Festzurren der Bänder viel Kraft.

Boa-System

Beim Boa-System wird mit einem Drehknopf an der Zunge des Boots ein Drahtseil bedient welches eine gleichmäßige Spannung über den gesamten Boot aufgebaut.
Vorteil: leicht zu bedienen, leicht an- und auszuziehen.
Nachteil: Oberer und unterer Teil des Boots lassen sich nicht unterschiedlich fest schnüren. Der Austausch des Drahtseils bei Verschleiß ist kompliziert.

Double Boa-System

Zwei Drehknöpfe (an der Zunge und an der Seite) welche die Schnürung im oberen und unteren Bereich des Boots regulieren.
Vorteil: leichter Ein- und Ausstieg, exaktes Anpassen des Boots an die persönlichen Bedürfnisse.
Nachteil: knifflige Bedienung, komplizierte Reparatur bei Verschleiß.

Schnellschnürung / Zonenschnürung

Bei diesem System wird der Boot in der oberen und unteren Zone mit je einem Seilzug geschnürt.
Vorteil: einfach und schnell an- und auszuziehen, unterschiedliche Einstellmöglichkeiten für oberen und unteren Teil des Boots.
Nachteil: Der Austausch von verschlissenen Seilzügen ist kompliziert.

Innenschuhe / Liner

Der Innenschuh des Snowboardboots spielt für die Bequemlichkeit und Passform eine wichtige Rolle. Es gibt Innenschuhe mit und ohne Schnürung sowie unterschiedlichste Ausführungen mit besonderen Verstärkungen am Sprunggelenk. Ganz wichtig ist ein fester Fersenhalt der besonders in schnürbaren Innenschuhen gewährleistet ist. Hochwertige Innenschuhe lassen sich durch Hitze verformen und so exakt an deine Fußform anpassen. Das garantiert dir höchsten Komfort und macht den Boot so bequem wie ein paar Hausschuhe.

Worauf du beim Kauf achten solltest:

  • Größen-Check: Deine Zehen dürfen im Boot auf keinen Fall zu wenig Platz haben. Ziehe den Boot fest und simuliere die Bewegungen von Front- und Backside-Turns. Beim Frontside-Turn (in die Knie gehen, nach vorne lehnen) darf sich deine Ferse nicht von der Sohle abheben. Beim Backside.Turn (auf die Fersen stellen, nach hinten lehnen) dürfen deine Zehen nicht vorne anstoßen.
  • Nimm deine Snowboard-Socken mit zum Anprobieren.
  • Lass dir Zeit! Der Boot ist das wichtigste Teil deines Snowboard-Equipments und entsprechend ausgiebig solltest du unterschiedliche Modelle anprobieren und vergleichen. Gehe mit dem ausgewählten Boot ein paar Minuten durch den Shop.