Klingt das nicht wie ein Traum: Snowboarden als Lebensunterhalt? Aber nur ein paar Wenige schaffen den Sprung zum Berufs-Rider. Was unterscheidet sie vom Rest?
Nicht nur du träumst vom Snowboarden als Lebensunterhalt – viele Marken erhalten jedes Jahr Hunderte von Videos, Anrufen und E-Mails mit der Bitte um Sponsoring. Burton Snowboards-Teammanager Frankie Chapin ist der Mann, der am besten weiß, wie man sich von der Konkurrenz abhebt.
Was ist also der beste Weg, Aufmerksamkeit zu erregen? Laut Frankie gibt es da verschiedene Methoden, von den Sponsoren entdeckt zu werden…
1. Schneide ein krasses Video der vergangenen Saison und stelle es auf TWS/Snowboarder/Yobeat /Pyramid.
2. Über Freunde bekannt werden – mit wem hängst du ab? Hat deine Crew einen Namen in der Szene? Geht ihr in den Superpark und macht hinterher das beste Video über das Event? Durch deine Crew kannst du selbst dann an exklusive Orte gelangen, wenn du nicht zu den Besten gehörst, siehe GBP etc.
3. Wenn du über Wettbewerbe punkten willst, dann solltest du dort am besten gewinnen. Siege bei einem mittleren Contest, dann wirst du zu einem größeren eingeladen – und da musst du wieder gewinnen. Das wirkt Wunder. Der 10. Platz nützt leider gar nichts, egal bei welchem Event.
4. Sei kein Eigenbrötler – freunde dich mit möglichst vielen Leuten an und sorge dafür, dass du dich mit allen gut verstehst, denn die Snowboard-Szene ist klein und jeder kennt jeden. Wenn du es dir mit einigen Leuten verdirbst, kommst du nicht weit.
5. „Sponsere mich“-Videos, die an Burton Snowboards geschickt werden: Ich sehe sie mir tatsächlich an. Aber damit ich mehr als 30 Sekunden anschaue, muss das Video gut sein. Zeaches, Taps, schlechter Stil, Riesen-Kicker auf Street Rails, schlechte Musik – all das sind Gründe zum Abschalten. Du solltest das ernst nehmen – und jede Sekunde als potenzielle Chance betrachten.
Viele junge Rider werden von ihren Eltern als Teammanager betreut – hilft ihnen das?
Nein, wirklich nicht. Es ärgert mich sogar – vielleicht ist ein junger Rider wirklich gut, aber die Aussicht auf albtraumhafte Begegnungen mit den Eltern ist richtig abschreckend. Es ist okay, sich zu melden, sich vorzustellen und so – aber wenn dann immer mehr E-Mails kommen und meine Antworten nicht akzeptiert werden, tun die Eltern ihren Kindern keinen Gefallen. Sie sollten fair gegenüber zukünftigen Snowboard-Talenten sein und die Leistung auf dem Board für sich sprechen lassen.
Was ist an einem Rider noch wichtig aus seinen Fähigkeiten?
Die Persönlichkeit spielt eine wichtige Rolle. Wenn es uns Image geht, muss man bestimmte Dinge übers Snowboarden hinaus beherrschen. Wenn man ein totaler Nerd ist, nicht gern unter Druck redet und dadurch verschlossen und ungeschickt wirkt, ist das ein echtes Hindernis für die weitere Karriere. Wenn man Pro werden will, sollte man ein Image verkörpern, das anderen als Vorbild dient. Wie hebt man sich von allen anderen Snowboardern ab? Das sollte man sich fragen. Und wenn man sich nicht abhebt, sollte man daran arbeiten. Vielleicht bist du mega-talentiert, aber einfach nicht vermarktbar – dann wirst du nie den Supervertrag bekommen, von dem du träumst.
Glaubst du, dass die Rider, die sich um Sponsoring bemühen, wissen, wie viel Arbeit hinter einem Leben als Pro steckt?
Nein. Da gehört so viel dazu – auch weit übers Snowboarden hinaus. Man muss natürlich mit seinen Fähigkeiten auf dem Board immer mithalten, und wenn man ganz oben ist wie McMorris, Sandbech & Co, dann muss man Maßstäbe für andere setzen, was nicht einfach ist. Man muss viel trainieren, um in Form zu bleiben, sich um seine Social Media-Präsenz kümmern und ständig neue Videos drehen. Dem zukünftigen Snowboard-Pro muss klar sein, dass von allen Richtungen verschiedene Leute an ihm zerren werden, und es ist sehr wichtig, jemanden zu haben, der einen bei Entscheidungen berät, die einen großen Einfluss auf die Karriere haben können. Da gehört viel mehr dazu als nur gute Technik auf dem Board. Aber es ist eben ein Traum, also probiert man einfach alles, um ihn zu leben, richtig?
Welchen Rat würdest du einem Snowboarder geben, der Pro werden will?
Hart arbeiten, nicht aufgeben – mit Geduld kommt man weiter, aber sehr viel harte Arbeit gehört auch dazu.
Willst du mehr darüber erfahren, was du brauchst, um Pro zu werden, die Rider selbst zu Wort kommen hören, alles über die schönen und harten Seiten des Jobs lernen und wissen, wie du es das National-Team schaffst?
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