Zu sagen, dass die amerikanische Surferin Caroline Marks ihre Sache gut macht, wäre eine Untertreibung, aber die äußerst talentierte Goofyfooterin hat ihre Sache schlicht und ergreifend tatsächlich gut gemacht, seit sie sich im Alter von sieben Jahren das Surfen selbst beigebracht hat.
Caroline Marks, Weltmeisterin!
Angefangen beim ersten Stehen auf einem Surfbrett bis hin zu den Podiumsplätzen auf höchstem Niveau gleicht Marks' Weg an die Spitze einem Stratosphärenflug. Sie qualifizierte sich 2017 für die WSL Championship Tour, gewann 2018 den Titel "Rookie Of The Year", holte sich den Sieg bei zwei Championship Tour-Events und rückte 2019 auf den zweiten Rang der Weltrangliste vor, bevor sie sich 2020 in Tokio als jüngste Olympiateilnehmerin in die Surfgeschichte einschrieb.
2023 surfte Marks zum ersten Mal im Final 5 in Lower Trestles, nachdem sie in der regulären Saison zwei weitere Championship Tour-Siege errungen hatte. Während sie schon einmal beim letzten Event des Jahres um den Weltmeistertitel gekämpft hatte - sie unterlag 2019 in Honolua Bay knapp der fünffachen Weltmeisterin Carissa Moore - war dies ihr erstes Mal, dass sie bei den eintägigen WSL Finals antrat. Nachdem sie am Ende der regulären Saison den dritten Platz belegt hatte, musste Marks zunächst Caitlin Simmers besiegen und dann die zweifache Weltmeisterin Tyler Wright und Moore schlagen, um sich ihren ersten Titel zu sichern.
Marks triumphierte in überzeugender Manier, indem sie Moore im Best-of-Three-Duell vor den Augen ihrer Familie aus Florida und ihren neu gewonnenen Freunden aus Kalifornien in drei Sessions besiegte.
"Es gibt hier so viele Menschen, die mich unterstützen, und so viele Menschen, die mich lieben, ganz egal, was da draußen passiert ist. Das ist so cool. Das ist an sich schon ein Sieg. Ich habe heute einfach das Mojo gespürt. Ich bin wirklich gut gesurft und ich habe das Gefühl, dass ich mich sehr gut auf diesen Tag vorbereitet habe. Ich habe eine Menge Arbeit investiert."
"Nach meinen ersten Wellen hatte ich das Gefühl, dass ich in einem guten Rhythmus war. Ehrlich gesagt, habe ich nur gedacht, dass ich Lowers surfe und niemand draußen ist. Darauf habe ich mich konzentriert. Und ehe ich mich versah, war ich im Finale und habe gewonnen."
Weltmeistertitel sind in jedem Alter eine unglaubliche Leistung, aber mit 21 Jahren sind sie fast unmöglich. Wie konnte Caroline Marks dem Hype gerecht werden, den ihre wunderbare Kindheit vermuten ließ? Lies weiter, um eine kurze Lektion über das Leben und die Zeiten unserer Lieblingsweltmeisterin aus Florida und Kalifornien zu erhalten.
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Auf dem Wasser gehen lernen
"Du hast an einem Freitag mit dem Surfen angefangen", erzählt Darren Marks seiner ältesten Tochter Caroline über ihre Heldinnentaten als Siebenjährige, "und am darauffolgenden Sonntag hast du schon Turns gemacht!"
Caroline Marks hat keine Angst davor, neue Wege zu gehen. Mit nur 13 Jahren surfte das Mädchen aus Melbourne Beach, Florida, beim Swatch Pro in Lower Trestles als Wildcard und wurde so zur jüngsten Teilnehmerin der Championship Tour in der Geschichte.
Ein paar Jahre später schrieb Marks Geschichte, als sie sich als jüngste Surferin für die WSL Championship Tour qualifizierte. Ein Jahr später wurde sie die jüngste Olympiateilnehmerin aller Zeiten, als sie die Stars and Stripes in Tokio vertrat, nachdem sie 18 Jahre alt geworden war.
02
Auf der Suche nach den Wurzeln in Griechenland
2017, als Marks' Kampagne, sich für die Championship Tour zu qualifizieren, gerade an Fahrt aufnahm, begaben sie und ihre Familie sich auf einen Surftrip der ganz anderen Art. Anstatt auf Punktejagd zu gehen, suchte der Marks-Clan nach Verbundenheit, und das führte sie nach Griechenland.
Die Wellen waren zwar eine Herausforderung, aber sie waren nicht der einzige Schwerpunkt der Reise; Zeit mit der Familie, das Entdecken ihrer Wurzeln und das Treffen mit anderen Surfer:innen aus weit entfernten Ecken waren für Marks und ihre Familie genauso wichtig. Und wenn es Wellen gab, dann lohnten sie sich noch mehr als sonst!
Meine Mutter ist Griechin. Meine Großmutter ist in Griechenland aufgewachsen und vor kurzem verstorben, also planten wir eine Familienreise, um sie zu ehren. Es war eine der besten Reisen meines Lebens.
03
Das ist Caroline!
Der unglaubliche Zusammenhalt der Familie Marks spielt eine große Rolle in dem Red Bull TV-Film That's Caroline aus dem Jahr 2017. Der kurze Dokumentarfilm zeigt Marks' frühe Tage in Florida und gipfelt in ihrem Aufstieg in die oberste Liga ihres Sports. Ihr älterer Bruder Luke erzählt die Geschichte von Caroline Marks durch seine Perspektive.
"Wenn ich darüber spreche, bekomme ich eine Gänsehaut", sagte Marks nach der Veröffentlichung des Films. "Ich wollte meine Brüder einfach nur beeindrucken. Sie dachten, Surfen sei das Coolste überhaupt, also dachte ich mir: "Ich muss etwas so gut können, dass sie es auch cool finden."
21 Min
That’s Caroline
Caroline Marks ist nur eine ganz normale junge Frau – die auch das Gesicht der Zukunft des Surfens ist.
Die Familie Marks lebte in einem Paradies für Kinder (Schotterrampen, Trampolin, Schaukel, Pool) und der Strand lag direkt gegenüber, aber es waren die Pferdeställe, die Caroline anzogen, und sie war fast ihre ganze Kindheit lang eine Turnierreiterin. Als sie aufsattelte, paddelten ihre älteren Brüder gemeinsam hinaus, Tag für Tag, und es war die Leidenschaft der Jungs fürs Surfen, die Caroline schließlich in die Wellen führte und sie auf den Weg brachte, den wir heute kennen und lieben.
In "That's Caroline" beschreibt Marks' Vater Darren den Wechsel vom Reiten auf das Surfbrett wie das Umlegen eines Schalters. Auch Marks erinnert sich an den Moment - sie war 11 und hatte gerade ihren ersten nationalen Wettbewerb gewonnen.
"Das Gefühl, das ich hatte, war so unglaublich, ich stand über der Welt und es fühlte sich so richtig an", sagt sie. "Ich glaube, das war der Moment, in dem es bei mir Klick gemacht hat und ich dachte: 'Das will ich für den Rest meines Lebens machen und ich will nie wieder aufhören.
Marks hörte natürlich nicht auf. Sie gewann immer wieder Wettbewerbe und besiegte Surferinnen, die älter waren als sie und viel mehr Zeit im Wasser verbracht hatten.
Alles, was ich tue, jeder Sieg oder jeder große Moment in meiner Karriere, wird so besonders, weil ich ihn mit meiner Familie teilen kann.
Wie sich aber wenig überraschend herausstellt, führt nicht jeder Wettbewerb zum Sieg und nicht jeder Tag da draußen fühlt sich nach einem Traum an. Läuft es einmal nicht so gut, sind ihre Familie und ihre Einstellung der Schlüssel zu ihrem Erfolg (ganz abgesehen von ihrem übermenschlichen Talent und ihrer beeindruckenden Arbeitsmoral). Marks bezeichnet ihre Familie als "Wohlfühlmenschen", und das merkt man auf dem Bildschirm und in jedem Gespräch.
04
Rookie des Jahres
Im Jahr 2018 surfte Marks ihre erste komplette Saison als Mitglied der WSL Championship Tour. Drei Halbfinalteilnahmen waren der Höhepunkt ihres Jahres, festigten ihren Glauben daran, dass sie dazugehört, und reichten aus, um den 7. Platz in der Weltrangliste zu erreichen und Rookie Of The Year zu werden.
3 Min
Caroline Marks RAW – von Seignosse bis Hossegor
Caroline Marks ist unser Rookie des Jahres. Warum das so ist, siehst du in diesem Clip aus Frankreich.
"Es war das beste Jahr meines Lebens", sagte Marks damals. "Ich hatte so viel Spaß, viele gute Wellen und tolle Erfahrungen, all das begeistert mich in jeglicher Hinsicht. Ich hatte nicht erwartet, dass ich es so jung auf die Tour schaffe. Als es mir gelang, änderte ich meine Ziele ein wenig und versuchte einfach, auf meinem Top-Level zu surfen, mich permanent zu verbessern und ein Schwamm zu sein, der alles aufsaugt."
"Ich wollte wirklich alles in mich aufnehmen und einfach nur lernen. Ich glaube, das ist ein großer Teil davon, warum ich so gut abgeschnitten habe. Ich habe mir keine Sorgen um meine Ergebnisse gemacht, ich wollte einfach nur mein Bestes surfen und Spaß haben, und es hat alles geklappt.
05
Als Caroline Marks Mark Occhilupo kennenlernte
Als sie aufwuchs, hörte Marks sie alle - "Carolupo" und "Occuline", die beiden häufigsten Bezeichnungen für eines der unwahrscheinlichsten Paare im Surfsport. Die australische Surf-Ikone Mark "Occy" Occhilupo hat nicht nur einen ähnlichen Körperbau und eine ähnliche Haarmähne wie die junge Floridianerin, die drei Jahre nach dessen Titelgewinn geboren wurde, auch die Ähnlichkeiten in ihren Goofyfoot-Techniken sind nicht zu leugnen.
Deshalb mussten wir die beiden 2019 am Bells Beach bei den Dreharbeiten zu No Contest einfach einander vorstellen, und Occhilupo war begeistert: "Ich liebe den Vergleich", meint Occy, "denn ich liebe ihren Stil, und er erinnert mich definitiv an meinen. Es gibt nicht viele bewegliche Teile, aber es funktioniert."
"Jungs wie dich zu beobachten, hat mich inspiriert", erwidert Marks, "und als ich dann die Vergleiche hörte, war ich überzeugt, dass ich das Richtige tue. Ich dachte mir: 'Das ist doch verrückt!'"
23 Min
Bells Beach 2019
Australien pur! Die Championship Tour macht Station am Bells Beach in Victoria.
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Im Angesicht von Teahupo'o
Um ihren 18. Geburtstag zu feiern, flog Marks nach Tahiti, um zum ersten Mal auf Teahupo'o zu surfen. "Das war das Highlight meines Jahres", sagte sie später bei Red Bulls No Contest, "und das war, bevor ich überhaupt wusste, dass Teahupo'o in den Kalender integriert wurde."
Marks meinte damit die Championship Tour, aber wie es das Schicksal wollte, wurde Teahupo'o kurze Zeit später auch in den Spielplan für Paris 2024 aufgenommen, da Frankreich mit Tahiti verbunden ist. "Ich bin begeistert von der Herausforderung", sagte Marks. "Natürlich ist Teahupo'o eine der furchteinflößendsten Wellen der Welt, aber es gibt viele Tage, an denen die Wellen zwischen 4 und 6 Fuß groß sind und sich so gut surfen lassen. Es ist eine so perfekte Welle in dieser Größe."
"Das Niveau, auf dem die Frauen im Moment surfen", sagte Marks' Trainer Luke Egan, "ist natürlich der nächste Schritt, um einige dieser bedeutenden Wellen anzugehen und sich richtig durchzusetzen."
Egans Worte sollten sich als prophetisch erweisen, als Marks ihre reguläre Saison 2023 mit ihrem ersten Sieg in Teahupo'o beendete und die Goldmedaille ins Visier nahm. Nach ihrem Erfolg in Tahiti war ihr Hunger auf Gold bei ihrer zweiten Teilnahme an den Spielen 2024 größer denn je.
"Es war so cool, dieses Event zu gewinnen", sagte Marks hinterher, "von allen Events auf dem Programm ist Teahupo'o der Traum eines jeden Goofyfooters."
"Der Sieg in Tahiti gibt mir viel Selbstvertrauen", sagte Marks prophetisch im Vorfeld von Trestles, "ich hoffe, ich kann den Schwung beibehalten. Ein Weltmeistertitel wäre ein wahrgewordener Traum!"
Nun, Caroline Marks, Träume werden wahr. Herzlichen Glückwunsch, du bist eine Weltmeisterin -- und jetzt, nach Paris 2024, auch eine Olympiasiegerin!
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