Kevin „Papaplatte“ Teller – ein Multitalent mit schonungsloser Offenheit
THE RED BULLETIN: Du nimmst in deinen Shows kein Blatt vor den Mund, erzählst von lustigen Peinlichkeiten, aber auch von finsteren Lebensphasen, bekennst dich zu Absturznächten und Karriereängsten. Warum bist du so schonungslos offen?
Dass man seine Ängste teilt, finde ich übelst cool. Ich will den Leuten sagen: Mir geht’s wie euch. Ich mache mir auch Sorgen, ich gehe auch zum Psychologen. Ich hoffe, dass das Leute motiviert, sich zum Beispiel auch Hilfe zu suchen, wenn sie sie brauchen. Jeder hat seine Schwächen. Ich feiere es, wenn sich keiner übertrieben ernst nimmt und alle Jokes über sich machen können.
Sollten wir alle offener sein?
Ich merke oft, dass Leute ein Problem haben, aber sich nicht trauen, es anzusprechen. Sie fressen es in sich hinein. Wenn ich merke, dass jemand mir gern etwas erzählen würde, sich aber nicht traut, stochere ich nach, bis er es mir erzählt. Natürlich nur, wenn ich merke, die Person will das eigentlich auch. In 99 Prozent der Fälle fühlen sich die Leute allein schon deshalb besser, weil sie es erzählt haben.
Prominenz bedeutet ja auch eine Vorbild-Funktion. Wie denkst du darüber?
Immer, wenn ich im Stream Themen anspreche, die ich für etwas wichtiger halte, achte ich darauf, dass ich gute Werte vermittle. Ich hielt es immer schon für Quatsch, wenn Leute in meiner Position sagen: „Ich bin kein Vorbild.“ Das sucht man sich ja nicht aus, man ist einfach eins. Wenn jemand sieben Stunden am Tag meinen Content konsumiert und meine Meinung hört, dann färbt das eben ab. Und Werte, die ich transportieren möchte, sind zum Beispiel, jedem mit Respekt zu begegnen und nicht alles ganz so ernst zu nehmen.
Hast du einen Tipp, wie man mit dummen Sprüchen umgeht, wenn man etwas vermeintlich Peinliches getan hat? Als jemand, der als Schüler im Glitzerkostüm an Paartanz-Wettbewerben teilgenommen hat, durftest du dir sicher einiges anhören ...
Diese Tanzwelt ist ja auch echt lustig, von außen betrachtet: Leute mit zurückgegelten Haaren, Ausschnitt bis zum Bauchnabel, die Haut voll Bräunungsspray. Ich habe früh gecheckt, dass Leute das komisch finden können, und die Gags mitgemacht. Ich nehme Dinge mit Humor – ich glaube, das ist der Schlüssel.
Royal am Ball: Am 6. April steigt Red Bull Gameball Royale in Hamburg. Die Streamer und YouTuber Papaplatte, Amar, Gnu und Rewinside treten mit ihren Teams im Dodgeball an – erweitert um Extras aus der Gaming-Welt: Das Feld verkleinert sich sukzessive, und die Spieler können Superkräfte aktivieren. Sporthalle Hamburg, Tickets: redbull.com; Stream: twitch.tv/ redbullzockt100