Elena Rybakina allongée sur le gazon de Wimbledon, entourée de balles, à l’approche du tournoi 2025.
© Mihai Stetcu
Tennis

Wimbledon: Entdeckt das Preisgeld und die Gewinne

Ab dem 30. Juni wird Wimbledon wieder zum Zentrum der Tenniswelt. Wir werfen einen Blick auf die Preisgelder – von der Qualifikation bis zu den Siegern.
Autor: Red Bull France
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Der frisch geschnittene Rasen, der Dresscode mit den weissen Outfits, die Geschwindigkeit der Bälle, Erinnerungen an eines der grössten Finals aller Zeiten zwischen Nadal und Federer im Jahr 2008… Wimbledon ist, genau wie Roland Garros, ein ganz besonderes Turnier. Bevor wir sehen, ob uns Jannik Sinner und Carlos Alcaraz erneut mit atemberaubendem Tennis begeistern oder ob Elena Rybakina ihren zweiten Titel in London holen kann, werfen wir einen Blick auf das Preisgeld dieses so britischen Grand-Slam-Turniers.
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Das Preisgeld von Wimbledon 2025: Ein Rekordbetrag

Die Erhöhung im Vergleich zur Ausgabe 2024
In diesem Jahr beläuft sich das gesamte Preisgeld, das unter allen teilnehmenden Athletinnen und Athleten in Wimbledon verteilt wird, auf 53,5 Millionen Pfund Sterling (entspricht etwa 62,75 Millionen Euro). Das bedeutet eine Steigerung von 7 % gegenüber 2024. Im Zehnjahresvergleich ist der Anstieg noch markanter: Das Preisgeld hat sich mehr als verdoppelt (von 25 auf 53,5 Millionen Pfund).
Hinweis: Falls Sie es nicht mitbekommen haben, seit 2007 erhalten Frauen und Männer in Wimbledon dieselbe Auszahlung.
Die Gründe für diesen deutlichen Anstieg
Wie bereits im Zusammenhang mit Roland Garros erwähnt, steigen die ausgeschütteten Beträge im Tennis seit rund zwanzig Jahren kontinuierlich. Ein einfaches Beispiel: 2005, als Roger Federer seinen fünften Titel auf Rasen gewann (ja, schon damals), nahm er 630’000 Pfund (rund 737’887 Euro) mit nach Hause. Im Vergleich dazu erhielt Carlos Alcaraz letztes Jahr für seinen Sieg 2,7 Millionen Pfund (etwa 3,15 Millionen Euro).
Doch wie lässt sich dieser gewaltige Anstieg erklären? Paradoxerweise ist es unter anderem Federer selbst, dem Alcaraz diese hohen Summen verdankt. Die Mitglieder des sogenannten “Big Three” haben mit ihrem aussergewöhnlichen Niveau den Tennis-Sport auf ein neues kommerzielles Level gehoben. TV-Rechte, Sponsorengelder und Werbeeinnahmen sind massiv gestiegen – und logischerweise wird ein Teil dieser Einnahmen inzwischen an die Spielerinnen und Spieler zurückgegeben.
Man könnte meinen, die Organisatoren der vier Grand-Slam-Turniere seien besonders grosszügig und würden das Geld freiwillig verteilen – doch dem ist nicht so. Diese Entwicklung wurde auch durch den Druck der Spieler selbst vorangetrieben. In verschiedenen Versammlungen setzten sie sich für bessere Einkommen und eine gerechtere Verteilung ein – insbesondere für jene, die selten die letzten Runden eines Turniers erreichen und trotzdem ihre Ausgaben decken müssen.
Wie Arnaud Clément gegenüber FranceInfo sagte: „Heute kann man selbst dann, wenn man bei allen vier Grand Slams in der ersten Runde ausscheidet, problemlos seine Saison finanzieren – inklusive Trainer. Früher konnte sich ein Spieler, der auf Platz 90 der Weltrangliste stand, weder einen Trainer noch einen Fitnesstrainer leisten, geschweige denn mit seiner Familie reisen.“
Vergleich mit früheren Ausgaben
Zwischen 2016 und 2025 ist das Preisgeld für die Turniersiegerin oder den Turniersieger von 2 auf 3 Millionen Pfund gestiegen – also um 50 %. Doch wie erwähnt, profitieren alle Spielerinnen und Spieler von dieser Entwicklung, nicht nur die Topstars. Im selben Zeitraum hat sich das Gesamtpreisgeld um 90 % erhöht – von 28 auf 53 Millionen Pfund – wobei auch jene unterstützt werden, die im Turnierverlauf früh ausscheiden.
La joueuse de tennis Elena Rybakina prépare lors d'un entraînement.

Ribakyna prépare son revers

© Mihai Stetcu/Red Bull Content Pool

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Verteilung der Preisgelder Wimbledon 2025 pro Runde

Preisgeld für die Siegerinnen und Sieger (Einzel Damen und Herren)
In diesem Jahr erhalten die Siegerin und der Sieger im Einzel jeweils 3 Millionen Pfund Sterling (rund 3,5 Millionen Euro).
Dotation für Finalist:innen und Halbfinalist:innen
Die unterlegenen Finalist:innen bekommen jeweils 1,5 Millionen Pfund (ca. 1,75 Millionen Euro). Spieler:innen, die im Halbfinale ausscheiden, erhalten jeweils 400’000 Pfund (etwa 468’000 Euro).
Preisgelder von der 1. Runde bis zu den Viertelfinals
Die restliche Preisgeldverteilung sieht wie folgt aus:
  • 1. Runde: 66’000 Pfund
  • 2. Runde: 99’000 Pfund
  • 3. Runde: 152’000 Pfund
  • Achtelfinale: 240’000 Pfund
  • Viertelfinale: 400’000 Pfund
Preisgeld für die Qualifikationsrunden
Auch in den Qualifikationen gibt es Preisgelder. Diese betragen:
  • 1. Runde: 15’000 Pfund
  • 2. Runde: 26’000 Pfund
  • 3. Runde: 41’500 Pfund
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Historische Entwicklung der Preisgelder in Wimbledon

Wie bei Roland Garros und den anderen Grand-Slam-Turnieren sind auch in Wimbledon die Preisgelder seit Beginn der Open Era im Jahr 1968 drastisch gestiegen. Ein Blick auf die Beträge, die alle zehn Jahre insgesamt an die Spielerinnen und Spieler ausgeschüttet wurden, zeigt die Entwicklung deutlich:
  • 1968: 26’150 Pfund
  • 1978: 279’023 Pfund
  • 1988: 2’612’126 Pfund
  • 1998: 7’207’590 Pfund
  • 2008: 11’812’000 Pfund
  • 2018: 34’000’000 Pfund
Entwicklung des Prize Money seit 2000
Die detaillierte Entwicklung der Preisgelder seit dem Jahr 2000 sieht wie folgt aus. Die Rückgänge in den Jahren 2021, 2022 und 2023 sind auf die Covid-19-Pandemie zurückzuführen, insbesondere auf den Wegfall bzw. die starke Einschränkung der Ticketverkäufe:
  • 2000: 8’056’480
  • 2001: 8’525’280
  • 2002: 8’825’320
  • 2003: 9’373’990
  • 2004: 9’707’280
  • 2005: 10’085’510
  • 2006: 10’378’710
  • 2007: 11’282’710
  • 2008: 11’812’000
  • 2009: 12’550’000
  • 2010: 13’725’000
  • 2011: 14’600’000
  • 2012: 16’060’000
  • 2013: 22’560’000
  • 2014: 25’000’000
  • 2015: 26’750’000
  • 2016: 28’100’000
  • 2017: 31’600’000
  • 2018: 34’000’000
  • 2019: 38’000’000
  • 2021: 35’016’000
  • 2022: 40’350’000
  • 2023: 44’700’000
  • 2024: 50’000’000
  • 2025: 53’500’000
Gleichberechtigte Preisgelder für Männer und Frauen
Wie bereits erwähnt: Seit 2007 erhalten Frauen und Männer bei Wimbledon das exakt gleiche Preisgeld. Dies war das Ergebnis jahrelanger Debatten und wurde als wichtiger Schritt in Richtung Gleichstellung im Profisport gefeiert.
Auswirkungen der Pandemie auf die Preisgelder
Die Ausgabe 2020 von Wimbledon wurde aufgrund der Corona-Pandemie komplett abgesagt, als einziges Grand-Slam-Turnier in jenem Jahr. In den Folgejahren waren die Einnahmen stark eingeschränkt, insbesondere wegen fehlender oder reduzierter Zuschauerkapazitäten. Dies wirkte sich entsprechend negativ auf die Preisgelder aus, die zeitweise stagnierten, bevor sie 2024 und 2025 wieder deutlich anzogen.
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Vergleich mit den anderen Grand-Slam-Turnieren

Wimbledon vs Roland Garros
Wie bereits vor dem Start des Turniers an der Porte d’Auteuil erwähnt: Roland Garros bleibt mit einem Gesamtpreisgeld von 55,83 Millionen Euro hinter Wimbledon zurück, das 2025 62,75 Millionen Euro ausschüttet.
Wimbledon vs US Open
Die Preisgelder für die US Open 2025 wurden noch nicht offiziell bekanntgegeben. Trotzdem liegt das Turnier traditionell an der Spitze mit 75 Millionen US-Dollar (rund 65 Millionen Euro) an Gesamtpreisgeldern für die Teilnehmenden.
Wimbledon vs Open d'Australie
Die Australian Open bilden das Schlusslicht im Grand-Slam-Vergleich: Das Gesamtpreisgeld beträgt dort 96,5 Millionen australische Dollar, was umgerechnet etwa 54,16 Millionen Euro entspricht.
Um den Weg von Elena Rybakina, Emma Navarro oder Matteo Berrettini mitzuverfolgen, lohnt sich ein Blick auf Wimbledon ab dem 30. Juni.