Angefangen bei den eisigen Straßen der französischen Alpen, über die brutalen Dirt-Tracks in Kenia, den Asphalt in Japan und den Schnee in Schweden, bis hin zu den felsigen Routen von Italien, Griechenland und Portugal -- all diesen Extremen sind die Piloten der World Rally Championship 2026 auch dieses Mal wieder ausgesetzt.
Nach einer aufregenden Saison 2025, in der sich Sébastien Ogier seinen neunten Weltmeistertitel sicherte, wird in der 56. Saison der Rallye-Weltmeisterschaft an 14 sehr unterschiedlichen Orten auf vier Kontinenten um den Titel gekämpft.
Die Rallye-Weltmeisterschaft startet 2026 mit 14 Läufen – von den eisigen Straßen von Monte-Carlo über den Staub Kenias, den Asphalt in Japan und auf den Kanarischen Inseln bis hin zu den Schotterduellen in Paraguay und Chile. Mit einer vollständig globalen Saison vor Augen können Rallye-Fans den kompletten WRC-Kalender 2026 nun unten einsehen.
Der WRC-Kalender 2026 weist im Vergleich zum vergangenen Jahr einige Neuerungen auf. Der Saisonauftakt findet dabei traditionell in Monaco statt, wo die Rallye Monte Carlo vom 22. bis 25. Januar 2026 abgehalten wird.
Das Saisonfinale der WRC 2026 steigt vom 11. bis 14. November 2026 in Saudi-Arabien. Dort, wo im Januar eines Jahres traditionell auch die Rallye Dakar abgehalten wird.
Oliver Solberg gewann die 94. Rallye Monte-Carlo mit einem Vorsprung von 51,8 Sekunden vor seinem Teamkollegen Elfyn Evans, während Sébastien Ogier Dritter wurde – Toyota Gazoo Racing sicherte sich damit einen Dreifachsieg auf dem Podium. Solberg wurde zum jüngsten Sieger der Veranstaltung in der modernen WRC-Ära, nachdem er bereits früh in der Rallye die Führung übernommen hatte.
Die Veranstaltung wurde ihrem Ruf gerecht und bot äußerst wechselhafte Bedingungen: Schnee, Eis, Schneematsch und Regen schufen tückische Streckenabschnitte in den französischen Alpen.
In der Meisterschaftswertung bescherte der Sieg Solberg die maximale Punkteausbeute zum Auftakt der FIA Rallye-Weltmeisterschaft 2026. Er übernahm damit die frühe Führung in der Gesamtwertung und unterstrich die Stärke in der Breite bei Toyota, während sich die Saison nun zur einzigen reinen Winter-Rallye des Kalenders – der Rallye Schweden – fortsetzt.
Elfyn Evans sicherte sich den Sieg bei der Rallye Schweden und beendete das Rennen 14,3 Sekunden vor seinem Teamkollegen Takamoto Katsuta, mit Sami Pajari auf Platz drei. Toyota Gazoo Racing wurde damit der erste Hersteller seit Citroën im Jahr 2010, der in der WRC zwei aufeinanderfolgende Podiumsplätze komplett für sich beanspruchen konnte.
Evans lag nach der Auftaktwertungsprüfung am Donnerstag zunächst hinter Solberg zurück, übernahm aber schnell die Führung, nachdem er die zweite Wertungsprüfung am Freitagmorgen gewonnen hatte. Katsuta ging während einer chaotischen Nachmittagssession in Führung, bevor Evans am Samstag die Kontrolle übernahm und am Sonntag die Nerven behielt, um den Sieg zu sichern.
Der Sieg des walisischen Fahrers brachte ihm die Spitzenposition in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft ein, 13 Punkte vor Oliver Solberg, während Toyota seinen Vorsprung in der Herstellerwertung auf 52 Punkte gegenüber Hyundai ausbaute.
Es war sein 94. WRC-Start und endlich der erste Sieg: Takamoto Katsuta hat bei der Safari Rallye Kenya 2026 Geschichte geschrieben. Der Japaner gewann die berüchtigte Schotterpiste in Ostafrika und ist damit der erste japanische Fahrer seit Kenjiro Shinozuka, der eine WRC-Rallye für sich entscheiden konnte. Für Katsuta hat der Sieg in Kenia eine besondere Bedeutung: Bereits 2021 stand er dort zum ersten Mal auf dem WRC-Podium.
Katsutas Weg zum Sieg war alles andere als ein Selbstläufer. Den Grundstein legte ein rabenschwarzer Samstagmorgen für seine Konkurrenten. Bis dahin hatte Toyota Gazoo Racing das Rennen komplett kontrolliert und stand vor einem Dreifachsieg. Doch die unnachgiebige Natur der Rally machte diesen Traum zunichte.
Auf der gefürchteten Sleeping-Warrior-Prüfung und dem anschließenden Verbindungsabschnitt zum Service-Park in Naivasha brach das Führungstrio zusammen: WM-Leader Elfyn Evans schied mit einem irreparablen Hinterradaufhängungsschaden aus. Nur wenig später traf es Rallye-Leader Oliver Solberg, der mit einem Kupplungsdefekt stoppte. Und als ob das nicht genug wäre, zwang ein Elektronikproblem auch noch Sébastien Ogier in die Knie. Innerhalb weniger Minuten war das gesamte Feld umgekrempelt und Katsuta lag plötzlich in Führung.
Mit einem Vorsprung von 1 Minute und 25,5 Sekunden ging Katsuta in den letzten Rallyetag. Statt riskant auf Bestzeitjagd zu gehen, setzte er auf Konstanz und versuchte, seinen Boliden heil ins Ziel zu bringen. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll", ließ ein sichtlich bewegter Katsuta wissen. "Wir haben so viele schwierige Momente durchlebt. Aaron hat unglaublich hart gearbeitet. Das Team hat immer an mich geglaubt. Ich bin hier nur dank ihnen."
WM-Leader Oliver Solberg bei der Safari Rallye Kenia 2026
Adrien Fourmaux sicherte sich mit einer ruhigen und fehlerfreien Leistung den zweiten Platz und feierte damit seinen zehnten WRC-Podestplatz. Der Franzose und sein Hyundai-Team kämpften das gesamte Wochenende mit massiven Überhitzungsproblemen. Rang drei ging an Sami Pajari, der trotz eines heftigen Reifenplatzers in der Hochgeschwindigkeits-Etappe am Samstag (und den damit verbundenen rund fünf Minuten Zeitverlust sowie erheblichen Karosserieschäden) alle verbleibenden Prüfungen sicher absolvierte.
Als nächstes wechselt die WRC vom Schotter auf Asphalt: Die Rally Kroatien findet vom 9. bis 12. April an der Adriaküste statt. Ein völlig anderes Terrain, das neue Favoriten an die Spitze bringen könnte.
Takamoto Katsuta ist nicht zu stoppen. Der Japaner konnte die Croatia Rally 2026 auf dramatische Weise für sich entscheiden. Nicht weil er der Schnellste war, sondern weil sein schärfster Widersacher in den letzten Kilometern des Rennens buchstäblich gegen einen Betonklotz fuhr.
Thierry Neuville war auf dem Weg zu seinem ersten Saisonsieg. Der Belgier startete in den abschließenden Sonntag mit einem Vorsprung von über einer Minute. Eine Führung, die in der Rallyewelt so gut wie unantastbar ist. Doch im Wolf Power Stage streifte Neuvilles Hyundai i20 N Rally1 einen Betonblock, die vordere rechte Radaufhängung war beschädigt, das Rennen für den Weltmeister von 2024 damit vorbei. Und das nur noch wenige Kilometer vor dem Ziel.
Thierry Neuville kollidierte in Führung liegend mit einem Betonblock
Katsuta und sein Co-Pilot Aaron Johnston übernahmen die Führung und rasten ganz nach oben auf das Siegertreppchen. Nach dem Triumph beim Safari Rally Kenya steht nun auch ein Asphalt-Erfolg in den Büchern. Zwei Siege in Folge, zwei völlig unterschiedliche Rallies: Der Japaner zeigt gerade eindrucksvoll, dass er nicht nur ein Spezialist auf einem bestimmten Untergrund ist.
Hinter Katsuta komplettierte Toyota-Teamkollege Sami Pajari als Zweiter das Podium. Mit 20,7 Sekunden Rückstand auf Katsuta. Für den Finnen war es der dritte Podiumsplatz in Folge, aber ein bitterer: Pajari hatte die Rallye von Freitagmorgen bis Samstagmittag angeführt, ehe ein Reifenplatzer auf SS14 mehr als zwei Minuten kostete und ihn aus dem Kampf um den Sieg warf. „Der Sieg war lange Zeit in unseren Händen, bevor er uns genommen wurde", so Pajari.
Rang drei ging an Hayden Paddon. Sein erstes Podium seit der Rally Australia 2018. Der Neuseeländer fuhr eine clevere, fehlerfreie Rallye und wurde am Ende dafür belohnt, dass andere strauchelten.
In der Fahrerwertung übernimmt Katsuta mit 84 Punkten die Führung. Nach vier von 14 Meisterschaftsläufen liegt er nun fünf vor Elfyn Evans, Oliver Solberg ist Dritter mit 68 Zählern. Toyota baut auch in der Marken-WM seinen Vorsprung aus: 206 zu 141 Punkte gegen Hyundai.
Weiter geht es für die WRC auf Asphalt: Die Rally Islas Canarias auf Gran Canaria steht vom 23. bis 26. April auf dem Programm.