Am 30. April 2026 verblüfft Felix Georgii in Duisburg, Deutschland, mit dem ersten 360-Rail-Wakeboard-Hit, der in Red Bulls ikonischem gelben Ring auf dem Wasser aufgenommen wurde
© Chris Lehnert / Red Bull Content Pool
Wakeboarden

World’s First! Felix Georgii knackt die Quadratur des Kreises

6 Jahre hat es gedauert, jetzt ist Felix Georgii als erster Wakeboarder ein 360° Rail durchgeslided. Wie er das geschafft hat und warum es Sinn ergibt, das Unmögliche möglich zu machen, liest du hier.
Von: Henner Thies
8 min readPublished on
In der griechischen Mythologie wurde Sisyphus dazu verdammt, einen schweren Felsbrocken einen steilen Berg hinaufzurollen – eine endlose und letztlich vergebliche Aufgabe. Der Sisyphus dieser Geschichte heißt Felix Georgii. Statt einen Stein einen Berg hinauf zu rollen, slidet Felix – aus freien Stücken – mit einem Wakeboard wieder und wieder ein kreisrundes Rail entlang. Eine auf den ersten Blick endlose Aufgabe. Doch nach sechs Jahren und über 1.200 Versuchen glückt Felix, was vor ihm noch kein Wakeboarder geschafft hat: er slidet ein 360 ° Rail einmal komplett durch! Ein World’s First, der Felix und seiner Crew einiges abverlangt hat.
Am 30. April 2026 gelingt Felix Georgii in Duisburg der erste 360-Rail-Hit auf einem Wakeboard, der die Grenzen des Wassersports sprengt - ein elektrisierendes Kunststück von Red Bull

Felix Georgii bezwingt Red Bull Rail mit historischem 360 Wakeboard-Move

© Chris Lehnert / Red Bull Content Pool

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Jeder, der im Actionsport involviert ist, weiß: dieser Moment ist unbeschreiblich!
„Wenn man einen Trick nach tausenden Versuchen zum ersten Mal schafft, ist das unbeschreiblich“, freut sich Felix nach seinem erfolgreichen Red Bull 360 Rail Wakeboard Hit. Wir erwischen Felix in den USA, zwischen zwei Fotoshoots. Für dieses Interview nimmt sich er Allgäuer trotzdem Zeit. „Es gibt nichts besseres als dieses Gefühl! Vor allem weil wir wissen, dass es diesen Trick so im Wakeboarden noch nie gegeben hat.“

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Und noch einen Sieg haben Felix und seine Crew mit diesem einmaligen Projekt errungen: Glaubt man Albert Camus in seinem „Mythos des Sisyphos“, muss man sich Felix, unseren modernen Sisyphus, „als einen glücklichen Menschen vorstellen – denn die bewusste Rebellion gegen die Sinnlosigkeit gibt ihm seine Freiheit und Würde.“
Zeit für ein Gespräch über den Sinn und Unsinn, das Unmögliche etgegen aller externen und internen Widerstände doch möglich zu machen.
In Duisburg bereitet sich Felix Georgii darauf vor, am 30. April 2026 mit Red Bull den ersten 360-Rail auf einem Wakeboard zu bewältigen

Felix in Duisburg beim Red Bull 360 Wakeboard Rail.

© Chris Lehnert / Red Bull Content Pool

Felix, die wichtigste Frage zuerst: woher kommt nach rund 1.200 Versuchen über die Dauer von rund 6 Jahren die Motivation, es trotzdem noch ein letztes Mal zu versuchen?

Felix Georgii: Das ist eine gute Fragen, die ich mir in den letzten 6 Jahren auch öfter gestellt habe. Aber wenn du zwischen diesen ganzen gescheiterten Versuchen immer wieder auch nur ein Fünkchen Hoffnung bekommst, reicht das. Weil du dann weißt: es muss möglich sein! Mit dem Wissen kannst du nicht aufhören, bis du es geschafft hast. Egal, wie lang es dauert.

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Wenn du zwischen all den gescheiterten Versuchen auch nur ein Fünkchen Hoffnung bekommst, reicht das.

Nimm uns kurz mit auf deine persönliche Sisyphus-Reise: wie hat sie angefangen, und wie ist das Unmögliche doch möglich geworden?

Felix Georgii: Die ersten Versuche an einem 360-Rail hat mein Kumpel Nico von Lerchenfeld unternommen. Damals haben wir das einfach mit einer Seilwinde probiert: einmal hinziehen lassen, aufs Rail springen, für den nächsten Versuch wieder zurücklaufen, und so weiter. Einfachste Technik im Grunde. Da haben wir es meist nur bis zu einem Viertel des Kreises geschafft. Irgendwann war mal ein 180°-Versuch dabei, aber so richtig wollte es mit diesem Set-Up nicht gelingen.

Felix Georgii: Was mich nach den guten Versuchen aber immer weiter motiviert hat, war die Vision, die ich von diesem Shot im Kopf hatte, wenn ich es denn mal schaffe.

Felix Georgii: Damit es gelingt, haben wir Anfang diesen Jahres gesagt: wir müssen umdenken, damit es funktionieren kann. Also haben wir statt einer einfachen Winch einen Wakeboardlift aufgebaut, der es mir letztlich ermöglicht hat, das 360°-Rail zu schaffen.

Am 30. April 2026 schreibt Felix Georgii in Duisburg Wakeboarding-Geschichte: zum ersten Mal landet er einen 360-Rail-Hit.

Felix Georgii kurz bei seinem historischen 360-Rail-Hit in Dusiburg.

© Chris Lehnert / Red Bull Content Pool

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Was mich immer weiter motiviert hat, war die Vision, die ich von diesem Shot im Kopf hatte.

Zwei intensive Wochen mit dem neuen Set-Up haben letztlich den Durchbruch gebracht – hast du gespürt, dass deine Zeit jetzt gekommen ist?

Felix Georgii: (lacht) Ich bin in die zwei Wochen mit dem Mindset reingegangen: das muss jetzt funktionieren, und das wird jetzt funktionieren! Ehrlicherweise haben wir in den zwei Wochen auch viel Zeit damit verbracht, das Set-Up aufzubauen – Lift und Rail aufbauen, das über 100 Kilo schwer ist, anmalen, zusammenschweißen, etc. – aber ich war guter Dinge! Wirklich gefahren bin ich in der Zeit vier Tage. Aber die extrem intensiv. Nach Tag 3 war ich dann wieder soweit, dass ich dachte, das wird nie was.

Felix Georgii: Für den letzten Tag haben wir das Rail dann nochmal etwas adaptiert und umgestellt und die Leine vom Lift kürzer gemacht, und dadurch ist der Knoten dann endlich geplatzt! Da habe ich schnell gemerkt, jetzt sind wir kurz vor dem Ziel.

Wie hast du den historischen Moment erlebt, an dem es endlich geklappt hat, das 360° Rail durchzusliden?

Felix Georgii: Am letzten Tag habe ich es sogar dreimal geschafft, das Rail durchzusliden! Das erste Mal habe ich es um die Mittagszeit geschafft, da waren wir alle heilfroh, dass es endlich geklappt hat, aber insgeheim dachte ich mir, das Licht war nicht ideal.

Felix Georgii: Also hab' ich gesagt, ich genieß das jetzt kurz, nehme mir eine Pause, um mich zu sammeln, und es dann noch einmal am Nachmittag zu probieren, bevor wir den Lift und das gesamte Set-Up abbauen mussten.

Felix Georgii: Nach dem Reset ist es mir dann direkt ein zweites Mal geglückt und da war es dann nach gut Dreiviertel des Kreises so: oh yeah, es geht zum Ende hin, aber jetzt bloß nicht stürzen… dann hab' ich es geschafft, bin vom Rail weggefahren und hab gedacht – endlich, nach 6 Jahren haben wir den Shot, den ich mir immer visualisiert habe! Das war schon ein sehr cooler Moment!

Felix Georgii: Als ich danach zurück zum Start gefahren bin, waren alle völlig aus dem Häuschen, inklusive mir! Dann haben wir den Clip gemeinsam angeschaut und waren uns einig: das ist noch nicht der Shot! Da war klar, bevor wir zusammenbauen können, muss ich es noch einmal versuchen. Also nochmal Pause, bis das Abendlicht perfekt war, und dann noch ein letztes Mal raus.

Felix Georgii: Da hat es dann noch sicher 30 Versuche gebraucht, bis es endlich geklappt hat, aber der Versuch war dann perfekt! Da war ich dann wirklich glücklich, dass wir es nochmal versucht haben.

Wakeboarder Felix Georgii freut sich in Duisburg mit Teilen seiner Crew über das eingefangene Footage beim Red Bull 360 Rail.

Felix und ein Teil der Crew checken das Footage.

© Chris Lehnert / Red Bull

Was waren die frustrierendsten Momente dieses Mammut-Projekts?

Felix Georgii: Ich war öfter an dem Punkt, wo ich dachte: Leute, das funktioniert nicht, ich bin fertig. Aber immer, wenn ich an diesem Punkt war, dachte ich: Nicht nur ich arbeite seit Jahren an diesem Projekt, das ist die gesamte Crew, die da mitwirkt und mitfiebert – die Kamera-Crew, die Lift-Betreiber, die Leute von Red Bull. Da kannst du nicht der sein, der sagt, nee geht nicht.

Felix Georgii: Aber es gab auf jeden Fall Tage, die super kalt waren, wo ich die ganze Zeit nur eingesteckt habe, Hämatome am ganzen Körper, alles tut weh… da hab ich dann schon mal kurz gesagt: Leute, ich bin am Ende. Ich brauch ne Pause.

Felix Georgii: Aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen, weiter probiert, weiter getüftelt und jetzt sind wir tatsächlich am Ziel! Das fühlt sich schon sehr gut an.

Was haben dir die letzten 6 Jahre und die über 1.200 gescheiterten Versuche Neues über dich gelehrt?

Felix Georgii: Ich habe gelernt, dass ich eine extrem hohe Frustrationstoleranz habe. Meine Geduld habe ich wahrscheinlich noch nie so strapaziert, aber sie hat gehalten (lacht). Wenn man fest genug an die Erreichung seines Ziels glaubt, und sich nicht festfährt und offen bleibt, kann man alles schaffen. Insbesondere wenn man ein Team um sich hat, das mindestens genau so sehr am Erfolg des Projekts arbeitet, wie man selbst. Also langer Geduldsfaden plus super Leute ergeben Erfolg.

Im Jahr 2026 bezwingt Felix Georgii den ersten 360-Rail-Hit von Red Bull auf einem Wakeboard in Duisburg und beweist damit waghalsiges Können und Kreativität auf dem Wasser

Felix Georgii unermüdlich am Red Bull 360 Rail in Duisburg

© Chris Lehnert / Red Bull Content Pool

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Es gab Tage, wo ich nur eingesteckt habe, Hämatome am ganzen Körper, alles tat weh… da war ich kurz am Ende.

Ehre, wem Ehre gebührt: wer hat dieses Projekt letztlich möglich gemacht?

Felix Georgii: Das waren eine ganze Reihe toller Menschen, aber die wichtigsten waren die folgenden:

Felix Georgii: Lukas Süß: er hatte die Idee zum 360 Rail. Der ist irgendwann mit einer Zeichnung zu uns gekommen und meinte, das hätte es in vielen Sportarten schon gegeben, aber im Wakeboarden noch nicht. Ob wir glauben, ob das möglich sei?

Felix Georgii: Nico von Lerchenfeld: Nico war der erste Wakeboarder, der sich an dem 360-Set-Up probiert hat.

Felix Georgii: Jakob Süß: Der kleine Bruder von Lukas ist Teil der Lift-Crew aus Duisburg, wo wir das Projekt umgesetzt haben. Er hat uns den Lift so umprogrammiert, dass es für das Projekt gepasst hat. Da hat er ganz tief in die Trickkiste gegriffen. Von daher geht ein ganz großer Dank auch an die Duisburg „The Bricks“ Dedau Crew!

Felix Georgii: Das ist auf jeden Fall eine Gruppenarbeit gewesen und am Ende ein absoluter Team-Erfolg!

An welchen Moment erinnerst du dich ganz besonders?

Felix Georgii: Ein krasser Moment für mich war, als ich am Tag nach den erfolgreichen Versuchen, einmal mehr zum Set-Up gelaufen bin – zur selben Uhrzeit wie die Tausenden Mal vorher – da dachte ich mir, als ich vor dem Rail stand: geil, ich muss dieses Teil jetzt nicht mehr fahren! Ich kann es jetzt abbauen und dann sind wir hier fertig (lacht). Das war ein sehr befreiender Moment.

Wakeboarder Felix Georgii beim Red Bull 360 Rail in Duisburg.

Felix Georgii kennt kein "geht nicht"

© Chris Lehnert / Red Bull

Inwiefern war dieses Projekt das schwerste, dem du dich bisher angenommen hast?

Felix Georgii: Es war definitiv das schwerste Projekt, das ich bisher umgesetzt habe. Zum Einen weil es über so viele Jahre ging, zum anderen weil wir das Set-Up jedes mal komplett neu auf- und wieder abgebaut werden musste. Es war jedes Mal mit wirklich großem Aufwand und viel Abstimmung verbunden.

Felix Georgii: Das andere war die Anzahl der Versuche, die es jeden Tag gebraucht hat. Immer nur einen Trick zu versuchen, wieder und wieder für am Ende ein paar Sekunden, das war schon teils schwierig, das zu rechtfertigen.

Warum war es trotz des großen Aufwands jede Sekunde und jeden Versuch wert?

Felix Georgii: Jeder, der im Actionsport involviert ist, weiß, auch wenn es nur 100 Versuche braucht, bis man einen Trick endlich steht, der Moment, wenn man es dann zum ersten Mal schafft, das ist unbeschreiblich! Es gibt nichts besseres als dieses Gefühl.

Felix Georgii: Vor allem weil wir wissen, dass es diesen Trick so im Wakeboarden noch nie gegeben hat.

Felix Georgii bezwingt den ersten 360-Rail-Wakeboard-Hit aller Zeiten in Duisburg, Deutschland, als Teil eines adrenalingeladenen Red Bull-Events am 30. April 2026

Felix Georgii nailt den historischen 360-Rail-Wakeboard-Slide

© Chris Lehnert / Red Bull Content Pool

Das sind die Zahlen hinter Felix historischem Red Bull 360 Rail Hit

  • Rail Durchmesser: 7,50 m
  • Rail Länge: 23,50 m
  • Erster Versuch: Sommer 2020 von Nico von Lerchenfeld
  • Gesamtversuche von Felix Georgii: über 1.200 in rund 6 Jahren
  • Kaputte Boards: 6
  • Blaue Flecken, Prellungen, Hämatome: unzählige

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Felix Georgii

Sein Motto: Ob auf Wasser oder Schnee, Hauptsache ein Board unter den Füßen!

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