Angriffslustig: Aisha Vibes
© Woody Woodsn
Music

Eine Handvoll Vibes – Aisha Vibes im Portrait

Aisha Vibes kommt immer „Full energy, nie leere Batterie“ – egal ob als Radiomoderatorin, auf Social Media oder in ihren Songs. Also Bühne frei für unsere Newcomerin des Monats!
Autor: Vanessa Seifert
3 min readveröffentlicht am
Aisha Vibes wird 1991 in Heidelberg geboren und man könnte meinen, ihr blieb fast nichts anderes übrig als Musik zu machen. Denn ihr Papa hat schon morgens auf den Steeldrums gespielt und ihre Mama ließ – wenn sie nicht selbst Musik machte – Chorgäste aus Afrika für ihre Projekte einfliegen, die dann zu Hause geprobt haben.
Mum ist eine Queen an der Querflöte, aber auch an jeder Trommel. Mein Dad spielt Steeldrums wie ein Gott und es gibt für mich kaum ein angenehmeres Instrument.
Aisha Vibes
Durch die in Heidelberg stationierten US-Soldaten kam sie viel mit afrikanischer und karibischer Musik sowie Black Music aus den USA in Berührung. All das weckte in Aisha Vibes das Bedürfnis, selbst Musik zu machen. Sie schrieb ihre Songs anfangs auf Englisch, fand ihre Stimme irgendwann aber „zu krass um nur zu rappen“. Ansage!
Irgendwann lud sie einen Rap-Clip bei Instagram hoch und ging damit viral. Sie war überrascht, gehyped und irritiert, da es in ihren Augen kein „so krasser Rap“ war. Aber da es ihr so leicht fiel, machte sie einfach weiter – teilweise schüttelte sie ihre Instagram-Lyrics innerhalb von 10 Minuten aus dem Ärmel.
Ihre erste richtige Single „Undercover“ veröffentlichte sie 2020, kam „mit dem Flow, der direkt auf deinen Hype schießt“ und zeigte so spielend leicht, wie fresh sie rappen und wie schön sie singen kann – inklusive krassem Musikvideo.
Doch nicht nur der Flex ist der Rapperin wichtig. Sie vermittelt in ihren Instagram-Stories auch Werte, teilt ihre Meinung und gibt Self-Care-Tipps. Ihr einfachster Tipp: Sich einfach mal einen ganzen Tag selbst hypen! Auch und vor allem für die kleinsten Dinge. Du hast den Müll runtergebracht! Yeay! Du bist aus dem Bett aufgestanden. Voll gut! Insgesamt hat sie so gelernt, die kleinen Dinge an sich selbst zu schätzen und gemerkt, dass man dann viel weniger Bestätigung von außen braucht.
Sie setzt sich keine Grenzen und probiert sich gerne aus. Zu ihren Inspirationen zählen die Queens Missy Elliott, ​​Eve, Alicia Keys und Rihanna. Also alles Frauen, die ihr Ding gemacht haben, Sounds entwickelt und die Musikindustrie geprägt haben. Aisha Vibes vereint all das in ihrer Musik. In Sachen Flows, Style und Attitüde macht ihr niemand so leicht was vor.
Ich will nicht mehr das machen, was Leute von mir wollen!
Aisha Vibes
Demnächst will Aisha Vibes uns noch mehr ihrer Bandbreite in Form einer EP präsentieren. Sie hat sich Zeit genommen, um herauszufinden, wie sie eigentlich klingen möchte. Herausgekommen sind Songs mit mehr Gesang, da sie es vermisst hat, ihre Stimme so auszuleben. Trotzdem gibt es keinen Track ohne Rap-Part, denn diesen Skill kann sie nicht einfach verschwenden. Die Musikerin zeigt sich verletzlicher und erzählt mehr von ihren Erlebnissen, ihrer Entwicklung zu der Frau, die sie heute ist. Einer dieser Songs ist „Rudebwoy“ – hier zeigt sie, dass sie nicht immer die selbstbewusste, starke Frau ist, sondern auch mal in ihren Gefühlen für einen Mann gefangen sein kann. Die Zerrissenheit hört man ihr in jedem Part an.
Die Tracks auf ihrer EP haben nicht weniger Bounce als ihre Singles davor. Aisha Vibes kann einfach nichts ohne, nun ja, Vibes und clevere Lines releasen. Wir dürfen also gespannt sein, wie sie sich weiterentwickelt. Wer weiß, vielleicht kann sie ihren Traum wahrmachen und mit Wizkid, Burna Boy oder Tiwa Savage auf einer Bühne stehen und die Crowd glücklich machen.