Florian
Neuschwander
Geburtsdatum | 1 Juni 1981 |
|---|---|
Geburtsort | Neunkirchen im Saarland |
Alter | 44 |
Nationalität | Deutschland |
Karriere Start | 1997 |
Disziplinen | Running |
Florian Neuschwander liebt das Laufen mit jeder Faser seines 167 cm großen Körpers. „Mir ist die Distanz, der Untergrund oder was auch immer egal“, sagt Neuschwander. „Hauptsache Laufen!“
Seinen ersten offiziellen Laufwettkampf bestreitet Flo mit 15 Jahren. Ohne Training, dafür in Tennisschuhen. „Die 2 km, die ich damals gelaufen bin, haben mir gezeigt, dass da was geht.“ Seither sind die Strecken, die der gebürtige Saarländer läuft, immer länger, teils sogar steinig geworden.
Mit dem Wings for Life World Run ins Rampenlicht
2015 gewinnt Neuschwander erstmals den Wings for Life World Run in Deutschland mit einer Gesamtdistanz von 74,5 km. Wenige Monate später siegt er beim prestigeträchtigen Trans Rockies Run – einem Ultrarun, bei dem Extremläufer 200 Kilometer und 6.000 Höhenmeter in sechs Tagen absolvieren. „Der Wings for Life World Run ist immer wieder ein einmaliges Erlebnis. Die Tatsache, dass man von einem Auto gejagt wird, noch dazu für den guten Zweck – das ist genau mein Ding“, so Neuschwander, der beim Laufen nichts mehr liebt, als die Abwechslung.
Über seinen überraschenden Erfolg beim Trans Rockies Run sagt er: „Eigentlich wollte ich erst einmal nur bei der ersten von sechs Etappen Gas geben. Nachdem ich die mit großem Abstand gewonnen hatte, dachte ich mir, da ist vielleicht sogar mehr drin.“ Am Ende kommt er mit 26 Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten ins Ziel.
Laufen FloW-Style heisst "Rennen frei Schnauze"
Genau diese Herangehensweise und sein Motto „Run With the FloW“ unterscheidet Flo Neuschwander von anderen, klassischen Langstreckenläufern: „Wenn ich mich gut fühle, dann baller ich eben. Dann macht es Spaß und dann ziehe ich durch.“
Viele sehen in FloW auch deshalb den Vorreiter einer neuen Läufergeneration, für die Laufen ein Lebensgefühl ist, ein Abenteuersport. Eiserne Trainingsroutinen haben im Laufplan von Neuschwander nur selten Platz. „Früher hat man strickt nach Plan trainiert, ich mache, worauf ich Bock hab. Klar erstell auch ich mir Trainingspläne, aber am Ende gehe ich doch nach meiner Form und meinem Gefühl.“
Lieber sozial als in Stein gemeißelt
Flo verabredet sich lieber via Social Media mit Interessierten und Hobbyläufer:innen, die ihn dann auf längeren Trainings- und Testläufen begleiten. "Für die ist das ein Riesenspaß, und für mich die beste Motivation, Vollgas zu geben", so Flo.
Wie hat es Flo Neuschwanders Idol Steve Prefontaine einmal gesagt: „To give anything less than your best is to sacrifice the gift.“ – Wer nicht sein Bestes gibt, opfert sein Talent. Flo Neuschwander wird das nie passieren, weder beim Testlauf mit seinen Facebook-Freunden, noch beim Wings for Life World Run.
Rekorde und Herausforderungen, die beflügeln
Und noch etwas macht Neuschwander besonders: Der mittlerweile in Inzell im Chiemgau lebende Ultrarunner sucht sich immer neue Herausforderungen und Projekte. So schafft er 2021 den damals ersten Weltrekord über die 100 km auf dem Laufband – in 6:26:08 Stunden.
Wenig später treibt er das menschlich Machbare im Team auf die Spitze und holt – wiederum auf dem Laufband – den Weltrekord im 24 Stunden Staffel Rennen. Am Ende stehen 380,48 km mit einer durchschnittlichen Pace von 03:47 min/km.
Ein weiteres spannendes Projekt war "Von Laufen nach Laufen laufen", bei dem Flo binnen sieben Tagen 550 km und 10.287 Höhenmeter von Laufen bei Basel in der Schweiz nach Laufen in Deutschland nahe der österreichischen Grenze gelaufen ist.
Und dann wären da noch Flos beliebte Seen: "Ich liebe es, Seen zu umrunden und mir Rekorde zu schnappen!", strahlt der heute 42-Jährige. Für den Chiemsee (54,17 Kilometer, 3:37,39 Stunden) und den Starnberger See (49,6 Kilometer, 2:59,02 Stunden) hält Flo bereits die Rekorde. Zuletzt, Ende März 2024, hat Flo einen neuen Streckenrekord um den Ammersee aufgestellt. Fabelhafte 2:57:45 Stunden brauchte Flo für die 46,70 Kilometer lange Umrundung. Das entspricht rund 16 km/h und einer Pace von 3 Minuten und 48 Sekunden pro Kilometer. Zahlen, bei dem selbst ambitionierten Läufer:innen schwindelig wird!
Kaum auszudenken, was in den kommenden Jahren passiert. Denn seit Anfang 2024 tut Flo, was für ihn lange undenkbar war – er arbeitet mit einem Coach zusammen! "Ich habe jahrelang mehr oder weniger frei Schnauze trainiert", erzählt Flo: "Jetzt habe ich gedacht, mal sehen, was geht, wenn ich einen Trainer dazu hole." Wir sind gespannt!