Sarah
Zadrazil
Geburtsdatum | 19 Februar 1993 |
|---|---|
Geburtsort | St. Gilgen |
Alter | 32 |
Nationalität | Österreich |
Karriere Start | 2016 |
Disziplinen | Fußball |
Die österreichische Mittelfeldspielerin Sarah Zadrazil verließ als Teenagerin ihre Heimat, um in die USA auszuwandern und ihrem Traum einer Karriere als Profi-Fußballerin nachzugehen.
In den vier Jahren, in denen sie für die East Tennessee State Buccaneers auflief, entwickelte sich ihr technisch ausgefeilter und zugleich kompromissloser Stil, von dem nun die Frauenmannschaft des FC Bayern München genauso profitiert wie das österreichische Frauen-Nationalteam.
Mit dem deutschen Club holte sie schon in ihrer ersten Saison den Titel, während sie mit ihren Leistungen auf dem Platz und ihren Videotagebüchern, die Einblick in das Leben einer Spielerfrau geben, den Weg für junge weibliche Fußballerinnen in den Profisport ebnet.
Ihr atemberaubendes Weitschusstor im Semifinale der Champions League 2021 gegen Chelsea brachte ihr eine Nominierung für das UEFA Tor der Saison ein. Mitnominiert waren dabei auch ihre männlichen Kollegen wie etwa Paul Pogba.
Sarah begann im Alter von fünf Jahren mit dem Fußballspielen. Sie tat es ihrem älteren Bruder gleich, der für eine lokale Mannschaft in ihrem Heimatort St. Gilgen auflief, die von deren Vater trainiert wurde. Mit 14 Jahren wechselte sie in eine Frauenmannschaft, zuvor war sie das einzige Mädchen, das mit den Jungs auf dem Platz stand.
2012 besuchte Sarah die East Tennessee State University und war die erste Österreicherin, die in ein Sportprogramm eines Colleges in den Vereinigten Staaten aufgenommen wurde. Der Fokus wurde dort auf das Krafttraining und die physische Fitness gelegt - ein Kontrastprogramm zur eher strategischen Herangehensweise, die in Europa praktiziert wird. Diese neue Herangehensweise veränderte ihr Fußballspiel weitreichend.
Im Jahr 2017 nahm sie mit der österreichischen Frauenmannschaft an der Europameisterschaft teil und feierte dort ihr erfolgreiches Debüt, das erst im Halbfinale endete.
"Ich werde dieses Turnier nie vergessen: die Erfahrung, als Underdog anzutreten, und es dann bis ins Halbfinale zu schaffen, während ein ganzes Land in Euphorie versetzt wird. Bis dahin war das Interesse an Frauenfußball nicht unbedingt groß, doch dann waren plötzlich 12.000 Menschen bei einem Public-Viewing des Halbfinales in Wien dabei."
2018 wurde sie zur österreichischen Fußballerin des Jahres gekrönt.
Abseits des Spielfeldes liebt sie es, zu wandern und im Wolfgangsee zu schwimmen, Freunde zu treffen und sich in der Welt von Game of Thrones zu verlieren.
"Das Fußballspielen hat mir so viel gegeben und mir so vieles ermöglicht. Ich habe Freunde für's Leben gefunden, verschiedenste Länder besucht und verschiedenste Kulturen kennengelernt. All das ging nur durch den Fußball und so wirst du glücklich, obwohl du manche Dinge opfern musst. Dafür lernst du andere Dinge auf eine neue Art wertzuschätzen."