Azet & Zuna haben 2022 ihr zweites gemeinsames Album veröffentlicht: „Ultra Plus“
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Music

Azet & Zuna – ihre 13 besten Songs

Azet & Zuna von der KMN Gang sind längst von Straßenrap-Geheimtipps zu internationalen Hit-Garanten geworden. Wir haben die Highlights des Duos für euch zusammengetragen.
Von: Fred Erik
5 min readUpdated on
Du hast die letzten paar Jahre unter einem Stein gelebt, in einer Höhle auf einer abgelegenen Insel gechillt oder möglicherweise in der Erdumlaufbahn schlechten Handyempfang gehabt? Nun gut, unter diesen Umständen können wir ansatzweise nachvollziehen, dass du ein wenig Grundwissen über die KMN-Mitglieder Azet und Zuna nacharbeiten möchtest. Denn es war wirklich nicht einfach, an den großen Melodien und hartnäckigen Ohrwürmern vorbeizukommen, die die beiden Charmeure seit 2016 auf die Bluetooth-Boxen und Streaming-Playlisten der Nation(en) losgelassen haben.
Lauthals „Lelele“ zu singen ist schon fast ein unbewusster Reflex, wenn die beiden Namen fallen – tatsächlich bringt kaum ein Song die Qualitäten der Gang derart gut auf den Punkt wie der melancholische, exotische Favela-Trapfilm aus dem ersten gemeinsamen Album „Super Plus“. Aber das ist natürlich nicht alles, denn inzwischen darf auch „OEO“ oder „Ohh Oh“ gesungen werden – die Hits sind also auf dem 2022er Nachfolgealbum „Ultra Plus“ immer noch melodiös und zielsicher auf die Zwölf.

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Azet und Zuna haben sich nicht nur die Aufmerksamkeit des Mainstreams gesichert, sondern mitsamt ihrer Musik eine spannende Evolution durchgemacht: von Straßenrap-Standards über Afrotrap zum großen Pop-Sound und darüber hinaus. Wir gehen quer durch ihren Katalog und zeigen euch die Highlights dieser Entwicklung – und mit vier Songs von „Ultra Plus“ fangen wir an.

OEO (mit Dhurata Dora)

Okay, wow – „OEO“ illustriert ganz gut, was seit „Super Plus“ noch so alles passiert ist. Dhurata Dora ist so eine Art inoffizielles drittes Mitglied von Azet & Zuna und befördert sie – Hit für Hit – in die Stratosphäre. Oder eben nach Pristina, wo mit der Gang zum EDM-Feuerwerk gefeiert wird. 13 Millionen Youtube-Klicks in eineinhalb Monaten? Na klar. Das ist wirklich „Ultra Plus“.

Ohh Oh

Ein markerschütternder Drumloop, eine gekonnt platzierte 90er-Referenz, dazu der gewohnt slicke Geld- und Partytalk von Azet und Zuna – und fertig ist eine weitere „Ultra Plus“-Single, die jedoch ganz anderes Territorium erobert. „Ohh Oh“ ist eher Club als Stadion, dabei trotzdem unverkennbar KMN.

Karussell

Okay, noch einer von „Ultra Plus“? Kein Problem – „Karussell“ ist wieder ein ganz anderes Ungetüm, uptempo wie „OEO“, aber aggressiver und technischer gerappt, der Missing Link zwischen Sommer-Poolparty-Soundtrack und Mitgröl-Instant-Classic.

SL

Wie das neueste Album von Azet & Zuna dann aber beginnt, ist wieder ein ganz anderer Flavour – melodischer Straßenrap, produziert von Lucry & Suena, der keine Fragen offen lässt. Und mit dieser Momentaufnahme verlassen wir „Ultra Plus“ und tauchen ein in die Vergangenheit des KMN-Duos.

Skam Koh

Weit über 50 Millionen Youtube-Klicks mit einer Hook auf Albanisch? Kein Ding für Azet, der mit seinen kosovo-albanischen Wurzeln in den Ring steigt und einen internationalen Hit schneidert, auf dem nur Zunas Strophe noch daran erinnert, dass die KMN Gang sich im deutschen Sprachraum formiert hat. (Hier übrigens in der Version vom Red Bull Soundclash 2019 gemeinsam mit Dhurata Dora.) Worum es dabei geht? Lassen wir die Übersetzung von Azets Bridge doch für sich sprechen: „Ich jage den Millionen hinterher/Ich habe keine Zeit, nur wenn Mutter anrufen sollte.“ Finden wir völlig legitim. Es gibt ja einiges zu tun, grenzüberschreitend.

Wenn die Sonne untergeht

Ein Ausflug nach Panama, eine große Auswahl an Fahrzeugen und Fluggeräten, mal wieder ein Hochglanzvideo in Spielfilm-Anmutung und, wenn man all das Materielle beiseite lässt: Azet mit einer der stärksten Rap-Strophen seiner Karriere, eine Zuna-Hook für den ewigen Sonnenuntergang und ein Lieblingslied von „Super Plus“.

Ist es wahr

Legitime Frage, wenn man sich die letzten Jahre in einem endlosen Strudel aus Hits und Shows, Aufmerksamkeit und Nonstop-Arbeit aufgehalten hat: Ist das eigentlich alles wahr? Kann mich mal jemand kneifen? Das Video zu „Ist es wahr“ zeigt die wichtigsten Stationen rund um das Album „Super Plus“, angefangen von Aufnahmen in den Red Bull Music Studios in Berlin über Videodrehs hin zu den großen Auftritten und kreischenden Fans. Jungs, lasst es euch gesagt sein: Alles komplett wahr. Wer hätte das gedacht.

KMN Gang – KMN Member

Der Allstar-Track: als Azet und Zuna, Miami Yacine und Nash tatsächlich zum ersten Mal zu viert auf einem gemeinsamen Track zu hören waren, war die Gang längst in allen erdenklichen Konstellationen mit Chartplatzierungen und Edelmetall dekoriert. Bei so einem freudigen Ereignis drängt sich die Frage auf: „Wer hat Deutschrap verändert?“ Die Antwort kennen wir wohl alle.

Zuna – Aye

Noch so ein Straßenepos: in einer sich scheinbar immer wiederholenden Themenwelt aus Tristesse und Kleinkriminalität ragt „Aye“ wie ein dunkler Monolith auf, der das Geschehen überblickt und für die Nachwelt niederschreibt. Packend.

Zuna feat. Azet & Noizy – Nummer 1

Zahlen, bitte: „Nummer 1“ war letztendlich zwar „nur“ Nummer 7 in den deutschen Charts, gilt aber als endgültiger kommerzieller Durchbruch der Dresdener Crew, nachdem Miami Yacine im Vorjahr mit „Kokaina“ noch nicht ganz die Top 10 erreicht hatte. Das Zuna-Album „Mele7“ stieg sogar bis auf den zweiten Platz der Albumcharts und belegte ein für alle Mal, dass hier mehr lauerte als ein One-Hit-Wonder. Dass Azet auf dem Durchbruch des Crewkollegen gastierte? Ehrensache!

Zuna – KMN

Einer der spannendsten Songs zwischen den Welten von Straßenrap und modernem, melodischem Trap: Ende 2016 croont Zuna sich durch diese ruhige, melancholische Gangster-Ballade auf einem minimalen Beatgerüst. Der gesungene Anfang und das gerappte Ende sind zwei Seiten der Medaille, wirken streckenweise wie beiläufig improvisiert, fangen sich dann aber immer wieder im Beat und hinterlassen schließlich Stille. Damit hatte Zuna sein nächstes Level freigespielt – und ganz nebenbei seine erste Chartplatzierung in der Tasche.

Azet – Patte fließt

Im Dezember 2016 schaffte es Azet erstmals in die deutschen Singlecharts und brachte schon damals auf „Patte fließt“ alles zusammen, was zu seiner musikalischen DNA gehört. In der Strophen war er noch recht nah am vorherrschenden Straßenrap-Zeitgeist, aber nur, um in der Hook die Entwicklung des KMN-Sounds vorwegzunehmen – und hallo, hören wir da etwa schon ein lautes „Lelele“? Kein Wunder, dass Azet weiß, wie „Patte fließt“.

Azet – Fast Life

Früher KMN-Klassiker: „Fast Life“ beruht noch auf einem klassischen, tiefdunklen HipHop-Beat, während Azet schon zwischen kantigem Rap und samtweichem Gesang wechselt – ein Trick, zu dem Gangsta-Rap schon seit den Tag von Dr. Dres „The Chronic“ immer wieder griff. Und wenn der Kontrast zwischen einschmeichelnder Melodie, brutalen Drums und entschlossenen Flows so stimmig daherkommt wie auf „Fast Life“, bleiben kaum Wünsche offen. Außer für Azet und seine Gang, denn das hier war erst der Anfang.