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Battlefield 5 gegen Call of Duty Black Ops 4: Welches Game ist besser?

© Activision / EA
Das große Shooter-Duell 2018: Welches Spiel ist besser? Call of Duty Black Ops 4 oder Battlefield 5?
Autor: Philipp Brielveröffentlicht am
Knapp einen Monat Vorsprung konnten sich Activision und Call of Duty Black Ops 4 sichern, doch jetzt greift EA mit Battlefield 5 in den Kampf um den Shooter-Thron 2018 ein. Es ist der High Noon der Ego-Shooter. Ein packendes Duell, in dem erneut zwei riesige Communities aufeinander treffen.
Wie einst beim Highlander lautet die Prämisse: Es kann nur einen geben! Wir lassen die beiden Platzhirsche gegeneinander antreten und verraten euch, welches Spiel sich für wen mehr lohnt. Möge der Kampf beginnen.

Die Ausgangslage

Am 12. Oktober erschien Call of Duty Black Ops 4. Über ein Monat Vorsprung also auf den großen Konkurrenten Battlefield 5 und mehr als genug Zeit, sich in der Gaming-Community zu beweisen. Bei Actionfans rund um den Erdball ist Black Ops 4 seither Thema Nummer 1.
Mitte November schicken EA und DICE mit etwas Verspätung Battlefield 5 ins Rennen. Geht es nach den Analysten, steht der Sieger schon vorab fest – zumindest, was Vorbestellungen und die Verkaufsprognose betrifft. Immerhin erscheint das neue Battlefield kurz nach Blockbustern wie Paw Patrol: Im Einsatz und eher kleineren Titeln namens Red Dead Redemption 2 und Fallout 76.
Der 15. Teil der Call of Duty-Serie gegen den 12. Teil der Battlefield-Reihe, beide Serien hatten in der Vergangenheit ihre Höhen und Tiefen. Trotzdem wissen beide eine unglaublich loyale Fanbase hinter sich. Doch wo weisen beide Spiele ihre Stärken auf? Und wo liegen möglicherweise ihre Schwächen?

Spielgefühl: Spezialisten treffen auf gewaltige Schlachten

Call of Duty: Black Ops 4 setzt da an, wo die Vorgänger aufgehört haben. Nachdem sich die Entwickler mit dem WWII-Ableger zurück auf die Stärken der Serie besonnen, gehören Exosuits, Schubdüsen und Walljumps endgültig der Vergangenheit an. Black Ops 4 setzt auf die klassischen Stärken der Reihe (zumindest, was die Modern Warfare-Ära anbelangt): Schnelle Kills, coole Unterstützungen und zahlreiche Belohnungen.
Das Ganze kombiniert Activision mit gelungenen futuristischen Gadgets, die dem Spiel ihre Würze verleihen, allerdings ohne dabei zu stark vom Kern-Spielgefühl abzuweichen. So sind es die Spezialisten-Klassen, die den Multiplayer von Black Ops 4 so besonders machen. Spezielle Klassen, die mit ihren besonderen Eigenheiten aufwarten und verschiedene Spielertypen ansprechen.
Black Ops 4 setzt auf schnelle Matches, kurze Runden und Action im Sekundentakt. Zeit zum Erholen bleibt keine. Das gefällt Profis, spricht allerdings auch Neulinge an, die trotz des meist kurzen Lebenszyklus einfache Erfolge feiern. Nicht zuletzt auch, weil im neuesten Ableger Assists – also Hilfen bei der Eliminierung eines Gegners – als Kills gewertet werden. Das hält die Motivation aufrecht.
Auf der anderen Seite: Battlefield 5. Auch bei DICE lautet das Motto für den neuesten Ableger offenbar „back to the roots“. Nach mehrere mehr oder weniger geglückten Experimenten kehrt die Serie dorthin zurück, wo sie groß geworden ist: In den Zweiten Weltkrieg.
In den vergangenen Jahren hat Battlefield mehr oder weniger erfolgreich mit verschiedenen Szenarien experimentiert, wobei das grundlegende Spielgefühl – anders als bei der Konkurrenz - weitestgehend erhalten blieb. Battlefield 5 zeigt jedoch eine andere Seite des Weltkrieges, als wir sie bisher gesehen haben. Während uns Waffen, Fahrzeuge und Setting also äußerst vertraut vorkommen, sorgen die Umgebungen und Karten, aber auch einige spannende Neuerungen für frischen Wind.
Doch Battlefield im Jahr 2018 spielt sich fast genauso, wie Battlefield im Jahr 2002. Nur eben mit modernerer Technik und neuen Möglichkeiten. Bedeutet: Wir stürzen uns in gewaltige Massenschlachten, entwerfen mit unserem Trupp ausgefeilte Strategien und nehmen an Matches teil, die gut und gerne mal eine Stunden dauern.
Die durchschnittliche Lebenszeit fällt länger aus als bei der Konkurrenz und auch Scharfschützen bekommen genug Zeit, aus sicherer Entfernung an der Schlacht teilzunehmen. Dabei nehmen sie dank exklusiver Markierungsfunktion trotzdem eine wichtige Rolle für das Team ein. Dank neuem Zermürbungssystem ist es zudem Campern nicht mehr möglich, die ganze Runde an einer Stelle zu verharren. Sinnvolle Neuerungen, die einige der größten Kritikpunkte der Reihe ausmerzen.
Umringt von Panzern stürmen wir ganze Städte, Flugzeuge kreisen über uns, Gebäude stürzen ein – Das sind die Momente, in denen Battlefield am besten funktioniert und wodurch sich die Reihe seit jeher auszeichnet. Hinzu gesellen sich einige kleine, aber gelungene Neuerungen die für frischen Wind im angestaubten Weltkriegs-Szenario sorgen.
Black Ops 4 und Battlefield 5. Beides sind Ego-Shooter, die in Sachen Spielgefühl unterschiedlicher nicht sein könnten. Welches euch mehr zusagt, muss wohl jeder für sich entscheiden.

Für Einzelkämpfer

In Battlefield 5 gibt's die Kriegsgeschichten. In Black Ops 4? Nichts.
In Battlefield 5 gibt's die Kriegsgeschichten. In Black Ops 4? Nichts.
Die Singleplayer-Kampagne nimmt in der Battlefield- und Call of Duty-Serie schon lange keinen hohen Stellenwert mehr ein. Doch welcher der beiden aktuellen Shooter eignet sich denn jetzt besser, wenn man auch mal alleine in den Kampf ziehen möchte?
Die Frage ist in diesem Jahr relativ schnell geklärt: Battlefield 5. In Call of Duty: Black Ops 4 glänzt der Solo-Modus durch Abwesenheit, setzt der neueste Shooter doch ausschließlich auf das Multiplayer-Pferd.
In Battlefield 5 kehren die aus dem Vorgänger bekannten Kriegsgeschichten zurück. Zum Start erwarten euch drei abwechslungsreiche Kampagnen, die euch die Schrecken des Zweiten Weltkrieges in kurzen, aber gut geschriebenen und emotionalen Missionen miterleben lassen. Mit einer Gesamtspielzeit von knapp fünf Stunden ist die Kampagne im neuen Battlefield allerdings auch nur nettes Beiwerk zum Multiplayer.
Doch trotzdem: Die Missionen in Nordafrika, Norwegen und Südfrankreich sind hervorragend geschrieben und überzeugen mit einer packenden Geschichte, wenngleich sie nicht an die Qualität des Vorgängers heranreichen und gehen dabei weit über den gewöhnlichen Shooter-Einheitsbrei hinaus. Einzelkämpfer werden also mit Battlefield 5 besser bedient.

Wieviel Abwechslung soll es denn sein?

Beide Shooter legen also ihren Fokus in diesem Jahr klar auf den Multiplayermodus und setzen dabei, wie bereits erwähnt, auf ein ganz unterschiedliches Spielgefühl. Welches Spiel bietet dabei eigentlich mehr Abwechslung und warum?
In puncto Abwechslung ist Call of Duty: Black Ops 4 besser aufgestellt. Zumindest noch. Im aktuellen Shooter von Treyarch erwartet euch neben dem klassischen Multiplayer mit Spielmodi wie Team-Deatchmatch oder Search and Destroy ein umfangreicher und kooperativer Zombie-Modus. Obendrauf spendieren euch die Entwickler den gelungenen Battle Royale-Modus Blackout, der es problemlos mit der Genrekonkurrenz aufnimmt.
Alle drei Optionen sind voneinander losgelöst und warten mit Rangsystemen und zahlreichen Belohnungen auf, um euch problemlos unzählige Stunden an den Bildschirm zu fesseln. Besonders, da das Spielgefühl von Modus zu Modus stark variiert – Eine gemütliche Koop-Session? Oder doch lieber Kampf um Leben und Tod im Battle Royale-Modus? Das liegt ganz bei euch.
Abwechslung, bei der Battlefield 5 nicht mithalten kann. Zumindest noch nicht. Denn Koop-Modus und Battle Royale-Ableger des Shooters stehen noch nicht in den Startlöchern und werden erst 2019 erscheinen. Löblich: Alle zusätzlichen Inhalte werden allen Käufern ohne Extra-Kosten angeboten.

Die Neuerungen

Black Ops 4 wagt keine Experimente. Call of Duty, wie wir es lieben.
Black Ops 4 wagt keine Experimente. Call of Duty, wie wir es lieben.
Natürlich müssen wir auch auf die Neuerungen zu sprechen kommen, die nicht nur Kenner beider Serien interessieren dürften. Black Ops 4 bietet also derzeit die abwechslungsreicheren Spielmodi, doch um einen besseren Vergleich wagen zu können, konzentrieren wir uns ausschließlich auf den klassischen Multiplayer.
Mal abgesehen von den neuen Spezialisten halten sich die Neuerungen im Multiplayer nämlich absolut in Grenzen. Die Luft-Akrobatik wurde gestrichen, das Energiesystem generalüberholt und bis auf leicht überarbeitete Spielmodi präsentiert sich der Black Ops 4-Multiplayer äußerst vertraut. Was allerdings nicht unbedingt negativ gemeint ist, immerhin zählt die Call of Duty-Serie zu den erfolgreichsten Spielen der vergangenen Jahre. Wer allerdings auf frische Ideen gehofft hatte, wird enttäuscht sein. Schnell wird klar, dass die beiden anderen Eckpfeiler des Shooters klar im Fokus standen.
Versteht uns nicht falsch: Der Multiplayer von Black Ops 4 macht Laune. Das schnelle Spielprinzip funktioniert genauso gut wie in den Vorgängern, sinnvolle Neuerungen muss man allerdings mit der Lupe suchen.
Und Battlefield 5? Auf den ersten Blick gleicht der neueste Ableger seinem Vorgänger – mal abgesehen vom Setting – wie ein Ei dem anderen. Doch der Schein trügt: Unter der Haube schlummern zahlreiche kleine Verbesserungen, die auf den ersten Blick ganz nett wirken, aber in einem gänzlich frischen Spielgefühl resultieren.
Battlefield 5 spielt sich, wie man es von einem Battlefield erwartet. Brachiale Action, gewaltige Schlachten, Panzer und Flugzeuge. An der Formel hat sich seit dem Auftakt im Jahr 2002 nur wenig geändert.
Trotzdem wartet der Shooter von DICE mit derart vielen kleinen Neuheiten auf, die den zwölften Serienteil zum vielleicht besten Ableger machen. Beispielsweise durch die Möglichkeit, dass nun endlich alle Klassen ihre Kameraden wiederbeleben dürfen.
Oder die neuen Verstärkungen, mit denen ihr die zwangsläufige Zerstörung der Karten aufhalten und ganze Gebäude wieder aufbauen oder taktische Stellungen errichten könnt. Auch der Wegfall des 3D-Spottings sorgt für ein intensiveres Spielgefühl, da nun nicht mehr alle Gegner per Knopfdruck sichtbar markiert werden.
Die vielleicht wichtigste Neuerung von Battlefield 5 ist das neue Zermürbungssystem, denn im Shooter sind Munition und Heilgegenstände äußerst knapp bemessen. Damit geht den altbekannten Campern irgendwann unweigerlich die Luft aus denn die werden gezwungen, nun doch endlich einmal am Spielgeschehen teilzunehmen. Die Zermürbung betrifft aber auch Panzer und Fahrzeuge, die ebenfalls nicht mehr pausenlos eure Basis unter Beschuss nehmen, sondern zum Aufladen der Munition in die eigene Basis zurückkehren müssen.
Auch regeneriert ihr eure Gesundheit fortan nicht mehr vollständig, sondern nur noch zu einem gewissen Teil. So zwingt euch das Spiel, das wertvolle Medikit zu benutzen oder dem nächsten Sanitäter einen Besuch abzustatten. Viele kleine Änderungen, die euch dazu zwingen, taktischer vorzugehen und somit für ein frisches Spielgefühl sorgen. Die Zermürbung ist ein Feature, welches wir in künftigen Shootern jedenfalls nicht mehr missen wollen.

Schon schön

Die Frostbite-Engine von Battlefield 5 überzeugt.
Die Frostbite-Engine von Battlefield 5 überzeugt.
Natürlich entwickeln sich moderne Games nicht nur spielerisch, sondern vor allem auch technisch weiter. Bei einem Vergleich müssen wir also auch auf die Grafik zu sprechen kommen. Black Ops 4 sieht gut und überzeugt vor allem durch seine gelungene Performance, die jederzeit flüssige Gefechte auf den Bildschirm bannt.
Während vor allem die Lichteffekte und Explosionen überzeugen können, scheint die altgediente Call of Duty-Engine langsam aber sicher an ihre Grenzen zu kommen. Vor allem die Texturen und eher leblosen Umgebungen reißen heutzutage niemanden mehr vom Hocker und auch die Animationen wirken teilweise veraltet. Schnell wird klar, dass die Entwickler hier den Fokus auf eine saubere Performance gelegt haben, statt auf eine opulente Grafik.
Ganz anders Battlefield 5. Was die Entwickler von DICE hier für ein Grafik-Feuerwerk abfeuern, ist stellenweise schlicht atemberaubend. Je nach PC-Konfiguration oder Konsole kann der Shooter die angepeilten 60 fps auch meist sehr gut halten, allerdings haben Besitzer der Standard-PS4 oder –Xbox One deutlich das Nachsehen und müssen nicht nur auf einige grafische Details verzichten, sondern auch herbe Drops der Framerate in Kauf nehmen.
Dafür zaubert das Spiel aber absolut beeindruckende Umgebungen und schicke Effekte auf den Bildschirm, sogar Fußabdrücke im Schnee oder herumwirbelnde Blätter sind erkennbar. Besonders PC-Spieler dürfen sich über einige beeindruckende Effekte freuen, immerhin gilt Battlefield 5 als Aushängeschild für das Echtzeit-Raytracing moderner Grafikkarten.
Die Vorteile des hardwarehungrigen Render-Systems liegen in der authentischeren Darstellung. So werden beispielsweise Lichtquellen physikalisch korrekt dargestellt, Schattenwürfe sollen weich und echter aussehen und Reflexionen spiegeln Objekte realitätsgetreu wieder.
Für Battlefield 5 bedeutet das, dass wir Explosionen in den Augen der Soldaten erkennen oder Pfützen und sogar Waffen die Flammen aus der Umgebung reflektieren. Eine nette, wenngleich nicht ganz günstige Spielerei, die für eine noch realistischere Spielerfahrung sorgt.
Doch Raytracing hin oder her: Battlefield 5 sieht beeindruckend aus und da kann Black Ops 4 definitiv nicht mithalten.
Welches Spiel ist denn nun also besser? Call of Duty: Black Ops 4 oder Battlefield 5? Die Antwort lautet: Keines. Beide Shooter haben ihre individuellen Stärken und Schwächen und zeichnen sich durch Besonderheiten auf, die der jeweils andere nicht bietet.
Das Spielgefühl beider Titel könnte kaum unterschiedlicher sein und so entscheidet letztlich der persönliche Geschmack. Spaß machen jedoch beide Spiele und das ist doch immer noch das Wichtigste.
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