Rap 💯
01
„Tokyo“
Ganz am Anfang, da war die Welt gleich riesengroß – egal, wie klein das heimische Kinderzimmer war. Der Geist von Cloud-Rap wabert durch den Nebel von Tokyo, benno! singt, mumblet, rappt blitzsauber und switcht mühelos zwischen all dem hin und her – und dann ist der Trip auch schon wieder zu Ende. Aber den Eindruck, der bleibt.
02
„Dein Mann Freestyle“
Ist ja auch irgendwie, dass das hier ein Hit werden musste, oder? „Avec mon reuf, Big-Man-Ting, deine Madame will Pics von mir“ – die frankophonen Slangs („mon reuf“ ist sowas wie „mein Bro“) sitzen so locker wie die Querverbindungen in die UK-Culture, der luftige Beat schallert unerwartet doll, und obendrein bleibt benno! real, wenn er erwähnt, wie er seine „Cover-Art bei Canva“ holt. „Zwei Wochen in Schule, bei Tour dann weg/Der Benno, er rappt einen coolen Text“ – Platz 18 in den deutschen Charts ist dafür gar nicht so schlecht, oder?
03
„Gina Laitschek“
Innerhalb eines Jahres hat benno! seinen Slang auf nächste Level gebracht und assoziert sich frei durch luxuriöse Kurzgeschichten: Sein „Polo-Trackie riecht nach Xerjoff und Rinderfilet“, trotzdem reicht auch mal „Chicken Tikka Masala für das Dinner am Tisch“ im „Stu(dio)“ und mit „Fußballermütze und Blue Prada-Brille“ ruft er beschwörend den Namen der Influencerin, die ihn vielleicht gerade am meisten inspiriert: Was mag der Sommer noch bringen, wenn wir erst „Gina Laitschek“ verarbeitet haben?
04
„Locken & Asics“
Benno! kann aber auch auch anders – nämlich geradezu romantisch: „Trotz vielen Views und einem Haufen von Likes/Teil ich mit ihr einen Döner zu zweit“. Er hat eben immer noch „Love für die Mandem, my guy, Love für die Biddies und Chayas, my guy“. Da geht uns das Herz auf – und benno! ist „dank dieser Frau auf einem höheren Vibe.“ It's all love.
05
Außer Konkurrenz: „Nicht von da“ bei Red Bull 64 Bars
Er ist ein Macher, und das nicht nur, weil er wirklich zum Date kommt: Heute shootet er seinen Shot bei Red Bull 64 Bars. Do them Proud - benno!
06
„Qué Tal?“
Also zuerst mal: Den „Grr“-Adlib, den lieben wir ja, und selbstverständlich ist benno! „Numero Un, aber red' nicht von Kim Jong“. Aber wenn man ganz genu hinguckt, dann hat da jemand auch ganz klassischen Punchline-Rap verinnerlicht und zu seinem eigenen Ding gemacht:
„Lagebericht: Deine B*tch will mich, sie fragt: Benno, wie seh'n deine Haare aus?/Hoe, ich weiß selber nicht, meine Skully war mit mir, als ich kam aus der Mama raus/Dein Erfolg ist ein Joke, wurdest gefischt, dann serviert, du stinkst doll so wie Kabeljau.“ Treffer, versenkt – dankeschön.
07
„Ca va?“
Eine Sache sind ja die ganzen verschiedenen Sprachen: Spanisch, Französisch und UK-Slang ziehen sich durch bennos Texte wie ein roter Faden. „Ça va? Tutto ben'/Benno is not like them/Ça va? Merci, je t'aime/Halt' Mula in die Cam/Big Gyat Girl/Und sie schrein' alle nur Benno/Meine Mandem/Sie sorgen für 'ne Wendung.“
Aber was benno! ausmacht, ist eben auch, wie er wieder die Kurve zur ganz gewöhnlichen Realität kriegt: „Meine Lehrer sie wissen ich komm' erst zur zweiten Stunde, weil ich letzte Nacht müde war/Du redest von Cash, was 'ne Lüge war/Immer stabile Defense, so wie Rüdiger.“ Bäm.
08
„West Coast Flow“
… und zum Schluss ohne große Worte ein Mini-Klassiker aus den frühen Tagen dieser Karriere: „West Coast Flow“, kurz, kompakt und makellos.