Berin auf dem Red Bull Upgreat Event

Berin: Zwischen Schulabschluss in Deutschland und Turnieren in Los Angeles

© Red Bull

Vom Zeitvertreib zum lukrativen Hobby: Durch den Mobile-Giganten Clash Royale wurde Berin Bjelak zum Esport-Profi. Als einer der besten Spieler Europas bereist er die Welt.

Berin "Berin" Bjelak
Berin "Berin" Bjelak

Clash Royale hat den Mobile-Markt erobert und ist als umsatzstärkste App seit Release unangefochtener Marktführer. Um das einsteigerfreundliche Strategiespiel, das auf smarte Art die Lücke zwischen casual und kompetitivem Gaming schließt, entwickelt sich in kurzer Zeit eine ganz eigene Community. Und inmitten dieser aufstrebenden Esports-Szene tut sich ein deutscher Spieler mit einer unglaublichen Underdog-Story hervor.

Der Weg zum Esports-Profi

2017 kündigte der Clash Royale-Entwickler Supercell eine brandneue Turnier-Serie an. Die CCGS bot Casual-Spielers die Möglichkeit, an Qualifiern für ein späteres Offline-Event teilzunehmen.

Für Europa gab es mehrere Qualifier, doch erst beim letzten glückte Berin Bjelak die Sensation. "Beim Qualifier für das erste große Turnier habe ich aus Spaß mitgemacht. Den habe ich sogar gewonnen und so ging es los. Das war ein ziemlich geiles Gefühl." Mit der Qualifikation hatte der damals 17-Jährige schon 3.000 US-Dollar Preisgeld sicher. Kurz vorher war ihm noch nicht einmal bewusst, "dass es so etwas überhaupt gibt".

Der Red Bull Athlet erfuhr erst im Nachhinein, dass er im Qualifier sogar europäische Szene-Größen geschlagen hatte. Das war der Startschuss für seine bisher neunmonatige, kompetitive Clash Royale-Karriere - und das direkt, nachdem er mit der Schule fertig geworden ist.

Im familiären Umfeld sorgte die neue Berufung eingangs für Verblüffung. "Am Anfang haben das meine Eltern natürlich nicht ganz verstanden, aber als ich nach Los Angeles eingeladen wurde, haben sie es verstanden."

Gekommen, um zu bleiben

Mit dem frühen Erfolg sollte seine Karriere erst beginnen. Mittlerweile gehört Berin zu den besten Clash Royale-Spielern Europas. Auf den ersten Erfolg Übersee folgte ein vierter Platz im Kampf gegen 31 andere Teilnehmer auf der ESWC Gamescom 2017 in Köln. Auch in Paris schaffte er den vierten Platz. Dort waren sogar 47 Konkurrenten vor Ort. Im November 2017 ging es mit der Herbstedition der CCGS weiter. Obwohl er beim Offline-Event in Köln gegen die europäischen Schwergewichte antreten musste, kristallisierte sich der Deutsche als zweitbester Spieler heraus.

Red Bull Athlet Berin
Red Bull Athlet Berin

Schnell machte Berin sich mit seinen spannenden Spielen einen Namen. "Wenn ich heute zurückblicke, waren die besten Spiele meiner bisherigen Karriere sicher die knappen Partien gegen Loay, Soking und Loupanji." Mit diesen löste er damals auch sein Ticket zu den Clash Royale World Finals.

Aber wie steht es allgemein um die deutsche Szene in Clash Royale?

"Unter den deutschen Spielern sind ein paar sehr gute. Loay wurde zum Beispiel Dritter und hat damit nur knapp die Weltmeisterschaft verpasst. Die Spanier und Franzosen sind uns im europäischen Vergleich aber noch ein Stück voraus."

Mit seinem Einzug ins Finale glückte ihm die Qualifikation für die große Weltmeisterschaft - und 10.000 US-Dollar gab es obendrauf. Dort hielt der Red Bull Athlet als einziger Spieler die deutsche Fahne hoch.

Das hat sich Berin auf dem Weg zur Weltmeisterschaft zu Herzen genommen. In London gelang dem 18-Jährigen ein guter Einstand gegen den Japaner Fuchi, im Viertelfinale war jedoch Schluss.

Damit war Berin nicht nur Teil des bis dato größten Clash Royale-Events, sondern sogar des größten Mobile Gaming-Events. Von den 400.000 US-Dollar Gesamtpreisgeld gingen 15.000 US-Dollar an den Deutschen. Weltweit belegt er momentan sogar Platz neun im Preisgeld-Ranking.

Doch wie schafft man es, an der Weltspitze mitzumischen?

"Wenn man ein paar Spiele verliert, dann muss man sich schnell beruhigen, um wieder mit einem klaren Kopf ins nächste Match reinzugehen. Man darf nicht tilten, sondern man muss fokussiert bleiben."

Berin spielt Clash Royale erst seit neun Monaten kompetitive
Berin spielt Clash Royale erst seit neun Monaten kompetitive

Studium und Ligaspiele

Seine Zukunft wird wohl ein schwieriger Balance-Akt werden. Der Deutsche will studieren. Es werde jedoch schwer sein, "alles unter einen Hut zu bekommen". Aktuell hat er sich auf jeden Fall auf ein Ziel besonnen: "In der Clash Royale League werde ich nicht in der europäischen, sondern in der nordamerikanischen Liga spielen. Diese möchte ich natürlich gewinnen."

Die Liga wird in Los Angeles ausgespielt und etablierte eSports-Organisationen wie Team SoloMid, Cloud9 oder Counter Logic Gaming sind Teil des neusten Supercell-Streichs.

Berin will die Clash Royale League gewinnen
Berin will die Clash Royale League gewinnen

Die rosige Zukunft

Es ist unbestritten, dass der Mobile-Markt ein enormes Potenzial im Gaming- und Esports-Bereich besitzt. Deshalb denkt Berin, dass Clash Royale auch weiterhin wachsen werde. Supercell möchte er dennoch Tipps für die nächste Phase geben: "Dem Spiel täte es gut, Balance Changes, Nerfs und Buffs, in regelmäßigeren Abständen zu bringen."

Damit spricht er sicher viele Spielern aus der Seele.