Das letzte, große Spiel für die PlayStation 4: Ghost of Tsushima
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Die Spiele des Jahres 2020

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Samurai, Inselbewohner und große Buttermesser - Das sind die besten Games des Jahres!
Autor: Matthias Regge (@PrinnyDood)veröffentlicht am
Das Jahr 2020 war für viele eine Herausforderung. Videospiele haben, wie immer, dabei geholfen die Zeit in den eigenen vier Wänden besonders unterhaltsam zu gestalten. Wir durften den Release von fantastischen Fortsetzungen feiern, traumhafte Debuts spielen, und sogar erleben, wie ein Titel zwei Jahre nach seinem Release, zum Massenphänomen wurde. Das sind die besten Games des Jahres 2020.

Animal Crossing: New Horizons

2020 war das Jahr, in dem viele Menschen wenig Zeit mit Freunden verbringen konnten. Umso besser, das Nintendo ihre leichtherzige Life-Sim, Animal Crossing, für die Nintendo Switch veröffentlicht. Der Titel wurde schnell zum erfolgreichsten Teil der Reihe.
Das Prinzip ist simpel: Gemeinsam mit zwei tierischen Nachbarn besiedelt ihr eine kleine Insel und beginnt dort euer neues Leben. Langsam baut ihr dort eine stetig wachsende Zivilisation auf. Neue Bewohner ziehen dazu, Läden eröffnen. Wie ihr euren virtuellen Tag gestaltet, bleibt dabei vollkommen euch überlassen: Dekorieren, Angeln oder knallharter Aktienhandel mit Rübe - Animal Crossing lässt euch freie Hand.
Für eine lange Zeit war Social Media dominiert von den Screenshots und Geschichten vieler Inselgänger. Egal ob Neulinge oder Serien-Veteranen: New Horizons sorgte für gute Vibes und ein Gefühl von Gemeinschaft.

DOOM Eternal

Action-Schach in Perfektion. Bereits der Vorgänger von DOOM Eternal konnte Shooter-Fans mit seinem brachialen Gameplay und rockigen Soundtrack begeistern. Eternal legt an ein paar Mechaniken die Stellschraube an, und liefert ein Ballett aus Raketen und Dämonen.
Mobilität steht bei DOOM Eternal im Vordergrund: Mit dem Airdash und Enterhaken erobert ihr die Lüfte und bringt Zerstörung von Oben auf eure Gegner herab. Die einzelnen Kampf-Szenarien sind befriedigend wie bereits im Vorgänger. Einzig das Hinzufügen einiger, etwas zäherer, Gegner bringt den Spielfluss leider an und wann zum erliegen. Auch die Unterwasser- und Klettereinlagen hätte man etwas kürzer halten (oder weglassen) können. Was bleibt, ist dennoch das beste Action-Spiel des Jahres.
Honorable Mention: Half-Life: Alyx
Shooter-Freunde, die sich ein VR-Headset zuhause haben, durften sich dieses Jahr über das ambitionierteste Virtual Reality-Spiel freuen, dass wir bisher auf dem PC erleben konnten. Half-Life: Alyx ist zwar nicht der dritte Teil der renommierten Gaming-Reihe, aber ein fabelhaftes Trostpflaster.

Final Fantasy VII Remake

Fans mussten lange darauf warten. Und selbst als das Final Fantasy VII Remake offiziell angekündigt wurde, dauerte es etwas, bis man wirklich gemerkt hat, dass dieses Projekt Realität ist. Nun ist die lang Erwartete Neuauflage des jRPG-Megahits erschienen. Nicht jeder bekam, was er sich gewünscht hat, aber die Erwartungen waren schier unmöglich zu erfüllen.
Final Fantasy VII Remake ist der erste Teil eines episodiaren Abenteuers, dass in den nächsten Jahren abgeschlossen werden soll. Der Titel nimmt den Anfang der Geschichte des Originalspiels und fokussiert sich noch stärker auf die Spielewelt Midgar und dessen Bewohner. Spieler können durch die cineastische Präsentation noch stärkere Banden mit den Hauptcharakteren knüpfen. Sogar einige Nebencharaktere rücken mehr ins Rampenlicht, und stehlen sogar einigen Titelhelden die Show.
Das Kampfsystem ist wesentlich Action-orientierter. Insgesamt weicht Final Fantasy VII Remake etwas von seinen Rollenspielwurzeln ab und bietet ein wesentlich lineareres Erlebnis.
Honorable Mention: Yakuza: Like a Dragon
Die Yakuza-Reihe machte einen umgekehrten Wandel durch. Anstatt ein Action-Brawler zu sein, präsentiert sich Teil 7 (im Westen: Like a Dragon) als waschechtes jRPG. Doch nicht nur brandneues Gameplay wartet auf Serien-Veteranen. Auch ein neuer Hauptcharakter, der charismatische Ichiban, und der neue Schauplatz, Yokohama, erwarten den Spieler. Der perfekte Einstieg in die abgedrehte Spielereihe.

Among Us

Among Us ist ein echter Sonderfall. Der Titel ist bereits 2018 für Smartphones und PC erschienen. Erst dieses Jahr gelang dem Game ein Lawinen-artiger Durchbruch.
Im Grunde ist Among Us ein Social Deducation-Game, mit leichter Gameplay-Komponente. Eine Crew aus Astronauten muss eine Reihe von Aufgaben erfüllen. Unter ihnen sind aber eine Hand voll Imposter, deren Ziel es ist die gesamte Belegschaft auszulöschen. Zu jedem Zeitpunkt, oder wenn die Leiche eines Crew-Mitglieds gefunden wird, kann ein Spieler aus dem Schiff geworfen werden und scheidet aus.
Among Us hat viele Freundeskreise, die allesamt zuhause fest saßen, mit vielen Stunden Spielspaß versorgt. Und auch wenn der Titel bereits zwei Jahre auf dem Buckel hat, so ist es fair zu sagen, dass er erst dieses Jahr seinen echten Durchbruch hatte und zurecht den Game Award für “Multiplayer-Spiel des Jahres” gewonnen hat.

Hades

Jedes Jahr gibt es ein Indie-Game, das besonder hervorsticht. Hades von Supergiant Games war jedoch so viel mehr. Der Titel war qualitativ auf einem so hohen Niveau, dass er sich locker mit den großen Blockbuster-Produktionen messen konnte und sogar bei den Game Awards für das “Spiel des Jahres” nominiert war.
Hades nimmt sich das beliebte Roguelike-Genre und verpasst ihm zum ersten Mal Kontext innerhalb seiner Spielewelt. Als Zagerus, Sohn des Hades, versucht ihr der Unterwelt zu entkommen. Die meisten dieser Fluchtversuche enden im Ableben des jungen Helden. Doch jedes Mal erringt er neue Fähigkeiten und erhählt mehr Waffen, um den nächsten Versuch ein wenig einfacher zu gestalten.
Gepaart ist das grandiose Gameplay mit wunderschönen Zeichnungen und atemberaubender Optik im Comic-Look. Hades sieht sowohl auf Standbildern, als auch in Bewegung fabelhaft aus. Ergänzt das Paket noch mit fehlerfreier Steuerung und herausragenden Synchronsprechern, und ihr habt eines der besten Spiele dieses Jahres!
Honorable Mention: Fall Guys
Ein weiteres Indie-Game, dass massig Hype erlebt hat war Fall Guys. Und auch wenn es seine initiale Aufregung nicht halten konnte, so blieb uns dennoch der bisher kreativste Ansatz innerhalb des Battle Royal-Genres, den wir bisher gesehen haben. Wer hätte gedacht, dass eine Mischung aus Bohnen-Menschen und Takeshi’s Castle so viel Spaß machen kann.

Ghost of Tsushima

Vom ersten Gameplay-Trailer an war es klar: Die Spielwelt von Ghost of Tsushima wird groß und wunderschön. Doch dies allein macht noch kein “Spiel des Jahres”. Glücklicherweise ist auch die Geschichte und das Gameplay auf einem Level mit der Optik und dem Design.
Die Spieler übernehmen die Rolles des Samurai Jin Sakai, der als letzter Überlebender der mongolischen Invasion die Insel Tsushima zurückerobern muss. Auf dieser Reise schart ihr Verbündete um euch, interagiert mit den Einwohnern der Insel und schreibt Gedichte. Ghost of Tsushima greift zahlreiche, gängige, Open World-Mechaniken auf und perfektioniert diese. Jeder Teil der Spielewelt wirkt wichtig. Überall gibt es Dinge zu entdecken und zu erleben. Dabei lenkt einen kein Pfeil oder leuchtender Pfad durch die Umgebung. Es ist der Wind, die Vögel und Füchse, die einen an die unterschiedlichen Ziele führen. So viele Spiele lassen den Blick auf eine Minimap oder einen Radar wandern und die Umgebung Nebensächlich werden. Ghost of Tsushima hält einen dabei jederzeit in seiner Welt, die nur vor optischen Höhepunkten trieft. Farbgebung, Design und Aufbau suchen ihresgleichen.
Das Gameplay bietet mehrere Ansätze. Man kann den Titel als nobler Samurai erleben, der dazu gezwungen ist, seine Präsenz jedem Feind Kund zu tun; oder man hält sich als Geist an die Schatten, schlägt zu und verschwindet wieder. Leider ist die KI der Gegner dabei einer der wenigen Negativpunkte von Ghost of Tsushima. Zu leicht sind die mongolischen Feinde an der Nase herum zu führen.
Dennoch ist Ghost of Tsushima ein aufregendes Abenteuer in einer lebendigen, blühenden Welt. Technisch und spielerisch ein wahnsinniges Abschiedsgeschenk für die PlayStation 4.
Honorable Mention: The Last of Us Part 2
Gerade technisch beweist The Last of Us Part 2 ebenfalls, was noch alles in der letzten Konsolengeneration steckte. Der filmreif umgesetzte Nachfolger zum PlayStation 3-Hit schlug große Wellen. Während einige Kritiker den Titel als mutiges Meisterwerk bezeichneten, bemängelten andere die Erzählweise, die den Spieler zu sehr einengt und das unterdurchschnittliche Gameplay. Was bleibt, ist ein Spiel, dass versucht eine tiefe, einschneidende Geschichte zu erzählen und dabei an manchen Stellen leider über das Ziel hinaus schießt.