Hunterace spielte eine der denkwürdigsten Partien aller Zeiten
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Die unterhaltsamsten Hearthstone Pro-Play-Momente

200IQ-Play oder RNGsus take the Wheel? Diese spektakulären Hearthstone-Plays sorgten für Begeisterung bei den Zuschauern.
Autor: Alexander Schuster
veröffentlicht am
Seit mittlerweile sieben Jahren sind die Kartenspiel-Fans im Bann von Hearthstone aus dem Hause Blizzard Entertainment. Das Game ist im Warcraft-Universum angesiedelt und die regelmäßigen Updates sorgen immer wieder für frischen Wind und neue Decks. Die geniale Mischung aus Denksport und Zufall garantiert nervenaufreibende Partien. Selbst die gewitztesten Profis müssen regelmäßig auf das Glück vertrauen, um doch noch den Sieg zu holen. Hier sind die abgefahrensten Hearthstone-Momente.

DDaHyoNi vs. Pavel und der Worst Case Yogg-Saron

Yogg-Saron, Hope’s End ist wohl das perfekte Beispiel für eine Karte, bei der man sein Schicksal RNGsus überlässt. Daher wird er möglichst spät im Game ausgespielt. Er ist oft die letzte Chance, doch noch irgendwie den Sieg zu finden. Für jeden Zauber den man in der Partie bereits gespielt hat, wirkt er einen zufälligen Zauber. Der Effekt endet jedoch, sollte Yogg selbst zerstört werden. So passiert im Duell zwischen DDaHyoNi und Pavel in der Gruppenphase der Hearthstone Weltmeisterschaft 2017. Yogg-Saron castet als erstes einen Pyroblast und zerstört sich direkt selbst. Hoppla.

dude7597 vs. Monsanto und der perfekte Yogg-Saron

Wie krass Yogg-Saron ein bereits verlorenes Spiel noch einmal drehen kann, erlebte dude7597 im Match gegen Monsanto. Der Yolo-Yogg ging perfekt auf, tötet fast das komplette Zoolock-Board und beschwört ein starkes Board für Monsanto. Durch den „Soul of the Forest“ Deathrattle hätte man gleich zwei AoE-Spells für einen clear gebraucht. Dank diesem Play konnte Monsanto das Duell gewinnen und sich einen Platz bei der amerikanischen Summer-Championship 2016 sichern.

Sintolol vs. RastaFish – der Antonidas-Burn

Dass man dem Zufall nie zu sehr vertrauen darf, bekam Thomas „Sintolol“ Zimmer bei den Spring Playoffs der Hearthstone Champions Tour 2017 zu verstehen. In seinem Duell mit Rastafish überschritt er die maximale Handkartenanzahl von zehn und verbrannte somit beim ziehen seine Win-Condition: Archmage Antonidas. Die einzige Karte im Deck, die es in diesem Moment nicht treffen durfte. Er ließ seiner Frustration freien Lauf. Der Clip wurde fleißig geteilt und brachte ihm die Sympathie der Community ein. Jeder der selbst Hearthstone spielt, hat so einen Moment schon einmal erlebt und konnte seine Reaktion nachvollziehen.

Nalguidan vs. OldBoy und die dreckigste Dirty Rat aller Zeiten

Bei der Hearthstone Championship Tour 2018 verbrauchte OldBoy im letzten Spiel des Duells mit Nalguidan wohl seinen Jahresvorrat an Glück. Sein Gegner hatte einen 8/8 Mountain Giant auf dem Board und OldBoy fand trotz Doppel-Draws mit Mortal Coil keine passende Antwort. Der letzte mögliche Ausweg: Die Karte „Dirty Rat“, die eine Kreatur aus der Hand des Gegners beschwört. Nalguidan hatte vier Kreaturen auf der Hand, doch es traf genau den „Doomsayer“. Dieser zerstört zu Beginn des Zuges alle Kreaturen auf dem Board. Nalguidan hatte keine Möglichkeit zu reagieren und musste untätig zuschauen, wie sein sicher geglaubter Sieg in Flammen aufging.

Viper vs. Hunterace – das WM-Finale 2019

Das Match zwischen dem deutschen Torben „Viper“ Wahl und dem norwegischen Ausnahmetalent Casper „Hunterace“ Notto war der perfekte Abschluss der Hearthstone Weltmeisterschaft 2019 in Taipeh. Die beiden Profis hatten sich nach vier gespielten Partien mit einem 2-2 Unentschieden getrennt und die Entscheidung musste im letzten Duell fallen. Die Zuschauer in der Arena verfolgten gebannt wie sich Hunterace (Control-Shaman) und Viper (Zoo-Warlock) die wohl spannendste Partie aller Zeiten lieferten.
Der Norweger wehrte sich trotz schwachem Start gut gegen die frühe Aggression seines Gegners, sodass Viper im siebten Zug „Arch-Villain Rafaam“ spielte, den er sogar im Mulligan gehalten hatte. Die Karte ersetzt alle verbleibenden Karten auf der Hand und im Deck mit zufälligen legendären Karten. Ab diesem Moment war das Spiel eine reine Clown-Fiesta, die beiden Spielern alles abverlangte. Immer wenn man dachte, das Spiel sei entschieden, fand einer der beiden die perfekte Antwort auf das Board seines Gegners.
Nach 36 Minuten war endlich ein Ende in Sicht. Ohne verbleibende Karten musste sich Viper geschlagen geben. Mit diesem unglaublichen Sieg sicherte sich Hunterace den Bärenanteil des Preispools, satte 250.000 US-Dollar. Holt euch ein Getränk oder einen Snack, lehnt euch zurück und genießt dieses Game noch einmal in voller Länge.