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MTB-Downhill-Action pur: Das sind die besten 10 Rennen in Fort William
Die schottischen "Highlands" gehören, seitdem sie 2002 die Weltbühne betreten haben, zu den legendären Spots des UCI World Cups. Wir werfen einen Blick auf die ikonischsten Rennen der Location.
Es war 2002, als der Mercedes-Benz UCI Downhill Mountainbike World Cup zum ersten Mal in Fort William ausgetragen wurde. Seitdem war die Location in den schottischen Highlands nicht mehr aus dem UCI-Kalender wegzudenken - und das aus gutem Grunde.
Bereits mit dem ersten Auftreten legte die britische Venue ihren mythischen Status fest: Ein großer, aufdringlicher schottischer Berg und ein gnadenloser, manchmal gar furchteinflößender, Track sorgten jährlich für jede Menge Renndramatik und eine enorme, johlenden Menschenmenge - was mit jedem weiteren Jahr nur besser wurde.
Um Fort William einzunehmen, braucht es jede Menge Skills und Leidenschaft. Die Rider sind nicht selten mit den traditionellen schottischen Sommer-Bedingungen konfrontiert (was meist mit brutalem Wetter zusammenhängt). Daneben gehört die Strecke zu den längsten auf dem Rennkalender, während sie die gesamte Länge hinweg an Challenges für die Athleten und Athletinnen nicht müde wird: Löcher, Wurzeln, Matsch und ein langer Sprint stehen hier an der Tagesordnung. Ist man hier erfolgreich, dann hat man bewiesen, dass man ein echter Allrounder ist.
Innerhalb der vielen verschiedenen Siegesfahrten, die in Fort William bestritten wurden, gibt es einige, die ganz klar in die Geschichtsbücher eingingen - ob aufgrund des unfassbar geringen Abstandes zwischen den Performances, den atemberaubenden Hintergrundgeschichten oder den schier nicht zu bändigenden Bedingungen der Location. Bevor wir in Fort William am 22. Mai endlich wieder spannende Renn-Action erleben dürfen, werfen wir einen Blick auf die dortigen 10 besten Rennen aller Zeiten!
1. Chris Kovarik dominierte 2002
Das erste Rennen in Fort William im Jahr 2002 wurde auf einer sehr viel raueren Strecke ausgetragen, als wir sie heute kennen - sie war mit keiner anderen auf dem Rennkalender vergleichbar; ein Biest, das nach unglaublicher Courage verlangte, um es zu erobern!
Der Aussie Chris Kovarik war schon damals für seinen furchtlosen Fahrstil bekannt - und das zeigte er auch in den Highlands, wo er so kompromisslos an den Start ging, wie kein anderer zuvor! Kovarik erwischte die Menschenmenge im Ziel völlig auf dem falschen Fuß, den keiner erwartete, dass er dermaßen früh schon im Zielbereich zu sehen sein würde. Er droppte in die Arena, fuhr die schnelle Rechtskurve und ging mit satten 14 Sekunden Vorsprung über die Ziellinie. Kovarik war an diesem Tag eindeutig eine Klasse für sich!
2. Tracy Moseley mit dem ersten britischen Heimsieg
Es war aber nicht nur Kovariks außergewöhnlicher Sieg, der die Menge an diesem Tag im Juni 2002 mächtig zum Jubeln brachte. Die Britin Tracy Moseley war in ihrer gesamten Karriere dazu in der Lage, ihr Händchen bei allen Bedingungen voll und ganz auszuspielen und mit dem immensen Druck bei ihren Heimrennen umzugehen, womit sie insgesamt sechs Mal in Fort William triumphieren konnte - zum letzten Mal im Jahr 2011.
Ganz Großbritannien richtete seine Augen auf Moseley und hoffte auf einen Heimsieg. Sie stellte sich der Challenge, zähmte die Strecke und fuhr mit einem beeindruckenden Vorsprung zum Sieg. Nun spielte das Publikum wahrlich verrückt und Mountainbike Downhill war in Großbritannien nun endlich angekommen.
3. Steve Peat greift nach dem Fort William-Sieg
Würden Ergebnisse in Dezibel gemessen, dann wäre Steve Peats Sieg im Jahr 2005 wohl die einzige Performance, die mit jener von Moseley mithalten könnte. Das Bild, wie er inmitten der Zielarena steht, sein britisches Bike in die Höhe stemmt und die Menge einfach nur laut jubelt, ist eines, das sich in unsere Erinnerungen festgebrannt hat und nicht mehr wegzudenken ist.
Und so viel ist zu sagen: Peaty war eindeutig "on fire"! Als letzter Rider an der Spitze des Berges wusste Peat, was er leisten musste, um am Ende als Sieger über die Ziellinie zu gehen - und genau das machte er auch. Am Ende bleiben ein Bild und ein neues Kapitel im UCI Downhill-Sport.
4. Das Atherton-Double
2 Min
UCI DH Fort William 2013 Recap
Erlebe die beste Action des Damen- und Herren-Rennens bei UCI DH World Cup in Fort William!
Rachel Atherton geigte schon 2011 in Fort William groß auf, als sie mit unter zwei Sekunden Rückstand hinter Tracy Moseley auf dem zweiten Platz landete. Mit dem Jahr 2013 hatte sie bereits sieben von den acht Rennen in Schottland, die sie auf World Cup-Level bestritt, auf dem Podium abgeschlossen. Zugleich war 2013 jenes Jahr, an dem sie sich ihren ersten Heimsieg vor Manon Carpenter holte.
Aber es war nicht nur Rachels Leistung, die in diesem Rennen eindeutig herausstach. Etwas später am selben Tag zeigte Gee Atherton, was in ihm steckt, und tat es seiner Schwester einfach nach. Ab diesem Zeitpunkt war klar: Diese Familie bringt eindeutig Talent mit!
5. Troy Brosnans erster Sieg
2 Min
Erlebe das Rennen des Fort William DH World Cups 2014.
Erlebe das Herren- und das Damen-Rennen des UCI DH World Cups 2014 in Fort William erneut!
Für professionelle Downhill-Racer gibt es nur weniges, das größer ist, als eine World Cup-Runde zu gewinnen. Manche erreichen dieses Ziel plötzlich, andere investieren Jahre, während das Podium zwar immer in greifbarer Nähe, aber niemals erreichbar ist. Vor diesem Hintergrund schmeckt ein Sieg dann noch einmal süßer - das weiß auch Troy Brosnan, der es vor 2014 zwar mehrmals unter die Top-10 schaffte, jedoch niemals den Speed fand, um am Ende ganz oben zu landen.
Doch in besagtem Jahr war es dann soweit: Sein tiefer, schneller, energetischer Style war kompromisslos, während er sich die Strecke in Fort William runterschlängelte und absolut alles gab. Nachdem er die Ziellinie überquert hatte, kamen die Emotionen - und der Jubel der feinsten, lautesten Crowd in Schottland!
6. Stevie Smiths berührender letzter Run
Die Downhill-Disziplin im World Cup musste 2016 eine schwere Pille schlucken. Einer der strahlendsten Sterne im Sport, Stevie Smith, starb dramatisch bei einem Motorradunfall in seiner Heimat Kanada, mitten in der Saison. Als nächstes stand Fort William auf dem Programm, womit viele von Smiths Freunden, Teilnehmer und Fans zum ersten Mal die Gelegenheit bekamen, zusammenzukommen, das Leben zu zelebrieren und um den Verlust eines brillanten Athleten, Rivalen und Vorbilds zu trauern.
Um sich gebührend von Smith zu verabschieden, veranstaltete das Publikum einige Schweigeminuten, während die Kameras von Red Bull TV die leere Strecke filmten, immer auf der Suche nach dem unsichtbaren Smith. Am Ende brach die Fan-Masse in tosenden Applaus aus, um einen Mann zu feiern, der auf der Strecke in Fort William noch heute vermisst wird.
7. Greg Minnaar holt sich seinen siebten Rekordsieg
3 Min
Greg Minnaars Rennen in Fort William 2017
Hier kannst du dir den Sieg-Run aus Fort William 2017 von Minnaar ansehen
Es gibt nur einen Rider, der besser als Tracy Moseley weiß, wie man mit Fort William umzugehen hat und das ist Greg Minnaar. Der große Südafrikaner begann 2004 damit, Downhill-Rennen zu gewinnen und - eines seiner Markenzeichen - er blickte in keinem Moment zurück, sondern immer nur nach vorne!
2017, etwa 20 Jahre waren vergangen, seitdem Minnaar in den World Cup engestiegen war, bewies er, dass selbst in einem betagten Veteranen noch viel stecken kann. Er schluckte den Druck auf der herausfordernden Strecke, legte einen sauberen und kraftvollen Run hin und siegte zum insgesamt siebenten Mal in Fort William. Das zeigt vor allem eines: Greg Minnaar sollte man niemals abschreiben.
8. Tracey Hannah findet ihren Siegeswillen wieder
2 Min
Tracey Hannah's Winning Run – Fort William
Watch Tracey Hannah's winning run in Fort William, Scotland.
Tracey Hannahs letzter Sieg, bevor sie im Juni 2017 die Strecke in Fort William unsicher machte, lag ganze fünf Jahre zurück. Wie aus dem Nichts überraschte sie an diesem Tag aber mit einer herausragenden Leistung und holte sich einen Triumph, der in Sachen Style wohl unangefochten bleibt. Sie überquerte die Ziellinie mit über 10 Sekunden Vorsprung vor der Zweitplatzierten Myriam Nicole. Im Ziel feierte sie dann vor der jubelnden Menge einen emotionalen und schwer verdienten Erfolg.
9. Tahnée Seagraves erster Sieg in Fort William
4 Min
Tahnée Seagrave in Fort William
Tahnée Seagrave's winning run from Rd2 of the 2018 UCI DH World Cup in Fort William, Scotland on June 3, 2018.
Tahnée Seagraves immenses Talent hievte sie 2018 auf das oberste Treppchen von Fort William. Seagrave zeigte eine herausragende Performance vor heimischem Publikum und schrieb sich mit einem der größten Erfolge, die eine britische Athletin einstreifen kann, in die Geschichtsbücher: Sie war eine Fort William-Gewinnerin!
Sie fand während der Fahrt sogar die Zeit, einen "One-Hander" über den großen Jump in die Zielarena zu performen und trotzdem noch mit einem riesigen Vorsprung auf Myriam Nicole durchzukommen. Die Crowd und die Entourage von Seagrave feierte hemmungslos - und das zurecht!
10. Amaury Pierrons Rückkehr an die Spitze
3 Min
Siegerfahrt der Herren – Fort William
Erlebe Amaury Pierrons Siegerfahrt beim Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup 2019 in Fort William noch einmal.
Nach einem atemberaubenden ersten World Cup Sieg in Fort William im Jahr 2018, mit dem sich der Franzose Amaury Pierron die Grundlage für seinen World Cup-Titel im selben Jahr legte, gelang es ihm nicht, seine herausragende Form ins Jahr 2019 mitzunehmen.
Doch es dauerte nicht lange, bis Pierron seinen Sinn für hohe Geschwindigkeiten wiedergewann. So schaffte er es, endlich wieder loszulassen, am Rande des Möglichen zu fahren und das Bike einfach wieder laufen zu lassen - eben jenen Charakter zu finden, der die Rides von Pierron so einzigartig macht. Am letzten großen Jump trieb er es beinahe zu weit, womit er für den heftigsten Schreckmoment der Geschichte sorgte. Am Ende leuchtete es im Ziel aber grün auf und nun gab es keine Zweifel mehr: Pierron war schneller als alle anderen!
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