Skateboard-Ass Vladik Scholz macht in einem Skatepark einen Backside Nosegrind eine Ledge runter.
© Hendrik Herzmann/Red Bull Content Pool
Skateboarding

Die besten Skateparks in Deutschland

Street-Skater im Herzen hat Vladik Scholz dennoch bereits unzählige deutsche Skateparks geshreddet. Hier gibt er seine Top 7 Skateparks in Deutschland preis und erklärt, was gar nicht geht.
Autor: Henner Thies
5 min readveröffentlicht am
"Das Wichtigste an einem guten Skatepark sind die Proportionen", sagt Skate-Ass Vladik Scholz. "Größe, Abstand und Positionierung der Obstacles müssen zusammenpassen, sodass man Lines fahren kann, ohne sich ständig in die Quere zu kommen."
Darüberhinaus braucht ein gelungener Skatepark für Style-Ikone Vladik einen gewissen Street-Flair. "Ich mag es zum Beispiel sehr, wenn der Boden aus Platten besteht und beim Fahren klackert, da hat man direkt das Gefühl, man ist Street Skaten." Was dagegen gar nicht geht?
Verpfuschte Parks mit Mini-Obstacles, die schnell und ohne jede Ahnung gebaut werden, damit es gemacht ist. Das ist die pure Ressourcen-Verschwendung!
Getreu Andi Möllers legendärem Zitat: "Madrid oder Mailand, Hauptsache Italien", wollen wir uns mit Hilfe von Vladik noch einmal orientieren, bevor wir Deutschlands Top 7 Skateparks unter die Lupe nehmen – los geht's!

1. Lentpark (Köln)

Der Lentpark in Köln ist die Adresse, an der ich mit meinen Jungs am meisten skaten gehe. Vor acht Jahren haben einige Local Skater und ich geholfen, den Park im Rahmen einer Initiative mitaufzubauen. Eine Woche lang haben wir Tag und Nacht geschuftet, um den kleinen aber feinen Skatepark fertig zu stellen. Deshalb fühle ich mich diesem Park sehr verbunden.
Für mich gibt es keinen Park, der gemütlicher und gleichzeitig spaßiger ist, als der Lentpark: Transitions, Ledges, im Lentpark ist alles da, was man für eine coole Skate-Session braucht. Zudem kann man dort neben dem Skaten super mit seinen Homies abhängen.

2. Kap 686 (Köln)

Das Kap 686, in der Südstadt am Rhein gelegen, ist ein weiterer deutlich größerer Skatepark in Köln. Er ist sehr Ledge-lastig und es gibt dort keine Quarters, was zur Folge hat, dass man dort sehr viel Pushen muss. Das hat zur Folge, dass Skaten im Kap deutlich anstrengender ist, als in vielen anderen Parks. Falls ich nach einer Verletzung oder ähnlichem wieder fitter werden will, gehe ich daher dann öfter im Kap skaten.
Dafür ist das Kap zum Flat-Skaten der mit Abstand beste Park in Köln. Es gibt dort keine Unebenheiten im Boden, die stören, weil der Boden aus einzelnen kleinen Platten besteht. So hat man beim Skaten auch dieses in meinen Ohren schöne Klack-Geräusch, was wiederum einen gewissen Street-Flair mit sich bringt.

3. Northbrigade (Köln)

Northbrigade ist der dritte Top-Skatepark in Deutschland, der in Köln liegt. Während die ersten zwei Parks frei sind, muss man im Northbrigade Eintritt zahlen, um dort Skaten zu können. Zudem liegt der Northbrigade, dessen Bau Red Bull mitfinanziert hat, etwas weiter weg vom Stadtkern. Wer sich also entschließt im Northbrigade skaten zu gehen, der bleibt dort länger als nur ein paar Stunden.
Mir persönlich fehlt im Northbrigade ein wenig das Street-Feeling, weil der Boden aus gegossenem Beton besteht. Dafür hat man im Northbrigade alle nur erdenklichen Möglichkeiten: Es gibt dort Ledges und Rails, Bowls und Banks, Quarters, Stufen und vieles mehr.

4. Skatepark Bonn

Im Skatepark Bonn, der von Finelines konzipiert wurde, war ich das erste Mal skaten, als er ganz neu gebaut war. Das angenehme am Skatepark Bonn ist, dass er wie ein Vereinsheim oder ein Klub gebaut ist. Du hast die Skatefläche und direkt daneben verkaufen sie Getränke und Essen, sodass man kann dort super abhängen kann. Da herrscht eine Super Atmosphäre.
Der Skatepark selbst ist klein, aber fein und für seine Größe erstaunlich abwechslungsreich: Es gibt Bänke, Ledges, Stufen, Rails, Quarters, und und und...

5. Skatepark Eller (Düsseldorf)

Der Skatepark Düsseldorf Eller ist so konzipiert, dass man dort andere Lines fahren kann, als in jedem anderen genannten Skatepark. In Düsseldorf kann man auf kleinstem Raum viele verschiedene Obstacles hintereinander hängen, das gefällt mir persönlich ziemlich gut.
Wenn du oben startest hast du auf deinem Weg bis zum Ende Ledges, Rails, Manual Pads, links und rechts noch ein paar Quarters und am Ende noch ein paar Stufen und eine vulkanartige große Hip. Also ein schöner Spielplatz mit massig Platz für Tricks in Linie. Das letzte Mal habe ich den Eller im Sommer 2019 geskatet, was schon wieder viel zu lange her ist.

6. Skatepark Deggendorf (bei Passau)

Der Skatepark Deggendorf ist durch langjähriges Engagement der lokalen Szene entstanden. Tatkräftige Unterstützung beim Bau kam dabei von IOU Ramps und Andreas "Schützi" Schützenberger. DAS Schönr an diesem Park ist, dass man hier eine gute Symbiose aus Street- und klassischeren Skatepark-Elementen gefunden hat.
Besonders ist der Skatepark in Deggendorf aber vor allem, weil er als einer von wenigen Skateparks in Deutschland ein Kink-Rail hat! Die findet man in Skateparks hierzulande äußerst selten. Zudem ist er recht weitläufig und bietet eine Menge nagelneuer Obstacles.

7. Dog Shit Spot (Berlin)

Der ‚Dog Shit Spot‘ in Berlin Friedrichshain wurde 2016 im Rahmen des interaktiven Projekt DSS umgestaltet. Das letzte Mal war ich vor anderthalb Jahren im DSS Berlin skaten. Allein der Ort in Friedrichshain, an dem der Skatepark steht ist besonders. Da bist du kulturell mittendrin in Berlin, allein deshalb ist dieser Skatepark speziell.
Skatetechnisch kann man im DSS Berlin vor allem eins: perfekte Lines skaten. Die Obstacle sind allesamt nicht besonders hoch, aber dafür super positioniert und ausgeklügelt. Ganz besonders erinnere ich mich auch an die Hip dort, die ist wirklich super. Ein rundum gelungener Park mit Geschichte und mitten im Herzen Berlins.