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"Shapes in the City": Visuelle BMX-Kunst auf blankem Beton in Kapstadt

Erlebe den BMX-Rider Murray Loubser bei seinem neuen Fotoprojekt und wirf einen Blick hinter die Kulissen.
Autor: Jazz Kuschkeveröffentlicht am
Der Freestyle BMX-Rider Murray Loubser wurde in seiner Karriere schon viele Male von seinem südafrikanischen Landsmann Wayne Reiche fotografiert. Über diese Zeit hinweg bildete sich eine Leidenschaft für die mannigfaltigen Form- und Schattenspiele heraus, die ein architektonisch geprägtes Stadtgebilde mit sich bringt. BMX-Kunst in visueller Kunst quasi, ein Kunstwerk im Kunstwerk.
Aus dieser Idee ist das Projekt "Shapes in the City" geboren. Das ziel besteht darin, Fotos zu schießen, die die Architektur und die geometrischen Muster einer Stadt einfangen und sich zugleich die Frage stellen, wie sich das BMX vor dieser Szenerie in Szene setzen lässt. Naturgemäß sind die beiden Südafrikaner vor allem in Kapstadt unterwegs - der perfekte Boden für dieses Projekt.
Erlebe im Dokumentarfilm, wie Loubser, Reiche und das Kreativteam hinter der Kamera das "Shapes"-Projekt zum Leben erwecken:
Murray Loubser an der Location für  Shapes in the City.
Murray Loubser an der Location für Shapes in the City.
Das Projekt entwickelte sich im Laufe der Zeit zu so viel mehr, als einem reinen Fotoprojekt. So entstand auf dem blanken Beton ein großartiger Action-Edit und die damit einhergehende Shapes in the City-Dokumentation, die du dir oben ansehen kannst.
Drück auf Play und erlebe den actionreichen Edit zu "Shapes in the City":
BMX · 4 Min
Shapes in the City – Murray Loubser
"Das Projekt ist aus einer Art Muster entstanden, das sich zwischen uns herausgebildet hat - wir haben schon viele Male zusammengearbeitet", erinnert sich Loubser.
Ein Shot von einem gelben Rechteck in der Bahnstation in Kapstadt gab den Zündstoff. Reiche, der selbst BMXer ist, konzentriert sich in seiner Fotografie auf kräftige Linien und Formen.
"Die Schatten, die Geometrie und die Lichtwechsel an bestimmten Spots hatte eine eindrucksvolle Wirkung auf mich. Das Projekt ist die Kulmination, bei der alles zusammentrifft. Ich wähle den eher einfacheren, minimalistischen Zugang, weshalb die Komposition meistens zweidimensional ausfällt."
Der ursprüngliche Shot, aus dem sich das Projekt entwickelte.
Der ursprüngliche Shot, aus dem sich das Projekt entwickelte.
Die Dokumentation beschäftigt sich außerdem mit Murrays eigener Entwicklung. Er stammt aus der kleinen Stadt Gansbaai an der Südküste Südafrikas, wo er sich langsam aber sich den Ruf eines der besten BMX-Riders Südafrikas erarbeitete.
Im folgenden Q&A erfährst du mehr über das Projekt und über Murray Loubser selbst.
Silhouetten von Loubser und dem Castle of Good Hope in Kapstadt.
Silhouetten von Loubser und dem Castle of Good Hope in Kapstadt.
Zu Beginn: Es ist immer schwierig, Standbilder mit einem Videoprojekt zu kombinieren. Gehst du je nach Projekt anders an eine Line oder an ein Feature heran?
Als das Projekt später auch Video-Segmente mit einbezog, hatte ich diesbezüglich tatsächlich Bedenken. Als Fahrer macht man für Fotos tatsächlich andere Tricks als für ein Video. Manche funktionieren im Standbild einfach besser.
Murray ist Reiche dankbar für seine Mentorenrolle im Laufe seiner Karriere.
Murray ist Reiche dankbar für seine Mentorenrolle im Laufe seiner Karriere.
Wenn ich etwa eine Line filme, dann mache ich eine ganze Variation an Tricks, um ein fließendes Bewegtbild zu schaffen. Willst du da ein Foto herausziehen, wird es nicht funktionieren. Du musst ein Foto ästhetisch aufbereiten und den perfekten Moment erwischen. Deshalb waren die Fotos in diesem Projekt auch so wichtig, da du im richtigen Winkel mit den Formen spielen kannst - das macht es besonders.
Wie habt ihr die Locations ausgesucht? Wonach habt ihr gesucht?
Dieser Prozess hat wirklich Spaß gemacht. Ich habe viel Zeit damit verbracht, Straßen zu befahren, die ich normalerweise nicht nehme, nur, um interessante Architektur mit coolen Formen zu finden, die aber zugleich fahrbar war. Das war definitiv kein Spaziergang; eher eine Jagd nach urbanen Schätzen.
"Shapes in the City"
"Shapes in the City"
Wie entscheidest, du welchen Trick oder welche Line du an einem bestimmten Feature fährst?
Für dieses Projekt habe ich mich eher an Tricks gehalten, die nicht "allzu" schwer waren, da wir die Sache schnell im Kasten haben mussten. Wir hatten einen straffen Zeitplan bei jeder Location und mussten die Fotos schießen, die Videosegmente drehen und Material für die Dokumentation sammeln. Die Tage waren voll!
Es gab bestimmte Tricks, die verlangten mir Respekt ab und andere, die den vollen Fokus brauchten - ansonsten wären die Konsequenzen echt hart gewesen.
Kapstadt als zweiter Hauptdarsteller.
Kapstadt als zweiter Hauptdarsteller.
Die Visualisierung ist ein großer Bestandteil deiner mentalen Vorbereitung, richtig?
Das ist ganz klar so. Normalerweise läuft in meinem Kopf ein ganzes Video ab. Ich sehe eine bestimmte Line oder einen Trick in Zeitlupe vor mir immer und immer wieder ablaufen - wo der Körper sein muss und wie sich das Bike bewegen muss - also weiß ich, was zu tun ist, wenn ich im Moment stecke. Das trägt viel Kraft in sich, denn du kannst im Geiste all das "tun", was du zuvor noch nie gemacht hast. Wenn für dieses Projekt eine neue Location anstand, wusste ich schon Tage vorher, was ich zu tun hatte. Das gab mir das nötige Selbstvertrauen, als es soweit war.
Es gab bestimmte Tricks, die verlangten mir Respekt ab und andere, die den vollen Fokus brauchten - ansonsten wären die Konsequenzen echt hart gewesen.
Murray Loubser poses for a portrait at Cape Town, South Africa on February 15, 2016
Murray Loubser
BMX Street
Wie wichtig war es, mit einer dermaßen erfahrenen BMX-Crew zu arbeiten?
Ich könnte nicht glücklicher über die Crew sein - Wayne Reiche, Kevin Schnider, Jason Prins und Tyrone Bradley. Es war so wichtig, dass alle BMX-Fahrer waren. Sie alle verstanden, was ich machen wollte, während ich nur darüber sprach. Als ich sagte, ich mache einen "Smith Nose Bar" war das für sie kein Kauderwelsch; sie wussten ganz genau, was ich meinte und welche Winkel am besten zum Shot passten. Außerdem sind wir alle gute Freunde und fahren zusammen. Sie alle bringen so viel Talent mit, davor habe ich eine Menge Respekt. Das hat wirklich geholfen.
Was war deine Lieblingslocation?
Das Castle of Good Hope in Kapstadt! Dort gab es dieses riesige Dreieck aus Zement und Stein, das so einzigartig ist. Es war wirklich cool, dass wir die Erlaubnis bekamen, darauf zu fahren. Dort hatte ich eine Menge Spaß.