Einen guten Start zu erwischen ist der absolute Schlüssel
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BMX

BMX-Racing 101: Der ultimative Guide mit Saya Sakakibara

BMX-Racing ist als Radsportdisziplin nicht mehr wegzudenken. Wir liefern dir den perfekten Guide mit allem, was du wissen solltest - egal, ob du Neuling oder Fan der ersten Stunde bist.
Autor: Tom Ward
veröffentlicht am
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Saya Sakakibara

AustraliaAustralia

Mariana Pajón

ColombiaColombia

Twan van Gendt

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Joris Daudet

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Sae Hatakeyama

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BMX Racing: Eine Kurzversion

BMX-Racing ist eine aufregende Sache! Das hat vor allem damit zu tun, dass in einem Rennen eine Menge Unvorhergesehenes passieren kann - so sieht's zumindest die australische BMX-Rennfahrerin Saya Sakakibara. Aber warum ist das Ganze so unvorhersehbar? Ganz einfach: Weil ein Racer auf einer 300-400 Meter langen Off-Road-Strecke mit Jumps, Roller und engen Kurven gegen sieben Konkurrenten fährt. Wer als erster über die Ziellinie geht, gewinnt.
Ein vollständiges Rennen ist in etwa 30-40 Sekunden abgehandelt. In diesem engen Zeitfenster treffen aber Athleten aufeinander, die sich mit jahrelangem Training akribisch darauf vorbereitet haben.
"Der BMX-Rennsport ist so komplex", erklärt Sakakibara. "Es gibt so viele Bereiche, an denen man arbeiten muss, angefangen bei der Kraft und der Power über die Reaktionszeiten bis hin zu den Skills, um überhaupt durch die Strecke zu kommen."
Ein gutes Beispiel von einem klassischen BMX-Rennen siehst du hier:
BMX · 3 Min
Alle Highlights vom Red Bull R.Evolution im Mellowpark Berlin

Die Geschichte von BMX-Racing

Seit den frühen 1970er-Jahren gibt es BMX-Rennen. "Alles begann mit zwei Jungs, die Motocross-Racing liebten, sich die Bikes aber nicht leisten konnten", mein Sakakibara. "Sie bauten Dirt-Tracks und fuhren darauf mit ihren Rädern, während sie die Techniken, die im Motocross zum Einsatz kamen, kopierten."
In Süd-Kalifornien fand der Sport dann mit Ridern wie Ron Mackler und Scot Breithaupt seinen großen Durchbruch. Beide organisierten BMX-Rennen, womit sie das Wachstum der Disziplin in Amerika kräftig vorantrieben. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie auch globale Bedeutung bekam.
Das Design dieser frühen BMX-Bikes war an das Schwinn Sting-Ray angelegt, ein Bike, das 20"-Räder montiert hatte. Auch heute noch setzt man auf diese Reifengröße, während sich das Rahmendesign während der 80er-Jahre maßgeblich zu dem entwickelt hat, was wir heute kennen.

Was kann man sich von einem Live-Setting erwarten?

Sakakibara fasst das Ganze in einem Wort zusammen: "Gemetzel".
"Du erlebst dort eine Menge Action", meint sie weiter. "Es gibt acht Rider, die versuchen, sich zu überholen. Das Ganze geht so rasant, dass du schnell einmal viel verpasst. Manchmal musst du dir den Replay ansehen, um ganz genau zu verstehen, was passiert ist."
Nachdem jedes Rennen unter einer Minute dauert, fällt die Entscheidung, wer am Ende an der Spitze steht, oft innerhalb von wenigen Sekunden.
"Es gibt wahrscheinlich einige Racer, die auf demselben Level fahren, aber dadurch, das die Rennen so kurz sind, kommt es immer wieder darauf an, wer die Konstanz mitbringt und unter Druck performen kann", erklärt Sakakibara. "Es ist nicht immer die schnellste Person, die gewinnt."
Für die Fahrer ist ein Rennen immer "voller Adrenalin", wenn sich die Starttore öffnen und der Instinkt die Kontrolle übernimmt.
"Von dem Moment an, an dem das Tor runtergeht bis zum Moment, an dem du die Ziellinie überfährst, übernimmt dein Körper die Kontrolle, weil du genau dafür trainiert hast. Es ist alles Instinkt. Du bist auf Autopilot. Wenn du die Ziellinie überfährst, bringt dich das zurück in die Realität und du denkst dir: 'Wow, das ist wirklich gerade passiert! Das war aufregend!' Das ist das Gefühl, das ich so liebe."

Ich möchte es selbst versuchen. Was brauch ich dafür?

Du willst dein Glück auf zwei Rädern probieren? Dafür solltest du zuerst den Unterschied zwischen einem Freestyle-BMX und einem Renn-Bike kennen, wie Sakakibara erklärt.
"Naturgemäß brauchst du zuerst ein BMX. Der Unterschied zwischen einem BMX Rennbike und einem BMX-Bike liegt zunächst an den unterschiedlichen Laufrädern. Die Räder eines Rennbikes sind dünner und das Bike selbst ist näher am Boden."
Dadurch, dass das Bike niedriger eingestellt ist, wird der Luftwiderstand reduziert und du bist schneller. Die Reifen sind deswegen dünner, da du beim Racing nicht so viel Traktion brauchst wie bei einem Freestyle-Bike, mit dem du wiederum Tricks vollführst und auf andere Art und Weise, in weniger stabilen Winkeln, landest.
Dann musst du natürlich dafür sorgen, dass du deine Skills unter den notwendigen Sicherheitsbedingungen trainieren kannst.
"Du brauchst einen Helm, der auch dein Gesicht schützt, lange Ärmeln und Hosen und Handschuhe", erklärt Sakakibara. "Vom Bike zu fallen ist in unserem Sport aber weniger üblich als im Freestyle. Im Freestyle lernst du permanent neue Tricks, was nur möglich ist, wenn du es immer wieder versuchst. Du fällst runter und pushst dich jedes Mal noch weiter. Auch beim BMX-Racing probierst du neue Dinge aus, die aber innerhalb deiner Fähigkeiten liegen, also crashst du auch nicht so oft."

Das Trickwörterbuch

Die Tricks wurden bereits angesprochen...auf welche solltest du besonders achten? Dadurch, dass BMX-Racing vor allem darauf ausgerichtet ist, wer die Ziellinie am schnellsten überquert, liegt der Fokus weniger darauf, wer die meisten Punkte mit Tricks für sich gewinnt. Im Freestyle geht es hingegen ganz und gar darum.
Dennoch, Sakakibara liefert uns eine Zusammenfassung der wichtigsten Moves, die du auf dem Schirm haben und perfekt beherrschen solltest, wenn du es selbst versuchen willst.
"Eine der ersten Techniken, die jeder lernen sollte, ist das Pumping. Dabei rollen beide Räder auf dem Boden und du verwendest deine Arme und Beine wie eine Pumpe, um Momentum zu generieren und adäquat über Jumps zu kommen. Du trittst dabei nicht in die Pedale, sondern verlegst das Gewicht deines Körpers, um Geschwindigkeit aufzubauen."
Hast du das Pumping gemeistert, kannst du dir weitere, fundamentale Skills aneignen.
"Danach kannst du dich mit dem Manualing beschäftigen, das wie ein Wheelie funktioniert. Beherrschst du das Pumping gut genug, bist du bereit für die nächsten Techniken."

Athleten und Athletinnen, die du auf dem Schirm haben solltest

Willst du in den Sport eintauchen, ist es notwendig, Athleten zu kennen. Sakakibaras Auswahl der besten Racer stellt vor allem auch die talentierten Damen in ihrem Sport ins Rampenlicht. Diese Rider solltest du auf dem Schirm haben:
  • Mariana Pajón: Die erfolgreichste und bekannteste Radsportlerin Kolumbiens, die international einige wichtige Erfolge feierte.
  • Twan van Gendt: Der momentane Weltmeister der Herren und ein Rider, der das Auge fürs Detail mitbringt.
  • Joris Daudet: Der zweifache Weltmeister ist mittlerweile in seinen Dreißigern und während der Franzose mittlerweile zur alten Garde gehört, hat er immer noch nicht den Glauben daran verloren, Rennen gewinnen zu können.
  • Alise Willoughby: Die amerikanische Athletin ist die momentane Weltmeisterin und ein Vorbild für Mädchen, die in den Sport einsteigen wollen.
  • Sae Hatakeyama: Die Japanerin gehört zu den jungen Talenten und setzt nun alles daran, auch in der Elite ihr Zeichen zu setzen.
  • Niek Kimmann: Die Niederländer sind im BMX-Racing eine starke Kraft und Kimmann gehört zur nächsten Generation, die drauf und dran ist, groß abzuräumen.

Wo kann ich mehr sehen?

Filme
Die BMX-Wettbewerbe und deren Kultur waren immer ein fruchtbarer Boden für Filmemacher. Es gibt eine reiche Geschichte an Filmen, die in den letzten zehn Jahren entstanden sind. Wir haben eine Liste der besten Filme zusammengestellt, die du auf Red Bull TV sehen kannst.
Events
Okay, nun weißt du also, was du dir erwarten kannst und worauf du achten solltest, aber wo kannst du ein BMX-Racing-Event sehen?
"Ich verfolge normalerweise den internationalen Bewerb und dabei vor allem den UCI World Cup", erklärt Sakakibara. "Im letzten Jahre fuhren wir die ersten vier Runden in Australien, dann stehen üblicherweise einige Rennen in Europa an und manche fahren wir in Amerika und Südamerika. Das ist großartig. Wir werden immer live auf YouTube übertragen. Damit fällt es leicht, immer mit dabei zu sein."
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