Trial

Danny McAskill: Keine Beine für Lederhosen

Der Trial-Biker beehrt die X Games in München, gibt Autogramme und freut sich auf MTB-Slopestyle.
Autor: Anke Eberhardt veröffentlicht am
Danny MacAskill
Danny MacAskill
In den vergangenen Tagen hat Danny McAskill mit seinem „Imaginate“-Clip für ordentlich Internet-Traffic gesorgt: Fast drei Millionen Views bisher – allein auf YouTube. Im Interview erzählt der schottische Trial-Biker, wie es ist, einen Trick 300 Mal wiederholen zu müssen, dass er als Kind Sprengmeister werden wollte und warum er seine Lederhose nie trägt.
Hey Danny! Was hast du in letzter Zeit so getrieben?
Ich war ziemlich busy in den letzten Wochen wegen dem „Imaginate“-Cip und habe ein Interview nach dem anderen gegeben. Aber hier in München bei den X Games hab ich so ziemlich nichts zu tun, was natürlich nicht so schlecht ist.
Was war deine liebste Frage bei all den Interviews?
„Gegen was würdest du lieber kämpfen: eine Ente in Pferdegröße oder hunderte Pferde in Entengröße?“ Ich habe mich für die eine Einte in Pferdegröße entschieden. Ich glaube nicht, dass ich es mit hundert kleinen Tieren aufnehmen könnte. Total merkwürdige Frage... von der New York Times.
Im Ernst?
Nein (lacht).
Du hast unglaublich positives Feedback für dein „Imaginate“-Video bekommen, da wäre man nicht überrascht...
Also ich war von der positiven Resonanz ja ziemlich überrascht! Natürlich hat Red Bull eine ziemlich starke Medienpräsenz, man könnte also wahrscheinlich ein Video von irgendwas machen und würde total viele Views bekommen (ach komm, nicht so bescheiden, Danny!). Aber ich war wirklich nicht sicher, ob die Leute den Clip wirklich mögen würden, da das Thema und die Musik schon sehr speziell waren.
Normalerweise musst du ja mit vorhandenen Hindernissen arbeiten, aber wenn du sie selber baust, kannst du niemanden dafür verantwortlich machen, wenn sie nicht funktionieren, richtig?
Genau! Und ich hasse es, Entscheidungen zu treffen! Ich habe schon Probleme damit, morgens zu entscheiden, welche Hose ich anziehen soll! Und ich hatte so viele Ideen, dass es wirklich schwer war, sich zu beschränken. Außerdem hatte ich Anfang letzten Jahres eine Operation am Rücken, wegen der ich fast nicht auf mein Bike konnte. Ich habe also erst kurz vor dem Shoot wieder angefangen zu fahren.
Dabei sieht alles so einfach aus bei dir! Wäre da nicht die Slam-Section am Ende, man könnte meinen, du schüttelst das einfach so aus dem Ärmel.
Überhaupt nicht! Für den Frontflip über den Ball und die Landung direkt auf den Schienen, habe ich zum Beispiel 300 Versuche gebraucht und den Trick vielleicht fünf Mal gestanden – aber dann war ich mit dem Style oder sonst was nicht zufrieden. Wir haben das ohne Pause gemacht und ein Freund hat mit einer circa zehn Kilo schweren Kamera gefilmt und musste jedes Mal um die 30 Meter rennen. Am Ende ist er also rund neun Kilometer gejoggt und war erschöpfter als ich.
Hattest du einen Kindheitstraum, der nichts mit Bikes zu tun hatte?
Ich wollte unbedingt Sprengmeister werden. Ich wollte Häuser in die Luft jagen! Ich liebe es, Sachen zu zerstören, Fenster einzuschlagen, Zeug in die Luft zu sprengen, aber ich glaube nicht, dass ich dafür clever genug wäre...
Worauf freust du dich hier bei den X Games in München am meisten?
Eigentlich auf alles, aber vor allem der Mountainbike-Slopestyle sieht krass aus! Ich will auf jeden Fall mal rauf und mir das aus der Nähe anschauen. Es sieht riesig aus! Ich interessiere mich auch für die anderen Sportarten und kenne ein paar Leute aus anderen Disziplinen. Der Big Air wird zum Beispiel sicher cool. Ich fahre ja selber keine Contests und war deshalb noch nie auf so einer Veranstaltung, da ist das schon spannend!
Du bist ja schon öfters in München gewesen. Hast du schon Lieblingsspots hier?
Im Burger House gibt es wahnsinnig gute Burger! Ich habe sogar ein Foto (durchsucht die Fotos auf seinem Telefon und zeigt ein Bild von einem m-a-s-s-i-v-e-n Burger). Das ist ein Biest! Und ich mag den Karlsplatz. Ich will außerdem unbedingt mal aufs Oktoberfest. Ich hab sogar eine eigene Lederhose! Ich hab sie auf einem Event bei der Bike Expo bekommen, „Big in Bavaria“, vor ein paar Jahren. Aber ich glaube nicht, dass diese Beine (zieht seine Beine unter dem Tisch hervor) für Lederhosen gemacht sind. Ich müsste wahrscheinlich eher einen Kilt tragen. Aber jetzt sind ohnehin erstmal X Games angesagt!
Trefft Danny McAskill selbst: Am Sonntag, den 30. Juni 2013, von 13.30 bis 14.30 Uhr bei der Signing Session im Red Bull HUB (direkt am Olympiasee).