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Kunstfliegen

Im Stuntflugzeug durch den Tunnel: Dario Costa setzt neue Maßstäbe

Kein anderer hat ein Stuntflugzeug bisher durch einen Tunnel gesteuert - bis Dario Costa kam und in Istanbul mit einer Geschwindigkeit von 245 km/h einen neuen Weltrekord aufstellte.
Autor: Trish Medalen
3 min readveröffentlicht am
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Dario Costa

A pilot obsessed with aerobatic flying, Italy's …

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Es war am 4. September 2021, kurz nach der Morgendämmerung, als Dario Costa, ein professioneller Stunt-Pilot, seine modifizierte Zivko Edge 540 im Inneren der Çatalca-Tunnel auf der Marmara-Autobahn im Norden der Türkei startete und seine Jagd auf einen neuen Weltrekord begann.
Costa blickt auf über 20 Jahre Flugerfahrung zurück und hat schon einige unglaubliche Erfolge hinter sich. Über 5.000 Stunden verbrachte der 41-Jährige in der Luft - die Hälfte davon, um mit seinem Flugzeug akrobatische Stunts hinzulegen. Daneben ist er der erste Italiener, dem es gelang, einen Sieg in der Red Bull Air Race Challenger Class einzufliegen. Seit Jahren träumt er von seinem Tunnel Pass-Projekt und es sollte sein herausforderndstes und komplexestes Unterfangen werden.
Ich bin davor noch nie durch einen Tunnel geflogen - keiner hatte das zuvor jemals gewagt.
Umgeben von den Wänden aus Beton, hob Costa um 6:43 Uhr lokaler Zeit im gedimmten Licht des ersten Tunnels ab, die Sonne im Rücken, was ihm wiederum optimale Bedingungen bot. Da der Weg nach obenhin verschlossen war, musste er unter klaustrophobischen Zuständen darauf achten, sein Flugzeug nur minimal über den Boden zu halten, während er links und rechts für die Flügel nur etwa vier Meter zur Verfügung hatte, um den Wänden keinen Handkuss zu verpassen.
Die Veränderungen des Luftstroms in Kombination mit der sensiblen Steuerung des Flugzeugs sorgte dafür, dass Costa Reaktionszeiten von nur 250 Millisekunden blieben, um die Flugrichtung der Zivko Edge mit feiner Hand nur um Millimeter zu verändern - mehr Spielraum hatte er nicht!
Dario Costa posiert mit seinem Guinness World Record-Zertifikat vor seinem Stuntflugzeug in Istanbul in der Türkei.
Tunnel Pass-Pilot Dario Costa mit seinem Guinness World Record-Zertifikat.
Besonders heikel wurde es am 360 Meter langen Übergang in den nächsten Tunnel, wo das Flugzeug mit dem Seitenwind zu kämpfen hatte, bevor sich Costa darauf vorbereitete, in den engen Eingang zu preschen.
"Alles passierte so schnell, aber als ich aus dem ersten Tunnel kam, bekam das Flugzeug aufgrund des Seitenwindes einen Rechtsdrall. In diesem Moment verlangsamte sich meine Wahrnehmung", erzählt Costa. "Ich reagierte und fokussierte mich einfach darauf, das Flugzeug zurück auf die korrekte Fluglinie zu bringen, um in den anderen Tunnel zu gelangen. Dann war das Ganze schnell wieder vorbei."
Costa war mit einem durchschnittlichen Speed von 245 km/h unterwegs, während er auf die veränderten Bedingungen im zweiten Tunnel reagierte. Als das Rennflugzeug auf der anderen Seite herausschoss, legte der Italiener einen feierlichen Loop hin, bevor er zur Landung ansetzte.
Alles schien so schnell zu passieren.
Vom Abflug bis zum Ausgang des zweiten Tunnels maß die Strecke, die Costa in seinem Flugzeug zurücklegte, 2,26 Kilometer. In unter 44 Sekunden hatte er seinen Guinness Weltrekord inklusive vier weiterer Rekorde in der Tasche.
Der Tunnel Pass-Flug wurde mit dem Weltrekord für den längsten Flug durch einen Tunnel mit einem Flugzeug (1.730 Meter) honoriert und Costa wurde das offizielle Zertifikat überreicht. Daneben gab es die Rekorde für den ersten Flug durch einen Tunnel, den längsten Flug durch ein solides Hindernis, den ersten Flug durch zwei Tunnel und den ersten Abflug in einem Tunnel.
Als Mentor stand Costa die Legende Péter Besenyei aus Ungarn zur Seite. Insgesamt war für das Tunnel Pass-Projekt ein 40-köpfiges Team, speziell entwickelte Trainings-Technologie und über ein Jahr Vorbereitungszeit notwendig.
Dario Costa feiert seinen Weltrekord, während er aus seinem Flugzeug steigt.
Tunnel Pass-Pilot Dario Costa aus Italien in Feierlaune.
"Ich bin zuvor noch nie durch einen Tunnel geflogen - niemand hat das zuvor gewagt. In meinem Kopf gab es also ein großes Fragezeichen, ob alles so vonstatten gehen würde, wie wir das erwarteten", meint Costa. "Natürlich war die Erleichterung groß, es überwog aber das Glücksgefühl. Für mich ist das ein weiterer Traum, der in Erfüllung ging."
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