RB Leipzig Verteidiger David Raum posiert mit seinem Trikot.
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Fußball

David Raums inspirierender Weg in die Champions League

Mit einem positiven Mindset erarbeitete sich der neue Verteidiger von RB Leipzig innerhalb von drei Jahren einen Platz im deutschen Nationalteam und in der Champions League.
Autor: Thomas Peeters
4 min readveröffentlicht am
David Raum ist jemand, der das Glas halb voll sieht. Eine gute Herangehensweise, denn für den neuen Verteidiger von RB Leipzig ging es schnell - so schnell, dass er die Ereignisse noch heute kaum verarbeitet hat.
Im Sommer unterschrieb er einen Fünfjahresvertrag bei seiner neuen Mannschaft und schon beim Spiel gegen Schachtar Donezk in der Red Bull Arena feierte er sein Debüt auf europäischer Bühne. Für den 24-Jährigen aus Nürnberg schien das vor fünf Jahren noch ein Ding der Unmöglichkeit.

Ein rasanter Aufstieg

"Es ist verrückt, wie schnell es im Fußball gehen kann", erzählt Raum. "Noch im letzten Jahr saß ich auf dem Sofa und sah mir die Champions League mit meinen Freunden im Fernsehen an. Jetzt stehe ich dort auf dem Platz!"
"Ich bin wirklich glücklich und stolz auf mich, dass ich mir diesen Traum in den letzten Jahren Schritt für Schritt erarbeitet habe. Wenn wir da raus gehen und die Hymne hören, dann bekomme ich Gänsehaut und kann nicht aufhören zu lächeln. Sie erinnert mich an all das, was ich getan habe, um dort zu landen."
In der Saison 2019/20 kam Raum in der zweiten Liga konstant als Wechselspieler von Greuther Fürth zum Einsatz. Er musste eine Entscheidung treffen: Sollte er den Status als Wechselspieler stabilisieren oder eine drastische Veränderung vornehmen?
Er entschied sich dazu, seine Karriere selbst in die Hand zu nehmen, und zwar in einer Art und Weise, die stark an seinen Spielstil angelehnt ist: Positiv und schnell, mit permanentem Fokus darauf, Möglichkeiten für sich und für andere zu kreieren.
David Raum in Action für RB Leipzig.
Assists und Möglichkeiten zu schaffen, sind der Kern von Raums Spielstil.
"Den größten Schritt machte ich mit meinem Mindset", blickt er zurück. "Wenn ich als junger Spieler nicht auf den Platz durfte, reagierte ich immer wütend und schob die Schuld auf andere."
"Dann gab es diesen Moment, in dem ich realisierte, dass ich mich auf mich selbst konzentrieren muss. Ich entschloss mich dazu, in jeder einzelnen Trainings-Session mein Bestes zu geben, und begann damit, positiv zu denken - über meine Teamkollegen, meinen Trainer und den Fakt, dass ich einen Job machen darf, von dem so viele andere träumen."
"Ich begann damit, früher am Platz zu erscheinen und diesen erst später zu verlassen. Ich trainierte meine Physik, meinen Geist und verbesserte meine Grundmotivation. Ich begann damit, den Dingen abseits des Platzes Aufmerksamkeit zu schenken, wie etwa der richtigen Ernährung, meinem Schlafrhythmus und einem generell professionellerem Lebensstil."
Dann gab es diesen Moment, in dem ich realisierte, dass ich mich auf mich selbst konzentrieren muss.
David Raum
"Für mich war das ein großer Schritt. Diese neue Herangehensweise, der Glaube in das, was ich mache, half mir dabei, das zu erreichen, was mir nun gelungen ist - und das in so kurzer Zeit. Es war der Schlüssel meiner Karriere und meines bisherigen Erfolges."
Vielversprechende Leistungen ließen nicht lange auf sich waren: Er wechselte zu Hoffenheim - nur einen Monat, bevor er im September 2021 sein Debüt für das deutsche A-Nationalteam gab. Diesen Sommer hat er einen weiteren Schritt nach vorne gemacht: Er unterzeichnete einen Fünfjahresvertrag bei RB Leipzig.

Neues Mindset und neue Position

Diese neue mentale Herangehensweise ging in weiterer Folge mit einem Wechsel der Spielposition einher: Der Allrounder war zuvor eher im Angriffsspiel zu finden, seit 2019 geht er jedoch als linker Verteidiger auf den Platz. Dennoch, auch auf dieser Position ist sein Zug nach vorne ein wichtiger Bestandteil seines Spielstils.
David Raum posiert vor seinem Trikot von RB Leipzig.
Raum wählte bei RB Leipzig die Nummer 22.
Diese Rolle ist ihm wie auf den Leib geschnitten, kann er doch all seinem Speed, seiner Kreativität und seiner Aggressivität freien Lauf lassen: "Je mehr Positionen ich spielen kann, desto mehr Möglichkeiten gebe ich meinem Trainer und desto öfter stehe ich auf dem Feld."
"Zunächst wollte ich nicht ganz hinten stehen, da kein Angreifer als Verteidiger agieren möchte", meint er lachend. "Du willst Tore schießen! Irgendwann habe ich mir dann aber gesagt: Ich möchte spielen, egal welche Position."
"Ich weiß jetzt, dass ich auf dieser Position viele Fähigkeiten mitbringe und ich meine Skills und mein physisches Spiel voll zum Einsatz bringen kann. Diese Position und die Art und Weise, wie RB Leipzig spielt, passen für mich, wie die Faust aufs Auge."
Raum konzentriert sich momentan darauf, einer Champions League-Gruppe seinen Stempel aufzudrücken, in der Real Madrid und Celtic Glasgow die Gegner sind. Daneben sieht alles danach aus, dass er auch bei der Weltmeisterschaft in Katar für Deutschland zum Einsatz kommt.
Wir können es kaum erwarten zu sehen, was die Zukunft für David Raum bereithält.