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Fußball
Last-Minute-Forsberg schießt RB Leipzig ins DFB-Pokal-Finale
Die Roten Bullen fahren nach Berlin! In der letzten Minute der Verlängerung erzielte Joker Emil Forsberg im Halbfinale gegen Werder Bremen den 2:1-Siegtreffer.
Autor: Christian Knoth
aktualisiert am
Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Wenn Zuschauer zugelassen gewesen wären, hätte man diese Sprechchöre von den RB Leipzig-Fans nach dem Sieg im DFB-Pokal-Halbfinalspiel beim Ligakonkurrenten SV Werder Bremen wohl lautstark gehört. Durch einen 2:1-Erfolg nach Verlängerung bekommen die Roten Bullen 719 Tage nach dem verlorenen DFB-Pokal-Endspiel 2019 (0:3 gegen Bayern München) am 13. Mai die nächste große Chance auf den ersten Titel der Vereinsgeschichte. Zum Matchwinner in Bremen avancierte der eingewechselte Emil Forsberg, der erst wenige Sekunden vor dem Elfmeterschießen für den Siegtreffer sorgte.

Spiel auf Augenhöhe im Weserstadion

Die krisengebeutelten Bremer, die in der Bundesliga gegen den Abstieg kämpfen, boten dem Team von RB Leipzig-Coach Julian Nagelsmann von Beginn an Paroli. Einmal mehr zeigten die Werderaner ihre Stärke im DFB-Pokal. Aus den vorherigen 41 Pokal-Heimspielen hatten die Bremer schließlich nur eines verloren.
„Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass Bremen eine große Chance hat“, betonte Nagelsmann nach Abpfiff: „Werder hat mit einfachen aber geradlinigen Mitteln versucht, nach vorne zu kommen. Das hat uns Probleme bereitet. Wir haben uns ein wenig den Schneid abkaufen lassen.“
Die RB Leipzig-Spieler Angelino und Christopher Nkunku während des DFB-Pokal-Achtelfinalspiels gegen den VfL Bochum.
RB Leipzig im DFB-Pokal mit #WingsForLife-Sonderbadge

Die Roten Bullen treffen doppelt das Aluminium

So kamen die Hanseaten in der ersten Halbzeit zu aussichtsreichen Gelegenheiten und hätten kurz vor der Pause nach Foul von RBL-Verteidiger Nordi Mukiele an Davie Selke per Elfmeter die große Chance zur Führung gehabt. Video-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus-Webb revidierte jedoch die Entscheidung von Manuel Gräfe. Kein Elfmeter! Damit ging es torlos in die Kabine.
Im zweiten Durchgang erhöhten die Roten Bullen die Schlagzahl, erspielten sich ab der 60. Minute Chance um Chance und trafen in Person von Alexander Sörloth (65.) und Christopher Nkunku (78.) gleich zweimal das Aluminium. Kurz vor Abpfiff überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst verfehlte Werders Theodor Gebre Selassie das Ziel, danach fand Leipzigs Torjäger Yussuf Poulsen auf der gegenüberliegenden Seite in Bremens Keeper Jiri Pavlenka seinen Meister.

Leipzigs Joker stechen - im Finale wartet Borussia Dortmund

Zu Beginn der Verlängerung wurde der Bann gebrochen: Der eingewechselte Hee-Chan Hwang brachte die Leipziger in der 93. Minute in Führung. Die Freude über das 1:0 währte allerdings nicht lange. Zwölf Minuten später schlug Leonardo Bittencourt zurück und glich aus. Wohl jeder dachte nun, dass es ins Elfmeterschießen gehen würde. Aber es kam anders. In der Nachspielzeit der Verlängerung traf der nächste Joker für das Nagelsmann-Team. Kevin Kampl spielte zunächst mit einem gefühlvollen hohen Ball Hee-Chan Hwang im Strafraum an. Der Südkoreaner legte daraufhin per Kopf auf den mitgelaufenen Emil Forsberg ab, der sich streckte und im Sprung den Ball im Tor des SV Werder versenkte.
Jetzt kannte der Jubel keine Grenzen mehr, denn es war klar: Es geht nach Berlin! Dort trifft Leipzig schon am Donnerstag, 13. Mai, auf Ligakonkurrent Borussia Dortmund. Der BVB setzte sich im zweiten Halbfinale 5:0 gegen den Zweitligisten Holstein Kiel durch und fordert die Roten Bullen zum großen Showdown im Olympiastadion.
Einen Vorgeschmack auf das DFB-Pokalfinale gibt es bereits am 8. Mai, wenn RB Leipzig am 32. Spieltag der Bundesliga beim BVB gastiert. Während die Dortmunder noch um die Champions-League-Teilnahme kämpfen, hat Leipzig sie so gut wie sicher. Die Partie bietet die perfekte Gelegenheit, um sich auf das Spiel der Saison vorzubereiten.
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