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Die besten Wellen der Welt: Fidschis Cloudbreak

© ASP/Kirstin Scholtz/Red Bull Content Pool
Cloudbreak hat oft Surf-Geschichte geschrieben – Weltklasse ist für Tavaruas Linke untertrieben.
Autor: Henner Thiesveröffentlicht am

Cloudbreak – der Spot

Russell Bierke surft Cloudbreak
Russell Bierke, Cloudbreak
In den vergangenen zwei Jahren hat die Linke vor Fidschis Insel Tavarua den Status Weltklasse gleich doppelt unterstrichen: Zuerst am 12. Juli 2011, dann am 8. Juni 2012. Beide Daten sind längst als die perfektesten Cloudbreak-Tage aller Zeiten in die Surf-Geschichte eingegangen. Das Besondere 2012: Das Spektakel wurde live im Internet übertragen – kommentiert von Kelly Slater.
Wie es dazu kommen konnte? Ganz einfach: die ASP-World Tour (heute WSL) machte genau in diesem Jahr erstmals seit 2007 wieder Halt auf Tavarua. So kam es, dass die Kameras weiterliefen, als die Wellen zu groß und zu gefährlich wurden, um den Contest weiterzuführen. Der Wettkampf wurde vertagt – ganz zur Freude der internationalen Big-Wave Elite um Ian Walsh und Reef McIntosh. Unterstützt von und Co. gingen die Besten der Besten in den walzenden Monstern zu Werke, ritten Wellen, die zuvor niemand für möglich gehalten hatte und stellten einmal mehr unter Beweis: Cloudbreak ist einzigartig. Vor allem, weil die Riffwelle ihre makellose Form auch in den größten Swells behält.
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Cloudbreak – die Hauptsaison

Die größten und besten Wellen brechen vor Fidschis Insel Tavarua von April bis Oktober. Mit Swellwahrscheinlichkeiten von über 90% überzeugt Cloudbreak nicht nur wegen seiner tropischen Lage und Temperaturen auf ganzer Linie. Der Spot ist Champions-League – auch was die betrifft, die mitspielen dürfen. Wer Cloudbreak surfen möchte, muss sich qualifizieren, im Surfen heftiger Riffwellen sowie im Big-Wave Surfing. Denn die perfekten Bilder von Cloudbreak trügen – die Linke ist böser und trickreicher als sie aussieht.
Während sich die drei Hauptsektionen Point, Middles und Insides in den größten Süd-Südwestswells zu einer gigantischen, perfekt geformten Wasserwand verbinden, brechen die verschiedenen Sektionen in moderaten bis großen Dünungen getrennt von einander. Um Verletzungen zu vermeiden, muss man Cloudbreak lesen und beherrschen können. Besonders die seichte Inside-Sektion ist dafür bekannt, falsche Entscheidungen bitter zu bestrafen. Bezeichnenderweise sind hier und in Middles die besten Barrels zu holen.

Cloudbreak – das perfekte Reise-Kit

A Cloudbreak macadamia
A Cloudbreak macadamia
Wer die Videos der letzten großen Swells gesehen hat weiß, dass Cloudbreak an großen Tagen nur mit klassischen, riesengroßen Guns zu bewältigen ist. Klar, Höllenhunde wie der Australier Ryan Hipwood können selbst an diesen Tagen mit einem 6’10er in Cloudbreaks massive Dampfwalzen hineinpaddeln. Der Normalsterbliche, sollte an solchen Tagen das Boot am besten gar nicht erst verlassen.
Kommt man doch in die Verlegenheit, ist eine solide Gun, das Mindeste, was man vorzuweisen haben sollte – neben der Fähigkeit seinen Atem minutenlang anhalten zu können. Das wiederum verlangt einiges an Training. All das hat mit Surfen, wie die meisten von uns es kennen nichts zu tun, weshalb es Sinn macht Spots wie Cloudbreak nicht zu unterschätzen – auch nicht an den kleineren Tagen. Daher der Hinweis: Fidschi hält viele tolle Wellen für den Reisenden bereit. Das Beste: seit 2010 sind sie wieder frei zugänglich.
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Cloudbreak – Kurioses

Am 30. Juni 2010 verkündete Fidschis Regierung worauf Surfer weltweit lange gewartet hatten: „Die Verordnung zur Regulierung der Surfgebiete 2010“. Dank ihr sind Fidschis Riffe und Atolle heute wieder für jedermann zugänglich. Zuvor hatten Ressorts auf Fidschis surfreichen Inseln Tavarua und Namotu das Sagen darüber, wer in Cloudbreak und Co. surfen durfte und wer nicht.
Am Ende des Tages konnte hier nur wellenreiten wer sich die exorbitant teuren Ressorts leisten konnte. Eine grobe Ungerechtigkeit fanden viele – inklusive der fidschianischen Regierung, die ihre Entscheidung darauf stützte, den Zugang zu Fidschis Surfgebieten zu liberalisieren und damit um Fidschis Image als Top-Surfreiseziel zu stärken – bleibt nur zu sagen: Well done!