Gaming
Es gibt Games, die waren in der Gunst der Spieler schon immer hoch angesehen und es gibt Reihen, die lange Zeit in der Versenkung verschwandenoder gar unbeliebt waren, nur um sich dann wie der Phönix aus der Asche zu erheben sich neu zu erfinden. Wir zeigen euch die beeindruckendsten Videospiel-Comebacks.
Resident Evil 7
Seit dem Debüt im Jahr 1996 zählte Resident Evil zu den Vorreitern im Genre des Survival-Horrors. Vor allem die ersten drei Ableger und der Dreamcast-exklusive Serienteil Resident Evil Code: Veronica verhalfen den Horrorspielen zu unglaublicher Beliebtheit. Doch dann folgte die Wende.
Mit Resident Evil 4, dem insgesamt sechsten Teil, krempelte Serienschöpfer Shinji Mikami die legendäre Reihe kräftig um und spendierte dem Horrorspiel ein actionreicheres Gameplay samt neuer Perspektive. Die Modernisierung ging auf, gilt das Abenteuer um Leon S. Kennedy und Ada Wong doch als bislang bester Titel.
Doch spätestens mit Teil Fünf und Sechs kam es zum Bruch. Die Horror-Elemente wichen zunehmends der Action, während vor allem die qualitativ überschaubaren Spin-Offs nicht mehr viel mit den Ursprüngen gemein hatten.
Im Januar 2017 kam es dann zum glorreichen Comeback. Mit Resident Evil 7 erfand sich die traditionsreiche Serie neu. Mit Fokus auf die Egoperspektive, keinen aus den bisherigen Ablegern bekannten Protagonisten und einer gänzlich neuen Gefahr durch die Baker Familie ging Capcom mit Teil Sieben ein großes Risiko ein, doch der Mut zu neuen Wegen machte sich bezahlt. Resident Evil 7 führte die Serie zu neuem Glanz.
DOOM
Das erste DOOM aus dem Jahr 1993 gilt als Meilenstein der Videospielgeschichte, doch bereits der Nachfolger konnte die Qualität des Erstlings nicht mehr halten. Nach dem wiederum gelungenen DOOM 3, das 2004 erschien, wurde es langsam ruhig um die kernige Daueraction. Brauchte die Welt bei all den taktischen Shootern wie Call of Duty, Rainbow Six, Crysis oder Battlefield überhaupt noch eine schnörkellose Dämonenjagd?
Die Antwort lautet ja, wie der DOOM Reboot aus dem Jahr 2016 beweist. Keine automatische Gesundheitsregeneration, keine Deckungsfeatures, kein Schnickschnack. Einfach nur ihr, eure Waffen, fiese Dämonen und ein fetziger Soundtrack. Hach, wie hat uns das gefehlt. Irgendwie herrlich retro und dadurch mittlerweile einzigartig. So muss ein Comeback aussehen.
Metroid Prime
Mitnichten, denn nachdem die Heldin die gesamte N64-Ära verschlafen hatte, gelang ihr auf dem Gamecube mit Metroid Prime ein Revival, das sich gewaschen hat. Statt als zweidimensionale Sidescroller-Abenteuer präsentierte sich das Game als First-Person-Adventure, dass trotz Perspektivwechsels noch immer den Fokus auf Erkundung legte. Metroid Prime und seine beiden Nachfolger bilden eine Trilogie, die bis heute zu den am höchsten bewerteten Videospielen aller Zeiten zählen.
Als Gründervater des Metroidvania-Genres, das sich bis heute enormer Beliebtheit erfreut und als eine der besten Spiele-Reihen auf Nintendo-Konsolen ist es wenig verwunderlich, dass alle Welt auf Metroid Prime 4 wartet.
No Man’s Sky
Im Vorfeld der Veröffentlichung des Weltraumabenteuers No Man’s Sky machten die Entwickler mit vollmundigen Versprechungen auf sich aufmerksam. Von nahezu unendlicher Spielzeit war die Rede, viele versprochene Features schafften es nicht ins fertige Spiel, weshalb das Abenteuer zum Release 2016 einen gewaltigen Shitstorm auslöste.
No Man’s Sky war so unbeliebt, wie ein Spiel nur sein kann. Doch die Entwickler von Hello Games gaben nicht auf und werkelten unentwegt an ihrem Baby, das nach und nach mit riesigen Updates bedacht und um zahlreiche Features erweitert wurde. Spätestens mit der Veröffentlichung von No Man’s Sky Next, das mit grafischen Verbesserungen, einem waschechten Multiplayer und umfangreichem Basenbau daherkam mauserte sich das Spiel zu einem echten Hit, der nach wie vor zahlreiche neue Spieler begeistert. Seit dem neuen Beyond-Update könnt ihr das Spiel sogar in VR erleben, für uns eines der besten VR-Spiele überhaupt.
Red Dead Redemption
Während alle Welt mit GTA: Vice City und Midnight Club II beschäftigt war oder auf San Andreas wartete, veröffentlichte Rockstar Games klammheimlich das Westernabenteuer Red Dead Revolver für PlayStation 2 und die Ur-Xbox. Irgendwas im Wilden Westen des 19. Jahrhunderts mit Cowboys und Indianern. Aber so wirklich wahrgenommen wurde der Titel nie.
Anders als sein indirekter Nachfolger Red Dead Redemption, der sechs Jahre später in die oberste Spielspaßriege aufsteigen sollte und unser Herz im Sturm eroberte. Da können wir uns wirklich glücklich schätzen, dass Rockstar Games die Reihe nach dem holprigen Start nicht aufgegeben hat, denn Red Dead Redemption 2 zählt zu den beliebtesten und besten Spielen des Jahres 2018.
Fortnite
Fortnite war mal unbeliebt. Ja, genau das Massenphänomen, das seit nunmehr zwei Jahren die globalen Medien fest im Griff hat und aus der Popkultur mittlerweile nicht mehr wegzudenken ist. Das verdankt der Titel dem kostenlosen Battle-Royale-Modus, der einen waschechten Hype auslöste.
Aber Fortnite startete im Juli 2017 als kooperativer Survival-Titel mit dem Spielmodus „Rette die Welt“. Gibt’s auch heute noch, spielt nur niemand. Ein Glück für Epic Games dass man auf die Idee kam, das Spielkonzept um einen kostenlosen Standalone-Modus zu erweitern.
Rocket League
Eine ähnliche Geschichte weist das Auto-Fußballspiel Rocket League auf. Zum Release im Jahr 2015 wurde die illustre Mischung aus Fußball und Stockcar als nette Dreingabe für PlayStation Plus-Abonnenten bestenfalls belächelt. Trotz über vier Millionen Downloads im ersten Monat (klar, war ja auch kostenlos) drohten die Spielerzahlen einzubrechen.
Dann die Wende: Rocket League schaffte den Sprung auf andere Systeme, wurde mit etlichen DLCs bedacht und um kompetitive Features erweitert. Kostenlose und abwechslungsreiche Events sorgen für Langzeitmotivation und bescheren dem Game zu Recht Kultstatus.
Driver: San Francisco
Wenn ihr die erste PlayStation zu Hause stehen hattet, stehen die Chancen gut, dass ihr Driver gespielt habt. Teil 1 war legendär, zumindest wenn ihr es aus dem fiesen Parkhaus-Tutorial geschafft habt. Doch danach ging es für Undercover-Cop Tanner und die Reihe von Ubisoft Reflections steil bergab.
Ganze zwölf Jahre mussten Fans auf einen gelungenen Nachfolger warten, der dann 2011 mit Driver: San Francisco tatsächlich doch noch Wirklichkeit wurde. Ein glorreiches Comeback, weil damit erstmals seit dem Debüt der Fokus wieder auf dem Fahren lag und man nicht versuchte, irgendwelche mittelmäßigen Spielelemente ins Zentrum zu rücken.
Die Kombination aus spannender Geschichte, knackigen und abwechslungsreichen Missionen und dem einzigartigen SHIFT-Feature, das den fliegenden Wechsel zwischen verschiedenen Fahrzeugen ermöglichte, gefielen.
Prince of Persia: The Sands of Time
Assassin’s Creed ist mittlerweile in aller Munde. Aber wusstet ihr, dass die Meuchelmörder-Serie auf dem Jump and Run Prince of Persia beruht? Bereits 1989 erschien der erste Serienteil, der zwei gelungene Nachfolger spendiert bekam, bevor die Reihe zehn Jahre später den Sprung in die dritte Dimension wagte – mit eher bescheidenem Erfolg.
2003 wagte Ubisoft mit Prince of Persia: The Sands of Time einen Reboot, der sich gewaschen hatte. Aus dem klassischen Plattformer um den namenlosen Prinzen war ein waschechtes Action-Adventure geworden, das Jump-and-Run-Elemente mit Puzzles und actionreichen Kämpfen garnierte. Besonders dank klugem Zeitmanipulations-Feature erfreute sich das Abenteuer samt seiner beiden nicht minder gelungenen Nachfolger enormer Beliebtheit.
Großartige Spiele, die 2007 dann allerdings Assassin’s Creed weichen mussten. Ein Jahr später wagte sich das Team mit dem schlicht Prince of Persia betitelten Reboot an einen weiteren Neustart, der allerdings aufgrund überschaubarer Verkaufszahlen das vorläufige Ende der ikonischen Reihe markierte.
God of War
Okay, technisch gesehen war die God of War-Reihe weder unbeliebt, noch für längere Zeit in der Versenkung verschwunden – den Handheld-Ablegern sei Dank. Dennoch gehört der 2018 veröffentlichte Reboot für uns zu den eindrucksvollsten Comebacks der Videospielgeschichte, weil sich die Reihe mit dem neuesten Ableger von Grund auf neu erfunden hat, ohne dabei die hohe Qualität einzubüßen, die seit dem ersten Serienteil gegeben ist.
God of War, das waren immer herausragend inszenierte Popcorn-Action, eindrucksvolle Bosskämpfe, Quick-Time-Events und eine Prise Story. Mit dem Neustart verschiebt sich die Spielerfahrung allerdings hin zu einer emotionalen und vielschichtigen Handlung, gepaart mit einem frischen Setting in der nordischen Mythologie und umfangreichen Rollenspielelementen.
Auch wenn für einige beinharte Serienfans im neuesten Ableger gerade die Bossfights zu kurz kommen bewiesen die Entwickler eindrucksvoll, wie man dem angestaubten Spielgerüst frischen Wind einhauchen kann, ohne dabei die eigene Identität zu vernachlässigen. Das Ergebnis ist nicht weniger als eines der besten, hübschesten und spannendsten Spiele der aktuellen Konsolengeneration. SO muss eine Neuausrichtung aussehen.