Conor Shanahan (IRL) in Action bei der Drift Masters European Championship in Riga, Lettland, am 14. August 2020.
© Jaanus Ree/Red Bull Content Pool
Drifting

Alles was du über Driften wissen musst

Wie läuft ein Drift-Wettkampf ab? Warum ist es eine so einzigartige Motorsportart? Und warum solltest du alles über die Drift Masters European Championship wissen? Wir haben die Antworten!
Von: Kacper Nowogrodzki
13 min readPublished on
Driften ist der ultimative Fahrtest: Man rast mit Vollgas um enge Kurven, die Vorderräder stehen quer zu den Kerbs und aus den hinteren Rädern quillt dichter Rauch. Von sportlicher Seite her können offizielle Events wie die Drift Masters European Championship mit all ihren Regeln auf den ersten Blick etwas verwirrend sein und genau aus diesem Grund wollen wir die brennendsten Fragen hier beantworten.
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Was genau ist eigentlich Driften?

Driften ist so einzigartig, dass es gar nicht so einfach ist, den Sport genau zu definieren, aber am besten lässt es sich wohl folgendermaßen beschreiben: Kontrolliertes Übersteuern des Fahrzeuges während man eine hohe Geschwindigkeit beibehält. Das klingt nicht sehr aufregend, oder? Wenn man jedoch bedenkt, dass Drifter aus dem, was der Otto Normalverbraucher auf der Straße am meisten fürchtet -- dem Schleudern -- einen Sport gemacht hat, sieht alles ganz schnell ganz anders aus. Im Grunde geht es darum, das Fahrzeug durch präzises Übersteuern bei hohem Speed seitlich durch die Kurve zu bringen, während der oder die Fahrer:in die volle Kontrolle über das Auto behält.
Bei Drift-Rennen treten zwei Fahrer:innen auf einer festgelegten Strecke gegeneinander an, mit dem Ziel, ihre herausragende Fahrtechnik zu präsentieren, während man unter dem ständigen Druck des Gegners steht.
Stell dir einfach vor, du gerätst ins Schleudern, der Tachometer zeigt etwa 100 km/h an, und deine Sicht ist wegen der Rauchentwicklung an den Reifen gleich Null. Die hintere Stoßstange des Autos schrammt an einer Betonwand entlang und du entgehst um nur wenige Zentimeter einem spektakulären Crash. Eines ist klar: Driften auf Profiniveau ist wirklich nichts für schwache Nerven!
Im Gegensatz zu anderen Motorsportdisziplinen spielen beim Driften weder Rundenzeiten noch die Position auf der Strecke eine Rolle für das Endresultat. Driften ist ein Sport, bei dem die Teilnehmer:innen anhand von vier Hauptkriterien -- Geschwindigkeit, Driftwinkel, Linienwahl und Style -- beurteilt werden.
Klicke einfach auf das Video darunter, um eine bessere Vorstellung davon zu bekommen, worum es bei diesem Motorsportspektakel wirklich geht:

26 Min

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Drift Fahrer Dave Egan mit einem Crashkurs (Wortspiel beabsichtigt) in dem Motorsport, in dem es um Speed, Style, Skills - und Rauch geht.

Deutsch +10

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Was ist die Drift Masters European Championship?

Die Drift Masters European Championship (DMEC) ist die prestigeträchtigste Drifting-Liga in Europa und zweifellos eine der besten Wettbewerbe der Welt. Obwohl es sich mittlerweile um ein internationales Projekt handelt, hat die Serie ihren Ursprung in Polen, einer der Hochburgen des Sports. Die Drift Masters-Serie wurde 2014 ins Leben gerufen, und die DMEC hat die Herzen der Fans und der besten Fahrer:innen des Kontinents dank außergewöhnlicher Events an ungewöhnlichen Orten im Sturm erobert.
2023 wird die Drift Masters European Championship über sechs Runden in Irland, Finnland, Schweden, Lettland, Deutschland und Polen ausgetragen -- und das Beste daran: Alle Events kannst du live auf Red Bull TV erleben! Den vollständigen Kalender mit allen Daten findest du hier:

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Englisch +1

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Bringt der Rauch Punkte?

Nein. All der aufsteigende weiße Rauch mag von der Tribüne und auf Bildern unglaublich cool aussehen, aber er ist nur ein Nebeneffekt des kontrollierten Übersteuerns bei hoher Geschwindigkeit. Für die Jury zählt der Drift an sich, und nicht wie viel vom Reifen verschwindet. Außerdem sollten wir es nicht Rauch nennen, denn technisch gesehen handelt es sich eher um einen Nebel oder Staub, der durch die Reibung der Gummimischungen auf dem Asphalt entsteht.
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Wenn Zeit keine Rolle spielt, wie gewinnt man ein Event?

Die Zeit der Fahrt und die Position der Athletin:innen nach Überqueren der Ziellinie entscheiden nicht über den Sieg bei einem Drift-Rennen. Es ist allein die Jury, die entscheidet, wer ein bestimmtes Duell gewinnt. Die Geschwindigkeit ist jedoch nicht völlig unbedeutend. Wer die Strecke genauso präzise wie der oder die Konkurrent:in zurücklegt, aber sichtbar schneller ist, hat bei den Judges einen Vorteil, denn nichts beeindruckt die Jury mehr als eine Drift-Fahrt am Rande des physikalisch Möglichen, bei der das Gaspedal durchgedrückt und das Bremspedal in Ruhe gelassen wird.
Conor Shanahan aus Irland und Piotr Wiecek aus Polen beim ersten Stopp der Drift Masters European Championship in Naas, Irland, am 7. Mai 2023.

Conor Shanahan und Piotr Wiecek beim Drift-Battle in Irland

© Mihai Stetcu/Red Bull Content Pool

Bei offiziellen Drift-Events der Drift Masters European Championship entscheiden die Judges über Sieg und Niederlage. Sie allein vergeben die Punkte sowohl in der Quali als auch bei den Duellen in den Finals.
Die Judges 2023 sind die Drift-Legenden Kevin O'Connell, Vernon Zwaneveld und David Kalas.
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Wie sieht die durchschnittliche Drift-Strecke bei einem Wettkampf aus?

Anders als im Rallyesport oder in der Formel 1 braucht man beim Driften auf höchstem Niveau weder viel Platz noch die modernsten Anlagen, um maximalen Nervenkitzel zu erleben. Die Länge des Drift-Strecken beträgt in der Regel nicht mehr als einen Kilometer. Daher sind Wettkämpfe auch nicht an traditionelle Rennstrecken gebunden, sondern können auch in Stadien oder auf einfachen Parkplätzen ausgetragen werden.
Je länger die Strecke, desto höher die Geschwindigkeit, wie am berühmten Biekierniki-Kurs in Riga, Lettland, wo die DMEC am 29. und 30. Juli zu Gast sein wird. Langsamere Strecke führen dagegen häufig zu packenden und hauchdünnen Zweikämpfen, die enger nicht sein könnten. Beim Saisonfinale im Fußballstadion PGE Narodowy in Warschau, Polen, werden die Fans genau das erleben.
Elias Hountondji bei der Drift Masters European Championship in Riga, Lettland, am 14. August 2020.

Elias Hountondji gibt Vollgas in Riga

© Jaanus Ree/Red Bull Content Pool

Bei den Drift-Kursen gibt es in der Regel einen Abschnitt, auf dem die Fahrer:innen ihre Fahrzeuge auf Geschwindigkeit bringen. Dann beginnt die Drift-Zone mit einer auf dem Asphalt markierten Querlinie. Ab diesem Zeitpunkt müssen die Athlet:innen ihre Autos zum Übersteuern bringen, aber das ist noch nicht alles. Die Fahrer:innen müssen auch der richtigen Linie folgen, die von den Judges vorgegeben wird.
Wie wissen die Pilot:innen, wann und wo sie auf der Strecke sein müssen, um die Judges zu überzeugen? Hier kommen die internen und externen Zonen und die sogenannten Clipping-Points (einfach Clips genannt) ins Spiel. Zonen sind auf den Asphalt gemalte Bereiche, die die Fahrer:innen so nahe wie möglich anfahren sollen.
Wie der Name schon sagt, befinden sich die internen Zonen auf der Innenseite der Kurve und sind im Allgemeinen kleiner. Sie sind oft quadratisch, und die Athlet:innen müssen sie mit der Fahrzeugfront befahren. Die externen Zonen befinden sich außerhalb und sind viel länger.
Die Clips haben eine sehr ähnliche Funktion wie die internen Zonen. Clips sind vertikale Pfosten, an die die Fahrer:innen so nah wie möglich herankommen müssen.
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Warum gibt es Bremszonen?

Die Judges wollen maximale Aggressivität und knappe Duelle sehen. Vollgas steht für die besten Drifter:innen also an der Tagesordnung. Allerdings gibt es Stellen auf der Strecke, an denen es schwierig ist, Gas zu geben, ohne vorher ein wenig auf die Bremse zu treten. Aus diesem Grund legen die Judges bestimmte Bremszonen fest, in denen eine Geschwindigkeitsreduzierung nicht als Fehler gewertet wird.
Außerhalb dieser speziellen Bereiche ist Bremsen absolut tabu und ein Punktekiller. Wenn das vordere Auto zum Beispiel deutlich über die Zone hinaus bremst und das Verfolgerauto eine Kollision nicht vermeiden kann, geben die Judges in der Regel dem vorderen Auto die Schuld.
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Haben Drift-Autos deshalb vorne und hinten Bremslichter?

Ja, genau. Bei Wettkämpfen werden dir sicherlich die roten LED-Streifen über der Front- und Heckscheibe der Autos auffallen, damit die Judges leicht erkennen können, wann gebremst wird. Eine ähnliche Rolle spielt eine einzelne Speiche auf den Felgen, die in einer bestimmten Farbe lackiert ist und es den Judges ermöglicht, zu beurteilen, ob sich das Rad bewegt oder durch Bremsen gestoppt wird.
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Wie qualifizieren sich Fahrer für Rennen der Drift Masters European Championship?

Um sich für ein Rennen der Drift Masters European Championship zu qualifizieren gibt es die "line of a perfect pass", die als Referenz für alle Fahrer:innen gilt.
In der Qualifikation sind Fahrer:innen alleine auf der Strecke und können maximal 100 Punkte erzielen. Die meisten Punkte gibt es für die sogenannte Passing Line -- bis zu 60 Punkte. Für den Drift-Winkel des Fahrzeuges vergeben die Judges bis zu 20 Punkte. Die restlichen 20 Punkten gibt es für den Fahrstil. Dieser setzt sich aus drei Elementen zusammen: die Einleitung des Drifts, also der Punkt, an dem der Drift gestartet wird (5 Punkte), die Geschmeidigkeit der Fahrt (10 Punkte) und Commitment (5 Punkte).
Während der Quali für die Drift Masters European Championship haben alle Athlet:innen zwei Versuche auf der Strecke. Das beste Resultat wird dann in die Wertung genommen und entscheidet schließlich darüber, welche 32 in die Finals kommen und Battles fahren.
In der Runde der Top 32 trifft die Nummer 1 auf die Nummer 32 aus der Quali, und so weiter. Nur die Ergebnisse der Head-to-Head-Duelle entscheiden darüber, wer weiterkommt. Nach jeder Rennphase wird die Anzahl der Teilnehmer:innen halbiert, bis zu den Top 4, in der die beiden Finalist:innen ermittelt werden. Die beiden Verlierer im Semifinale treten dann im kleinen Finale um Platz 3 an. Während eines Events können Fahrer:innen maximal fünf Duelle fahren (ohne Overtime).
Jaub Przygonski und Piotr Wiecek aus Polen beim ersten Stopp der Drift Masters European Championship in Naas, Irland, am 7. Mai 2023.

Schon der kleinste Fehler kann zur Niederlage führen

© Mihai Stetcu/Red Bull Content Pool

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Was ist der Unterschied zwischen Lead und Chase?

Die Paradedisziplin und gleichzeitig das Grundprinzip beim Driften sind die beliebten Kopf-an-Kopf-Duelle (bestehend aus zwei Läufen), bei der die Teilnehmer:innen die Chance haben, ihre herausragenden Skills ein Mal als Lead-Auto (Führung) und ein Mal als Chase-Auto (Verfolgung) zu zeigen.
Der oder die Bestplatzierte aus der Quali fährt zuerst den sogenannten Lead Run. Das Ziel ist, dass der perfekte Qualifikationslauf so gut wie möglich kopiert wird, indem die Ideallinie aggressiv, gleichmäßig und mit maximalem Drift-Winkel gefahren wird -- natürlich ohne das Chase Car zu behindern. Danach werden die Rollen getauscht.
Bei der Verfolgungsjagd besteht die Hauptaufgabe darin, die Bewegungen des Lead Cars so perfekt und exakt wie möglich nachzuahmen. Im Wesentlichen soll sich das Verfolgerauto wie ein Schatten hinter dem Führungsauto bewegen. Dabei sollen die Autos so dicht wie möglich hintereinander sein, und selbst ein leichter Kontakt ist akzeptabel, sogar wünschenswert. Wenn dabei jedoch der Winkel des Drifts verkürzt wird oder Kurven geschnitten werden, gibt es einen Punktabzug.
Piotr Wiecek aus Polen während der vierten Runde der Drift Masters European Championship in Riga, Lettland am 30. Juli 2022.

Piotr Wiecek in Riga, 2022

© Joerg Mitter / Red Bull Content Pool

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Wie werden diese Battles entschieden?

Nachdem beide Läufe beendet sind, bewerten die Judges, wer das Auto ingesamt besser unter Kontrolle hatte. Der oder die Fahrer:in, die nach Experteneinschätzung der Judges besser abgeschnitten hat, gewinnt das Duell und kommt weiter. Oft entscheiden sehr feine Details über das Ergebnis. Zum Beispiel kann es vorkommen, dass beide Kontrahent:innen perfekte Lead-Läufe hatten, aber wer im Chase näher am Lead dran war, kommt weiter. Wie man sieht sind die Regeln nicht unbedingt unkompliziert, aber wenn du einmal eine Live-Übertragung der Drift Masters European Championship auf Red Bull TV gesehen hast, wirst du die Feinheiten des Sports schnell verstehen.
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Gib es so etwas wie eine Overtime beim Driften?

Die gibt es tatsächlich, und je höher das Niveau, desto häufiger kommt es zu einer Overtime. Wenn zwei absolute Drift-Koryphäen aufeinandertreffen, ist es für die Judges sehr schwierig, Fehler zu finden. Wenn dann nach zwei Runs noch immer kein Sieger ermittelt werden kann, wird das Duell wiederholt. Bei den Drift Masters ist eine Overtime pro Duell erlaubt. Danach muss eine Entscheidung getroffen werden.
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Was muss ich über sogenannte "null errors" wissen?

Die Drift-Judges erkennen selbst die kleinsten Fehler, aber es gibt Fehler, die auch das ungeschulte Auge sofort erkennen kann. Diese Fehler werden als "null errors" bezeichnet und führen zum Abzug der Gesamtpunkte eines Laufs. Zu den "null errors" gehören Fehler wie das Verlassen der Strecke mit beiden Rädern oder ein Dreher.
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Was ist ein "bye run"?

Manchmal schafft es nur ein:e Fahrer:in zum Duell, zum Beispiel aufgrund mechanischer Probleme. In diesem Fall kommt der oder die Fahrer:in automatisch in die nächste Runde und fährt einen "bye run", bei dem es sich im Wesentlichen um einen Showrun handelt.
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Gibt es Crashes?

Oh ja! Beim Driften sliden zwei Autos mit rund 1.000 PS dicht an dicht bei Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h nebeneinander über extrem kurvenreiche Rennstrecken -- da sind Crashes natürlich vorprogrammiert! Aufgrund der für Motorsportverhältnisse relativ niedrigen Geschwindigkeiten enden Kontakte zwischen Autos jedoch meist mit leichten Kratzern. Gelegentlich kommt es aber natürlich zu heftigeren Zusammenstößen, vor allem auf den schnelleren Strecken. Professionelle Drift-Autos sind deswegen mit einer Reihe von Sicherheitsfeatures ausgestattet, so dass sie meisten Crashes oft schlimmer aussehen, als sie tatsächlich sind.
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Wer sind die Favoriten bei der Drift Masters European Championship?

Beim Driften geht es viel um Style! Wenn du also noch keinen Favoriten hast, solltest du dir unbedingt das nächste Event im Rahmen der Drift Masters European Championship ansehen und dann entscheiden, wer dich am meisten begeistert.
Was die Nationen angeht, so sind Polen und Irland seit Jahren die beiden stärksten Länder in der europäischen Drift-Szene. Eines ist also sicher: Polen und Irland werden auch dieses Jahr wieder ganz vorne mitmischen. Der Pole Piotr Więcek ist aktuell der beste Drifter Europas und bekannt für seine perfekten und extrem schnellen Läufe, während die Iren im letzten Jahr die Drift Masters Nationenwertung gewonnen haben, angeführt von James Deane und den Brüdern Jack und Conor Shanahan. Auch auf der Rechnung haben muss man Adam Zalewski, Paweł Korpuliński und Kuba Przygoński.
Eine der erfreulichsten News für 2023 ist, dass der amtierende WRC-Champion Kalle Rovanperä an ausgewählten Events der DMEC dabei sein wird. Der Finne hat bereits in seiner Heimat bewiesen, dass ihm das Driften im Blut liegt. Wir können es also kaum erwarten, ihn auf der Strecke zu sehen!
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Was macht Drift-Autos so besonders?

Im Vergleich zu anderen Motorsportarten gibt es beim Driften ein besonders liberales technisches Reglement, das weitreichende Änderungen an den Fahrzeugen ermöglicht. Der Einbau von Motoren aus anderen Fahrzeugen, der Umbau von Fahrzeugen mit Vorderradantrieb in Fahrzeuge mit Hinterradantrieb und vieles mehr sind gängige Modifikationen im Drift-Universum. Und dieser mod-freundliche Ansatz ist einer der Faktoren, warum der Sport so viele Fans anzieht.
Das Thema Sicherheit wird aber natürlich sehr ernst genommen: Überrollkäfige, Schalensitze mit Fünf-Punkt-Gurten, flammhemmende Rennanzüge und Helme sowie ein Feuerlöschsystem sind obligatorisch.
Kalle Rovanperä (FIN) und Jonne Halttunen (FIN) vom Team Toyota Gazoo Racing bei der World Rally Championship Portugal in Porto, Portugal, am 13. Mai 2023.

WRC-Ass Kalle Rovanperä versucht sich jetzt beim Driften

© Jaanus Ree/Red Bull Content Pool

Auch bei Serien wie der Drift Masters European Championship gibt es keine Leistungsbegrenzung, so dass es nicht ungewöhnlich ist, dass unter der Motorhaube einiger Fahrzeuge Motoren mit vierstelligen PS-Zahlen schlummern. 600 PS sind das absolute Minimum an Leistung, das man im Drift-Sport braucht, um an der Spitze mitfahren zu können.
Und es versteht sich natürlich von selbst, dass Drift-Motoren nur wenig mit in Serie gefertigten Produkten zu tun haben. Von den Einspritzdüsen über die Kolben bis hin zu den Pleuelstangen wird so gut wie alles ausgetauscht oder getuned. Auch ein Turbolader ist bei Drift-Motoren so gut wie unverzichtbar, und viele Konstrukteure bauen ein zusätzliches Einspritzsystem ein, um einen Powerboost auslösen zu können.
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Wofür steht die Abkürzung 2JZ?

Jeder Drift-Fan stolpert früher oder später über diese dreistellige Abkürzung. Es ist weder eine magische Kraftstoffzutat noch der Spitzname einer Drift-Legende. Es ist die Bezeichnung für den Motor, der wahrscheinlich das meistgenutzte Antriebsaggregat in der Welt des Drift-Sports ist. Es handelt sich um einen von Toyota entwickelten Sechszylindermotor mit drei Litern Hubraum, der vor allem in der vierten Generation des Supra-Modells zum Einsatz kommt. Der Motor ist berühmt für seine außergewöhnliche Langlebigkeit und seinen Erfolg beim Tuning, kein Wunder also, dass es der begehrteste Motor in diesem Sport ist.
Conor Shanahan aus Irland bei der Drift Masters European Championship in Lodz, Polen, am 30. September 2022.

Conor Shanahan bei der Drift Masters European Championship

© Joerg Mitter/Red Bull Content Pool

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Welche Reifen kommen bei den Drift Masters zum Einsatz?

Der wichtigste Reifenpartner der Drift Masters European Championship ist das japanische Unternehmen Valino, das sich auf die Herstellung von Drift-Reifen spezialisiert hat. Ihre Reifen werden unter anderem vom aktuellen DMEC-Champion Piotr Więcek verwendet.
Anders als in der WRC oder der Formel 1 ist man bei den Drift Masters jedoch nicht auf die Reifen eines bestimmten Herstellers beschränkt. Bestimmte Parameter sind jedoch vorgegeben, darunter die Reifenbreite, die hinten nicht mehr als 285 mm betragen darf.
Angesichts des dichten Rauchs, der sich während der Fahrt entwickelt, könnte man meinen, die Reifen würden extrem wenig Grip liefern. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall, denn hätten die Reifen nicht maximalen Grip, würde ein 1.000 PS starkes Drift-Auto nicht einmal von der Startlinie kommen. Guter Grip ist paradoxerweise also ein absolutes Muss im Drift-Sport!
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Wo kann man die Drift Masters European Championship sehen?

Das ist ganz einfach. Die Drift Masters European Championship wird live auf Red Bull TV übertragen. Die Finals aller sechs Runden der DMEC gibt es live im Stream. Alle Infos zu allen Terminen und Zeiten gibt es hier.

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