Der klassische Boardslide
© Jonathan Mehring/Red Bull Content Pool
Skateboarding

Skateboard-Trickkiste: Diese Tricks helfen dir beim Einstieg

Du willst im Skateboard-Game groß mitmischen? Dann solltest du diese grundlegenden Tricks im Schlaf beherrschen.
Von: Stefan Schwinghammer
10 min readUpdated on
Es gibt keine bessere Medizin fürs eigene Ego, als einen Skateboard-Trick souverän in den Skate-Park zu setzen. Gerade beim Einstieg ist die Gefahr aber groß, in zu kurzer Zeit zu viel zu wollen. Tust du dir mit den Grundlagen noch schwer, sind ernsthafte Verletzungen wie Verstauchungen, gebrochene Knochen und Gehirnerschütterungen vorprogrammiert. Finde also zuerst die Balance und die Sicherheit am Board - erst dann ist es an der Zeit, in die große Skateboard-Trickkiste zu greifen.

Skills, die du beherrschen solltest, bevor du dich an die Tricks machst

Jost Arens auf Teneriffa

Jost Arens

© Leo Preisinger / Red Bull Content Pool

Quotation
Mein Tipp für den Anfang: Push so viel durch die Stadt wie möglich, um Boardgefühl zu entwickeln.
Beginne mit den absoluten Grundlagen: Perfektioniere das Auf- und Absteigen, deine Haltung und deine Balance, während du rollst. Sobald du dich dabei sicher fühlst, solltest du dich ans Carven (das Lehnen in die Kurve) gewöhnen und den Speed halten können. Erst dann bist du bereit dafür, diese neun Tricks für Anfänger anzugehen.

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01

Switch fahren

Das beidseitige Fahren ist jetzt kein Trick im klassischen Sinne, aber es ist eine dieser Techniken, die du können solltest, da sie für viele der fortgeschritteneren Skateboard-Tricks essenziell sind. Switch zu fahren bedeutet nicht mehr, als die Fußstellung zu drehen. Hast du üblicherweise den linken Fuß vorne, während der rechte Fuß pusht, fährst du Switch, wenn du den rechten Fuß nach vorne setzt und das Pendant die Arbeit am hinteren Teil erledigt. Meisterst du diese Fähigkeit, verdoppelt sich im Hand- bzw. Fußumdrehen dein Trickrepertoire. Schließlich kannst du nun auch alles noch switch machen.
02

Drop-In

Alyssa Lee steht auf einer vollgesprühten Betonrampe, ihr Tail ist auf dem Coping eingeloggt. Sie macht sich bereit für einen Drop-In

Alyssa Lee – Ready für den Drop-In am Texas Beach Skatepark

© Jonathan Mehring

Wiederum fallen Drop-Ins eher in die Kategorie grundlegender Techniken. Dennoch geht es hier um eine essenzielle Fähigkeit, die du benötigst, um Ramps und Bowls zu skaten oder im Skatepark Schwung zu holen. Für einen Drop-In balancierst du dein Tail an der Kante (dem „Coping“) einer Rampe oder einer Bowl und lässt dich mit dem anderen Fuß hineinfallen, um das Board rollen zu lassen. Das Ganze kann am Anfang Angst machen, aber genau diese Dinge sind es, die dir das Selbstvertrauen geben, mehr Tricks anzugehen und besser zu werden.
03

Kickturn

Der Kickturn macht das Carven etwas effizienter, besonders dann, wenn du mit viel Geschwindigkeit unterwegs bist. Um den Kickturn umzusetzen, setzt du einen Fuß auf den Tail deines Boards und legst mehr Gewicht hinein. Behalte deinen anderen Fuß über der vorderen Achse. Während du das Gewicht also nach hinten verlagerst, hebt sich die Nose vorne. Sobald sie in der Luft ist, drehst du die Schultern in die Richtung, in die du fahren möchtest, und schwenkst das Board damit. Die fortgeschrittene Version kannst du in einer Rampe vollführen, indem du hineinfährst, einen Kickturn machst und wieder vorwärts herausrollst.
04

Tic-Tac

Der Tic-Tac besteht quasi aus mehreren, sich abwechselnden Kickturns im Flat. Durch die abwechselnde links-rechts Rotation gelingt es dir, dich langsam vorwärts zu puschen. Das Carven mit kleineren Tic-Tacs hilft dir zudem dabei, mehr Kraft in den Boden zu bringen, womit du dich mit mehr Speed und Momentum nach vorne bewegst. Für Anfänger eignet sich dieser Trick deswegen, da er deine Balance und Kraft auf dem Board verbessert.
05

Boneless

Ein absoluter Oldschool-Klassiker, der unfassbar viel Spaß macht, super aussieht und einfach erste Erfolge beschert. Beim Boneless nimmst du den vorderen Fuß vom Board und stellst ihn auf den Boden. Gleichzeitig greifst du mit der Hand die Kante des Boards (Grab), drückst dich mit dem Fuß vom Boden ab und springst samt Board in der Hand nach oben. In der Luft ziehst du den Fuß wieder auf das Skateboard und landest. Perfekt, um ohne Ollie-Stress Höhe zu gewinnen!
Jaime Mateu boneless one into Marseille bowl during Red Bull Bowl Rippers 2017.

Jaime Mateu, boneless

© Nicolas Jaquemin

06

No-Comply

Ähnlich wie der Boneless ist der How to master the No Comply skateboarding trick ein sogenannter „Footplant-Trick“. Hierbei setzt du den vorderen Fuß schnell auf den Boden ab, nutzt den Schwung, um mit dem hinteren Fuß das Tail zu poppen und das Board eine 180-Grad-Drehung machen zu lassen (kann auch ohne Drehung vollführt werden, aber der sogenannte Straight No Comply ist schwieriger). Bevor das Board wieder auf dem Boden aufkommt, springst du mit dem vorderen Fuß zurück darauf. Ein stylischer Street-Trick, der flüssig gefahren am besten aussieht.
Luciano Cristobal channels Ray Barbee with this straight no-comply up and over the salt obstacle in Salar de Uyuni, Bolivia during the White Desert sessions

Luciano Cristobal – No Comply

© Gaston Francisco

07

Ollie

Sobald du dir eine gute Basis aufgebaut hast, ist es an der Zeit, etwas herausfordernde Tricks anzugehen. Viele Skateboarder sehen im Ollie den wichtigsten Trick für Anfänger, da viele andere Tricks darauf aufbauen. Ein Ollie ist im Wesentlichen nichts anderes, als ein Sprung, während das Skateboard an deinen Füßen bleibt.
Lore Bruggeman springt in einem Museum per Ollie aus einer Rampe über das Skelett eines kleinen Raptor im Natural History Museum in London.

Lore Bruggeman – Ollie im Natural History Museum in London

© Patrik Lundin

Den Ollie beginnst du, indem du das Tail poppst. Dabei schnalzt die Nose nach oben, weshalb du den vorderen Fuß nach vorne ziehst, um sie abzufangen, wodurch dein Tail nach oben kommt. Klingt kompliziert? Ist einfache Physik – aber bis man einen Ollie gemeistert hat, können mehrere Wochen vergehen. Wenn du ihn allerdings kannst, fühlt es sich an, als hätte man gelernt zu fliegen.
08

180 Ollie

Der 180 Ollie baut auf den klassischen Ollie auf und kann sowohl frontside als auch backside ausgeführt werden. Um einen 180 zu springen, begibst du dich in die Ollie Position. Sobald du poppst, drehst du dich mit deinen Schultern jedoch in die Richtung, in die du die Rotation ausführen möchtest und im Idealfall drehst du dich um 180 Grad und fährst entspannt weiter. Der Trick lässt sich natürlich erweitern, etwa zum 360, einer kompletten Drehung.
Elissa Steamer - Backside 180

Elissa Steamer - Backside 180

© Xgames.com

09

Fakie Ollie

Du hast gelernt, wie man Switch fährt und wie man einen Ollie macht? Perfekt, dann kombiniere das Ganze! Ein Fakie Ollie ist im Grunde ein normaler Ollie, während du rückwärts rollst. Das Coole daran: Durch den Schwung der Rückwärtsbewegung fühlt sich das Poppen des Tails oft sogar etwas leichter an als im Stand oder beim Vorwärtsfahren. Ein extrem wichtiger Baustein für dein Boardgefühl.
Kris Vile - Fakie ollie

Kris Vile - Fakie ollie

© Kevin Metallier

10

Halfcab

Benannt nach der Skate-Legende Steve Caballero. Im Endeffekt ist es ein Backside 180 Ollie, den du allerdings aus der Fakie-Position (also rückwärtsrollend) abziehst. Da du dich dabei in Fahrtrichtung ausdrehst, ist das Timing beim Poppen und Landen für viele Anfänger sogar deutlich leichter zu lernen als der reguläre 180 Ollie.
Steve Caballero

Steve Caballero

© Helge Tscharn

11

Manual

Ein Manual, manchmal auch "Manny" genannt, ist ein Wheelie in den man hinein olliet und ein Wheelie ist das Äquivalent zum Wheelie auf dem Bike. Dafür hebst du die Nose, so dass du nur mehr auf den beiden hinteren Rollen fährst. Das Ganze muss keine überlangen Ausmaße annehmen, aber ein paar Meter sorgen dafür, dass du deiner Balance einen Boost verschaffst. Natürlich kannst du auch dein Tail anheben und einen Nosewheelie vollführen. Der ist allerdings schon eine Spur härter. Hier siehst du den Pro Simon Stricker bei einem Manual-Weltrekordversuch in der Schweiz:
Hier siehst du den Pro Simon Stricker bei einem Manual-Weltrekordversuch in der Schweiz:

2 Min

Manual World Record: Simon Stricker

Manual Weltrekord von Skateboarder Simon Stricker

12

Shuvit (Pop Shuvit)

Wenn du den Ollie so langsam im Kasten hast, wird es Zeit für deinen ersten Trick, bei dem sich das Board unter dir dreht. Beim Shuvit (oder Shove It) dreht sich das Skateboard um 180 Grad unter deinen Füßen, während dein Körper in derselben Position bleibt. Der Trick funktioniert über den "Scoop": Mit den Zehen des hinteren Fußes gibst du dem Tail einen Schubs nach hinten, während der vordere Fuß einfach nur über dem Board schwebt, um es nach der Drehung wieder zu fangen. Klappt am Anfang auch super ohne Pop!
Jamie Foy skatet bei der Red Bull Drop In Tour 2022 in Amsterdam.

Jamie Foy mit einem Pop Shove It bei der Red Bull Drop In Tour in Amsterdam

© Anthony Acosta / Red Bull Content Pool

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Rock to Fakie

Ein Rock to Fakie zählt bereits zu den fortgeschritteneren Tricks, die du dann angehen kannst, wenn du bereit für eine Bowl oder eine Ramp bist. Rolle mit genug Geschwindigkeit in Richtung Rampe. Sobald du oben angekommen bist, lässt du die Vorderräder über die Kante (Coping) ragen, während du mit der Mitte deines Boards darauf balancierst.
Danach verlagerst du das Gewicht zurück in die Rampe, wodurch du wieder dort hin rollen solltest, wo du hergekommen bist. Drück dabei auf das Tail, damit sich die vorderen Rollen über das Coping heben (vorsicht for Hang Ups) und schon geht es die Rampe rückwärts wieder runter.
Jaakko Ojanen ist mit seinem Skateboard eine steinerne Skulptur, die geformt ist wie eine Seite einer Halfpipe, hochgefahren und hat es mittig im Rock to Fakie auf der Oberkante abgesetzt

Jaakko Ojanen – Rock to Fakie

© Gaston Francisco

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Tailstall

Weiter in der Rampe. Wenn du den Rock to Fakie gemeistert hast, ist der Tailstall dein nächstes Ziel an der Quarterpipe. Du fährst die Rampe hoch, diesmal allerdings fakie (als verkehrt rum) und lupfst die Wheels auch nicht über das Coping, sondern lässt das Tail deines Boards dort einrasten, während die Nose in der Luft über der Rampe schwebt. Nach einem kurzen Moment der Balance verlagerst du das Gewicht wieder nach vorne und droppst zurück in die Transition.
Alex Sorgente, Ollie to Tail Stall

Alex Sorgente, Ollie to Tail Stall

© Matthew Roy/Red Bull Content Pool

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Axle Stall

Der Axle Stall bereitet dich optimal auf deine ersten Grind-Tricks vor. Du fährst im rechten Winkel auf eine Rampe zu, machst am Coping einen kleinen Kickturn und setzt beide Achsen (Achsen = Axles) gleichzeitig auf der Kante ab. Du stehst nun für einen kurzen Moment komplett still oben auf der Rampe. Um wieder hineinzufahren, gibst du der Nose einen kleinen Schubs und drehst dich zurück in die Rampe.
Skater Marius Syvanen alley oop ollies to axle stall in downtown Hong Kong during filming of the Hidden Colony video

Marius Syvanen – Axle Stall

© Jon Mehring

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50-50 Grind

Nun bist du bist beim ersten echten Grind-Trick angekommen! Der 50-50 Grind ist die logische Weiterführung des Axle Stalls – nur, dass du diesmal nicht stehen bleibst, sondern rutschst. Du fährst mit leichter Geschwindigkeit parallel zu einer niedrigen Box oder einem Curb an, machst einen kontrollierten Ollie und landest mit beiden Achsen auf der Kante. Durch den Schwung rutschst du an der Kante entlang, bis du am Ende der Box einfach wieder sauber herausrollst.
Alex Midler und sein völlig verrückter Acid-Drop von einer Rail zur nächsten in Portugal.

Alex Midler – 50-50-Gap-50-50

© Jorge Matreno

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Slappy Grinds

Keine Lust auf Ollie-Stress beim Grinden? Dann ist der Slappy dein bester Freund. Bei einem Slappy Grind fährst du mit deinen Achsen quasi direkt von der Seite auf eine niedrige Bordsteinkante oder ein Curb, ohne vorher abzuspringen. Durch den richtigen Anfahrwinkel und eine gezielte Gewichtsverlagerung springt das Board fast von alleine auf die Kante. Der perfekte, stylische Einstieg in die Welt des Grindens! Eine noch einfachere Variante sind Roll On Grinds, bei denen du einfach auf eine flache Kante hinauffährst.
Madars Apse jams into a ride-on grind at a quirky spot in Latvia

Madars Apse – Slappy Grind up

© Gaston Francisco

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Boardslide

Für den Boardslide gibt es einige Skills, die du vorab beherrschen solltest: etwa den Ollie oder den 180 und den Rock to Fakie. Denn der Boardslide ist eine Kombination daraus. Rolle in Richtung eines Rail, poppe einen Ollie, drehe dich so, dass du entweder mit dem Gesicht (Backside Boardslide) oder dem Rücken (Frontside Boardslide) nach vorne slidest und setz dein Board mittig wie beim Rock to Fakie auf das Rail. Im Unterschied zum Rock to Fakie rutscht du hier allerdings vorwärts. Etwas Skate-Wachs erleichtert das Ganze, aber nie vergessen: Wachs immer mit Vorsicht benutzen!
Torey Pudwill mit einem Frontside Boardslide

Torey Pudwill mit einem Frontside Boardslide

© Torey Pudwill

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Kickflip

Der heilige Gral für jeden Skateboard-Anfänger und der wohl bekannteste Trick überhaupt. Wenn dein Ollie sicher sitzt, bist du bereit dafür. Beim Kickflip poppst du das Board wie gewohnt, ziehst den vorderen Fuß aber diesmal leicht diagonal über die Kante (die Nose) nach außen weg. Dadurch versetzt du das Board in eine Längsrotation. Jetzt heißt es: Augen aufs Board richten, die Drehung abwarten, mit den Füßen catchen und den Applaus im Park abholen.
Ryan Decenzo überwindet einen gefrorenen Fluss mit einem Kickflip.

Decenzo überwindet einen gefrorenen Fluss mit einem massiven Kickflip.

© Ty Ravelle

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Heelflip

Das Gegenstück zum Kickflip. Die Dynamik ist ähnlich, allerdings kickst du das Board hier nicht mit den Zehen, sondern drückst es beim Abziehen mit der Ferse des vorderen Fußes nach vorne weg. Das Board dreht sich dadurch in die entgegengesetzte Richtung des Kickflips. Viele Skater finden den Heelflip durch die Fersenbewegung anfangs sogar etwas natürlicher zu lernen als den Kickflip – probier einfach aus, was dir besser liegt!
Ryan Sheckler, Heelflip

Ryan Sheckler, Heelflip

© Andrew Peters

Glückwunsch, du hast die Basics gemeistert! Und wie du schon gemerkt hast, bauen die Tricks aufeinander auf, können beliebig kombiniert und variiert werden. Geh z.B. per Heelflip in einen 50-50 oder kombiniere Kickflip und Shove It und da hast einen Varial Kickflip. Viel Spaß beim weiter üben und entdecken!