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Elden Ring: Der perfekte Einstieg in das Soulslike-Genre
Elden Ring von Entwickler FromSoftware ist nicht weniger als ein Gaming-Meisterwerk geworden, das das Soulslike-Genre und Open-World-Spiele nachhaltig verändert.
Für Fans beinharter Action-Rollenspiele führt ohnehin kein Weg an Elden Ring vorbei. Zusätzlich wartet das neue Soulslike-Abenteuer von FromSoftware mit derart vielen spannenden Neuerungen auf, dass Elden Ring für Genre-Neulinge den idealen Einstieg markiert und Open-World-Spiele nachhaltig verändert.
Elden Ring Features
01
Elden Ring: Meilenstein der Gaming-Geschichte
Dass Designer-Legende Hidetaka Miyazaki und das Entwicklerteam von FromSoftware mit ihren Titeln konsequent die Grenzen des im Gaming-Bereich möglichen erweitern, hat das Team mit Spielen wie Dark Souls, Bloodborne oder Sekiro: Shadows Die Twice bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Doch mit Elden Ring, dem neuesten Action-Rollenspiel des Studios, steht uns nicht weniger als ein Meilenstein der Gaming-Geschichte ins Haus und das hat gleich mehrere Gründe. Mit einer durchschnittlichen Wertung von 97 auf der Kritikerplattform Metacritic rangiert das düstere Fantasy-Rollenspiel nicht nur auf Platz 1 der besten Spiele des Jahres, sondern reiht sich in die Riege der besten Videospiele aller Zeiten ein – neben Namen wie The Legend of Zelda, GTA 5 oder Red Dead Redemption 2.
Damit überragt das Game sämtliche vorangegangene Werke des japanischen Entwicklerstudios. Gründe dafür gibt es viele. Nachdem wir uns den Titel bereits im Rahmen einer Vorschau-Version anschauen durften, stehen im fertigen Spiel alle Zeichen auf Meisterwerk.
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Elden Ring ist ideal für Neueinsteiger
Aufgrund ihres knüppelharten Schwierigkeitsgrades haben sich die Spiele von FromSoftware, spätestens seit der Veröffentlichung von Dark Souls im Jahr 2011, in der Gaming-Szene eine ganz eigene Nische geschaffen, die eine leidenschaftliche Fan-Base beheimatet.
Auch Elden Ring schlägt in dieselbe Kerbe und wird mit seinem fordernden Gameplay selbst gestandenen Videospiel-Veteranen absolut alles abverlangen. Ihr werdet fluchen, in den Controller beißen und die eine oder andere Zwangspause einlegen müssen, um den Kopf freizubekommen.
Und doch markiert Elden Ring das bislang einsteigerfreundlichste Soulslike-Rollenspiel und den perfekten Einstiegspunkt für Neulinge. Nicht, weil der Schwierigkeitsgrad niedriger angesetzt worden wäre. Sondern, weil das Game im Vergleich zu Dark Souls, Bloodborne und Co aus spielerischer Sicht neue Wege geht, die euch das Vorankommen erleichtern.
Als erstes Spiel des Entwicklerstudios setzt Elden Ring beispielsweise auf eine offene Spielwelt, die ihr in eurem eigenen Tempo erkundet. Kommt ihr bei einem knackigen Bosskampf nicht weiter, erkundet ihr einfach ein anderes Fleckchen der Zwischenlande, verbessert eure Taktiken und levelt euren Charakter auf.
Innerhalb der riesigen Spielwelt gibt es abseits des Hauptpfades immer etwas zu tun oder zu entdecken. Während in vorangegangenen Titeln ohne das Bezwingen eines Bossgegners kein Weiterkommen möglich war, sucht ihr euch in Elden Ring einfach eine andere Herausforderung, was für deutlich weniger Frust sorgt. Außerdem gibt es auf dem PC und den neuen Konsolen 60 Bilder pro Sekunde, was frustrierende Ruckel-Abschnitte vorheriger Spiele (Stichwort: Schandstadt in Dark Souls) vergessen macht und den Schwierigkeitsgrad spürbar absenkt.
03
Open-World voller Geheimnisse
Die in insgesamt sechs große Gebiete unterteilte Open-World von Elden Ring dürfte das Genre zudem maßgeblich beeinflussen, und zwar in der Form, wie es einst Titel wie Skyrim oder The Legend of Zelda: Breath of the Wild geschafft haben.
Denn statt euch mit einer schier endlosen Zahl an Sammelitems, Quest-Markierungen, gegnerischen Lagern oder Aussichtstürmen zu erschlagen, laden die Zwischenlande zum Entdecken ein. Konkrete Ziele oder auf der Karte eingezeichnete Aufgaben gibt es nicht. Eure Mission müsst ihr beispielsweise durch Gespräche mit NPCs erst selbst herausfinden, die euch zudem immer wieder Hinweis auf interessante Orte liefern.
Damit schürt Elden Ring den Entdeckerdrang in euch, wie es nur wenigen Open-World-Titeln gelingt. Wie tief ihr dabei tatsächlich in die Welt eintauchen wollt, überlässt das Game euch. Nicht jede entlegene Ruine oder jede unscheinbare Holz-Hütte in einem dichten Wald muss erkundet werden. Zumindest in der Theorie, denn ein Besuch lohnt sich eigentlich immer.
Einerseits, weil alle POIs ihre ganz eigene Geschichte erzählen und andererseits, weil ihr dort nahezu immer nützliche Items oder zumindest zusätzliche Erfahrungspunkte findet. Mit Geheimverstecken, kleinen Mini-Dungeons und Welt-Bossen haben die Zwischenlande eine Menge zu bieten, während spannende Rätsel, Nebenaufgaben oder einfach nur beeindruckende Szenerien immer wieder für gelungene Abwechslung vom harten Abenteurer-Alltag sorgen.
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Das Gameplay von Elden Ring
Aus spielerischer Sicht präsentiert sich Elden Ring als Evolution der klassischen Souls-Formel, womit sich Genre-Veteranen schnell heimisch fühlen werden. Habt ihr euch für eine von insgesamt zehn abwechslungsreichen Klassen entschieden, könnt ihr diese durch Erfahrungspunkte aufleveln, neue Fähigkeiten freischalten und eure Ausrüstung verbessern.
Rollenspiel-typisch investiert ihr gesammelte Runen (das Pendant zu den Seelen aus Dark Souls) an Leuchtfeuern (Orte der Gnade) in Stufenaufstiege und steigert so eine von insgesamt acht Charakterfähigkeiten. Diese erhöhen beispielsweise eure Gesundheit oder steigern eure Angriffskraft.
Neu hingegen ist beispielsweise die Kriegsasche, mit der ihr eure Schwerter, Bögen oder anderen Waffen mit zusätzlichen Spezial- oder Elementareffekten ausstattet. Eine weitere Neuerung sind die Summonings, dank denen ihr in der Nähe bestimmter Monumente kurzzeitig verbündete Geister zur Unterstützung herbeiruft.
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Taktische Kämpfe
Natürlich markieren die Kämpfe in Elden Ring noch immer einen Grundpfeiler der Spielerfahrung und spielen sich mit leichten und schweren Angriffen, Blocks, Paraden und Ausweichmanövern so taktisch wie eh und je.
Als Fernkämpfer, Magier oder mit einem wuchtigen Zweihänder spielt sich das Action-Rollenspiel mitunter komplett anders. Zudem dürft ihr in einem umfangreichen Crafting-System selbst Hilfsmittel zusammenschustern, die euch die Kämpfe teils deutlich erleichtern. Während euch normale Standard-Gegner selten vor echte Probleme stellen, ist bei späteren Kontrahenten, vor allem aber Bossgegnern, die richtige Taktik unabdingbar. Auch in Elden Ring wollen eure Widersacher genauestens studiert und ihre Angriffsmuster verinnerlicht werden. Das ist zwar noch immer extrem knackig, verzeiht aber deutlich mehr Fehler als es seinerzeit bei Sekiro der Fall war, in dem ohne sekundengenaues Parieren gar nichts ging.
Durch die offene Spielwelt ermöglicht Elden Ring allerdings auch einen Schleichansatz: In bester Stealth-Manier könnt ihr so nach und nach ganze Gegnerhorden unsichtbar und lautlos ausschalten, ohne euch ihnen im offenen Kampf stellen zu müssen. Zusätzlich eröffnen sich euch innerhalb der Welt viele alternative Wege, um ganze Bataillonen an Widersachern sogar vollständig zu umgehen.
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Viele Möglichkeiten
Elden Ring beschreitet also aus vielerlei Hinsicht Neuland und bietet einen im Vergleich zu den indirekten Vorgängern deutlich höheren Komfort. Die Schnellreise zwischen den Speicherpunkten oder auf dem Rücken eures Spektralrosses Sturmwind klappen beispielsweise besser denn je und eröffnen viele neue Wege.
In einigen Punkten ist das Abenteuer aber noch genauso sperrig wie Dark Souls und Co. Crafting-System und andere Spielmechaniken, die beispielsweise für Koop- und PvP-Modus notwendig sind, werden nur rudimentär erklärt und wollen von euch erst verstanden werden. Eine gewisse Einarbeitungszeit ist also, nicht nur für Genre-Neueinsteiger, notwendig.
Elden Ring Multiplayer
Der Elden Ring Multiplayer unterteilt sich in einen Koop-Modus für bis zu drei Spieler, sowie einen kompetitiven PvP-Duell-Modus. Auch das Einfallen in die Welt anderer Spieler (Invasion) ist möglich.
Allerdings könnt ihr nicht das gesamte Abenteuer im Koop-Modus erleben. Für den Elden Ring Multiplayer müsst ihr im Spiel bestimmte Items finden und nutzen:
- Kleine Goldene Statue: Mit diesem Item signalisiert ihr eure allgemeine Bereitschaft, am Koop-Modus teilzunehmen
- Krummfinger des Befleckten: Hiermit könnt ihr gezielt einem Freund oder einer Freundin beitreten
- Mit dem Krummfinger könnt ihr auch ein Passwort festlegen, womit also nur Freunde den Weg in euer Spiel finden
- Krummfingermedizin: Dieses Item brauchen eure Freunde, um eurer Passwort-geschützten Sitzung beizutreten
- Kleine Rote Statue: Platziert ein Symbol das andere Spieler für ein Duell mit euch nutzen können (PvP-Modus)
- Krummfinger des Duellanten: Gezielte Beschwörung eines anderen Spielers für Duelle, mit Passwort
- Blutiger Finger: Ermöglicht Invasionen in die Welt anderer Spieler
- Spotterzunge: Lässt euch gezielt Invasionen in eure Welt provozieren
- Fingerabtrenner: Lässt euch andere Spieler aus eurer Welt sofort herauswerfen
Ihr seht also: Der Elden Ring Multiplayermodus ist recht sperrig und komplex gestaltet. Bis ihr alle Items und ihre Wirkung verinnerlicht hat, dauert es also ein wenig.
Dann aber belohnt euch Elden Ring mit einer unnachahmlichen Spielerfahrung und einer atmosphärisch beeindruckenden, düsteren Fantasy-Welt, die euch so schnell nicht mehr loslassen wird. Ein absolutes Ausnahmespiel wie einst Bloodborne, das dank seiner frischen Ideen und Ansätze Genre-Neueinsteiger wie Profis gleichermaßen begeistern dürfte.
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