Der Car Mechanic Simulator lockt jetzt auch auf PlayStation 4 und Xbox One Simulationsfans an die Bildschirme und entpuppt sich als faszinierende Werkstatt-Sim, die süchtig macht.
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Pimp it up: Faszination Car Mechanic Simulator

Schrauben, tunen, lackieren. Mit dem Car Mechanic Simulator werdet ihr zum waschechten Autoschrauber. Wir haben uns die Simulation genauer angeschaut und klären, worin die Faszination liegt.
Von: Philipp Briel
8 min readPublished on
Seit vielen Jahren erfreuen sich Simulatoren enormer Beliebtheit. Ob in der Landwirtschaft, dem Truck, Feuerwehr, Müllabfuhr oder dem Bus. Gefühlt gibt es Nichts, was es nicht gibt. Wer gerne in der Werkstatt an mehr oder weniger edlen Karossen schraubt, kommt mit dem Car Mechanic Simulator voll auf seine Kosten. Aber: Macht das überhaupt Spaß? Worin liegt die Faszination des Spiels?

Pimp it up mit dem Car Mechanic Simulator

Als Anfang der 2000er Jahre ein Actionfilm namens The Fast and the Furious in die Kinos kam, sorgte das für einen neuen Boom in der Tuning-Szene. Natürlich ließen entsprechende Videospiele auch nicht lange auf sich warten. Neben den spielerischen Aspekten musste jeder Racer, der etwas von sich hielt, einen umfangreichen Tuningbereich bieten. Von legendären Need for Speed Underground über Juiced 2 bis hin zu Midnight Club 3.
Mittlerweile ist die Individualisierung der eigenen Vehikel ein fester Bestandteil von Rennspielen. Doch wie steht es eigentlich um einen Simulator, in dem sich alles um die Arbeiten an den Karossen dreht und der ganz ohne Rennspiel auskommen will?

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Dieser Frage geht Entwickler PlayWay nun bereits seit ganzen fünf Jahren nach, die im Jahr 2014 den Car Mechanic Simulator ins Leben gerufen haben. Mittlerweile dürft ihr sogar auf PlayStation 4 und Xbox One die Hebebühne bedienen. Über 11.000 positive Bewertungen auf Steam und fast volle fünf Sterne bei rund 700 Bewertungen auf PlayStation 4 und Xbox One zeugen von der Qualität des Spiels. Also haben auch wir unseren Blaumann übergestreift und uns in die Werkstatt begeben, um der Faszination des Spiels nachzugehen.

Ab geht das wilde Schrauben

Nachdem uns das Tutorial mit den Vorzügen des Jobs vertraut gemacht hat, finden wir uns kurz darauf im knallharten Alltag eines aufstrebenden KfZ-Mechatronikers wieder. Doch bevor wir uns an die Arbeit machen, gönnen wir uns erst einmal einen leckeren Kaffee.
Gestärkt blicken wir uns in unserer leeren Werkstatt um. Ein Werkzeugkasten hier, eine Hebebühne dort. Lediglich die wichtigsten Werkzeuge finden in unserer ersten Behausung Platz. Das ändert sich, wenn wir unsere Arbeit gut machen.
In der Kampagne des Car Mechanic Simulator absolvieren wir zahlreiche Missionen, die allesamt eine Aufgabe haben: Die Autos unserer Kunden wieder flott zu machen. Also schwingen wir unseren Hintern zum Telefon und nehmen den ersten Job an. Nachdem euch der Kunde mitgeteilt hat, welche Probleme sein Wagen aufweist, steht die Rostlaube auch schon in der Garage.
Ein Vater hat seinem Sohn zum bestandenen Führerschein ein Auto gekauft und offenbar gespart wo es nur geht. Immerhin läuft die Karre noch nicht einmal, aber es ist ja auch unser Job herauszufinden, woran das liegt. Irgendwas mit den Bremsen und das Öl könnte auch gewechselt werden, so die Missionsbeschreibung.
Also macht ihr euch an die Arbeit. Zunächst einmal ab auf die Hebebühne mit der Karre und stilecht (und in Echtzeit) hochfahren, damit ihr überhaupt an die Bremsen kommt. Per Knopfdruck wechselt ihr in den Analyse-Modus in dem ihr grob sehen könnt, wo die Probleme liegen. Verschlissene oder kaputte Teile werden in einer roten Farbe hervorgehoben und tatsächlich: Irgendwas stimmt mit den Bremsen nicht und die Reifen sind auch runter.
Also zurück in den Demontage-Modus, doch erst, wenn ihr die Regler der wummernden Drum ‘n‘ Base-Musik auf Anschlag gedreht habt. Aaaah, so lässt es sich arbeiten. Ihr hattet gedacht, ihr analysiert welche Teile kaputt sind und tauscht sie einfach aus? Hahaha, der war gut. Immerhin habt ihr es hier mit einem Simulator zu tun und was tun Simulatonsspiele? Sie spiegeln alle Aspekte eines Berufes möglichst realitätsnah wider.
Insgesamt 48 fiktive Autos gibt es in Car Mechanic Simulator. Die sehen ihren realen Vorbildern, wie dem Pontiac Firebird, allerdings erstaunlich ähnlich

Bis die Kunden wertvolle Wagen in eure Obhut geben, dauert es.

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Car Mechanic Simulator ist harte Arbeit

Also wollen zunächst einmal die Reifen demontiert werden. Genüsslich bestaunt ihr die Radschrauben, wie sie sich vorsichtig aus ihren Verankerungen drehen. Behutsam lasst ihr die Pneus von ihren Wirkungsstätten gleiten, einen nach dem anderen. Wer gehofft hatte, jetzt gemütlich die Bremsscheiben austauschen zu können, liegt jedoch falsch. Erst wollen die Radlager, Bremssättel und Bremsbeläge demontiert werden, um den Blick auf das Objekt eurer Begierde freizugeben.
Wenig später habt ihr den Schuldigen auch schon ausgemacht. Die Bremsscheiben sind durch, das seht ihr sogar als Laie. Immerhin bestehen die Scheiben offenbar fast nur noch aus Rost. Also müssen sie runter. Habt ihr die verschlissenen Teile demontiert, klemmt ihr euch hinter euren Computer, um im Netz nach möglichst günstigen Ersatzteilen zu suchen und diese von eurem äußerst begrenzten Startkapital zu kaufen.
Hier stehen euch verschiedene Händler zur Wahl, die neue Teile für unterschiedliche Bereiche eines Autos im Angebot haben. Bei den Bremsen ist das noch recht simpel, bei Arbeiten am Motor hingegen müsst ihr schon mehr darauf achten, auch wirklich die richtigen, passenden Teile zu bestellen. Auch das Montieren der Ersatzteile ist anfangs noch recht einfach, gestaltet sich aber im weiteren Spielverlauf als durchaus knifflige Aufgabe. Nicht nur wegen der Aufgabe an sich, sondern auch aufgrund der etwas hakeligen Kamera und, weil ihr als Anfänger nicht immer sofort wisst, wo ein bestimmtes Teil genau angebracht werden muss.
Doch keine Sorge, der Car Mechanic Simulator entfaltet eine unglaubliche Suchtspirale und lässt euch nach einiger Eingewöhnungszeit nicht mehr so schnell los. Spätestens nach 20 bis 30 Spielstunden könnt ihr mit verbundenen Augen die Nockenwelle eines Muscle Cars austauschen.
In einer Steam-Bewertung heißt es: „Ein großartiges Spiel wenn du lernen willst, wie du ein Auto selbst reparieren oder von Grund auf zusammenbauen willst. Sehr detailliert und realistisch.“ Und genau das ist es, was der Car Mechanic Simulator ist. Wir würden euch zwar nicht unbedingt empfehlen, nach über 100 Spielstunden jegliche Reparaturen an eurer Karre selbst vorzunehmen, aber ein Verständnis für die Kosten, Arbeitsschritte und damit verbundenen Schwierigkeiten habt ihr dann allemal.
Der Car Mechanic Simulator präsentiert sich als komplexes und motivierendes Puzzlespiel mit Autos

Der Car Mechanic Simulator stellt alle Arbeitsschritte realistisch dar

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Und das soll Spaß machen?

Reifen auswuchten, Bremsen reparieren, Lackschäden ausbeulen. Das soll auf Dauer Spaß machen? Was in den ersten Spielstunden noch unvorstellbar klingt, entwickelt binnen kürzester Zeit eine unglaubliche Faszination. Worin diese liegt, wissen wir allerdings selbst nicht genau. Vielleicht sind es die motivierenden Spielmechaniken.
Für abgeschlossene Missionen steigt ihr im Level auf und investiert die so erhaltenen Fähigkeitspunkte in neue Talente. Darunter zusätzliche Werkzeuge, die euch die Arbeit erleichtern oder ein Tablet, durch das der nervige Gang an den PC zum Bestellen neuer Teile entfällt.
Außerdem baut ihr nach und nach eure Werkstatt aus, kauft neue Werkzeuge und lockt somit neue Kunden an, die irgendwann sogar ihre Nobelkarossen in eure Obhut geben. Ganze 48 fiktive Autos gibt es im Spiel, die ihren realen Vorbildern allerdings sehr ähnlich sehen. Lizenzierte Fahrzeuge gibt es hingegen nur in den DLCs. Macht aber nix. Auf Wunsch erhaltet ihr realistische Fahrzeugmodelle auch in Form von Mods.
Nach und nach schaltet ihr immer neue Möglichkeiten und Aktivitäten frei, die euren Schrauberalltag deutlich motivierender gestalten. In versteckten Garagen findet ihr heruntergekommene Fahrzeugwracks, die ihr von Grund auf restaurieren könnt. Oder ihr begebt euch auf den Schrottplatz, um den dort lagernden Schätzen ein paar kostengünstige Teile zu mopsen. Habt ihr eure Karosse zusammengeschraubt, könnt ihr sie sogar auf drei verschiedenen Testkursen ausfahren und Spaß haben.

Car Mechnic Simulator: Mehr Auto-Puzzle als Rennspiel

Klar, Car Mechanic Simulator ist kein Rennspiel. Es gibt zwar eine Rennstrecke, diese dient euch allerdings nur als Leistungstest für die Karossen. Dank schwammiger Fahrzeugsteuerung würden echte Rennen vermutlich auch nur wenig Spaß machen. Nein, der Car Mechanic Simulator ist vielmehr ein Puzzle- und Knobelspiel mit Autos. Welche Teile benötige ich? Wo muss ich sie montieren? Und wie kann ich vielleicht noch ein bisschen mehr Leistung herauskitzeln? Das entfaltet tatsächlich eine unglaubliche Faszination, wenn ihr euch drauf einlasst. Das Game liefert genau das, was Simulationsfans lieben: Eine realistische Darstellung und Arbeitsschritte in Echtzeit, die dank motivierendem Fortschrittssystem an den Bildschirm fesseln und euch noch dazu neue Fähigkeiten verleihen, die euch im echten Leben durchaus nützlich sein können.
Wenn aus einem Haufen rostigem Altmetall irgendwann in stundenlanger Handarbeit durch euer Geschick ein schicker Supersportwagen entstanden ist, macht euch das schon ziemlich Stolz. Eine durchaus realistische und meditative Werkstattsimulation, die das Herz eines jedes Autofans höher schlagen lässt.
Eine der hilfreichsten Bewertungen der letzten Monate fasst es gut zusammen: "Bau es neu auf weil schrott." Joa, damit ist eigentlich alles gesagt. Und dieses Neuaufbauen macht wirklich Laune.

The Fast and the Furious lässt grüßen

Immer nur malochen, ausbessern und Rost entfernen ist euch auf Dauer zu eintönig? Ihr sehnt euch nach Bodykits, Spoilern und Leistungsupgrades? Dann solltet ihr euch den Tuning DLC des Car Mechanic Simulators einmal genauer anschauen.
Gründe die dagegen sprechen gibt es jedenfalls keine, immerhin steht die Erweiterung komplett kostenlos zum Download bereit. Zumindest auf dem PC, Konsolenspieler müssen sich noch ein wenig gedulden. Immerhin haben die Entwickler versprochen, alle erhältlichen DLCs in der Konsolenfassung nachzureichen.
Der Tuning-DLC lässt das Schrauberherz höher schlagen

Der Tuning-DLC lässt das Schrauberherz höher schlagen

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Der Tuning DLC erlaubt es euch dann endlich, die Boliden mit etlichen zusätzlichen Teilen auszustatten und so optisch zu pimpen oder die Leistung zu erhöhen. Auf dem Prüfstand könnt ihr dann herausfinden, welche Auswirkungen die Upgrades auf die Leistung eurer Karossen hatten.
Die optischen Upgrades reichen von Auspuffsystem über Stroßstangen, Spoiler und Kotflügeln bis hin zu Motorhauben und Scheinwerfern, von deren Qualität ihr euch dann bei einem Ausritt auf einem der drei Testkurse überzeugen könnt. Der Tuning-DLC wartet mit etlichen neuen Teilen auf. Eine kostenlose Erweiterung, die ihr definitiv mitnehmen solltet.