Die Icon von Fernando Torres jubelt in FIFA 21.
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12 Jahre FIFA Ultimate Team: So hat sich der Spielmodus entwickelt!

In dieser Zeitreise erklären wir euch, was sich wann im beliebten Spielmodus FIFA Ultimate Team verändert hat und stellen den Status quo vor.
Autor: Christian Knoth
8 min readaktualisiert am
Seit bereits zwölf Jahren gibt es nun Ultimate Team, den beliebtesten Spielmodus in FIFA. Grund genug, uns auf eine Zeitreise zu begeben. Wir blicken zurück auf die Anfänge von FUT und geben euch einen Überblick, wie sich der Sammelkarten-Spielmodus, in dem ihr euch euer Dreamteam aus allen verfügbaren FIFA-Spielern zusammenstellen könnt, im Laufe der Jahre entwickelt hat. Alles begann 2009 mit einem DLC (Downloadable Content) für FIFA 09…

Kostenpflichtig und überschaubar

FIFA Ultimate Team 09

FUT 09

© Red Bull

Wobei: Das stimmt eigentlich gar nicht! Der Startschuss für FUT fiel früher. Im FIFA-Ableger UEFA Champions League 2006-2007 gab es bei der Xbox 360-Version bereits einen Sammelkartenmodus. Bis aus diesem Test aber ein ernstzunehmender Spielmodus wurde, dauerte es noch eine gewisse Zeit. Sechs Monate nach dem FIFA 09-Release war es dann soweit: FIFA Ultimate Team erschien als kostenpflichtiger DLC für die Konsolen, PC-Zocker schauten vorerst in die Röhre.
Schon damals gab es in FUT Fitness-und Vertragskarten sowie Chemie. Insgesamt war der Spielmodus aber sehr simpel. Spezialkarten und verschiedene Spielmöglichkeiten wie Saisons oder Turniere sollten erst später folgen - nur einfache On- und Offline-Begegnungen waren möglich. Dagegen konnte man von Beginn an echtes Geld investieren, um schneller an ein gutes Team zu kommen. Damals funktionierte das noch mit PlayStation Network-Guthaben oder Microsoft-Points. Einen Pay2Win-Faktor gab es also schon in der Anfangszeit von FUT.

FUT wird komplexer und kostenlos

FUT 10 + FUT 11

FUT 10 + FUT 11

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In FIFA Ultimate Team 10, das diesmal vier Monate nach Veröffentlichung des Hauptspiels als kostenpflichtiger DLC heraus kam, gab es dann einige große Neuerungen. Erstmals wurde wöchentlich das Team of the Week präsentiert, in dem die besten Fußballer der vergangenen Woche gekürt wurden. Diese Spieler erhielten dann InForm-Karten mit verbesserten Werten. Die ersten Spezialkarten waren geboren! Außerdem ging die FUT Web App an den Start, in der FUT-Zocker ihren Squad über den Browser managen können. Als neuer FUT-Spielmodus wurden Turniere eingeführt.
Auch FUT 11 erschien wieder als DLC (im November), allerdings erstmals kostenlos. Der Spielmodus entwickelte sich weiter und wurde diesmal nicht nur größer, komplexer und spannender, sondern auch kompetitiver. Es gab von nun an Leaderboards und man konnte selbst entscheiden, gegen welche Spieler man online antreten möchte. Mit weltweiten Rankings wurde es reizvoller, erfolgreich zu spielen. Dass FUT einige Jahre später aber auch der Spielmodus wird, in denen weltweit die größten Esport-Turniere ausgetragen werden, war noch nicht abzusehen.

Das Ende des DLC und mehr Abwechslung

FUT 12 + FUT 13

FUT 12 + FUT 13

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Mit FUT 12 wurde die stetige Entwicklung des Spielmodus fortgesetzt, Stillstand war für Publisher EA Sports keine Option. Das erste Mal wurden auch PC-Spieler bedient und FUT war von nun an kein DLC mehr, sondern ein fest im Hauptspiel integrierter Spielmodus. Es gab auch neue Spezialkarten - wie Man of the Match (MOTM) und das Team of the Year (TOTY). Der Erfolg von FIFA Ultimate Team wurde größer, zu diesem Zeitpunkt zockten fast sieben Millionen Spieler FUT.
FUT 13 bot erneut mehr Abwechslung. EA installierte einen neuen Saison-Modus mit fünf Ligen, die Web App konnten FIFA-Fans ab sofort auch mit ihrem Handy nutzen. Eine wichtige Neuerung in der Geschichte von FUT war außerdem die plattformübergreifende Einführung der FIFA-Points als Echtgeldwährung. Nachdem sich in FUT 12 schon PC-Spieler FIFA-Points kaufen konnten, war das jetzt auch auf PlayStation und Xbox möglich. Den Spielern wurde es mit der Zeit immer schmackhafter gemacht, echtes Geld zu investieren, um sich damit einen Vorteil gegenüber den Gegnern zu verschaffen. Ein Blick auf die Entwicklung in den vergangenen Jahren zeigt: Das Konzept von EA ist aufgegangen, Pay2Win ist in FUT heutzutage präsenter als je zuvor. Aber dazu später mehr, jetzt schauen wir uns erst einmal FUT 14 und 15 an!

Die Spielerschaft wächst enorm - Einführung von Preisschranken

FUT 14 + FUT 15

FUT 14 + FUT 15

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Der Spielmodus wurde immer populärer, in FUT 14 waren es mehr als 20 Millionen FUT-Spieler. Aus Sicht von EA konnte man sagen: Der Rubel rollt! Das war für die Entwickler aber kein Grund, sich auszuruhen, es gab die nächsten Neuerungen. Die Chemistry Styles, mit denen einzelne Werte (Passen, Schießen, etc.) von Spielern geboostet werden, wurden eingeführt. In FUT 14 waren darüber hinaus erstmals Legendenkarten von früheren Fußball-Stars (Lothar Matthäus, Pelé, Franz Beckenbauer, etc.) spielbar - allerdings vorerst exklusiv auf Xbox. PlayStation- und PC-Spieler mussten noch einige Jahre darauf warten.
Bei FUT 15 gab es erstmals Preisschranken für Spieler - das heißt, sie konnten nicht zu preiswert aber auch nicht zu teuer ge- und verkauft werden. Faireres Traden auf dem Transfermarkt war das Ziel. Ansonsten gab es wenige spektakuläre Neuerungen. Cool war die Einführung der Freundschafts-Saisons, in denen man sich von nun an noch besser mit Freunden messen konnte. Ebenfalls neu in FUT 15 waren die „Dream-Squads“. Hierbei könnt ihr euch Teams aus euren Wunsch-Spielern zusammenstellen, um immer einen genauen Überblick darüber zu haben, auf welches Zukunfts-Team ihr hinarbeitet. Spielen könnt ihr mit diesen Squads nicht.

Die Weekend League als Gamechanger für den Esport

FUT 16 + FUT 17

FUT 16 + FUT 17

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In FUT 16 wurde der neue Spielmodus FUT Draft integriert. FUT Draft kurz erklärt: Aus einer zufallsgenerierten Vorauswahl von Spielern stellt ihr ein Team zusammen, auch die Formationswahl ist euch überlassen. Mit dieser Mannschaft tretet ihr dann gegen andere Spieler an und übersteht bestenfalls einige Runden, um FUT-Belohnungen abzustauben. Sinn von FUT Draft ist vor allem, das Bauen von Squads zu üben. EA Sports ließ verlauten, in Zukunft weitere innovative Spielmodi zu erschaffen. Und die Publisher hielten, was sie versprachen…
Mit FUT 17 gingen FUT Champions und die Weekend League an den Start. Die Weekend League wurde der neue Modus, wo sich die besten Spieler der Welt miteinander messen und sich für weltweite Live-Turniere qualifizieren können. Von nun an war FIFA Ultimate Team nicht nur der beliebteste Spielmodus für Casual Gamer, sondern auch für Esportler. Die Weekend League wurde damit zum Gamechanger und sorgte für eine noch größere FUT-Spielerschaft. Darüber hinaus führte EA in FUT 17 die Squad Building Challenges ein und brachte weitere Spezialkarten heraus (u.a. Ultimate Scream und Ones to Watch).

Aus Legenden werden Ikonen - Neue Spielmodi: Squad Battles und Division Rivals

FUT 18 + FUT 19

FUT 18 + FUT 19

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Auch in FUT 18 ließ sich EA nicht vom Weg abbringen und erschuf einen weiteren neuen FUT-Spielmodus, die Squad Battles. Dabei tretet ihr mit eurem Ultimate Team offline gegen starke CPU-Mannschaften an und könnt FUT-Belohnungen abstauben. Eine große Neuerung war außerdem, dass es die Legendenkarten jetzt nicht mehr exklusiv für Xbox-Spieler gab, sondern auch für PlayStation- und PC-Zocker. Die Karten hießen nun „Ikonen“ statt „Legenden“, die Anzahl der spielbaren Ikonen steigt bis heute kontinuierlich. Des Weiteren gibt es seit FUT 18 tägliche und wöchentliche Herausforderungen, mit denen ihr euch zahlreiche Belohnungen in Form von Münzen, Packs und mehr sichern könnt.
Weiter ging es mit FUT 19, wofür sich EA wieder einiges einfallen ließ. Es gab mehr Spezialkarten denn je (Champions League Live, Future Stars, etc.), der neue Spielmodus Division Rivals, in denen ihr euch mit gleichwertigen Gegnern mit ähnlichem Skillwert messt, löste den Saisonmodus ab.
Auch, wenn anschließend in FUT 20 und 21 eher weniger neue Features hinzukamen, lässt sich insgesamt festhalten: Der Spielmodus wird seit dem offiziellen Start im Jahr 2009 kontinuierlich komplexer und größer - diese Entwicklung wird sich aller Voraussicht nach auch in den kommenden Jahren fortsetzen.

Casuals und Esportler in einem Spielmodus vereint

EA hat es geschafft, Casual-Gamer und FIFA-Profis in einem Spielmodus zu vereinen. So gut wie jeder spielt FUT, alle anderen Spielmodi scheinen für die breite Masse uninteressant zu sein. Für die Entwickler ist das finanziell gesehen positiv, weil die Echtgeld-Ausgaben für FUT nie höher waren.
Das Problem ist, dass dadurch der Pay2Win-Faktor immer größer wird. FIFA-Profis, die das Spiel mittlerweile hauptberuflich zocken, geben mehrere tausend Euro aus und haben wenige Wochen nach Release des Spiels bereits ein absolutes Top-Team. Casuals dagegen, die nur ab und zu zocken und kein Echtgeld investieren, arbeiten monatelang auf ein gleichwertiges Team hin. Das drückt den Spielspaß für die Gelegenheitszocker.
Was ist FUT also aktuell? Für EA lukrativ wie nie, für die breite Spielerschaft ein unfairer Spielmodus. Das nicht vorhandene Fairplay wegen der verschiedenen Voraussetzungen führt zu weniger Spielspaß. Ob sich deshalb aber in FUT etwas ändern wird? Schwer vorstellbar. Mögliche Lösungen, um Pay2Win zu stoppen, gibt es aber.

So haben sich die Werte von Messi und CR7 entwickelt

Zu guter Letzt wollen wir euch noch zeigen, wie sich zwei der besten Fußballer der Welt in Ultimate Team von FIFA 09 bis FIFA 19 entwickelt haben. In der folgenden Grafik sind die Werteentwicklungen von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo dargestellt - jeweils von ihren normalen Goldkarten und ihren besten Karten im jeweiligen FIFA-Ableger.
Nachdem Messi am Anfang immer knapp die Nase vorn hatte, übernahm CR7 später die Führung. Erst 2019 kam es wieder dazu, dass beide Spieler die gleiche Gesamtwertung bei der Gold- und der besten Karte erhalten haben. Aber schaut selbst:
Messi und CR7 in FUT

Messi und CR7 in FUT

© Red Bull

Über den Autor
Chris ist ehemaliger FIFA-Profi. Er war deutscher Nationalspieler, wurde Europameister und trat bei nationalen und internationalen Meisterschaften gegen die besten Spieler der Welt an. Mittlerweile ist Chris seit vielen Jahren FIFA-Coach. Er trainierte auch schon die Esportler des FC Schalke 04. Auf redbull.com begleitet euch Chris auf eurem Weg zu einem besseren FIFA-Spieler und gibt regelmäßig FIFA 21 Tipps.