Max Verstappen von Oracle Red Bull Racing beim Großen Preis von Belgien 2022.
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F1

GP von Belgien: Max Verstappen mit dominanter Aufholjagd zum Doppelsieg

Der Führende der F1-Weltmeisterschaft baut seinen Vorsprung mit seinem zweiten Erfolg in Spa aus, während sein Teamkollege Sergio Pérez mit Platz zwei für ein perfektes Rennwochenende sorgt.
Von: Matthew Clayton
8 min readPublished on
Wo manche Formel 1-Piloten unüberwindbare Hindernisse sehen, erkennt Max Verstappen seine Möglichkeiten, um am Ende doch noch als Nummer eins hervorzugehen.
Der regierende Weltmeister von Oracle Red Bull Racing wusste, dass er mit einem Penalty in den Großen Preis von Belgien gehen würde, dennoch war es für ihn nach einer phänomenalen schnellsten Runde im Qualifying dann doch nicht ganz einfach zu verkraften, am Ende auf den 14. Startplatz zurückversetzt zu werden: "Mit einem solchen Auto wäre es eine Schande, nicht auf dem Podium zu landen", meinte er nach der Quali-Session.

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Wie sich dann aber herausstellen sollte, griff der Niederländer mit dieser Aussage tatsächlich nicht hoch genug; es sollte der einzige Fehler sein, der ihm an diesem Wochenende passieren sollte.
Verstappens zweiter Sieg in Folge in Belgien und sein dritter Sieg in Serie nach Frankreich und Ungarn vor der Sommerpause war kompromisslos und dominant. Es ist sein insgesamt neunter Triumph in der laufenden Saison und der 24-Jährige geht nun mit einem Vorsprung von 93 Punkten in die letzten acht Rennen des Jahres.
Doch das war noch längst nicht alles: Verstappens Teamkollege Sergio Pérez startete als Zweiter und beendete das Rennen als Zweiter, womit für Oracle Red Bull Racing der vierte Doppelsieg der Saison auf dem Programm stand - ein neuer Rekord in der Teamgeschichte!
Sergio Pérez und Max Verstappen von Oracle Red Bull Racing beim Großen Preis von Belgien 2022.

Pérez und Verstappen holten vier Doppelsieg für Red Bull in dieser Saison.

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Verstappens Sieg ging regelrecht stressfrei über die Bühne, und das, obwohl das Feld vorab erfrischend durchgemischt daherkam: Acht Piloten - darunter Verstappen, Charles Leclerc (Ferrari), Yuki Tsunoda (Scuderia AlphaTauri), Lando Norris (MacLaren), Esteban Ocon (Alpine), Mick Schumacher (Haas) und das Alfa Romeo-Duo Valtteri Bottas und Zhou Guanyu - setzten an diesem Wochenende auf einen strategischen Motorenwechsel, womit sie mit entsprechenden Penaltys in der Startaufstellung bedacht wurden. Damit war das Qualifying-Ergebnis schnell obsolet.
Alle Augen waren aber auf den RB18 von Verstappen gerichtet, der in den Sessions vor dem Rennen eine unglaubliche Pace an den Tag legte, bei der sich selbst der Mercedes-Fahrer George Russell sprachlos zeigte. Er meinte, Max Verstappen werde sich den Sieg trotz Startnachteil "ziemlich locker" abholen. Das hat einen weiteren Grund: Spa ist jene Strecke des F1-Kalenders, auf der sich wohl am leichtesten überholen lässt.
Russell traf den Nagel auf den Kopf: Verstappen übernahm nach gut 18 Runden die Führung und ging mit einem gesunden Vorsprung von 17,8 Sekunden vor Pérez über die Ziellinie, während der Pole-Sitter Carlos Sainz (Ferrari) das Podium abrundete.

Max geht es schlau an - und sackt den Sieg ein

Verstappen zeigte sich schon am Samstag glücklich darüber, dass er im Qualifying die mit Abstand schnellste Zeit hingelegt hatte - auch wenn ihm durchaus bewusst war, dass mit der Rückversetzung am Sonntag einiges an Arbeit anstehen würde. Wichtig war dabei vor allem, gut durch die Startphase und die erste Runde zu kommen.
Doch der Weltmeister übertraf die Erwartungen sogar: Obwohl er als 14. startete, fand er sich nach der ersten Runde auf Platz acht wieder. In Runde sechs war er Fünfter und zwei Runden später platzierte er sich in den Top-3. In Runde 12 übernahm er dann zum ersten Mal die Führung, nachdem Sainz in die Box abgebogen war und Pérez Teamgeist gezeigt hatte.
In Runde 15 stand für den Niederländer dann der Boxenstopp auf dem Programm. Drei Runden später hatte er sich erneut auf P1 vor gearbeitet, nur um dem restlichen Feld dann einfach auf und davon zu fahren - sehr zur Freude der vielen orange tragenden Fans, die im letzten Jahr nur eine Runde im Starkregen zu sehen bekamen.
Damit zeigte Verstappen ein weiteres Mal, dass er in diesem Jahr das Maß aller Dinge ist. Schon in Budapest hatte er sich den Sieg von Startplatz 10 aus geholt.
Max Verstappen von Oracle Red Bull Racing beim Großen Preis von Belgien 2022.

Verstappen spielte von Anfang an seine ganze Dominanz aus.

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Wir müssen kaum herausstreichen, dass Verstappen über die Art und Weise des Siegs in seinem Geburtsland sichtlich erfreut war:
"In der ersten Runde ging es sehr hektisch zu und es war gar nicht so einfach, nicht in die Bredouille zu kommen."
"Sobald sich nach der Safety Car-Phase (ausgelöst in Runde zwei durch zwei Vorfälle zwischen Lewis Hamilton und Fernando Alonso bzw. zwischen Nicholas Latifi und Valtteri Bottas) aber alles beruhigt hatte, war das Auto wie auf Schienen unterwegs. Ich fand die richtigen Passagen, um die Leute vor mir zu überholen und dann ging es nur mehr darum, die Reifen im Blick zu behalten."
Nach der karierten Flagge wurde der Tag für Verstappen sogar noch besser: Leclerc wurden fünf Sekunden Zeitstrafe aufgebrummt. Er war in der vorletzten Runde an die Box gegangen, um sich die roten Reifen abzuholen und die schnellste Rennrunde zu holen, doch war er in der Pit-Lane zu schnell unterwegs gewesen.
Mit dem Penalty fiel der Ferrari-Pilot hinter Fernando Alonso auf Platz sechs zurück, was ihn zwei Punkte kostete, während es ihm nicht gelang, Verstappen die schnellste Runde streitig zu machen. Zum dritten Mal in diesem Jahr holte der Niederländer das Maximum aus einem Rennwochenende heraus.
"Sobald wir in Führung waren, konnten wir das Rennen managen", meinte Verstappen weiter. "Dieses Wochenende war einfach nur unglaublich, aber wir wollen mehr, also arbeiten wir weiter hart an unserer Performance."

Checo kämpft sich auf Platz zwei zurück

Nachdem sein Teamkollege am Start im hinteren Feld zu tun hatte, ging Pérez mit der Hoffnung ins Rennen, Sainz spätestens in Kurve fünf abzufangen, es sollte aber anders kommen: Der Mexikaner verpatzte die Startphase und wurde in der ersten Kurve auf Platz fünf zurückgereicht.
Doch Pérez ging auf Angriff und konnte seine verlorene Position schnell wieder zurückerobern. Nachdem Sainz an die Box gegangen war, führte er das Rennen sogar kurzzeitig an, doch von da an konnte er mit seinem Teamkollegen nicht mehr mithalten. Dennoch: Platz zwei ist das beste Ergebnis für den Mexikaner in Spa; zudem ist es sein insgesamt siebtes Podiums-Finish in diesem Jahr.
Daneben sorgten die 18 Punkte dafür, dass Pérez in der Gesamtwertung Leclerc erneut überholte und nun wieder auf Platz zwei liegt, während Red Bull den Vorsprung in der Konstrukteurs-Wertung auf 118 Punkte ausbauen konnte.
Sergio Pérez von Oracle Red Bull Racing beim Großen Preis von Belgien 2022.

Pérez pushte sich zu seinem besten Ergebnis in Spa.

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"Ich hatte mir für heute wirklich mehr erhofft, da die Ausgangsposition gut war", sagte Pérez nach dem Rennen.
"Runde 1 verlief sehr chaotisch; ich hatte einen schlechten Start und verlor einige Positionen, in Kurve 5 hatte ich mich aber wieder zurück gekämpft. Die Startphase war also sehr hektisch."
"Aber Max war einfach nur außerirdisch unterwegs und nicht einzuholen. Insgesamt ist es ein gutes Team-Resultat. Wir haben heute eine Menge Punkte geholt, was wichtig ist, also blicken wir weiter nach vorne."
Auch Oracle Red Bull Racing Teamchef Christian Horner zeigte sich nach diesem herausragenden Comeback nach der Sommerpause enthusiastisch:
"Das war die größte Teamperformance, die wir jemals hatten. Ich hätte mir nie erwartet, dass Max dieses Rennen gewinnen würde - vor allem nicht, dass er so schnell in Führung gehen würde. Schnellste Rennrunde, ein Doppelsieg...für uns hätte es heute nicht besser laufen können."
"Es war eines dieser Wochenenden, wo wir mit dem Auto immer im richtigen Fenster waren und alles einfach hervorragend aufging. Max war an diesem Wochenende einfach großartig und Checo liefert immer wieder das ab, was er abliefern soll - eine atemberaubende Performance, definitiv da oben mit unseren Erfolgen aus dem Jahr 2010."

Gasly beendet die AlphaTauris Negativserie

Es sah zunächst nicht so aus, als würde AlphaTauris Serie von fünf punktelosen Rennen in Belgien enden, nachdem beide Autos von der Boxengasse aus starteten. Doch Pierre Gasly pushte und arbeitete sich vom letzten auf den neunten Platz vor.
Es war sein 100. Start bei einem Grand Prix, womit der Zeitpunkt für ein Ende der Pechserie nicht besser ausfallen hätte können. Die beiden Punkte waren die ersten seit seinem fünften Platz in Aserbaidschan im Juni. Daneben zeigt er damit, dass ihm Spa einfach liegt: Fünfmal ging er in Spa-Francorchamps an den Start und fünfmal punktete er.
Pierre Gasly von Scuderia AlphaTauri beim Großen Preis von Belgien 2022.

Gasly holte nach einem Start aus der Boxengasse endlich wieder Punkte.

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Für Tsunoda hingegen war das Grand Prix-Wochenende eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Im Qualifying verbremste er sich in der letzten Schikane, womit nur P19 übrigblieb. Nach den vielen Engine-Penaltys sollte es schlussendlich aber Startplatz 13 werden, womit er doch optimistisch auf den Sonntag blickte.
Doch auch er musste überraschend aus der Boxengasse starten und er kam über den 13. Platz nicht hinaus.

Ricciardos News, Hamiltons Blues...

In den Tagen vor dem Großen Preis von Belgien ging es schon heiß her, nachdem McLaren-Pilot Daniel Ricciardo bekanntgegeben hatte, dass er McLaren mit Saisonende verlassen würde. Im Jahr 2014 gewann er für Red Bull in Spa, doch konnte er in den zwei Jahren bei McLaren an diese Leistungen nicht anschließen. Für das Team verlief auch das Rennen am Sonntag nicht nach Plan: Norris wurde Zwölfter, Ricciardo 15., während die Mittelfeld-Rivalen von Alpine mit Platz fünf (Alonso) und Platz sieben (Esteban Ocon) 16 Punkte holten.
Daneben schied Lewis Hamilton im Mercedes nach einem Crash in der Eröffnungsrunde mit Alonso früh aus dem Rennen aus. Es ist das erste Mal in diesem Jahr, dass Hamilton ein Rennen nicht ins Ziel brachte.

Zuhause ist es doch am schönsten...

Wir sind mittendrin im Triple-Header, der uns die Sommerpause bald vergessen lässt. Bevor es am 11. September nach Monza geht, steht die größte Party des Jahres beim Großen Preis der Niederlande in Zandvoort auf dem Programm. Es ist Verstappens Heimrennen, womit wir vor allem eines erwarten dürfen: viel orange!

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