Verstappen war früher in der Garage, als erwartet.
© Getty Images/Red Bull Content Pool
F1

Ereignisreicher Grand Prix in Italien: Verstappen baut seinen Vorsprung aus

Der Monza-Fluch des Führenden in der Weltmeisterschaftswertung setzt sich nach einem Crash mit Lewis Hamilton fort. Teamkollege Sergio Pérez sicherte sich mit Platz fünf 10 wertvolle Punkte.
Autor: Matthew Clayton
7 min readveröffentlicht am
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Max Verstappens Duell mit Lewis Hamilton um die Weltmeisterschaft der Formel 1 nahm beim actionreichen Grand Prix in Italien eine weitere dramatische Wende, nachdem beide nach einem Crash ihr Rennen vorzeitig beenden mussten.
Die Piloten von Red Bull Racing Honda und Mercedes trafen in Runde 26 in der ersten Kurve aufeinander. Nach einem Kontakt endete der RB16B auf dem Halo von Hamiltons Auto. Das Ganze zog nach dem Rennen zudem Konsequenzen für Verstappen nach sich, der in der Startaufstellung beim kommenden Grand Prix in Russland um 3 Plätze strafversetzt wird.
Verstappen und Hamilton waren zuvor auf der Jagd des überraschend führenden Daniel Ricciardo, der die DNFs der beiden Titelanwärter ausnutzen konnte und damit seinen ersten Rennsieg für McLaren einfuhr. Es ist zudem der erste Grand Prix-Sieg für den Australier seit 2018 in Monaco, wo er noch für Red Bull Racing an den Start ging.
Ricciardos Teamkollege Lando Norris landete auf Platz zwei und sorgte damit für einen herausragenden Tag für McLaren. Es ist der erste Sieg für das britische Team seit neun Jahren und das erste Front-Row-Finish seit 2010. Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas rundete das Podium ab – und das, nachdem er aufgrund eines Motorenwechsels von ganz hinten startete.
Max Verstappen von Red Bull Racing Honda beim Großen Preis von Italien 2021.
Verstappen raste zu Platz 2 beim Sprint-Qualifying am Samstag.
Obwohl Verstappen sein Rennen nicht beenden konnte, baute er seinen Vorsprung auf Hamilton in der Gesamtwertung tatsächlich auf fünf Punkte aus, nachdem am Samstag das zweite 18 Runden lange Sprint-Qualifying über die Bühne ging und er sich mit Platz zwei hinter Bottas 2 Punkte holen konnte.

Verstappen muss weiter auf einen Sieg in Monza warten

Mit Verstappens Ausfall am Sonntag setzt sich seine negative Serie in Italien fort. Generell ist Monza nicht unbedingt die Lieblingsstrecke von Red Bull – und das schon seit über zehn Jahren, in denen Red Bull Racing zu den stärksten Teams des Sports gehört.
Seit 2013 konnte das Team hier nicht gewinnen, zwei Siege stehen bisher insgesamt zubuche. Schwester Team AlphaTauri hat mit Sebastian Vettel im Jahr 2008 (als Toro Rosso) und mit Pierre Gasly im letzten Jahr damit genauso viele Siege auf der „La Pista Magica“ geholt, wie das A-Team.
Verstappen selbst ist es nur einmal gelungen, den Grand Prix von Italien in den Top-5 zu beenden und dieser Negativtrend setzte sich schon am Beginn des Rennens fort. Der Niederländer ging nach Bottas Strafversetzung von der Pole-Position ins Rennen, die er nach dem Start aber sofort an Ricciardo abgeben musste. Der Red Bull-Pilot ließ aber nicht nach und heftete sich an die Ferse des McLaren.
Alles sah bis dahin noch nach einer souveränen Fahrt aufs Podium aus, bis sich die Ereignisse in Runde 23 überschlugen. Ricciardo ging in die Box, eine Runde später Verstappen, dessen Stopp nicht nach Plan verlief und viel Zeit beanspruchte. Drei Runden später holte sich Hamilton bei einem ebenfalls langsamen Stopp seine neuen Reifen ab, was dafür sorgte, dass der Mercedes-Pilot bei der Ausfahrt ungeplant auf Verstappen traf – mit den oben behandelten dramatischen Konsequenzen.
Max Verstappen von Red Bull Racing Honda beim Großen Preis von Italien 2021.
Verstappens Boxenstopp war ein Schlüsselmoment des Rennens.
Nach dem Rennen legte Verstappen seine Sicht auf den Vorfall dar.
„Natürlich haben wir bemerkt, dass es hinein in die erste Kurve eng wird, also hat er die weiße Linie geschnitten und ich musste auf den grünen Teil ausweichen und von außen kommen, damit wir uns nicht berühren“, meint Verstappen. „Ihm ist klar geworden, dass ich auf Attacke ging, und er hat mir weiter kaum Platz gelassen. Ich wollte mit ihm arbeiten, ich wollte ein richtiges Rennen fahren…“
„Ich habe nicht damit gerechnet, dass er mir weiterhin keinen Platz lässt. Selbst, wenn er mir den nötigen Raum gegeben hätte, wäre der Kampf in Kurve 2 weitergegangen und wahrscheinlich wäre es ihm gelungen, sich vor mich zu setzen. Er hat mich weiter hinaus auf den Sausage-Kerb gedrückt und am Ende ist das der Grund, warum wir uns berührten.“
„Du brauchst zwei Fahrer, die zusammenarbeiten, um durch eine Kurve zu kommen. Wenn einer davon nicht den Willen zeigt, was kannst du da ausrichten? Es ist wirklich unglücklich, was heute passiert ist, aber ich glaube, wir sind Profis genug, um darüber hinwegzusehen und einfach weiterzumachen.“
Die Bilder der aufeinandergestapelten Autos – wie der Halo über Hamiltons Kopf Verstappens Reifen und Unterboden abgehalten hat – waren zweifellos dramatisch und Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner zeigte sich dankbar, dass beide Fahrer unverletzt geblieben sind.
„Wir hatten heute ein gutes Auto und es ist klar, dass wir heute zumindest aufs Podium fahren und Daniel herausfordern hätten können. Es ist wirklich frustrierend, so aus dem Rennen zu scheiden“, meint Horner.
„Bei diesem Vorfall jemandem die Schuld zu geben, ist schwierig. Das sind konkurrenzgetriebene Tiere, die hart um die Weltmeisterschaft kämpfen. Am Ende respektieren sich die beiden aber. Du hakst ab und wendest dich dem nächsten Rennen zu und sie werden bei den meisten davon nebeneinander starten. Das Ganze wird also auf der Strecke ausgetragen.“

Pérez‘ Podium-Finish, das keines war

Sergio Pérez beendete das Rennen auf Platz drei, durfte am Ende jedoch nicht aufs Podium steigen, da der Mexikaner mit einer 5-Sekunden-Strafe bedacht wurde, aufgrund derer er auf Platz fünf zurückgereicht wurde.
Er ging von Startplatz neun ins Rennen, flog durch das Feld und fand sich beim Re-Start in Runde 31 nach dem Verstappen-Hamilton-Vorfall auf Platz vier wieder. In der zweiten Schikane ging er schnell am Ferrari von Charles Leclerc vorbei, jedoch entschieden die Stewards, dass sich Pérez bei diesem Überholmanöver einen Vorteil herausschlug, nachdem er die Strecke verlassen hatte. Nachdem das Feld in den letzten 20 Runden nahe beieinander lag und sich das Überholen schwierig gestaltete, gelang es Pérez nicht, die fünf Sekunden auf Bottas und Leclerc dahinter herauszufahren, womit Platz fünf am Ende übrigblieb.
Sergio Pérez von Red Bull Racing Honda beim Großen Preis von Italien 2021.
Sergio Pérez verbrachte seinen Sonntag damit, Ferraris zu überholen.
10 wertvolle Weltmeisterschaftspunkte nahm der Mexikaner mit. Da Bottas am Ende Platz drei holte, hat Mercedes in der Konstrukteurswertung nun aber einen Vorsprung von 18 Punkten auf Red Bull Racing Honda.
Horner beklagt die Zeitstrafe und die fünf verlorenen Weltmeisterschaftspunkte: „Das war ein weiterer schwerer Schlag heute, weil Sergio ein wirklich großartiges Rennen gefahren ist. Er hat Carlos (Sainz) überholt und er holte sich Charles (Leclerc) – das war ein wirklich verrückter Move. Er hat sich bei diesem Manöver einen Vorteil verschafft, wurde aber nicht aufgefordert, den Platz zurückzugeben. Auch das ist eines dieser Dinge…“

Kein so süßes Heimrennen für AlphaTauri

Auch Scuderia AlphaTauri musste beim Heimrennen ein hartes Wochenende wegstecken. Das Team reiste als einziges Team, das in jedem Rennen dieser Saison Punkte einfuhr, nach Monza. Mit der vierten Runde mussten jedoch beide Autos zurück in die Garage.
Yuki Tsunoda schaffte es nicht einmal an den Start, nachdem das Team noch vorher ein mechanisches Problem erkannte, das nicht rechtzeitig repariert werden konnte.
Gasly, der überraschende Sieger bei seinem Heimrennen im letzten Jahr - der Franzose lebt nur 15 Minuten von Monza entfernt - hatte keine Chance, seinen Triumph zu verteidigen, nachdem er im Sprint-Qualifying am Samstag crashte. Er musste aus der Boxengasse ins Rennen starten und war nach nur vier Runden wieder mit einem Schaden der Federung an der Front in der Garage.
Pierre Gasly von Scuderia AlphaTauri beim Großen Preis von Italien 2021.
Pierre Gasly hatte keine Chance, seinen Sieg zu verteidigen.
Die gute Nachricht für das AlphaTauri-Duo? Das Team gab bekannt, dass die Verträge beider Fahrer auch für das 2022 verlängert wurden. Ein guter Start in den Freitag, der mit einem Wochenende zum Vergessen endete.

Wenn die Musik verstummt...

Es lagen nur fünf Tage zwischen der karierten Flagge in Zandvoort und den Eröffnungsrunden der Trainingssession am Freitag in Monza, jedoch gab es an diesen Tage eine Menge News für 2022.
Bottas gab bekannt, dass er im nächsten Jahr zu Alfa Romeo wechselt, wo er Kimi Raikkonen ersetzen wird. George Russell wurde danach schnell als Hamiltons neuer Teamkollege bei Mercedes bekanntgegeben, während der Red Bull Racing Honda Test- und Ersatzfahrer Alex Albon Russells Platz bei Williams einnehmen wird.

Der Kampf um die Weltmeisterschaft geht in Russland weiter

Selbst für F1-Standards verlangt der Rennkalender den Fahrern eine Menge ab: Drei Rennen an drei Wochenenden und ein Sprint-Qualifying in Monza - die Teams und die Fahrer werden die zweiwöchige Pause zum Durchatmen nutzen, bevor am 26. September der Große Preis von Russland auf dem Programm steht.
Red Bull Racing Honda hat in Sotschi in sieben Rennen noch nicht gewinnen können. Auch wenn die Strecke eher für Mercedes spricht, konnte Max Verstappen dort im letzten Jahr einen Front-Row-Start mit einem zweiten Platz abschließen. Mit dem starken RB16B in dieser Saison wird er es den Silberpfeilen mit Sicherheit nicht einfach machen.
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