Verstappen hatte Imola voll unter Kontrolle!
© Getty Images/Red Bull Content Pool
F1

Max Verstappen stürmt beim chaotischen GP der Emilia Romagna zum Sieg

Der fliegende Holländer von Red Bull Racing Honda holte sich in Imola souverän den Sieg - und das, obwohl das Wetter das Ganze zu einem halben Glücksspiel machte.
Autor: Matthew Clayton
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Max Verstappen

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Pierre Gasly

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Max Verstappen war beim zweiten Grand Prix der Saison in Imola die Ruhe in sich, während das restliche Feld mit chaotischen Zuständen zu kämpfen hatte. Es war eben diese Souveränität, die ihm am Ende den insgesamt 11. Rennsieg bescherte, mit dem er nun in der Gesamtwertung um nur einen Punkt hinter dem siebenfachen Weltmeister Lewis Hamilton liegt. So viel ist sicher - der Kampf um die Krone wird sich bis zum Ende der Saison spannend gestalten.
Die regnerischen Bedingungen konnten keinen stärkeren Kontrast zum Nachtrennen beim Saison-Opener in Bahrain vor drei Wochen bieten. Verstappen brachte das Rennen vom ersten Moment an, als die Lichter ausgingen, unter seine Kontrolle. Er legte einen wirklich herausragenden Start hin und setzte sich an die Front - eine Position, die er die vollen 63 Runden lang nicht mehr hergab.
Der Niederländer überholte Hamilton, der von der Pole weg startete, gleich in der ersten Schikane der ersten Runde - eine entscheidende Szene, denn die Action in Imola spielte sich vorrangig im Rückspiegel des Bullen ab. Hamilton etwa rutschte in Runde 31 in den Kies und konnte sich kaum befreien, bis ihm der heftige Crash von Valtteri Bottas und George Russel in die Karten spielte. Es kam zur 25-minütigen Rennunterbrechung, womit das Feld wieder zusammenrückte.
Hamilton, im starken Mercedes unterwegs, gelang es so, vom neunten noch auf den zweiten Platz vorzustoßen, während er sich zugleich den Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde holte. Mit diesem Punkt sicherte er sich die WM-Führung mit 44 Punkten ab. Verstappen liegt mit 43 Punkten dahinter aber in Lauerstellung.
Der McLaren-Pilot Lando Norris rundete das Podium mit einem starken dritten Platz ab. Auch bei ihm machte sich das in der Gesamtwertung bemerkbar. Er rückte auf Rang 3 vor.
Wir liefern dir die Zusammenfassung des spektakulären Grand Prixs in Imola!
Verstappen hat mit Italien seinen Frieden geschlossen.
Verstappen hat mit Italien seinen Frieden geschlossen.

Max schließt mit Italien Frieden

Neben all seinen Erfolgen in anderen Ländern hatte Verstappen mit Italien immer wieder seine Probleme. Vor dem Rennen am Sonntag gelang ihm dort in acht Rennen kein besserer Rang als der fünfte. Dies Statistik war ihm durchaus bewusst.
"Ich mag Italien. Das Essen ist gut und ich genieße es, hier zu sein. Aber in den Rennwochenden war das Glück dort bisher noch nicht auf meiner Seite", meinte er vor dem Rennen am Sonntag.
Der entscheidende Moment: Verstappen rast an Hamilton vorbei.
Der entscheidende Moment: Verstappen rast an Hamilton vorbei.
"Ich habe mich selbst überrascht", erzählt er nach dem Rennen von seinem Traum-Start.
"Im letzten Jahr hatten wir unsere Probleme, aber wir haben hart daran gearbeitet, uns zu verbessern. Bei diesen schwierigen Bedingungen haben wir einen großartigen Start erwischt. Es war echt herausfordernd da draußen, vor allem zu Beginn. Um ehrlich zu sein, war es hart, auf der Strecke zu bleiben, es war ungemein rutschig. Aber wir haben das gut hinbekommen."
Einmal schoss der Puls an der Pit Wall von Red Bull Racing dann doch in die Höhe. Beim Restart nach der Rennunterbrechung in Runde 35 kam Verstappen hinter dem Safety Car kurz ins Rutschen, doch gelang es ihm, seinen Fehler noch zu egalisieren. Am Ende machten ganze 22 Sekunden den Unterschied - das ist jener Vorsprung, mit dem er vor Hamilton über die Ziellinie fuhr und seine Dominanz unterstrich.
"Ich hatte beim Restart einen kleinen Fehler, aber alles andere lief wirklich hervorragend", meint er. "Ich versuchte, die Reifen aufzuwärmen, aber zum Glück dreht sich das Auto nicht."

Kein glücklicher Sonntag für Checo

Während Verstappen Grund zum Feiern hatte, war Sergio Pérez mit seinem 11. Platz denkbar enttäuscht. Es war das erste Mal in seiner Karriere, dass er in der ersten Reihe startete, nachdem er am Samstag eine so hervorragende Zeit mit nur 0,035 Sekunden Rückstand auf Hamiltons Pole-Zeit auf die Strecke brachte.
Schon am Start fiel der Mexikaner auf den vierten Platz zurück, doch es sollte noch schlimmer kommen: Nach dem Crash von Nicolas Latifi und einer frühen Safety Car-Phase rutschte Checo von der Strecke, während zwei Konkurrenten ihn überholten. Er holte sich seine Position hinter dem Safety Car sofort wieder zurück, doch brachte ihm genau das eine 10-Sekunden-Strafe ein.
Pérez' Strafe brachte ihn aus dem Rhythmus.
Pérez' Strafe brachte ihn aus dem Rhythmus.
Nachdem er sich wieder Positionen erkämpfen konnte, kam es zur erneuten Drehung, mit der er schlussendlich aus den Punkten rutschte. Teamchef Christian Horner weiß, dass Pérez mit seiner Pace am Samstag gezeigt hat, was in ihm steckt. Er bleibt optimistisch.
"Er hat gestern einen Mega-Job abgeliefert, wo er nur knapp die Pole-Position verpasst hat. Er wird noch viele große Rennen zeigen", ist sich Horner sicher.
"Bei sauberer Luft war seine Pace wirklich stark. Es war hart für ihn, dass das Rennen nach den Drehungen nicht so ausgefallen ist, wie er es wollte. Wir hätten Mercedes heute sehr viel mehr Punkte abnehmen können, aber er war auch im Rennen stark und es gibt noch viele Gelegenheiten, das zu beweisen."

Gasly und Tsunoda waren vom Unglück verfolgt

Der Grat zwischen "Hero" und "Zero" ist bei einem nassen und wilden Rennen ein schmaler. Das mussten auch die beiden Scuderia AlphaTauri-Piloten Pierre Gasly und Yuki Tsunoda einsehen, die nach einem vielversprechenden Wochenende mit "nur" sechs Punkten aus Italien abreisen. Gasly endete auf Platz sieben, während der japanische Rookie mit Platz zwölf außerhalb der Punkteränge landete.
Gasly startete von Platz fünf, doch setzte er als einer der wenigen auf den Regenreifen und nicht die Intermediates. Das kostete zu Beginn des Rennens einige Positionen. Während der Asphalt langsam trocknete, war Gasly auf Platz 17 zu finden. Nachdem er 15 Runden vor Schluss aber einen weiteren Boxenstopp einlegte, gelang ihm das Comeback und er arbeitete sich auf den siebten End-Rang vor.
Gasly kämpfte sich nach einem harten Start in die Punkteränge zurück.
Gasly kämpfte sich nach einem harten Start in die Punkteränge zurück.
Tsunodas zweites Rennwochenende in der Formel 1 verlief noch unglücklicher. Nach seinem starken Rennen in Bahrain crashte er schon im Qualifying, womit er von hinten ins Rennen ging. Dort sah dann lange Zeit wieder alles gut aus und er kämpfte sich in die Top-10, bis dann ein weiterer Dreher dafür sorgt, dass er seinen Platz verlor.

Bottas und Russell schießen sich gegenseitig ab

Für die rote Flagge in der Mitte des Rennens sorgten Bottas und Russell. Die beiden, die beim GP in Sakhir kurzfristig Teamkollegen waren, krachten bei einer Geschwindigkeit von über 300 km/h zusammen und sorgten für einen heftigen Crash. Die Schuldfrage konnten die beiden anschließend nicht klären.
Das wiederum sorgte unter den Zusehern für heftige Diskussionen - immerhin ist es kein Geheimnis, dass Russell als Aussichtsreicher Kandidat für das Cockpit von Bottas für die nächste Saison gilt.
"Ich bin mir sicher, dass er so frustriert über die Situation ist wie ich", erzählt Russell nach dem Crash. "Wenn du mit 200, 300 km/h unterwegs bist, hat die kleinste Bewegung immense Auswirkungen. Vielleicht hätte er das bei einem anderen Fahrer nicht gemacht."
Bottas hingegen war davon überzeugt, dass er nichts falsch gemacht hat.
"Der Crash war ziemlich heftig, aber er hätte auch viel schlimmer ausfallen können. George startete das Überholmanöver dort, wo es nur eine wirklich trockene Linie gab. Ich habe mir den Replay angesehen und es gab definitiv genug Platz für zwei Autos...Ich weiß nicht, was er anschließend bewirken wollte, mit dem, was er sagte, aber es war ganz und gar seine Schuld."

Alle Straßen führen nach Algarve

Die Formel 1 bleibt auch in der nächsten Runde in Europa: Am 2. Mai steht der Grand Prix von Portugal auf dem Programm. Verstappen wird sich in der momentanen Form viel vornehmen und besser abschneiden wollen, als nach seinem dortigen dritten Platz im letzten Oktober. Auch Gasly hat mit der Strecke gute Erfahrungen gemacht: Er holte sich dort im AlphaTauri den starken fünften Platz. So viel ist sicher: Es bleibt spannend!
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