Max Verstappen führt nun zum ersten Mal die Gesamtwertung an.
© Getty Images/Red Bull Content Pool
F1

Ein Meisterstück in Monaco bringt Verstappen und Red Bull an die Spitze

Der Red Bull Racing-Star gewann das prestigeträchtigste Rennen zum ersten Mal mit einer souveränen und fehlerlosen Fahrt. Max Verstappen und Red Bull führen nun die Gesamtwertungen an.
Autor: Matthew Clayton
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Monaco Grand Prix 2021

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Frustration am einen Tag, ein gerechtes Geschenk am anderen. Nur 24 Stunden, nachdem Max Verstappen eine potenzielle erste Pole-Position beim Grand Prix von Monaco nach einer roten Flagge im Qualifying verwehrt blieb, wendete sich das Blatt am Sonntag. Max gewinnt zum ersten Mal in Monte Carlo - und das souverän!
Es war der Crash von Charles Leclerc im Ferrari am Ende der Qualifying-Session, der Verstappens schnellste Runde für Red Bull Racing Honda zunichte machte. Die Session wurde abgebrochen und alles sah selbst am Sonntag noch danach aus, als könnte Leclerc die Pole behalten, ohne durch einen Getriebewechsel strafversetzt zu werden.
Mit der Aufwärmrunde war dann aber klar: Das Auto von Leclerc ist nicht unbeschadet davongekommen, weshalb der Monegasse sein Heimrennen beenden musste, bevor es überhaupt begonnen hatte. Glück für Max, denn er stand nun an vorderster Stelle. Mit dem Start machte er schnell klar, dass er diese auch nicht mehr hergeben wollte. Am Ende ging er als erster über die Ziellinie!
Max Verstappen im RB16B von Red Bull Racing beim Grand Prix von Monaco 2021.
Mit dem Start übernahm Verstappen die Kontrolle über das Rennen.
Mit diesem Sieg sicherte sich der Niederländer nun auch zum ersten Mal in seiner Karriere die Führung in der Gesamtwertung, vier Punkte vor Lewis Hamilton. In Kombination mit dem starken Auftritt von Sergio Pérez, der auf Platz vier endete, springt Red Bull Racing Honda auch in der Konstrukteurs-Wertung an die Spitze.
Zwischen Verstappen und Checo schoben sich Carlos Sainz im Ferrari und Lando Norris für McLaren - am Ende stand ein reines Rookie-Podium zu Buche.
Wir werfen einen genauen Blick auf Runde fünf der F1-Saison!

Verstappen behält die Kontrolle

Der Vorsprung von 8,9 Sekunden, mit dem Verstappen über die Ziellinie ging, bildet einen starken Kontrast zu den bisherigen Monaco-Ergebnissen von Verstappen. Bis Sonntag stand er dort nie auf dem Podium. (Ein zweiter Platz beim Monaco-GP 2019 wurde ihm wegen "Unsafe Release" aberkannt.)
Nachdem Leclerc schon vor dem Rennen geschlagen war, platzierte sich Verstappen schon bei der Startaufstellung richtig, wodurch er einem starken Start von Valtteri Bottas gleich zu Beginn den Wind aus den Segeln nahm. Die Führung gab Verstappen die vollen 78 Runden nicht mehr her. Auf Runde 26 brach er dann auch einen persönlichen Rekord: Das war seine 160. Führungsrunde dieser Saison, so viele gelangen ihm in einer Saison bisher nicht.
Zugleich war Verstappens Erfolg seit 2010 der bisher fünfte Sieg für Red Bull Racing auf dieser Strecke. Daneben gab es zwar Drama, doch blieb eine Safety Car-Phase dieses Mal aus. Eine absolute Ausnahme auf der engen Rennstrecke!
Max Verstappen von Red Bull Racing Honda feiert seinen Sieg mit der Boxencrew beim Grand Prix von Monaco 2021.
Max und seine Mechaniker hatten eine Menge zu feiern.
Es ist so besonders, hier zu gewinnen. Für mich ist es außerdem das erste Mal, dass ich hier auf dem Podium stehe.
Max Verstappen
"Du weißt nie, was passieren wird, vor allem ging es aber darum, auf die Reifen zu achten. Ich hatte alles ziemlich gut unter Kontrolle", meint er anschließend. "Es ist so besonders, hier zu gewinnen. Für mich ist es außerdem das erste Mal, dass ich hier auf dem Podium stehe. Es sind viele Runden und du musst über diese lange Dauer den vollen Fokus mitbringen, aber es ist wirklich cool."
"Du willst diesen Grand Prix immer gewinnen. Ich erinnere mich daran, als ich als kleiner Junge dieses Rennen sah. Jetzt, wo ich hier stehe, bin ich natürlich stolz. Ich blicke aber auch nach vorne - es ist eine lange Saison, aber es ist großartig, auf diese Weise weitermachen zu können."
Verstappen hat in der Gesamtwertung nun 105 Punkte auf dem Konto, Lewis Hamilton liegt mit 101 knapp dahinter. Hamilton hatte ein hartes Rennen und kam über den siebten Platz nicht hinaus.

Checo wartet...und schlägt dann zu

Sergio Pérez kam seinem ersten Podium für Red Bull so nahe. Zwar wurde es am Ende nichts, doch freute er sich über Platz vier umso mehr, nachdem das Qualifying, in seinen Worten, ein "Desaster" war - er startete von Platz 9 ins Rennen. Zu Beginn machte er durch Leclercs Unglück einen Platz gut. Im Rennen stürmte er in einem langen Stint durch die Runden, während seine Rivalen einen frühen Boxenstopp einlegten. In Runde 35, nach seinem Boxenstopp, ließ er Sebastian Vettel im Aston Martin, Pierre Gasly im Scuderia AlphaTauri und Hamilton hinter sich.
Der Mexikaner saugte sich in den letzten Runden ans Hinterrad von Norris und alles sah danach aus, als wäre eine Podiumsplatzierung im Bereich des Möglichen, da der McLaren-Pilot mit den Reifen kämpfte. Die enge Strecke ließ aber kaum Überholmanöver zu, weshalb es am Ende nicht ganz reichte. Am Ende zeigt sich Checo aber mit seinen ersten Monaco-Punkten in vier Jahren und Platz fünf in der Gesamtwertung zufrieden.
Sergio Pérez von Red Bull Racing beim Grand Prix von Monaco 2021.
Sergio Pérez stürmte nach einem schwierigen Qualifying auf Platz 4.
Mit den 12 Punkten von Pérez reist Red Bull Monaco nun als führendes Team, mit einem Punkt Vorsprung auf Mercedes, aus Monaco ab. Es ist das erste Mal seit dem Großen Preis von Deutschland 2018, vor 53 Rennen also, dass Mercedes nicht mehr beide Wertungen anführt.
Es war wichtig für uns, hier herzukommen und viele Punkte mitzunehmen. Genau das haben wir gemacht.
Christian Horner
"Es war ein phänomenaler Tag", freut sich Red Bull Racing Team-Chef Christian Horner nach dem Rennen. "Für Charles und Ferrari tut es uns natürlich leid - es war natürlich hart für sie - aber ihr Pech war unser Glück. Max übernahm hervorragend das Rennen und kontrollierte das Feld ab der ersten Kurve. Auch Checo hatte heute eine tolle Pace."
"Mercedes hatte einen harten Tag, aber das passiert manchmal - das ist Racing. Betrachtet man die Gesamtwertung, war das für uns ein großartiger Tag. Es geht zwischen diesen beiden Teams so eng her, also war es wichtig für uns, hier herzukommen und viele Punkte mitzunehmen. Genau das haben wir gemacht. Der Job hier ist erledigt, wir müssen das Momentum nur aufrechterhalten."

Gasly scheint, Tsunoda lernt

Pierre Gasly endete auf dem sechsten Platz - eine Position hinter der, von der aus er ins Rennen ging. Dennoch genoss der AlphaTauri-Pilot sein bestes Ergebnis in einer noch jungen Saison. Endlich holte er sich die Belohnung für eine starke Qualifying-Pace ab, mit der er in fünf Rennen ganze vier Mal unter den Top-10 startete.
"Es war intensiv, da uns 78 Runden lang Lewis Hamilton an den Fersen hing. Wir wussten, dass wir keine Fehler machen dürfen", erzählt Gasly. "Es war ein gutes Rennen, sehr hart, und ich habe bis zum Ende gepusht. Ich bin glücklich mit der Art und Weise, wie ich und das Team arbeiten. Ich glaube, wir haben uns über die letzten zwei Jahre gut weiterentwickelt. Wir arbeiten hervorragend zusammen und das behalten wir uns bei."
Pierre Gasly von Scuderia AlphaTauri beim Grand Prix von Monaco 2021.
Pierre Gasly holte sich mit Platz 6 sein bestes Saisonergebnis.
Gaslys Rookie-Teamkollege Yuki Tsunoda - der zum ersten Mal in Monaco ein Rennen bestritt - startete auf Position 16 und beendete das Rennen auf selbiger. Der Japaner fuhr einen langen ersten Stint (65 Runden) auf den weißen Reifen.
Tsunoda taute im Laufe des Rennens aber immer weiter auf. In den letzten 12 Runden holte er die zweitschnellste Rennrunde und nahm zugleich eine Menge Erfahrungen für die kommenden Saisons mit.

Viel Pech für Leclerc, Vettel mit bester Performance seit langem

Charles Leclerc gestand sich ein, dass er sich nach dem Crash im Qualifying Sorgen um die Gearbox in seinem Ferrari machte, am Ende war es aber ein Problem in der Antriebswelle, das ihm das Rennen schon vorab zunichtemachte. Das Pech in Monaco verfolgt ihn also weiterhin. Bis jetzt gelang es ihm noch kein einziges Mal, ein Rennen auf seiner Heimstrecke zu Ende zu bringen.
Carlos Sainz betrieb aber mit seinem zweiten Platz herausragende Ergebniskorrektur.
Glücklicher blickten die Gesichter von Aston Martin drein, denen es endlich gelungen ist, die ersten Punkte zu holen. Vettel beendete das Rennen auf Platz fünf, nachdem er sich nach seinem Boxenstopp in Runde 32 einen harten Kampf mit Gasly lieferte.
Aston Martin und Vettel gelang es zudem, Hamilton mit der Boxenstrategie zu überlisten, der seinem Frust über Boxenfunk freien Lauf ließ. Dessen Teamkollege Bottas hatte aber noch größeres Pech, nachdem es der Mercedes-Crew beim Boxenstopp nicht gelang, das rechte Vorderrad zu lösen. Er musste aussteigen und das Rennen beenden.

Ein Stadtkurs mit eigener Note

Vom berühmtesten F1-Stadtkurs kommen wir am 6. Juni beim Großen Preis von Aserbaidschan zum wohl extremsten. Baku findet sich seit 2017 im Rennkalender und hat bis jetzt bewiesen, dass dort heiße Renn-Action garantiert ist. Es bleibt spannend!
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