Max Verstappen holt sich den Heimsieg in der Niederlande.
© Peter Fox/Getty Images
F1

GP in Zandvoort: Der niederländische Traum geht für Verstappen in Erfüllung

Max Verstappen reiste mit großen Erwartungen zum ersten holländischen Grand Prix seit 36 Jahren - und übertraf sie. Er siegte souverän und holte sich die Führung in der Weltmeisterschaft zurück.
Autor: Matthew Clayton
7 min readveröffentlicht am
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Vor nicht allzu langer Zeit, als sich der junge Max Verstappen in sein Bett legte, dürften dessen Träume in etwa so abgelaufen sein: einen Heim-Grand Prix mit einer niederländischen Fan-Masse zu fahren, diesen mit Style zu gewinnen, das ganze Heimatland in Freudentaumel zu versetzen und in Folge dessen die Gesamtwertung der Formel 1 anzuführen. Klingt doch gut, oder? Aber was wäre, wenn die Realität noch viel süßer ausfällt?
Beim Großen Preis der Niederlande am Sonntag in Zandvoort, der an der Küste der Nordsee nach 36 Jahren zum ersten Mal wieder gefahren wurde, holte sich der 23-jährige Red Bull Racing Honda-Star seinen 17. Grand Prix-Sieg, der mit Sicherheit einen ganz besonderen Platz in seiner Karriere einnimmt.
Mehr als 200.000 Menschen fanden sich über das Wochenende an der neu überarbeiteten Strecke ein; 99 Prozent davon trugen ein orangenes T-Shirt, schwenkten eine orangene Flagge und zündeten orangene Fackeln, während sie in jeder Runde einen lautstarken Jubel ausstießen. Am Ende des Rennens stand ihr Mann ganz oben, der nun wieder die Gesamtwertung anführt.
Ja, dieser Sieg war 25 Punkte wert, genauso, wie jeder andere, dennoch geht dieser erste F1-Besuch in Zandvoort seit 1985 als das erinnerungswürdigste Rennwochenende in Verstappens Saison ein, egal, was von diesem Moment an noch passieren mag.
Im Mittelpunkt standen eine klassische Strecke mit einem modernen Twist, strahlender Sonnenschein nach einer wetterbedingten Enttäuschung in Belgien, und eine feucht-fröhliche Party-Atmosphäre mit Tanzmusik lokaler DJs. Zusammen war das das Geheimrezept für die beste Grand Prix-Stimmung seit einer langen Zeit.
20 Fahrer waren am Sonntagnachmittag auf der Strecke, das Publikum hatte aber nur Augen für zwei Fahrer: Verstappen auf der Pole und der Titelrivale Lewis Hamilton (Mercedes) neben ihm in der ersten Reihe.
Max Verstappen von Red Bull Racing Honda beim Großen Preis der Niederlande 2021 in Zandvoort.
Alle Augen waren nur auf einen Fahrer gerichtet.
Nachdem das Überholen auf dem schnellen, flüssigen und engen Streckenlayout nicht ganz einfach war, war ein guter Start besonders wichtig. Verstappen ließ in dieser Hinsicht nichts anbrennen, hatte das Rennen permanent unter Kontrolle und man musste nicht einmal hinsehen, wo auf der Strecke er gerade war, jubelte die Menge doch jedes Mal, wenn er auf der 4,3 Kilometer langen Strecke an ihr vorbeipreschte. Nach 72 Runden war die Arbeit getan und ein Feuerwerk in orange wurde gezündet.

Der große Tag des Max Verstappen

Verstappens Popularität in seinem Heimatland ist eine Sache für sich. Bevor überhaupt der erste Motor aufheulte, zog der Track-Walk des Holländers am Donnerstag eine Menge an Fotografen, eine Masse an jubelnden Fans und sogar eine Gruppe an Marschällen an, die nach Autogrammen und Selfies fragten.
Mit diesem Druck kann nicht jeder umgehen, doch Verstappen blieb das ganze Wochenende über fokussiert und ruhig. Selbst im Qualifying, als er in Kurve 3 die Kerbs erwischte und die Gangschaltung verpasste und das DRS am Ausgang der letzten Kurve nicht funktionierten wollte, ließ er Hamilton mit 0,038 Sekunden hinter sich, um die sechste Pole in den sieben letzten Rennen einzufahren.
Am Sonntag startete Mercedes den Angriff auf strategischer Ebene, indem Valtteri Bottas im ersten Stint länger auf der Strecke ließ, um Verstappen nach dem ersten Boxenstopp auf Hamilton auflaufen zu lassen. Max jedoch ließ sich davon nicht beirren, holte sich Bottas in Runde 31, baute sich genug Vorsprung auf, um nicht in das DRS-Fenster von Hamilton zu kommen und kontrollierte das Rennen nach dem zweiten Boxenstopp souverän.
Max Verstappen von Red Bull Racing Honda beim Großen Preis der Niederlande 2021.
72 Runden lang feierte das Publikum eine Party in orange.
Souverän war auch die Pace des Rennens, 72 Runden wurden innerhalb von 90 Minuten absolviert, den Großteil davon führte Max Verstappen an, dem das seltene Kunststück gelang, innerhalb von sieben Tagen in seinem Geburtsland (Belgien) und seinem Heimatlang (die Niederlande) zu gewinnen.
Mit seinem siebten Sieg in diesem Jahr holte er sich auch die Führung in der Gesamtwertung zurück, drei Punkte liegt er dort vor Hamilton.
"Es ist unglaublich", meinte Verstappen nach dem Rennen. "Die Erwartungen waren zu Beginn des Wochenendes hoch und es ist nie einfach, diese zu erfüllen, aber ich bin so glücklich, dass ich hier gewinnen und die WM-Führung zurückholen konnte. Es ist einfach nur ein guter Tag."
"Der Start war besonders wichtig, er ist mir gut gelungen und Mercedes versuchte, uns das Leben schwer zu machen. Aber wir haben jedes Mal gekontert. Heute können wir mit der Performance des gesamten Teams zufrieden sein."
Auch Red Bull Racing Teamchef Christian Horner meint, dass die ersten 10 Sekunden essenziell waren.
"Ein Rennen wie dieses ist niemals einfach, aber das Wichtigste bestand darin, einen guten Start zu erwischen", analysiert er.
"Wir wussten, dass Mercedes die Strategie splitten würde, und genau das haben sie auch gemacht. In dieser Situation war es wichtig, dass Max an Valtteri vorbeikommt und das ist ihm auch schnell gelungen. Danach konnten wir die Angriffe von Lewis abfedern."
"Es ist ein harter Wettbewerb, sie kämpfen in jeder Runde um jede Zehntelsekunde. Es war also eine großartige Performance."

Checos Aufholjagd macht sich bezahlt

Verstappens Teamkollege Sergio Pérez war einer der wenigen Fahrer, der noch nie auf einer Strecke mit dem Charakter von Zandvoort gefahren ist, aber es war nicht dieser geringe Erfahrungswert, der ihm Probleme machte. Der Mexikaner kam im Qualifying in den Verkehr, womit er seine letzte Runde in Q1 nicht mehr angehen konnte und damit auf Platz 16 schon in der ersten Session ausschied.
Das Team entschied sich dafür, auf die vierte Power Unit zu wechseln und die darauffolgenden Strafen abzusitzen. Damit ging Checo von der Boxengasse aus ins Rennen. Auf einer Strecke, in der es kaum Gelegenheiten gibt zu überholen und mit dem letzten Startplatz schien es, als würde Pérez das Rennen schon vorab abschreiben müssen. Die Vorzeichen verschlechterten sich, als er sich früh im Rennen einen Bremsplatten einfuhr und das, obwohl die Strategie einen langen ersten Stint auf den weißen Reifen vorsah.
Sergio Pérez von Red Bull Racing Honda beim Großen Preis der Niederlande 2021.
Pérez startete seine Aufholjagd und arbeitete sich auf Platz 8 vor.
Pérez ging gleich nochmal in die Box - und biss die Zähne zusammen. Eine Überholmanöver nach dem anderen sorgte dafür, dass er von den Fans am Ende zum Fahrer des Tages gewählt wurde und das Rennen auf Platz acht beendete. Einher gehen damit zwei Punkte, mit denen er Platz fünf in der Gesamtwertung zurückeroberte.
"Jedes Überholmanöver war am Limit; es war so riskant", sagte Pérez anschließend. "Wir haben eine neue Engine, also haben wir diese Strafe abgesessen. Jetzt gilt es, nach vorne zu schauen."

Gasly gewinnt Selbstvertrauen

Die Top-3 fuhr in diesem Rennen in einer eigenen Liga, doch Scuderia AlphaTauri war dahinter das Non-Plus-Ultra. Pierre Gasly holte sich mit dem vierten Startplatz sein bestes Qualifyingsergebnis und sicherte die Position das gesamte Rennen über hervorragend ab. Damit steht das zweitbeste Rennergebnis zubuche, während er eine durch und durch konstante Saison abliefert.
Gasly passierte kein einziger Fehler. Das Highlight seiner relativ einsamen Fahrt, ohne Angriffe von hinten fürchten zu müssen, erlebte er in Kurve 1, als er den zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso überholte.
Pierre Gasly von Scuderia AlphaTauri beim Großen Preis der Niederlande 2021.
Gasly verwandelte sein starkes Ergebnis am Samstag in wertvolle Punkte.
"Direkt hinter den beiden Mercedes und Max, das ist das beste Ergebnis, auf das wir hoffen durften", meinte Gasly, nachdem er sich in der Gesamtwertung auf Platz 8 vorkämpfte.
"Ich habe es wirklich genossen. Wenn das Auto so fliegt, wie heute, ist das immer etwas ganz Besonderes. Das Auto scheint überall hervorragend zu funktionieren, womit wir im Team sehr zuversichtlich sind."
Für Teamkollegen Yuki Tsunoda verlief der Sonntagnachmittag nicht ganz so positiv. Er musste das Rennen mit einem Problem der Power Unit frühzeitig beenden.

Ferrari schlägt zu, Kubica erlebt eine Überraschung

In der Konstrukteurswertung geht es im Kampf um Platz drei zwischen Ferrari und McLaren beständig hin und her. In Zandvoort saß mit Charles Leclerc (Platz fünf) und Carlos Sainz (Platz sieben) Ferrari am längeren Ast und holte sich den dritten Platz zurück. Lando Norris (Platz zehn) und Daniel Ricciardo (Platz elf) konnten im Rennen dieses Mal nicht viel ausrichten.
Daneben durfte Robert Kubica überraschend im Alfa Romeo an den Start gehen, nachdem Kimi Raikkonen nach seiner Rücktrittserklärung auch noch positiv auf COVID-19 getestet wurde und Zandvoort damit auslassen musste. Kubica beendete das Rennen auf Platz 15, einen Rang hinter Teamkollegen Antonio Giovinazzi.

Monza = Magie

Bist du bereit für ein langes Rennen und einen Sprint? Beides erleben wir in der nächsten Runde beim Großen Preis von Italien in Monza am 12. September.
Ein weiteres Mal wird dort das neue Sprint-Qualifying-Format, das beim Großen Preis von Großbritannien im Juli bereits erfolgreich zum Einsatz kam, ausgetragen. 18 Sprintrunden stehen am Samstag am Programm, während das reguläre Qualifying bereits am Freitag über die Bühne geht. Für Spannung ist damit gesorgt.
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