Verstappen stand einmal mehr mit Hamilton und Bottas auf dem Podium.
© Getty Images/Red Bull Content Pool
F1

Platz 2 in Portimão: Max Verstappen hält seine Podiumssträhne aufrecht

Der Red Bull Pilot steht nach drei Rennen zum dritten Mal auf dem Podium. Sergio Pérez holt sich daneben mit dem vierten Rang sein bisher bestes Saisonergebnis.
Autor: Matthew Clayton
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Die Formel 1 ist eine wahre Achterbahnfahrt - ein Sinnbild dafür ist der Algarve International Circuit in Portimão, der die Piloten mit seinen Höhenunterschieden herausfordert. Einmal steht man ganz oben, dann geht's wieder bergab. Beim Großen Preis von Portugal waren es nun Lewis Hamilton und Mercedes, die nach dem Sieg von Max Verstappen und Red Bull Racing Honda in Imola zurückschlugen. Ein kleiner Rückschlag für Max, der sich mit der Strecke das ganze Wochenende über nicht anfreunden konnte.
Verstappens Sieg in Imola war die Antwort auf Hamiltons Erfolg beim Saison-Opener in Bahrain. In Portugal sah es nun wieder ganz anders aus, doch der Schein trügt. Der Red Bull-Pilot ging mit einem Rückstand von 29 Sekunden auf Hamilton über die Ziellinie, nur hat das damit zu tun, dass Verstappen ohne Druck von hinten einen weiteren Boxenstopp einlegte, um sich am Ende des Rennens die schnellste Rennrunde zu holen. Das gelang ihm in der letzten Runde auch, doch wurde die Zeit wieder gestrichen, nachdem er die Tracklimits in der vorletzten Kurve überfahren hatte.
3 Rennen, 3 Podiumsplätze - läuft bei Max Verstappen.
3 Rennen, 3 Podiumsplätze - läuft bei Max Verstappen.
Damit führt Hamilton nun mit 8 Punkten Vorsprung auf Verstappen die Gesamtwertung an. Dennoch lief bei dem Mercedes-Piloten am Rennwochenende nicht alles nach Plan. Die Pole-Position im Qualifying holte sich sein Teamkollege Valtteri Bottas um 0,007 Sekunden, während Max beim Restart nach einer Safety-Car-Phase in Runde sieben - ausgelöst durch den Alfa Romeo-Piloten Kimi Räikkönen - auf Attacke ging und Hamilton kurzzeitig auf Platz drei zurückfallen ließ. Einen Fehler von Verstappen in Runde 11 nutzte Hamilton aber wieder zu seinem Vorteil und er überholte den Red Bull-Piloten. In der ersten Kurve der 20. Runde ging er dann an Bottas vorbei, womit das Rennen entschieden war.
Verstappen ließ Bottas mit einem brillanten Move in Kurve 5 von Runde 36 hinter sich, nachdem der Finne seinen ersten Boxenstopp absolvierte. Das Trio stand damit zum insgesamt 15. Mal gemeinsam auf dem Podium, das ist neuer Rekord. Insgesamt zehnmal war das seit Beginn der Saison 2020 der Fall.
Verstappen teilt sich das Podium ein weiteres Mal mit den Mercedes-Piloten.
Verstappen teilt sich das Podium ein weiteres Mal mit den Mercedes-Piloten.

Max sieht's positiv

Max Verstappen zeigte sich nach dem Qualifying mit der zweiten Startreihe enttäuscht. Er liebt das Track-Layout, doch hat er mit dem Grip auf dem noch relativ neuen Asphalt seine Probleme. Zusätzliche Schwierigkeiten machten die Windbedingungen an den höchsten Punkten der Strecke.
"Das Layout ist großartig, aber der Grip macht das Ganze zunichte", erklärt er. "Ich weiß, dass die Bedingungen für alle die gleichen sind, aber für mich persönlich ist das hier kein Genuss. Ich habe nicht eine Runde genossen und das hat mit dem Zustand der Strecke zu tun."
Springen wir 24 Stunden vor zum Rennende, zeigt sich Verstappen wieder im Reinen mit der Strecke und seiner Performance. Endete er 2020 hier noch auf dem dritten Platz, war P2 ein weiterer Schritt vorwärts. Es war ein guter Tag, an dem Red Bull das meiste aus ihren Chancen herausholte.
"Das Rennen war stark und ich hatte einen guten Restart. Ich versuchte, Valtteri unter Druck zu setzen, aber am Ende hatten wir die Pace nicht, also gelang es Lewis, sich zurück zu kämpfen", fasst Verstappen das Rennen zusammen. "An dieser Strecke hatte Mercedes die schnellere Pace, aber dennoch, Zweiter...Ich glaube, es war im Großen und Ganzen ein seltsames Wochenende, was den Grip betrifft, wir hatte nicht die volle Kontrolle."
Verstappen jagte nach den ersten Boxenstopps Bottas.
Verstappen jagte nach den ersten Boxenstopps Bottas.
Auch Red Bull Racing Honda-Teamchef Christian Horner war darauf bedacht, das Positive hervorzustreichen: "Hier Zweiter zu werden - das nehmen wir gerne mit. Nach drei Rennen liegen wir in der Gesamtwertung acht Punkte hinter dem Führenden. Das ist nichts. Es wird mehr ein Marathon als ein Sprint."

Pérez nimmt den langen Weg

Als Vierter gestartet, als Vierter das Rennen beendet: Auf dem Papier scheint es, als hätte Sergio Pérez alles im Griff gehabt, doch ganz so einfach gestaltet sich die ganze Sache nicht. Der Start war nicht perfekt, womit er einen Platz verlor und sich das Front-Trio absetzen konnte. Das Team machte sich Checos Fähigkeiten, die Reifen zu managen, strategisch zunutze und ließ ihn im ersten Stint lange draußen, womit er in den Runden 38 bis 51 sogar die Führung beanspruchte.
Doch auch an der Front war von "freier Fahrt" nicht unbedingt die Rede: Bei einem Überrundungsmanöver kam Pérez der Haas-Rookie Nikita Mazepin in die Quere, der dem Bullen keinen Platz machte. Das brachte dem Russen eine 5-Sekunden-Strafe ein. Kurz vor Ende wechselte Pérez dann auf den roten Reifen, um sich die schnellste Rennrunde zu sichern, doch dieser Punkt ging am Ende dann an Bottas, nachdem Verstappens Versuch geahndet und gestrichen wurde.
Sergio Pérez bewies sich in einem schwierigem ersten Stint.
Sergio Pérez bewies sich in einem schwierigem ersten Stint.
"Es war etwas chaotisch", gesteht Pérez nach dem Rennen ein. "Der Start war nicht gut, der Grip fehlte, meine Reifen drehten durch und ich verlor die Position an Carlos [Sainz]. Nach dem Restart holte ich mir den Platz zurück, dann verlor ich ihn wieder an Lando [Norris]. Mein Eindruck ist, dass er außerhalb der Tracklimits war und wahrscheinlich war ich zu passiv, da ich dachte, er müsste mir die Position zurückgeben. Diesen Moment habe ich falsch beurteilt."
"Ich brauchte wieder ein paar Runden, um an Lando vorbeizukommen und das sorgte dafür, dass die Lücke zu den Führenden immer größer wurde. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich vorne nichts mehr ausrichten. Das Ganze hat aber auch positive Seiten: Ich konnte das Rennen zum Großteil außerhalb des Verkehrs fahren. Das hat mir Zeit gegeben, um herauszufinden, wie ich mit dem Auto umgehen und wie ich auf die Reifen achten muss - das sind gute Erfahrungswerte."

Gaslys Rettungsmission

Pierre Gasly ging in den Top-10 ins Rennen, doch die Chancen auf einen weiteren Punkt sahen nicht gerade rosig aus, als er 17 Runden vor Schluss auf Platz 11 zurückfiel. Doch es gelang dem Franzosen noch, gegen Carlos Sainz im Ferrari einen Platz gutzumachen, womit er seinen Punkt rettete.
Pierre Gaslys Push in den letzten Runden sicherte ihm den Punkt.
Pierre Gaslys Push in den letzten Runden sicherte ihm den Punkt.
Rookie-Teamkollege Yuki Tsunoda tat sich hingegen etwas schwerer. Der Japaner startete von Platz 14 weg, fiel in der ersten Runde aber auf P16 zurück. Viel konnte er nicht mehr ausrichten, er beendete das Rennen auf P15.

Norris Fünfter, Räikkönnen out

Den dritten Platz in der Gesamtwertung? Der gehört nicht Bottas oder Pérez, sondern Lando Norris, der sich nach seiner starken Podiumsplatzierung in Imola in Portimão den fünften Rang erkämpfte und seinen Punktestand auf 37 anwachsen ließ.
McLaren hatte generell einen guten Tag, gelang es doch Daniel Ricciardo, nachdem er von Platz 16 startete, auf P9 vorzufahren. Kimi Räikkönen hingegen musste das Rennen schnell abhaken, nachdem er gleich zu Beginn in seinen Teamkollegen Antonio Giovinazzi fuhr: "Es war leider mein Fehler. Ich schätzte die Situation falsch ein und fuhr in das Auto von Antonio. Der Vorderflügel blieb unter dem Auto hängen und ich konnte nicht mehr lenken."

Spaniens Bewährungsprobe

Der kommende Grand Prix in Barcelona ist für die Piloten bekanntes Terrain, da dort üblicherweise die Testfahrten vor der Saison stattfinden. In diesem Jahr gibt es aber einen kleinen Twist, da die Testphase dieses Mal in Bahrain absolviert wurde.
Dennoch, nachdem Portimão für die Fahrer noch viel Unbekanntes bereithielt, bietet Barcelona eine Strecke, die sie kennen. Es bleibt also spannend, wenn am 9. Mai der Große Preis von Spanien über die Bühne gehen wird!
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