Daniel Engelbrecht
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Fußball

5 unglaubliche Fußball-Comebacks

Trotz Herz-OP’s, Horrorverletzungen und Skandalen kämpften sich diese Spieler zurück auf den Platz.
Von: Christian Knoth
5 min readPublished on
„Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.“ Den Satz hören wir häufig. Aber oft ist es nun einmal wirklich so, dass uns die populärste Sportart der Welt emotional aufwühlt und uns damit entweder ein Lächeln auf das Gesicht zaubert oder eine Freudenträne verdrücken lässt. Grund dafür sind zum Beispiel Comebacks von Spielern, die nach langer Verletzungspause wieder auf dem Platz stehen, obwohl sie ihre Laufbahn fast hätten beenden müssen.
Aber auch Fußballer, die in Skandalen verwickelt waren und damit die Sympathien der Fans scheinbar komplett verspielt haben, kämpften sich zurück und spielten stärker als je zuvor. Wir stellen euch 5 Comebacks von Fußballern vor, die uns berührt, begeistert und erstaunt haben.

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Daniel Engelbrecht

Für Stürmer Daniel Engelbrecht war die Karriere 2013 fast vorbei. Im Alter von nur 22 Jahren litt der Angreifer an einer Herzmuskelentzündung. Die Folge: Engelbrecht, der damals für die Stuttgarter Kickers spielte, kämpfte die folgenden eineinhalb Jahren nicht nur um seine Laufbahn als Fußballer, sondern auch um sein Leben. Nach vier Operationen und dreimaligem Herzstillstand kehrte der Torjäger im November 2014 sensationell auf den Platz zurück - als erster Profifußballer mit eingebautem Defibrillator.
„Als der Trainer in der 75.Minute meinen Namen gerufen hat, war es das geilste Gefühl meines Lebens, eine Wiedergeburt. Mein eiserner Wille, Kampf und Ehrgeiz sind belohnt worden. Ich bin stolz“, sagte Engelbrecht damals, nachdem er bei der Verbandspokalpartie gegen den FV Ravensburg (0:1) in der Schlussphase eingewechselt worden war. Aktuell muss Engelbrecht aber wieder pausieren. Der mittlerweile 26-jährige Spieler von Rot-Weiss Essen wird erneut am Herzen operiert. Wir wünschen gute Besserung!

Gilles Yapi

In der 1. Liga der Schweiz kam es im November 2014 zu einem Horror-Foul. Sandro Wieser vom FC Aarau beendete fast die Karriere von FC Zürich-Mittelfeldspieler Gilles Yapi. Beim Nationalspieler der Elfenbeinküste war danach unter anderem das Kreuzband gerissen, der Meniskus eingerissen und das Außenband beschädigt. Insgesamt trug er acht (!) Verletzungen davon. Wieser kam mit sechs Spielen Sperre, einem Strafbefehl über 10.000 Franken und einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen davon. Für Yapi begann dagegen eine lange Leidenszeit.
Fast ein Jahr musste der damals 33-jährige Routinier aussetzen. Nach 308 Tagen gab Yapi aber sein von den Fans umjubeltes Comeback. In der Partie gegen den FC Thun kam der Ivorer nicht nur für ein paar Minuten zum Einsatz. Beim 3:2-Erfolg markierte Yapi auch noch den Siegtreffer. Nicht nur das Publikum, auch der Rückkehrer war überwältigt: „Es ist ein Wunder, Gott hat mich geheilt.“

Stephan Lichtsteiner

Ja, solche Geschichten schreibt wohl wirklich nur der Fußball! Der Schweizer Nationalspieler Stephan Lichtsteiner unterzog sich im Oktober 2015 einer Herz-OP. Und nur 32 Tage später stand der Rechtsverteidiger beim Champions League-Spiel von Juventus Turin gegen Borussia Mönchengladbach in der Startelf! Vor allem, weil Lichtsteiner nur zwei Wochen vorher bei einer Serie A-Partie mit Atemproblemen und Herzrythmusstörungen ausgewechselt werden musste, rechnete damit niemand.
Aber Lichtsteiner spielte nicht nur von Beginn an. Der Kapitän der Schweizer Nationalmannschaft erzielte sogar den 1:1-Endstand und hielt bis zum Abpfiff durch. Wahnsinn! Der jetzt 33-jährige Lichtsteiner ist übrigens immer noch für Juve am Ball. In dieser Saison verpasste er mit der „Alten Dame“ nur knapp den Champions League-Titel. Im Finale gab es ein 1:4 gegen Real Madrid.

Alexander Meier

Das war es für Alexander Meier! Diesen Gedanken hatten viele Experten und Fans, als sich der Sturmtank von Eintracht Frankfurt im April 2015 am Knie operieren lassen musste. Mit 32 Jahren war der Torjäger nun einmal auch nicht mehr im jüngsten Fußballer-Alter. Aber Meier kam zurück. Und sein Comeback hatte es in sich: Nach fünf Monaten Pause stand der Bundesliga-Torschützenkönig der Saison 2014/15 (19 Tore) in der Begegnung gegen den 1. FC Köln in der Startformation.
Meier brauchte nicht einmal vier Minuten, um wieder zu treffen. 189 Sekunden dauerte es, bis der Frankfurter Publikumsliebling, der schon seit 2005 bei der Eintracht unter Vertrag steht, das 1:0 erzielte. Und es sollte nicht das einzige Tor bleiben: Meier traf beim deutlichen 6:2-Erfolg gleich dreimal. Es war sein erster Bundesliga-Dreierpack seit über zehn Jahren. Schöner kann man sich sein Comeback nicht ausmalen! Eintracht-Trainer Armin Veh sorgte nach Abpfiff für die Pointe: „Dass Alex drei Tore macht, ist sicher nicht normal. Wenn du nach fünf Monaten Pause zurückkommst, ist das unnormal. Aber er ist auch kein normaler Spieler. Er ist ein unnormaler Spieler. Von daher ist es wieder normal.“

Paolo Rossi

Mit 23 Jahren hatte Paolo Rossi zwar nicht mit einer schweren Krankheit oder einer schlimmen Verletzung zu kämpfen. Die Karriere des Italieners endete dagegen beinahe, weil er in einen Manipulations-Skandal verwickelt war. Der Vorfall liegt bereits einige Jahre zurück. 1980 verurteilte der italienische Verband den damaligen Stürmer vom AC Perugia zu einer dreijährigen Sperre, weil er ein Ligaspiel gegen US Avellino verschoben haben soll. Auch, wenn Rossi immer seine Unschuld beteuerte und den Vorwurf nie bestätigte, musste er eine lange Pause einlegen.
1982 durfte er dann wieder spielen, weil der Verband die Strafe um ein Jahr gemindert hatte. Der italienische Nationaltrainer Enzo Bearzot nominierte ihn sogar für die Weltmeisterschaft in Spanien. Und dort wurde dann Fußball-Geschichte geschrieben: Nachdem Rossi in den drei Vorrundenspielen zunächst kein Tor gelang, völlig außer Form wirkte und ihn die Presse rücksichtslos fertig machte, wurde er anschließend zum gefeierten Helden. Im zweiten Zwischenrundenspiel gegen Brasilien (3:2) und im Halbfinale gegen Polen (2:0) erzielte Rossi alle Tore der Squadra Azzurra. Den 3:1-Erfolg im Endspiel gegen Deutschland leitete er mit seinem Treffer zum 1:0 ein.
Der Lohn für seine unglaubliche WM-Leistung: Rossi feierte mit der Nationalmannschaft nicht nur den Titel, sondern wurde auch noch mit sechs Treffern Torschützenkönig und zum besten Spieler des Turniers gewählt. Außerdem wurde Rossi 1982 Europas Fußballer des Jahres und der erste inoffizielle Weltfußballer des Jahres. Ihr wisst, was jetzt kommt: Solche Geschichten schreibt nur der F……